Myanmar (Burma, Birma): 10.05. - 11.05.2014, Teil 2
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Samstag, 10. Mai 2014: Yangon – Bagan/Nyaung U, sonnig, leicht bewölkt

Um 5h22 werden wir vom Nachtportier geweckt. Um 5h55 sitzen wir schon im Taxi zum Busbahnhof. Im Park machen schon grosse Gruppen Frühturnen. Die Fahrt kostet 8000 Kyats, aber wir haben nur eine 10'000 Note und der Fahrer hat nur 1500 Kyats Retourgeld. Also kostet unsere 30-minütige Fahrt 8500 Kyats (8.50 SFr.). So macht man das! Beim Busbahnhof trinken wir 2 Nescafés à je 20 Rappen. An diesem Busbahnhof herrscht ein Mordsgewimmel. Die Busse sind vollgestopft wie Sardinendosen. Mönche betteln und sammeln in Töpfen Essen ein. Um 7h45 fahren wir los nach Norden, nach Bagan. 1½ Stunden später muss ein Grosi Pipi machen. Sie geht zum Chauffeur und teilt ihm das mit. Der Bus stoppt sofort auf der Autobahn, er fährt nicht ab der Fahrspur. Nun steigen viele Passagiere aus, vor allem aber Männer. Die Frauen, aber auch die Männer kauern sich mit dem Rücken zum Bus an den Strassenrand. Das ist sehr einfach und praktisch. Dank den Longyis, den langen Röcken, sieht man überhaupt nichts! Um 10h30 gibt es einen offiziellen Pipistopp, 30 Minuten, bei einer Raststätte. Und nun sind wir auch schon so weit! Wir essen um diese ungewohnte Zeit einen Riesenteller voll Reis mit einem Spiegelei...

Das Land ist flach und es hat unendliche Reisfelder in allen Wachstumsstadien und auch viele abgeerntete. Wir sind mit 48 Myanmarern, oder sagt man Burmesen oder sogar Birmanen? im Bus. Nach 9¼ Stunden sind wir froh an unserem Ziel, in NyaungU, aus dem eiskalten Bus auszusteigen. Weil wir die einzigen Touris sind, werden wir sofort von etwa 15 Männern umzingelt. Es sind Taxi-, Rikscha-, Motorrad- und Kutschenfahrer. Jeder will uns in den Ort fahren. Nach langem Palaver entscheiden wir uns für zwei Rikschas. Für je 1500 Kyats (etwa 1.50 SFr.) werden wir ungefährt 7 km in den Ort NyaungU pedalt. Unterwegs kommen wir an einer Zahlstelle vorbei, wo jeder Ausländer 15 US$ bezahlen muss, um die Region Bagan besuchen zu dürfen. Der Plan zur Lage der Sehenswürdigkeiten kostet extra noch 2 US$. So macht man das !!!

Im "Motel Eden 2" finden wir für 20 US$ ein Zimmer mit Frühstück, Bad, Dusche, WC, Air Condition, Deckenventilator. Es liegt im Parterre, so muss Paul heute die 2 schweren Rucksäcke nicht in den 5.Stock hinauf buckeln. Das Abendessen geniessen wir im Restaurant gleich nebenan. Es ist myanmarisch, oder sagt man burmesisch oder birmanisch? Auf jeden Fall ist es sehr gut. Paul bekommt eine Gemüsesuppe, ich Chicken Curry mit Reis, dazu 7 verschiedene Schälchen mit Zutaten wie: Erdnüsse, getrocknete Chili, getrocknete Sojabohnen, Bambussprossen, Gemüse und einer scharfen Sauce.

Sonntag, 11. Mai 2014: NyaungU / Bagan, sonnig leicht bewölkt

Wir haben beide gut geschlafen, aber es wird sehr früh, knapp nach 5h, schon sehr laut von der Strasse her. Wir frühstücken gegenüber, im Schwester- "Motel Eden 1" auf der Dachterrasse. Wassermelone, Bananen,Toast, Margarine, Konfitüre, Eier, wie man sie haben will, alles im Zimmerpreis included. Um 9h nehmen wir ein Shared Taxi (ein Taxi, das wir mit anderen teilen) und fahren zum Mount Popa. 50km ein Weg = 1½ Stunden im Auto.

Der Mount Popa ist ein 1518 m hoch gelegener heiliger Berg. Die meisten Pilger besuchen aber den 737 m hohen Mt.Popa Daung Kalat dieser markante Vulkanhügel ist einer der wichtigsten Birmanischen Wallfahrtsorte.

Auf dem Gipfel, nach 777 Treppenstufen, befindet sich die Tuyin Taung-Pagode. An und auf der hinaufführenden, überdachten Treppe leben viele Affen, die sich von den Gaben der Besucher ernähren.

Mount Popa gilt als Wohnstätte der Nats, die die Schutzheiligen Myanmars darstellen.Paul hat sich gestern in dem eisgekühlten Bus erkältet. Er hustet und schnieft. Wir sind 6 Touris in dem Taxi, 2 Englischsprechende undefinierter Herkunft, 2 Italiener und wir beide. Unterwegs machen wir einen Stopp für Touris. Ein Ochse wird extra für uns eingespannt und man zeigt uns wie der Ochse 3 Stunden lang im Kreis herumläuft um aus Erdnüssen Öl zu machen. Wir "dürfen" Palmwein und Palmschnaps von den Palmirapalmen probieren. Pfui Teufel !!! Beim Mount Popa Vulkankegel hat es viele Affen aber fast keine weissen Touris. Wir steigen barfuss (das muss man) viele, viele Treppenstufen hinauf, Schwitz!, bis wir zuoberst einen umwerfenden Rundblick geniessen können. In den Tempeln hier oben hat es unendlich viele Schreine für die in Myanmar sehr verehrten, vielen Nats (Geister). Es gibt für jeden Anlass, Tag, Monat usw. einen oder mehrere Nats. Gegen 14h sind wir zurück in unserem Guesthouse. Als erstes werden mal die Füsse gewaschen, wegen der vielen Barfuss-Treppenstufen voll mit Affenpipi. Von 15h15 bis 18h15 mieten wir in unserem Motel 2 Velos, um den Sonnenuntergang bei den Pagoden von Bagan zu sehen.

Der Theravada-Buddhismus ist auch die treibende Kraft für die flächenhafte Entwicklung der Stadt Bagan. Wie im Wettlauf um die Gunst der Götter wurden, ohne die immensen Kosten in Betracht zu ziehen, Tempel, Pagoden und Klöster aus der anstehenden Tonerde erbaut und mit Sandstein, glasierten Tafeln und Stuck verziert. Nur so ist die grosse Anzahl sakraler Gebäude zu erklären, die in nur zweihundert Jahren entstanden. Dass das Ruinenfeld von Bagan heute so weitläufig wirkt, ist der Tatsache geschuldet, dass nur Sakralbauten aus Stein errichtet wurden. Der Bau von Wohnhäusern erfolgte hingegen aus weniger zeitbeständigen Materialien wie Holz und Bambus und hatte die Versteppung des Umlandes von Bagan zur Folge.

 

Heute zählt Bagan zu den grössten archäologischen Stätten Südostasiens. Neben den vor allem architektonisch interessanten Denkmälern finden sich hier mit Wandgemälden aus der Zeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert die ältesten erhaltenen Malereien Südostasiens, die durch das ausserordentlich trockene Klima in Bagan zum Teil hervorragend erhalten sind.

 

Die Massnahmen zur Registrierung und Restaurierung des historischen Baubestandes begannen viele Jahre vor der Machtübernahme der Militärs in Birma im Jahr 1988. Bereits 1958 fertigte das birmanische Institut für Archäologie eine Kopie der Inschriften auf den Wänden des Ananda-Tempels an. Die birmanische historische Kommission folgte 1962 mit dem Ziel, die Malereien fotografisch festzuhalten. Durch das Aufbringen eines Glycerin-Belags zur Verbesserung der Farben und dessen nachfolgende Abtragung durch Ameisen wurden die Inschriften erstmals schwer beschädigt. Eine erneute Rekonstruktion mit modernsten Restaurationstechniken wurde nach dem schweren Erdbeben im Jahr 1975 unmöglich. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 6,5 auf der Richterskala lag in Bagan. Es zerstörte oder beschädigte auch viele andere noch erhaltene Tempel und Statuen.

 

Die Rekonstruktionsmassnahmen in Bagan beschränken sich nicht nur auf kleinteilige Arbeiten. Mittlerweile werden ganze Tempel, die beim Beben von 1975 einstürzten und teilweise abgetragen wurden, aus neuen Ziegeln und Beton wiederaufgebaut, andere vollständig neu errichtet. Historische Baupläne und Stilrichtungen werden dabei kaum beachtet. Die Baumassnahmen der herrschenden Generäle haben vor allem Symbolcharakter. Sie sollen der Bevölkerung ihre Frömmigkeit demonstrieren und ihre Regierungsgewalt in eine Linie mit den grossen Herrschern der Bagan-Zeit stellen.

 

Wir radeln ca. 5km bis zur "Shwe-leik-too" Pagode (das heisst goldene Schildkröte). Weil wir noch viel zu früh für den Sonnenuntergang sind, laufen wir herum und schauen uns einige andere Pagoden und Tempel an. Zurück bei der Goldschildkröte und die hohen Stufen hinaufgeklettert, stellen wir fest, dass es viel zu viele Wolken vor der Sonne hat, und somit heute kein spektakulärer Sonnenuntergang für die Touris stattfinden wird. Also pedalen wir zurück nach NyaungU zum Motel, zum Duschen und danach Abendessen nebenan. Wir nehmen Gemüsesuppe, aber es hat soviel Gemüse und keine Suppe drin, dass wir die Suppe mit der Gabel essen können.

Das Ladegerät der Nikon- Kamera ist kaputt.

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