Nepal: 11.11. - 04.12.2014, Teil 4
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Dienstag, 18.November 2014: Im Chitwan Nationalpark

Eigentlich hätten wir heute Morgen Vogelbeobachtung auf dem Programm. Aber weil wir genug haben vom ewigen „Immersofrühaufstehen“, lassen wir die Vögel in Ruhe und schlafen mal aus. Wir haben nämlich immer noch nicht den richtigen Schlafrythmus gefunden. Wir geniessen den Morgen an der Sonne im Resortgarten. Um 12h gibt es Mittagessen. Nach dem Essen liege ich auf dem Bett um mein Bein hochzulagern. Paul macht unterdessen einen kleinen Spaziergang um zuzuschauen, wie hinter unserem Resort Reis gedrescht wird. Plötzlich kommt er ins Zimmer geschossen und ruft ganz aufgeregt: “Komm ganz schnell! Da vorne steht ein Nashorn im Dorf auf der Kreuzung!“ Bis wir wieder da sind (etwa 200m) hat sich das Nashorn in den Wald gelegt und schläft gemütlich. Es wackelt nur noch hie und da mit einem riesigen Ohr.

Das Panzernashorn: (Rhinoceros unicornis, wörtlich einhörniges Nashorn), auch Indisches Panzernashorn und Indisches Nashorn genannt, gehört zur Familie der Rhinocerotidae. Das einhörnige Nashorn ist auf dem Indischen Subkontinent beheimatet und heute nur noch im Nordosten Indiens und in geschützten Gebieten im Terai Nepals zu finden. Im Jahre 2008 hat die IUCN Panzernashörner als gefährdet eingestuft, wobei die Population zunimmt.

Mit einer Kopfrumpflänge von 370 bis 380 cm bei Bullen (Kühe 310 bis 340 cm), einer Schulterhöhe von 170 bis 190 cm (Kühe 150 bis 170 cm) und einem Gewicht von 2,2 t (Kühe 1,6 t) ist das Panzernashorn die grösste der drei Nashornarten Asiens und die zweitgrösste rezente nach dem Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum). Grosse Bullen können auch ein Gewicht von bis zu 2,8 t erreichen. Der Körper ist sehr kräftig gebaut, wobei die Gliedmassen relativ kurz und breit sind.

Die im Maximum bis zu 4 cm dicke Haut ist grau-braun gefärbt und fest, nur im Bereich der Falten, der Bauchgegend und am Kopf ist sie weicher und dünner. Markant sind die zahlreichen Falten der Haut, die dem Tier den Anschein einer schweren Panzerung geben, was auch den deutschen Namen erklärt. Zwei grosse Hautfalten hinter den Vorderbeinen und vor den Hinterbeinen umkreisen den Körper dabei vertikal, horizontale Falten befinden sich an den oberen Enden der Gliedmassen und im Gesässbereich, hier wird auch der Schwanz von zwei zusätzlichen vertikalen Falten eingerahmt. Auch am Nacken sind deutliche Falten ausgebildet, welche bei ausgewachsenen Bullen grosse Kehllappen („Latz“) bilden. Die Falten sind wesentlich stärker ausgeprägt als bei seinem nächsten Verwandten, dem Java-Nashorn (Rhinoceros sondaicus). In den Falten weist die Haut teilweise pinkfarbene Pigmente auf. Die starke Faltung geht höchstwahrscheinlich auf eine Thermoregulation zurück, um den Körper vor Überhitzung zu schützen. Weiterhin ist die Haut durch zahlreiche warzenartige Knubben charakterisiert. Unter der Haut befindet sich eine 2 bis 5 cm dicke Fettschicht.

Das einzelne Horn des Panzernashorns sitzt auf der Nase und besteht aus Keratin, welches aus tausenden verdichteten, langgezogenen Fäden (sog. Filamente) geformt ist und in der Struktur den Haaren oder Hufen ähnelt. Es wächst während des gesamten Lebens des Tieres, auch wenn Teile des Horns durch traumatische Ereignisse verloren gehen. Überwiegend ist es kegelartig geformt und kann Längen bis zu 60 cm erreichen, wobei in der Regel 20 bis 30 cm lange Hörner überwiegen. An der Basis weist es eine ovale Form mit einer Ausdehnung von ungefähr 19 mal 12 cm auf. Das Gewicht liegt durchschnittlich bei gut 3 kg.

 

Das Panzernashorn hat wie alle rezenten Nashörner ein schlechtes Sehvermögen. Die eingeschränkte Sehleistung führt dabei manchmal zu spontanen Angriffen auf Eindringlinge oder bewegliche Objekte. Dafür besitzt das Panzernashorn wie auch andere Nashornarten einen ausgezeichneten Geruchs- und Hörsinn.

In Nepal leben nach Zählungen im Frühjahr 2011 etwa 534 Tiere im Chitwan-Nationalpark.

Das Panzernashorn ist ein überwiegend nacht- bis dämmerungsaktiver Einzelgänger, Bullen und Kühe kommen in der Regel nur zur Paarungszeit zueinander.

Das Panzernashorn braucht bis zu 150 kg Nahrung am Tag und ernährt sich sowohl von Gräsern als auch weicher Pflanzennahrung, wie Blätter, Zweige, Äste, Rinde und Früchte.

Im Gegensatz zu den anderen rezenten Nashornarten ist das Panzernashorn ein sehr guter Schwimmer und verbringt längere Zeit im Wasser, häufig vor allem während der Monsunzeit. Dabei scheut es auch tiefes Wasser nicht und vermag unter Wasser zu grasen, wobei die Pflanzen erst über Wasser zerkaut werden. Ausgedehnte Schwimmausflüge werden meist während des Tages durchgeführt.

Des Weiteren gehören Salz- und Bodenlecken zu einem wichtigen Bestandteil der Ernährungsweise. Zusätzlich sind Schlammlöcher wichtig für das Wohlbefinden der Tiere, in denen sie einen Grossteil der Tageszeit - bis zu 60% - verbringen und sich dort ausgiebig suhlen und wälzen. Die Schlammbäder dienen einerseits der Thermoregulierung des Körpers, andererseits auch zur Entfernung von Parasiten.

Weibliche Tiere erreichen mit 5 bis 7 Jahren die Geschlechtsreife, männliche mit 8 bis 10. Die Tiere sind ganzjährig paarungsbereit, bei Kühen kommt es alle 27 bis 42 Tage zur Brunft.

Die Tragzeit beträgt etwa 16 Monate und variiert zwischen 465 und 490 Tage, anschliessend kommt ein einziges Kalb zur Welt. Dieses ist bei der Geburt bereits 60 bis 75 kg schwer und kann nach 30 Minuten stehen. In der Regel werden mehr männliche als weibliche Kälber geboren. Das Kalb wird rund anderthalb Jahre gesäugt, wobei es in der Anfangszeit knapp 30 l Milch trinkt und täglich zwischen 1 und 2 kg an Gewicht zunimmt. Noch während der Saugphase beginnt das Kalb aber vom dritten bis fünften Monat an, pflanzliche Nahrung zu sich zu nehmen.

Die Lebenserwartung des Panzernashorns beträgt in freier Wildbahn rund 40 Jahre.

Bis heute ist Wilderei ein grosses Problem, da das Horn des Panzernashorns in Ostasien in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet wird. Ein nach China eingeschmuggeltes Horn kann Wilderern bis zu hunderttausend Dollar einbringen.

14h45 ist Abfahrt mit dem Resortvehikel zur Elefantensafari. Wir fahren mit dem Auto ziemlich weit, bis wir auf die Elefanten umsteigen. 15-20 Elefanten laufen mit je 4 Touris auf dem Buckel durch den Chitwan Nationalpark. Paul und ich sind auf verschiedenen Elefanten platziert. Ich mit 1 Holländer und 2 Chinesinnen. Die Safari dauert 1½ Stunden und wir sehen sehr viele Hirsche, Pfauen und ein Nashorn, das Paul für alle anderen entdeckt. Super, oder? Nach der schönen Tour laufen Paul und ich nochmals zu dem kleinen Elefäntchen im Elefantencamp.

Mittwoch, 19.November 2014: Chitwan Nationalpark-Kathmandu-Nagarkot

8h30, nach dem Frühstück, Transport mit dem Resortvehikel zum Busbahnhof. Wir müssen leider das schöne Resort verlassen, hier würden wir es noch ein paar Tage länger aushalten. 9h15 fährt der Bus ab nach Kathmandu. Auch heute haben wir wieder einen sehr alten Klepperbus erwischt. Aber wir sitzen zuvorderst und geniessen wunderschöne Ausblicke auf das tolle Flusstal, fast bis nach Kathmandu. Aber dennoch sind wir sehr froh, endlich um 16h in der Stadt anzukommen. Die letzten 1½ Stunden stehen wir nur noch im Stau und atmen Abgase und Staub ein. Was für ein Moloch von einer Stadt!

Wir rufen unseren Tourenverkaufsmann Prakash an und werden um 16h30 mit einem PW abgeholt, um nach Nagarkot zu fahren.Gesagt hat man uns (Prakash), die Fahrt dauere 45 Minuten (32km) aber unterwegs sind wir 2 ganze Stunden. Wir stehen schon wieder im Stau! Es ist stockdunkel als wir um 18h30 in unserem „ Hotel View Point“ in Nagarkot auf 2000m Höhe ankommen. Eigentlich sollten wir hier nur eine Nacht bleiben, aber weil es jetzt schon so spät ist und wir überhaupt nichts von der Gegend gesehen haben, rufen wir nochmals Prakash an. Wir teilen ihm mit, dass wir 2 Nächte hier oben bleiben wollen. Er ist einverstanden, natürlich gegen Aufpreis.

Wir haben ein sehr schönes, gemütliches Zimmer, aber es ist eisigkalt. Das Fenster steht weit offen. Nach dem Abendessen im Hotelrestaurant schlüpfen wir ganz schnell unter die warmen Decken und lesen noch ein Stündchen. Mich hat es erwischt, ich huste und schniefe jetzt auch.....

Nagarkot liegt auf knapp 2000 Metern Höhe. Die eigentliche Attraktion ist nicht der Ort selber, sondern der fantastische Blick auf die Gebirgskette des Langtang-Himals mit den Gipfeln des Langtang Lirung I (7226 m) und des Gan Chenpo (6387 m). bei guter Fernsicht ist sogar der Shisha Pangma (8013 m) zu erkennen. Den besten Blick hat man in den frühen Morgenstunden und am Spätnachmittag, wenn der Dunst von Kathmandu den Blick nicht trübt. Ansonsten braucht man natürlich auch ein wenig Glück, dass keine Wolken den Blick verdecken.

Donnerstag, 20.November 2014: Nagarkot

6h00 freiwillige Tagwache. Wir ziehen uns warm an und klettern auf die Dachterrasse um den sagenhaften Sonnenaufgang und die Himalayaberge zu bewundern. Etwa 25 andere Gäste wollen das auch. Aber alles ist in dicken Nebel gehüllt. Von den schönen Bergen keine Spur. Um 6h40 steigt dann doch noch eine blutrote Sonne aus dem Nebel hervor. Wir legen uns nochmals ins warme Bett, bis wir um 8h zum Frühstück gehen. Die Sonne scheint hier oben beim Hotel, unten im Tal hat es noch immer dicken Nebel. Wir hoffen, dass es am Nachmittag besser wird und wir die Berge doch noch sehen können. Wir spazieren durch das Dorf Nagarkot und essen irgendwo, wo es sehr schmuddelig ist, jeder 5 Momos und trinken zusammen ein Bier dazu. Die Momo's sind zwar sehr gut, aber trotzdem ist es besser, dass wir die Küche nicht gesehen haben.…

Momo ist eine nepalesische und tibetische Teigtasche, die besonders in der Region am Himalaya hergestellt wird. Momos ähneln deutschen Maultaschen, italienischen Ravioli, chinesischen Jiaozi oder russischen Pelmeni.

Momos werden aus einem nudelähnlichen Teig mit Mehl und Wasser hergestellt. Runde Teigstücke werden dann mit unterschiedlichen Füllungen zu Teigtaschen geformt. Neben vegetarischen Füllungen sind Fleischfüllungen aus Ziegen-, Hühner- oder Schweinefleisch besonders in Nepal, Tibet und im nordöstlichen Indien beliebt. Zum Kochen werden die Teigtaschen dampfgegart oder fritiert.

Den Nachmittag verbringen wir auf unserer Hotelterrasse, bis die Sonne verschwindet und es empfindlich kalt wird. Wir lesen bis zum Abendessen im Zimmer weiter. Diesmal wollen wir kein Buffet-Essen und bestellen von der Karte. Paul ein Steak mit Gemüse und grausligen Pommes. Ich eine mit Yak-Käse gefüllte Pouletbrust, mmm, supergut, dazu Gemüse und gewöhnungsbedürftiges Kartoffelpuré. Dazu bekommt jeder zum Dessert ein Stückchen Schokokuchen.

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