Myanmar
Republik der Union Myanmar
Amtssprache: Birmanisch
Hauptstadt: Naypyidaw
Staatsform: Republik
Regierungssystem: Semipräsidentielles System
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef: Staatspräsident Thein Sein
Fläche: 676.578 km²
Einwohnerzahl: 55.167.330 (Juli 2013)
Bevölkerungsdichte: 81,5 Einwohner pro km²
Währung: Kyat (MMK)
Unabhängigkeit: 4. Januar 1948 (vom Vereinigten Königreich Grossbritannien)
Zeitzone: UTC+6:30
Hier gibt es noch viel Interessantes über Myanmar zu lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Myanmar
Der Wert des Myanmarischen Kyat (sprich Tschat) betrug am 8.Mai 2014:
1 Kyat = 0,00086 Sfr.
1 Sfr. = 1042,18 Kyat
Der Einfachheit halber haben wir immer mit 1000 Kyat = 1 Sfr. gerechnet.
Donnerstag, 8.Mai 2014: Bangkok (Thailand) - Yangon (Myanmar)
Gut geschlafen, nicht mehr so kalt im Zimmer wie gestern. Es ist bewölkt, wie Hochnebel. Um 7h20 sind wir im Taxi und um 8h schon am Bangkok Flughafen Suvanabhumi. Das Taxi kostet für 40 Minuten Fahrt 300 Bath (ca. 9 SFr.) plus 75 Bath (ca. 2.75 SFr.) für die Schnellstrasse. Zum Glück sind wir so früh am Check-In bei der Myanmar Airways. Es gibt nämlich sofort Zoff! In meinem Pass ist keine ganze Seite mehr frei für die Ein- und Ausreisestempel von Myanmar. Etwa 30 Minuten lang gibt es ein Riesenblabla unter den Angestellten, mit Beratungen hin und her, was nun zu tun sei. Mir ist das alles ziemlich egal! Paul, mein Negativdenker, sieht uns schon den Flug und das Visa für Myanmar verfallen lassen und noch einen Monat in Thailand verbringen. Schliesslich schreibt ein junger Mann ein Formular, dass es eventuell "Unregelmässigkeiten" mit meinem Pass bei der Ein- und Ausreise nach Myanmar geben könnte. Ich muss das unterschreiben und wir bekommen endlich unsere Bordkarten. Uff geschafft! Man sagt mir, Passagiere müssen das wissen, dass es noch eine ganze freie Seite braucht... Das ist übrigens auch einer der Gründe, weshalb wir im Juni nach Hause fliegen, kein Platz mehr in den Pässen. Wir brauchen unbedingt neue Pässe!
Wir geben eine Tasche bei der Gepäckaufbewahrung ab und nun gibt es endlich einen Kaffee und ein fetttriefendes warmes Croissant. Vor der Personenkontrolle merkt Paul, dass er noch sein Sackmesser im Hosensack hat. Er steckt es in letzter Sekunde notfallmässig in die Fototasche und hat enormes Glück: es wird beim scannen nicht entdeckt. Wir landen um 11h50 in Yangon, in Myanmar und müssen unsere Uhren um eine halbe Stunde zurückstellen. Jetzt haben wir nur noch 4½ Stunden Vorsprung auf die Schweiz. Wer soll da noch den Überblick behalten? Per Taxi geht es in die Stadt, 9000 Kyats (ca. 9 Sfr.).
Der Taxifahrer möchte uns für 90 US$ pro Tag (ohne Hotel und Essen) (Spezialpreis!) durch ganz Myanmar chauffieren. Wir lehnen dankend ab. Er bringt uns zum "Garden Guesthouse", mitten in der Stadt, bei der Sule Pagoda. Für 18 US$ für 2 Personen bekommen wir ein einfaches Zimer im 5. Stock, ohne Lift, sehr einfaches Frühstück inbegriffen. Es hat einen tollen Blick auf die goldene Sule Pagode, die nachts wunderbar beleuchtet ist. Nach einer kurzen Verschnaufpause im Zimmer, sind wir schon wieder draussen im Getümmel der Strassen. Wir müssen für mich einen neuen Rucksack kaufen. An meinem ist der Reissverschluss kaputt gegangen und die Nähte lösen sich auch auf. Wir trinken wieder einmal einen Iced Coffee. Wir kaufen einen neuen MABUHAY-Stempel, unser alter ist defekt. Hier hat es jede Menge Stempelmacher. Wir buchen die Busfahrt nach Bagan, für Samstag. 10 Stunden Busfahrt für 15'000 Kyats pro Person (ca.15 SFr.). Kaum haben wir das direkt vor unserem Guesthouse erledigt, kommt um 15h15 ein regelrechter Sturm auf. Wir verziehen uns sofort in unser Guesthouse und schauen von oben zu (vom 5.Stock!), wie es den armen Verkäufern ihre Stände und Utensilien fortbläst. Dazu schüttet es kräftig und im Quartier fällt der Strom aus. Nach unserer Pause im Zimmer machen wir einen langen Spaziergang durch die Gassen der Altstadt. Es regnet nicht mehr. Was für ein Gewimmel! Wenn man sich die Autos und Handys wegdenkt, fühlt man sich hier wie vor 200 Jahren. Die meisten Leute, Männer, Frauen, Kinder tragen Röcke, den Longyi, einfach ein Stück Tuch. Beim Gemüsemarkt kaufen wir drei grosse Grapefruits und feine geröstete Zwiebeln. Das Abendessen gibt es direkt vor unserem Guesthouse auf der Strasse. Mmmm..., sehr gut, auch wenn während des Essens wieder eine Ratte (aber nur eine kleine) ganz schnell über die Strasse rennt. Hier isst man mit Stäbchen. Paul macht das wieder souverän, aber ich muss um eine Gabel bitten, da ich ja während des Essens nicht verhungern will.
Freitag, 9. Mai 2014: Yangon
Nach dem kleinen Frühstück (Kaffee, vier sehr dünne Scheiben ungetoastetes Gummi-Toastbrot, Margarine und Konfitüre) im Guesthouse, machen wir uns zu Fuss auf den Weg zur Besichtigungstour von Yangon. Die Stadt hat 4,5 Millionen Einwohner. Die frühere Hauptstadt von Burma hiess bis 1989 Rangoon. Vorbei am Bahnhof erreichen wir nach sehr weitem Weg die riesige, goldene Shwedagon-Pagode. Die Shwedagon-Stupa ist die grösste und vermutlich wertvollste Stupa der Welt. Sie ist vom Sockel bis zur Turmspitze mit Gold bedeckt. Die Begriffe Pagode, Zedi und Stupa haben letzendlich die gleiche Bedeutung. Sie zeigen den Aufbewahrungsort einer Reliquie an. Wir müssen die Schuhe abgeben und für deren Aufbewahrung freiwillig etwas spenden. Ich muss meine Shorts bis über die Knie herunterkrempeln. Und dann "dürfen" alle Ausländer, und zwar nur sie, 8000 Kyats (etwa 8 SFr.) pro Person Eintritt bezahlen. Ganz schön viel für hiesige Verhältnisse, finden wir. Aber diese Tempelanlage ist wirklich wunderschön und sehenswert. Die Einheimischen machen in den verschiedenen Schreinen ein Familienpicknick oder ein Nickerchen. Eine Gruppe junger Leute (12 bis 21 Jahre alt) spricht mich auf Englisch an. Sie wollen wissen woher ich komme und wie lange ich in Myanmar bleiben werde und wie es mir gefällt. Ausserdem wollen sie unbedingt mit mir zusammen fotografiert werden. Paul sitzt unterdessen irgendwo im Schatten. Ein kleiner Junge, vielleicht 1½ Jahre alt, fängt panisch an zu schreien, als er mich sieht. Ich weiss nicht warum, sind es meine weissen Haare oder der schwarze Fotoapparat? Ungefähr eine Stunde später treffen wir wieder auf die gleiche Familie. Sofort bricht der Kleine wieder in ein Höllengebrüll aus, als er mich erkennt. Bin ich denn so ein Kleinkinderschreck???
Wir sind ungefähr 1½ Stunden in der Tempelanlage und essen danach im Restaurant daneben gute Nudeln zu Mittag. Auf dem Rückweg zum Hotel kommen wir zufällig an einem grossen Markt vorbei. Hier kaufen wir nun einen Ersatzrucksack für mich. Es ist kaum 13h vorbei, als es fürchterlich anfängt zu schütten. Zum Glück können wir in eine Fressbude flüchten, die "wonderful" heisst. Wir trinken Fruchtsäfte und jede Menge Tee, eine Stunde lang, bis der gröbste Regen vorbei ist. Wir laufen weiter zum Fluss und zum Strandhotel und dem roten Gerichtsgebäude, das noch von den Engländern erbaut wurde. Um 17h sind wir zurück im Guesthouse, alles zu Fuss. Wir sind geschafft! Duschen, ausruhen, zu Abend essen. Direkt vor dem Guesthouse unter einem grossen Sonnenschirm, weil es leicht regnet. Das Essen ist wieder sehr gut und während des Essens sichten wir zwei dicke Ratten.






















































