Samstag, 23.November 2013: Nong Khiaw – Luang Prabang, 140 km
Wir laufen die 3 km zurück zu unserem Guest House, schultern das Gepäck und spazieren etwa 30 Minuten in der grössten Hitze zum Busbahnhof. Von 12h25 (eine Stunde früher als gebucht) bis 15h15 slalomen wir die 140 km wieder zurück nach Luang Prabang. Unterwegs sehen wir überall, wie Reis geerntet und auf der Strasse getrocknet wird. Von Busbahnhof zum Guest House will der TukTuk-Fahrer 60'000Kip (etwa 6.60 Sfr.), am Schluss will er nur noch 20'000 Kip (ca. 2.20 Sfr.) haben (???). Wir gehen ins gleiche Guest House am Mekongufer wie gestern. Wir buchen den Bus für morgen und danach gibt es Abendessen. Spiesse mit Fleisch, Gemüse und Kartoffeln.
Sonntag, 24.November 2013: Luang Prabang – Vientiane, 384 km
Punkt 7h werden wir per TukTuk beim Guest House abgeholt und zum Busbahnhof gebracht. Hier steigen wir um in einen VIP-Bus. 160'000 Kip oder ca. 17.50 Sfr. für 384 km. Abfahrt ist um 8h30 (statt um 8h00). Aber das darf doch nicht wahr sein! Ein älteres weisses Paar verlangt doch tatsächlich vom Buspersonal, dass die Fensterscheiben an ihrem Platz geputzt werden müssen. Der Mann kommandiert seine Frau laut schreiend herum: “Renate, setz dich auf deinen Platz, damit wir sehen können, welches Fenster geputzt werden muss!“ Und zwar innen und aussen! Eine lange Leiter wird aussen am Bus angestellt und die Fenster aussen geputzt, danach von innen. Wir können es nicht glauben. Ich verrate hier die Nationalität des Paares nicht, aber sie tönen sehr bayrisch.....
Unser VIP-Bus ist eine uralte Karre, Chefmechaniker Paul meint, etwa 40 Jahre alt und er (der Bus) bräuchte dringendst neue Stossdämpfer. Aber dafür bekommt jeder Fahrgast eine Flasche (6 dl) Mineralwasser, ein kleines Küchlein, eine Kotztüte und ein Feuchttüchlein. Das ist doch echt VIP, oder? Für die 384 km brauchen wir 10¼ Stunden! Laos ist sehr bergig, wenigstens im Norden, und der Bus kriecht den Berghängen entlang hinauf und hinunter, immer und immer wieder. Die Strasse ist sehr schlecht und in den steilen Kurven stehen wir fast still. Der Weg führt durch viele, viele urige Dörfer. Hier wohnen die Leute zum teil in Strohhütten, die sehr ärmlich aussehen, aber auf jedem Dach hat es eine Fernsehantenne. Jedes Haus hat seine eigene. Die Fahrt ist unendlich lang aber wunderschön!!! Es ist aber auch ein herrlicher Sonnentag. Erst gegen 17h, als wir in die Ebene kommen, kann der Fahrer aufs Gas drücken. Um 17h45 sind wir im Busbahnhof von Vientiane. Eine junge Kanadierin fragt uns, ob wir mit ihr ein TukTuk in die Stadt nehmen wollen.? Ja gerne. Und als die Frau mit dem Fahrer auf Laotisch den Preis aushandelt, kommt der mit den sauberen Busscheiben mit seiner Frau anmarschiert und mischt sich lauthals in die Verhandlungen ein! Wir steigen zu Fünft in das TukTuk ein und fahren los. Die Kanadierin stoppt den Fahrer nochmals, um ihn zu fragen, wo genau er uns hinbringt.
Nun wird der mit dem Bayrischen Akzent aber wütend und er schreit: „ Nun faaaahr doch endlich, Kruzifix!“ Endlich kommen wir im Zentrum von Vientiane an und Paul und ich machen uns auf die Suche nach einem Zimmer. Wir laufen mit den schweren Rucksäcken hin und her und hin und her und haben endlich um 20h15 gefunden, was uns gefällt, im Guest House MIXAY PARADISE. Sauteuer zwar, 120'000 Kip (etwa 13.50 Sfr.), aber sauber und schön. Danach essen wir sofort bei einer Strassenküche etwas zu Abend. Paul Spare Ribbs vom Grill, ich Huhn vom Grill, beides eher trocken, aber die Bedienung ist sehr nett.
Grrrr.... ich ärgere mich masslos über mich selber. Ich habe im Bus die Landkarte von Thailand/Laos/Kambodscha/ Vietnam liegen lassen!
Montag, 25.November 2013: Vientiane, sonnig bis leicht bewölkt
Beim Frühstück im Guest House lernen wir den Schweizer Walter aus Zürich kennen. Er kennt sich hier sehr gut aus, weil er schon mehrmals hier war und er gibt uns viele gute Tipps für die Erkundung von Vientiane.
Vientiane ist seit 1975 die Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Laos. Vientiane ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes. Offiziell hat die Stadt etwa 350.000 Einwohner, im gesamten Ballungsraum leben etwa 620.000 Menschen.
Die Stadt und das Umland liegen in einer Tiefebene auf einer Fläche von ungefähr 4.000 Quadratkilometern. Vientiane erstreckt sich inmitten einer üppigen Landschaft über mehrere Kilometer am Ufer des Mekong, der die Landesgrenze zu Thailand bildet. Seit 1994 sind beide Länder durch die 1774 Meter lange, sogenannte „Thai-Lao-Freundschaftsbrücke“ über den Mekong, verbunden, die hier als erste Brücke über den Unterlauf des Mekongs überhaupt erbaut wurde.
Vientiane befindet sich in der tropischen Klimazone mit einer deutlichen Regen- und Trockenzeit. Die Trockenzeit dauert von November bis März. Im April beginnt die Regenzeit die ca. sieben Monate dauert. Vientiane ist üblicherweise das ganze Jahr durchgehend heiss bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Durch Abtretung Siams wurde Vientiane 1887 französisches Protektorat und ein Teil von Französisch-Indochina. Es entwickelte sich jedoch kaum, da die Franzosen ihre Interessen auf Vietnam konzentrierten. 1940, nachdem Deutschland Frankreich im Zweiten Weltkrieg militärisch besiegt hatte, nahmen die Japaner Vientiane und ganz Laos in ihre Gewalt, liessen jedoch offiziell die französische Kolonialverwaltung im Amt.
Am 1. September 1945, nachdem in Asien der Zweite Weltkrieg beendet worden war, erklärte sich das Königreich Laos gegen den Widerstand Frankreichs für unabhängig. Nach der Niederlage der US-Amerikaner in Südostasien übernahmen die kommunistischen Pathet Lao am 2. Dezember 1975 die Macht in Vientiane, ohne grösseres Blutvergiessen anzurichten.
Mehr als 25 % aller mittelständischen Unternehmen des Landes sind in Vientiane beheimatet. Die Industrie beschränkt sich auf eine Brauerei (Beerlao), einen Pepsi-Abfüllbetrieb, die Produktion von Reinigungsmitteln, eine Zigarettenfabrik sowie diverse Holzverarbeitungsbetriebe. 20 % des Exports gehen direkt nach Thailand: hauptsächlich Textilien, Holz und Holzprodukte, aber auch Strom aus Wasserkraft. Am Stadtrand befindet sich der internationale Flughafen. Über die Mekong-Brücke existiert eine Bahnstrecke von Nong Khai zur einzigen Bahnstation, Thanaleng. China plant den Bau einer neuen Eisenbahn-Schnellfahrstrecke nach Vientiane. Die für April 2011 geplanten Bauarbeiten wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Im November 2011 wurde jedoch bekannt gegeben, dass mit dem Baubeginn innerhalb der nächsten fünf Jahre gerechnet wird.
Hauptstadt und Umland sind die grössten Tabak-, Reis- und Zuckerrohrproduzenten des Landes.
Walter begleitet uns bis zum „Morning Market“, wo wir uns verabschieden. Wir laufen weiter bis zum Pha That Luang (königlicher, goldener Stupa), das Wahrzeichen des Landes aus dem 16. Jahrhundert, er stellt die Vereinigung von Buddhismus und laotischer Kunst dar. Dieses Nationale Denkmal ist zwar sehr schön, aber schade, dass die wunderschönen Anlagen davor ein einziger Müllplatz sind. Eintritt: 5'000 Kip, etwa 55 Rappen. Hier sind wir etwa 4 km von unserem Guest House entfernt. Auf dem Rückweg schauen wir uns das Revolutionsdenkmal und den „Patouxai“ an, der dem Arc de Triomphe in Paris nachempfunden ist. In der Stadt hat es viele gut erhaltene französische Kolonialbauten. Zufällig kommen wir auch noch am ältesten Stupa der Stadt, dem That Dam, vorbei. Paul sagt den Stupas respektlos „Stüper“!!!
Der Stupa ist ein buddhistisches Bauwerk, das Buddha symbolisiert. Ein den frühen Stupas ähnlicher halbkreisförmig aufgeschütteter Grabhügel diente ursprünglich der Bestattung von Herrschern in Indien. Seit dem frühen Buddhismus werden in einem Stupa Reliquien des Buddha und später von herausragenden Mönchen aufbewahrt. Der Stupa wird von Buddhisten rituell im Uhrzeigersinn umkreist.
Um 17h sind wir zurück in unserer Herberge und freuen uns nur noch auf eine kalte Dusche und ein wenig Füsse hochlagern. Jetzt sind wir aber platt, die Betten sind gemacht und es hat frische Badetücher gegeben. Boahhh, so ein Luxus, das hatten wir noch nie!
Das Abendessen gibt es bei einer Strassenküche an unserer Strasse. Ich verdrücke einen ganzen Mekong Fisch vom Grill. Der ist zwar nicht schlecht, aber ziemlich fade. Paul hat Frühlingsrollen ohne Reis oder Nudeln dazu, nur Gurkensalat. Bevor wir kaputt in unsere Betten sinken, schauen wir uns noch ein paar Runden „Tom und Jerry“ Trickfilme am Fernseher in der Eingangshalle an.















































