Thailand: Unterwegs mit „sail away“, 27.1. - 05.02.2015, Teil 2
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Dienstag, 27.Januar 2015: Koh Surin Nua

Die MABUHAY hat in der Nacht ziemlich geschaukelt, was eher als unangenehm zu bezeichnen ist. Um 9h holen uns Anne und Werner ab und wir fahren an Land. Wir wollen den „Natur Trail“ laufen. Der Weg soll „nur“ 2 km lang sein und führt zum Hauptquartier der Naturparkwächter. Der Wanderweg startet schon sehr abenteuerlich. Es geht hinauf und hinunter, über Stock und Stein und über provisorische Holzleitern und Brücken. Irgendwo sehen wir einen kleinen schwarzen Waran. Unterwegs haut es mich einmal um und natürlich voll auf das operierte Knie! Aua, das tut weh! Nach ziemlich vielen Seufzern und Jammern und Schwitzen kommen wir endlich beim Hauptquartier an. Wir machen nur eine kurze Pause zum Wasser trinken und kehren dann wieder zurück. Und diesmal meinen wir schlauer zu sein und laufen unten am Strand entlang. Leider ist das Wasser im Steigen begriffen, wir müssen durchs Wasser waten und wir sind wieder einmal bis auf die Unterhosen nass. Um wieder auf den „Wanderweg“ zu gelangen, müssen wir eine enorme Kletterpartie über grosse Felsen und Bäume hinter uns bringen. Puhhh, nach 3 vollen Stunden sind wir endlich wieder zurück und geniessen im Restaurant ein gutes Mittagessen. Mensch, das haben wir uns aber auch wirklich verdient! Um 14h sind wir wieder auf unseren Schiffen. Anne's Short ist total zerrissen, zum Wegschmeissen und wir haben alle vier blutige Schrammen an Beinen und Armen von der Klettertour.

Abends sind wir auf der „sail away“ zum Sundowner eingeladen.

Koh Surin

Koh Surin ist neben den Similans das schönste Tauchgebiet Thailands. Die Inselgruppe ist seit 1981 Nationalpark, es gibt keine Hotels, nur zwei Lodges mit einfachen Bungalows und Zelten und ein kleines Restaurant. Koh Surin Nua und Koh Surin Tai liegen ca. 70 km westlich des Festlandes. Sie sind von dichtem Urwald bewachsen, etliche Buchten und herrlich weisse Sandstrände locken immer mehr Tagesausflügler auf die Inseln, auf denen Seenomaden (Moken) von Fischfang leben. Sie fahren Besucher gerne mit ihren Longtailbooten in die verschiedenen Buchten. Etwa 300 Menschen zählt die kleine hölzerne Siedlung, die zwar ihr zurückgezogenes Leben lebt, aber bereits Satelliten-Fernsehen und Solarstrom hat. Nach dem Tsunami 2004 haben die Moken ihren Wohnort von der Nordostküste Surin Tais in die etwas südlich gelegene und geschütztere Chan Kad Bucht verlegt. Fast alle Plätze und Strände lassen sich per Wanderung durch die Inseln zu Fuss erreichen.

Für die Verpflegung gibt es einen Kiosk und ein einfaches Restaurant. Englisch sprechen die wenigsten.

Vom Camp aus kann man Bootsrundfahrten machen und sich preisgünstig Schnorchelsachen leihen.

Vom 15. Mai bis 15. November sind die offiziellen Schiffsverbindungen eingestellt. Der Eintritt in den Nationalpark Koh Surin kostet für Ausländer 500 Baht.

Mittwoch, 28.Januar 2015: Koh Surin Nua

Prima geschlafen, nicht so schaukelig wie gestern. Und das nur, weil der Skipper das Ruder ein wenig gedreht hat....

Um 12h gehen wir zum Mittagessen zur Rangerstation. Paul (freiwillig) und ich essen zum dritten Mal Reis mit Gemüse und Ei. Sehr gut. Es ist sehr heiss heute, weil kein Wind da ist.

Einer unserer Laptops will nicht mehr. Paul schraubt ihn auseinander und stellt fest, dass die Innereien total korrodiert sind. Also schon wieder etwas zum Wegschmeissen, das die Salzluft und die tropischen Temperaturen nicht erträgt. Und für diesen Laptop haben wir im November extra einen neuen Akku aus der Schweiz mitgebracht...

Donnerstag, 29.Januar 2015: Koh Surin Nua

Das thailändische Militärschiff Nummer 993 ist immer noch da. Seit Dienstagnachmittag liegt es in unserer Nähe an einer der gelben Bojen. Die Soldaten scheinen einen leichten Job zu haben. Wir sehen nie, dass sie irgendwelche Übungen machen müssen oder überhaupt eine Aufgabe haben.

Paul hat starke Rückenschmerzen und liegt lesend auf dem Bett. Ich bin am Laptop und schreibe. Es ist gegen 11 Uhr. Plötzlich ertönt draussen ein grosses „Hallo!!!“ Wow, das gibt's ja nicht! Es sind Penny und Peter, die Australier von der „Persian Sands“, die uns mit zwei anderen australischen Seglern besuchen kommen. Sie liegen mit ihren Katamaranen am anderen Ende der Insel. Wir freuen uns enorm Penny und Peter wieder zu treffen. Sie kommen alle zu uns an Bord und wir haben wieder mal viel zu erzählen und es geht lustig zu. Um 12hh30 gehen wir mit Anne und Werner und allen Australiern zur Lodge zum Mittagessen. Paul's und mein Essen und die Getränke werden spontan von Peter übernommen. Thank you, Peter! Danach fahren die Australier zu ihren Katamaranen und wir zu unseren Schiffen. Um 17h30 sind „sail away's“ bei uns zur Besprechung der Rückfahrt nach Phuket. Wir hatten Glück und mussten keine Nationalparkgebühren für die Surin Inseln bezahlen !

Wir sehen eine grosse Schildkröte in der Nähe der MABUHAY.

Freitag, 30.Januar 2015: Koh Surin Nua - Klong Pak Ko, 42.5 sm

Heute können wir von den 42.5 Seemeilen etwa die Hälfte gut segeln, die andere Hälfte muss unser Yanmar Motor erledigen. Um 17h ankern wir an der Westküste Thailands. Hier ist nicht wirklich ein Ankerplatz gemäss unseren Segelbüchern, aber es ist nicht allzu tief und wir liegen hier sicher und ruhig.

Samstag, 31.Januar 2015: Klong Pak Ko - Ban Tham Lamu, 19 sm

9h Anker heben. Die erste Stunde können wir prima segeln, richtige Rauschefahrt. Danach trödeln wir mit 2.5 bis 3 Knoten dahin, aber es ist sehr gemütlich. Wir versuchen zwar diverse Tricks, um die MABUHAY ein wenig schneller zu machen, zum Beispiel Schmetterlingsegel setzen, aber es hilft nichts, zu wenig Wind. 13h40 ankern im Fluss (oder ist es ein Fijord?) bei der Militärstation Ban Tham Lamu. Hier ist es sehr heiss. Um 15h holen uns Anne und Werner per Dinghy ab und wir gehen ins Dorf. Zuerst müssen wir alle eine Glacé essen. Dann müssen wir in einem kleinen Restaurant ein kühles Bier trinken. Und weil es hier so gemütlich ist, essen wir um 16h30 zu Abend. Paul gemischtes Gemüse, ich Tom Yam Gay (Kokosmilchsuppe mit Huhn) Mmm! Vom Restaurant aus beobachten wir, wie Hunderte von Touristen mit den Speedbooten von den Similan Inseln zurückkommen. Verrückt!

Auf dem Rückweg erledigen wir den Einkauf beim „7/11“ und beim Gemüseladen. Auf dem Ankerplatz gibt's eine Überraschung. Die NICONE ist da. Leena und Peter (aus Schwadernau) laden uns spontan alle vier an Bord zum Sundowner ein. Leena und Peter wollen morgen weiter nordwärts segeln, wir südwärts.

Sonntag, 1.Februar 2015: Ban Tham Lamu – Nai Yang (beim Flugplatz von Phuket), 33.7 sm

Für mich war hier eine sehr schlechte Nacht. Ein grosses Tauchschiff füllt die halbe Nacht lang die Tauchflaschen mit dem Kompressor. Saulärm! Dazu heiss und Mücken!

Um 8h heben wir die Anker aus dem Fluss und fahren los. Bis um 10h45 müssen wir der Küste entlang südwärts motoren. Aber dann! Dann geht die Post ab! Mit sehr böigem Wind von 10 bis 25 Knoten rauschen wir ab, wie die Verrückten. Unsere Spitzengeschwindigkeit beträgt einmal 8.4 Knoten, was für unsere MABUHAY schon ganz schön viel ist. Aber eigentlich wirklich angenehm ist die Segelei heute nicht, viel zu böig und unruhig. Um 14h15 ankern wir in Nai Yang. Abendessen an Bord.

Montag, 2.Februar 2015: Nai Yang

Wir bleiben in dieser Bucht. Paul nimmt sich heute den Gas-Herd vor. Der Zündfunke, um das Gas anzuzünden funktioniert nicht mehr. Alles wird auseinander genommen, gereinigt und später, sehr viel später, wieder zusammengebaut. Dafür sieht unser „Salon“ wieder mal aus wie eine Werkstatt.

Zwischendurch ist mein Mechaniker nämlich auf der „sail away“ um dort Werner bei der Reparatur der Ankerwinde zu beraten. Ein super Motorboot mit 5 Personen Crew und 4 Gästen ankert direkt vor uns und driftet immer wieder auf uns zu. Mein MABUHAY-Skipper ist ständig auf Draht und macht denen Zeichen. Die heben ihren Anker, fahren ein wenig weiter nach vorne und driften von neuem auf uns zu.....

Abends sind wir an Land mit Anne und Werner. Wir machen einen Strandspaziergang und essen danach sehr gut im Restaurant „Octopus“. Paul Gemüseteller, ich Reis mit Huhn und Green Curry.

Dienstag, 3.Februar 2015: Nai Yang

Heute mieten wir und die „sail away“ je ein Motorrad um ein wenig die Insel zu erkunden. Um 10h30 starten wir und fahren zur „Haven Marina“. Anne und Werner waren noch nie hier und möchten sich die Marina mal anschauen. Zuerst trinken wir einen Iced Coffee im kleinen Marina Restaurant und dann laufen wir zu „Papa & Mama“, einem urigen kleinen Restauräntchen von Einheimischen, direkt über dem Wasser. Hier essen wir gut zu Mittag, geschnetzeltes (wie immer!) Huhn mit Knoblauch und Pfeffer und gemischtes Gemüse dazu. Mmm! Von hier fahren wir weiter zur Ao Po Marina, weiter südlich, an die Ostküste Phukets. Die Fahrt geht durch viele schöne Gummibaum-und Ananas-Plantagen. Die Ao Po Marina ist eher für riesige, schicke Motoryachten gedacht, als für bescheidene Segelboote. Nach herrlichen Fruchtsäften, die wir uns im gediegenen Marina Restaurant gönnen, geht es zurück in unsere Ankerbucht auf der Westseite der Insel. Nach einem kleineren Umweg finden wir sogar unseren Strand Nai Yang wieder. Nachdem wir die Roller abgegeben haben und wir wieder beim Dinghy sind, merkt Werner, dass er den Motorradschlüssel nicht abgegeben hat. Er läuft zurück und wir warten am Strand auf ihn. Gegen 17h40 sind wir zurück auf den Schiffen. Am Abend steht der Vollmond wunderbar im Osten über der Bucht. Im Westen ist die Sonne blutrot am Untergehen. Schade, dass ich kein Rundum-Foto machen kann.

Mittwoch, 4.Februar 2015: Nai Yang – Bang Tao Beach, 5.5 sm

Mit ganz wenig Wind schleichen wir zwischen 10h und 11h45 in die Bucht Ao Bang Tao. Dies ist eine riesige , sehr schöne Bucht mit einem wunderschönen Sandstrand.Paul hat festgestellt, dass bei uns unter dem Schiff eine Zink-Anode fehlt. Er schnallt sich die Pressluftflasche auf den Rücken und taucht ab. Ich stehe auf der Badeplattform und muss ihm das Werkzeug und die Anode reichen. Komisch, wo wohl die Anode mitsamt der Schraube hingekommen ist? Die war noch keine zwei Monate alt. Nachdem wir Brot gebacken haben sind wir um 16h an Land und machen mit Anne und Werner einen langen Strandspaziergang. Bei „Paul's Restaurant“ (das heisst echt so!) trinken wir Fruchtsäfte und bei Tony's Restaurant essen wir zu Abend. Dieses Restaurant wurde vor 6 Tagen neu eröffnet. Bei der grossen Strandaufräumaktion durch die Militärregierung, im 2014, wurden viele Restaurants an den Stränden dazu verdonnert, ihre Gebäude auf dem Sandstrand abzureissen (vielleicht alle die dafür keine Baugenehmigung hatten???) und sie weiter ins Land, unter die Bäume, zu verlegen. Tony hat es auch getroffen und er hat ein neues Restaurant gebaut. Wir essen mit den Füssen im Sand. Die Ambiance ist sehr schön, wenn auch nicht direkt am Strand, das Essen nicht schlecht. Aber wir haben das Gefühl, dass mit dem neuen Gebäude auch die Preise verdoppelt wurden. Meine „gelben Nudeln mit Huhn“ kosten 220 Bath (6.25 Sfr.) Paul's gemischtes Gemüse 180 Bath (5.10 Sfr.), eine grosse Flasche Chang Bier 160 Bath (4.55 Sfr.) und eine kleine Flasche Sodawasser 60 Bath (1.70 Sfr.). Soviel haben wir in ganz Thailand noch nie bezahlt! Und die Portionen waren nicht wirklich riesig.

Trotzdem war's ein sehr schöner Abend.

Donnerstag, 5.Februar 2015: Bang Tao Beach – Patong, 9sm

Um 9h segeln wir ganz gemütlich los nach Patong, wo wir zwei Stunden später ankern. Werner geht mit Paul Diesel tanken. 140 Liter in 6 Kanistern. Um 17h gehen wir alle vier an Land. Hier treffen wir auf Manuela und Georg, vom Schiff „Sternchen“. Sie haben noch Ruedi, den Schweizer von der „Slow Motion“ dabei und ein Ehepaar, Ruth und Hans Peter aus Ostermundigen, die hier in Patong 11 Wochen Ferien machen. Wir trinken alle etwas bei einem Inder und danach essen Anne, Werner und ich in einem schönen Restaurant zu Abend. Die anderen wollen noch in die Shopping Mall. Wir laufen durch die verrückte „Bangla Road“ wo es sehr laut und bevölkert ist und laufen dann den ganzen Weg wieder zum Dinghy zurück. Es bläst ein heftiger Wind, es ist bewölkt und es hat ziemliche Wellen.

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