Freitag, 13.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Wir schlafen sehr lange. Wenn man in der Nacht nicht schlafen kann, muss man das halt am Morgen nachholen. Übrigens wird es mit dem Wind gegen Morgen sehr kalt, unter 25° !!!, so dass wir uns mit einem Leintuch zudecken müssen!!!
Um 10h30 kommt der Vegi-Mann zum Marina-Gebäude. Leena, Peter und wir wollen auch eine Kleinigkeit an frischem Gemüse einkaufen. Danach sind wir im Restaurant «Tajmahal» zu einem Iced Coffee. Paul und ich verbringen einen total faulen Nachmittag mit lesen und dösen. Den Apéro gibt es heute im „mare blu“.
Samstag, 14.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Wieder so in fauler Faulenzertag. Das heisst, ich habe ziemlich viel am Computer erledigt, was unseren Plan B betrifft. Am 18.April kommt die MABUHAY in der Rebak-Marina aus dem Wasser und wird aufs Trockene gestellt. Am 20. April fliegen wir, Paul und ich nach Sri Lanka. Die Visa haben wir ja schon im Januar bestellt und bezahlt (30 US$ pro Person, für 30 Tage). Dort werden wir mit unseren Rucksäcken ein wenig unorganisiert herumreisen. Ich reserviere die Marina und den Krantermin, buche Flüge nach Kuala Lumpur und Colombo und dann muss ich noch in London das Cruising Permit (Fahrtbewilligung) für Chagos (Atoll mitten im Indischen Ozean) vom Jahr 2015 auf das Jahr 2016 verschieben. Auch das haben wir schon bezahlt (150 englische £ für 3 Wochen). Ausserdem machen wir uns Gedanken wie wir den Rest der 9½ Monate bis Januar ausfüllen werden. Also, es gibt schon noch einiges Organisatorisches zu erledigen.
Sonntag, 15.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Seit ein paar Tagen kurven jeden Morgen und manchmal auch am Nachmittag ein paar Helikopter und Flugzeuge vom Militär lautstark über den Ankerplatz hinweg. Zuerst denken wir, das seien Manöver oder Flugschulungen. Aber jetzt denken wir, es ist wegen der LIMA.
Eine der grössten Veranstaltungen auf Langkawi ist die LIMA, eine Militärausstellung für Schiffe und Flugzeuge. Diese findet jedes zweite Jahr (ungerade Jahreszahlen) statt. Staaten aus aller Welt können hier der malaysischen Regierung Rüstungsprojekte anbieten. Das Handelsvolumen geht in die Milliarden.
Heute verlässt uns die NICONE. Leena und Peter fahren in die Rebak-Marina.
Montag, 16.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Auch heute werden wir wieder von Helikoptern umrundet. Übrigens findet die diesjährige LIMA (Langkawi International Maritim and Aerospace Exhibition) vom 15.-21. März statt. Die grossen Flugzeuge machen einen Riesenlärm. Am Funk (auf Kanal 16) hören wir den ganzen Morgen die Rufe der verschiedenen Kriegsschiffe (!) aus Bangladesh, Myanmar, Indien, Thailand usw. Das ist ganz schön eindrücklich!
Nachmittags gegen 13h45 kommen plötzlich Anne und Werner mit ihrer „sail away“ in die Ankerbucht gefahren und ankern in unserer Nähe. Wir freuen uns enorm, sie wieder zu sehen und laden sie zu uns zum Kaffee ein. Und klar ist ja wohl auch, dass wir einander seeeehr viel zu erzählen haben. Abends essen wir zusammen im „mare blu“ Pizza und geniessen den wunderschönen Abend.
Dienstag, 17.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Paul holt an der Tankstelle 2 Kanister Diesel. Sonst machen wir wieder nicht besonders viel, ausser lesen, essen, schlafen.
Mittwoch, 18.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Mit Anne und Werner mieten wir im Marinabüro ein Auto. Diesmal verlangen wir aber eine Telefonnummer vom Halter, man weiss ja nieeee!!! Um 10h30 fahren wir los. Im Ort Matsirat machen wir den ersten Stopp, Farbe, Pinsel, Abdeckband, Dichtmasse, alles was nach Arbeit tönt, kaufen wir hier ein. Danach noch ein längerer Halt im Hotlink-Laden für Internet-und Telefon-SIM Karte und schon geht es weiter. Bei den Pok Brothers, kaufen wir 2,7 kg Gruyère Käse von EMMI, den wir uns teilen. Beim Billion gibt es beim Inder zu Mittag und danach einen Einkauf im Supermarkt. Wir unterhalten uns mit ein paar jungen Soldaten (oder sind das Kadetten?) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die wegen der LIMA-Militär- Ausstellung mit ihrem Kriegsschiff hier sind. Auf dem Heimweg machen wir bei einem neuen Restaurant am Meer einen Iced Coffee-Stopp. Auf dem Dach befindet sich ein altes Segelschiff. Der Kiel ragt unten ins Restaurant. Alles ist sehr schön und liebevoll gemacht. Eigentlich wäre zwischen 15h und 17h hier geschlossen, aber wir werden trotzdem bedient. Gegen 16h30 sind wir zurück in der Marina und geben den Autoschlüssel ab. Heute hat zum Glück niemand versucht, uns das Auto weg zu nehmen.....
Samstag, 21.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Um 11h holen wir das Mietauto ab, das wir gestern für 3 Stunden bestellt haben. Und, wir glauben es nicht. Es ist der weisse PROTON mit der Nummer KDJ 1985. Genau das Auto, das wir am Montag den 9.März schon mal hatten und das man uns wegnehmen wollte. Mit Anne und Werner fahren wir nochmals nach Kuah. Wir wollen zu einer Bank. Aber alle Banken haben heute geschlossen, klar, es ist ja Samstag. Beim Inder neben dem Billion gibt es Mittagessen. Anne und ich essen gute Chicken Brust (ich wie jedes Mal hier) mit ein paar Pommes, Werner scharfes Chicken Curry mit Reis (wie jedes Mal hier) und Paul zum ersten Mal ein Gemüse Curry mit Koreander, was er ja gar nicht mag, aber das Curry sei sehr gut. Auf dem Rückweg müssen wir nochmals in einen „hardware store“. Die Männer brauchen wieder mal Material für unsere Schiffe. Um 14h30 geben wir das Auto zurück und danach gibt es auf der „sail away“ Kaffee. Es ist enorm heiss..... wir miefen alle still vor uns hin!
Sonntag, 22.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
In der Nacht haben wir den tiefsten Tiefstand des Wassers (Ebbe). Gemäss unseren schlauen Messinstrumenten haben wir noch 00,00 cm Wasser unter unserem Kiel. Das heisst, wir stehen im Schlick. Es ist Neumond und auch ich merke ihn deutlich, kann nicht schlafen.
Morgens kommt Werner und Paul zieht ihn auf unseren Mast. Da oben muss Werner unsere malaysische Flagge befreien, die sich um die Wanten gewickelt hat und langsam aber sicher total zerschleisst. Aber der Hauptgrund wieso Werner da hinauf muss, ist der, den Schutz der Deckslampe wieder zu montieren, der heruntergefallen war.
Gestern ist die LIMA (Militärausstellung) zu Ende gegangen. Gott sei Dank, jetzt haben wir zum Frühstück und den ganzen Tag keinen Helikopter-und Kampfjetlärm mehr über der Ankerbucht.
Montag, 23.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Um 10h ist Paul auf der „sail away“. Er will Werner helfen, den grossen Aussenborder wieder in Gang zu bringen. Es ist immer noch sehr heiss. Es ist 13h30 bis der Mechaniker nach Hause auf die MABUHAY zum Mittagessen kommt. Aber dafür schnurrt der Aussenborder von Werner wieder wunderbar. Abends gibt es zur Abkühlung ein Bier im „mare blu“. Vorher will ich noch bei der Petronas-Tankstelle Geld am Automaten holen. Ich bekomme 270 Sfr (1000 Ringgit). Mehr gibt es nicht. Ist dieser elende Kasten schon wieder leer?
Dienstag, 24.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Nach dem Frühstück muss ich ganz schnell einen Brotteig kneten. Wir haben kein Brösmeli Brot mehr. Paul ist heute schwer beschäftigt, den Tauchkompressor, der still vor sich hinrostet, wieder in Gang zu bringen. Werner hilft ihm, das schwere Teil auf ein Brett zu montieren. Am Nachmittag läuft das Monstrum wieder und Paul füllt mit einem Höllenlärm unsere zwei Tauchflaschen. Alle Nachbarschiffe werden froh sein, wenn das Gerät endlich abgestellt wird. Ich auch!
Abends werden wir angenehm überrascht. Anne und Werner laden uns zu Kartoffelsalat und Würstchen ein. Mmm…, Annes Kartoffelsalat ist einfach spitze!
Mittwoch, 25.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Ein Vogel (Fischreiher) kackt uns das ganze Dach voll. Es ist enorm mühsam, die ganze Bescherung wieder abzuwaschen. Mann, so eine Sauerei! Das Zeug klebt verteufelt fest!
Während ich Wäsche aufhänge, kontrolliert, prüft und testet Paul unsere beiden Tauchausrüstungen. Mist, wir brauchen drei neue Schläuche.
Abends sind wir mit Anne und Werner im „mare blu“ bei einer Pizza. Eigentlich gäbe es heute bei uns auf der MABUHAY Nudeln mit kleinen schwarzen Tierchen. Die meisten davon habe ich allerdings schon herausgeschüttelt. Komischerweise sind es jetzt schon zum zweiten Mal die Teigwaren der Marke „San Remo“ die Bewohner haben. Bei „Agnesi“ und „Barilla“ hatten wir das noch nie.
In der Nacht blitzt donnert und regnet es kurz.
Donnerstag, 26.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Auf ausdrückliches Drängen von Skipper Paul machen wir heute einen Wanderausflug. Um 9h holen wir Anne und Werner mit dem Dinghy ab und fahren zum „mare blu“. Hier lassen wir das Dinghy im Wasser liegen und laufen dem Strand entlang, vorbei am Oriental Village bei der Luftseilbahn. Wir wollen zum „Seven Wells“ Wasserfall. Beim unteren Wasserfall hat es fast keine Leute (ausser uns noch etwa 6 Personen) aber leider auch fast kein Wasser. Kein Wunder, es ist ja jetzt schliesslich fast Ende der Trockenzeit. Aber trotzdem baden Paul und Werner in dem kalten Wasser und finden es herrlich erfrischend. Nachdem die beiden wieder trocken sind machen wir uns wieder auf den Weg und laufen die vielen Treppenstufen hinauf bis zum oberen Wasserfall. Da hat es erst recht fast kein Wasser mehr. Aber es ist trotzdem sehr schön und wir machen hier eine längere Pause. Nach dem Abstieg von 367 Treppenstufen, habe ich einen zünftigen Knieschlotter. Man merkt schon, dass wir halt keine Bergwanderungen mehr gewöhnt sind. Beim Oriental Village geniessen wir bei der Deutschen Bude unser Mittagessen und nach dem „shoppen“ in einem anderen Lokal einen Iced Coffee. Dem Strand entlang geht es zurück zum „mare blu“ wo wir ein zischendes, kühles Bier verdient haben. Wir sind alle vier komplett k.o. Wir wollen nur noch auf die Schiffe um uns zu erholen.
Wir sind kaum an Bord, kommen Mercedes und Carsten von der „Forthy Two“, um uns den Bremsreiniger-Spray, den sie für Paul in Kuah besorgt haben, zu bringen. Natürlich werden sie sofort an Bord gebeten zu einem kühlen Getränk.
Zum Abendessen gibt es bei uns „San Remo Linguine mit schwarzen Tierchen, dazu mit Rahm verfeinerte Pfeffer-Pilzsauce“. Der Chef hat heute gekocht und es ist sehr gut.
Es sieht nach Gewitter aus, aber es zieht vorbei.
Freitag, 27.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Paul erzählt mir beim Frühstück, dass es in der Nacht ganz zünftig „geheult“ habe vom Wind. Ich habe nichts gehört, habe geschlafen wie ein Sack! Aber dafür habe ich heute leichten Muskelkater und ich merke mein operiertes Knie. Um 10h gehen Paul und ich zur Petronas-Tankstelle und heute hat es endlich einmal Geld für uns am ATM-Kasten. Danach sind wir beim Vegiman, dem Chinesen, der Gemüse, Früchte und diverse andere Lebensmittel bringt. Nach etwa einer Stunde sind wir zurück auf der MABUHAY, deren Dach nun total versch...en ist. Hat wieder so ein elendiger Vogel seine Schliess-Muskeln nicht unter Kontrolle gehabt, während er über unsere MABUHAY hinweg geflogen ist. Bis zum Heck finden wir Spuren. Irgendwie scheint unser dunkelblaues Dach die Darmtätigkeit der Vögel anzuregen….
Abends sind wir mit Anne und Werner auf ein Bier im „mare blu“. Es tröpfelt ein paar mal ganz leicht, sieht aber überhaupt nicht bedrohlich aus. Als wir auf dem Rückweg zu den Schiffen sind, kommt innerhalb von Minuten eine Sintflut. Es schüttet aus allen Rohren. Dazu bläst es wie verrückt. Wir sitzen alle vier in unserem Dinghy, sind bis auf die Knochen nass und sehen aus wie gebadete Mäuse. Bei uns im Schiff stand bei der Bugkabine eine Luke auf Zwangsentlüftung und somit ist die Kabine ziemlich nass. Unser Cockpit ist komplett durchnässt, da die Frontscheiben offen waren. Kaum sind wir an Bord, lässt der Regen nach. Während ich das Abendessen koche (Bratwurst aus Südafrika, Kartoffeln aus Pakistan und Blumenkohl aus Malaysia), trocknet Paul das ganze Cockpit auf und so können wir wieder draussen essen. Die Luft ist merklich abgekühlt.
Samstag, 28.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Au, heute ist der Muskelkater in meinen Waden noch viel schlimmer. So 242 m Treppen hinauf kraxeln war halt doch ganz schön heftig für ungeübte Seglerbeine….
Wir machen eine Maschine Wäsche mit all den Sachen, die gestern Abend im Regen nass geworden sind. Ausserdem müssen wir alle Geldnoten die Paul in seinem Portemonnaie hatte, zum Trocknen auslegen. Paul reinigt irgendwelche Düsen von unserem Aussenborder. Beim Öffnen des Motorengehäuses geht das ganze Etui mit dem Bordwerkzeug über Bord. Schwups, verschwindet es im Meer. Zum Glück haben wir noch eines in Reserve. Heute ist wieder wunderbarstes Wetter. Erst am Abend tröpfelt es wieder ein paar Mal leicht, nach dem Motto: Luken zu, Luken auf...
Sonntag, 29.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Wir schrubben zusammen das schon wieder verkackte Cockpitdach! Das ist doch so richtig eine Sonntagsmorgenbeschäftigung. Danach stellt Paul fest, dass eines unserer Solarpaneele nicht mehr funktioniert. Scheinbar ist eine Lötstelle defekt. Nachdem er zuerst alleine versucht hat, das Problem zu beheben, holt er Carsten zu Hilfe. Er ist Elektriker und zusammen schaffen sie es, vierhändig, die Stelle zu löten. Uff, wieder was erledigt.
Heute ist ja in Mittel-Europa schon wieder Zeitumstellung auf Sommerzeit. Das heisst unser Vorsprung auf die Heimat ist wieder auf 6 Stunden geschrumpft.
Am Abend regnet es ein paar Mal ziemlich heftig. Aber wir haben vorgesorgt und haben die Seitenwände am Cockpit montiert und können so gemütlich im Trockenen zu Abend essen.
Montag, 30.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker
Heute ist wieder einmal Haare schneiden vorgesehen. Also, normalerweise bin ich mit meinem Bordcoiffeur sehr zufrieden. Aber heute scheint er enorm pressiert zu sein. Er schneidet mir ein paar zünftige „Schnatten“ in die Frisur. Ich muss ihm die Haare razfaz abschneiden. Mir gefällt das zwar nicht so besonders, aber diese Frisur ist immerhin sehr pflegeleicht. Es ist leicht bewölkt und sonnig und schon wieder sehr heiss. Um 17h holen uns „sail away's“ ab für das obligate Bier im „mare blu“. Wir beschliessen spontan in der „Pizzeria“ eine Pizza zu essen. Nachdem wir alle wieder auf unseren Schiffen sind, gibt es eine mächtige Regenschütte, Es will gar nicht mehr aufhören mit blitzen und donnern und schütten. Trotzdem kann Paul oben im Cockpit schlafen und wird , dank unseren montierten Seitenwänden nicht nass. Er findet, dort oben sei es kühler.



































