Malaysia: Langkawi, in Telaga vor Anker, 31.März – 14.April 2015, Teil 2
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Dienstag, 31.März 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Es ist unglaublich aber wahr! Wenn einmal der Wurm drin ist, hört der Ärger nicht mehr auf! Heute morgen macht Paul eine Routinekontrolle an der Ankerwinde. Dabei fällt ihm auf, dass die neue Kettennuss, die „Richtige-ISO-Nuss“, im Konus gerissen ist! Das glauben wir ja nicht! Wir haben damit zweimal geankert!!! Jetzt sind wir wieder beim Anfang, wie beim „Leiterlispiel“ und wissen nicht was machen. Wir haben ja zwar noch die „Falsche-DIN-Nuss“ aber unsere Kette ist trotzdem eine ISO-Kette. So ein Mist! Paul baut das Teil sofort aus und wir schauen uns die Sache genauer an. Ja, sie ist wirklich gerissen!

Über die Mittagszeit regnet es volle Pulle. Abends dann wieder ein wenig.

Mittwoch, 1.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Ich schreibe wieder einmal ein mail nach Deutschland, mit Foto, wegen der gerissenen Kettennuss.

 

Donnerstag, 2.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Weil Anne morgen Geburtstag hat, backe ich heute einen Schokoladenkuchen. Leider wird daraus ein Brikett, das innen noch total ungebacken ist…. Also kein Geburtstagskuchen für morgen.

Freitag, 3.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Wir holen Anne und Werner um 9h30 per Dinghy ab. Werner hat für heute ein Auto gemietet (wir bekommen wieder KDJ 1985). Zuerst fahren wir zum Temurun Wasserfall. Dieses ist der höchste von Menschenhand gebaute Wasserfall von ganz Malaysia. Er ist 66,92 m hoch, wurde im Jahr 2004 als Touristenattraktion erbaut und so etwas haben wir noch nie gesehen! Die „Felsen“ sind aus Kunststoff hergestellt, sehen aber täuschend echt aus. Wenn man nicht die Löcher im Plastik sehen würde oder wenn Werner nicht mit seinem Wanderstock an die „Felsen“ klopfen würde, könnte man sie tatsächlich für echt halten. Der Wasserfall ist f..ztrocken, kein Tropfen Wasser zu sehen, ausser ein paar Pfützen vom Regen. Wir sind die einzigen Touristen hier. Wir klettern über den Tunnel der über die Strasse gebaut wurde und zum „Aussichtspunkt“. Toll, im Hintergrund sieht man das Meer, im Vordergrund eine rot-weisse Antenne….Nach dem wir die Aussicht ausgiebig bewundert haben, kehren wir zum Auto zurück. Auf dem Dach des Autos sitzt eine Äffin, die hartnäckig auf dem Auto herumklettert, als wir einsteigen wollen. Unsere Fahrt geht weiter in den Norden der Insel, wo wir uns den schönen Strand und eine Kunsthandwerksaustellung anschauen. Mittagessen gibt es bei der Anlegestelle der Ausflugsboote. Am Nachmittag besuchen wir den Durian Perangin Waterfall. Dieser Wasserfall und die dazugehörenden Felsen sind echt und gefallen uns allen sehr gut. Wir laufen viele Treppen bis zuoberst und schauen zu, wie im Becken unter dem Wasserfall gebadet wird. Die ganze Anlage ist sehr schön gemacht und sauber. 

Auf dem Rückweg fahren wir in Kuah noch schnell beim „Billion“ vorbei, um kurz Frischzeug einzukaufen.

Gegen 17h30 sind wir im Restaurant „Tapaz“ (neben dem „mare blu“) wo wir von Anne zu einem wunderbaren Abendessen mit ganz vielen verschiedenen guten Tapas eingeladen sind. Es ist ein sehr schöner gemütlicher Abend. Liebe Anne, lieber Werner, herzlichen Dank für den wunderschönen, stressfreien Tag!

Samstag, 4.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Paul füttert die Fische mit meinem Schokoladenkuchen. Am Nachmittag ist er auf der „sail away“ um Werner's Taucherutensilien zu kontrollieren. Einige Sachen sind defekt, die werden wir nach Hause mit nehmen um sie dort reparieren oder ersetzen zu lassen. Heute ist es wieder sehr heiss, 

Schlafzimmer so heiss, dass ich in meinem eigenen Saft gare. Endlich, gegen Mitternacht kommt die Erlösung in Form eines gewaltigen Gewitters. Es kühlt ab und es kann endlich geschlafen werden.

 

Oster-Sonntag, 5.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker,

Paul hat gestern Ostereier gekocht, aber er hat vergessen, sie zu verstecken….

Wir machen uns einen richtig faulen Tag, ohne Stress. Lesen, baden, dösen. Am Abend haben wir Anne und Werner zum Essen eingeladen. Dies, an Stelle des abverr...ten Geburtstagskuchen.

Es gibt gedörrte Bohnen mit Schinken aus der Dose und Würstchen aus dem Glas. Leider haben wir keinen Speck, dazu Salzkartoffeln.

 

Montag, 6.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Es ist affenheiss hier!

Dienstag, 7.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Kurz vor Mittag schnallt sich Paul die Taucherflasche auf den Rücken und taucht mit einem Schaber bewaffnet ab, unter die MABUHAY. Er befreit die Schraube von kleinem Muschelbewuchs. Ein etwa 30cm grosser Fisch umschwimmt ihn neugierig. Und weil Paul schon mal dabei ist, reinigt er, wie versprochen, auch den Propeller von der „sail away“, der ist aber nicht so stark bewachsen wie unserer, hat aber Reste eines Fischernetzes drumgewickelt.

Seit Freitagabend haben wir eine Schwalbe, die es sich jeden Abend unter unseren Solarpaneelen gemütlich macht und dort die Nacht verbringt. Sie ist herzlich willkommen auf der MABUHAY, wenn sie keine Sauerei hinterlässt…

Ich sitze etwa 90 Minuten am Laptop und versuche krampfhaft zum ersten Mal in meinem Computerleben, on line für unseren Air Asia Flug nach Colombo einzuchecken. Jedesmal, wenn ich alle Angaben zu Namen, Geburtsdaten, Passnummern, Ablaufdatum der Pässe usw. usw. eingetippt habe, heisst es: Sie sind mit keinem Netzwerk verbunden. Und das etwa 6 mal. Grrr…! Ich krieg die Krise! Und dazu tropft der Schweiss….

Mittwoch, 8.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Wir haben uns geirrt, es ist ein Schwalbenpaar, das sich jeden Abend unter unsere Solarpaneele kuschelt. Wieder so ein heisser Tag. Aber heute hat es wenigstens ein wenig Wind.

Ha, ich habe gecheckt, wie man bei Air Asia eincheckt. Diesmal habe ich Internetverbindung und es klappt auf Anhieb. Ich bin richtig stolz auf mich. Abends sind wir mit Anne und Werner im „mare blu“, Pizza essen. Dies ist unser Abschiedsessen. Morgen fahren die „sail away's“ in die Rebak Marina.

 

Donnerstag, 9.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Anne und Werner verlassen die Ankerbucht. Wir bleiben noch ein paar Tage hier und folgen ihnen dann am Montag. Wir werkeln im und am Schiff herum. Ich schreibe Tagebuch und sortiere Fotos.

Am Abend macht sich ein gewaltiges Gewitter bereit. Zuerst wird der Himmel schwarz, dann bläst es wie verrückt und dann schüttet es kurz. Nach einer halben Stunde ist schon wieder alles vorbei. Paul war so clever, ganz schnell die Seitenwände an unserem Cockpit zu montieren und so können wir in aller Gemütlichkeit im Trockenen draussen essen.

 

Freitag, 10.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Ein Vogel (Fischreiher) kackt uns wieder das ganze Dach und die Frontscheiben voll! Um 10h30 fahren wir zum Vegiman Gemüse kaufen.

Abends grosses Gewitter, etwa 45 Minuten lang. Wir sitzen unter unserem Cockpitdach wunderbar im Trockenen.

 

Samstag, 11.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Ich muss diverse Papiere vom Laptop ausdrucken. Flugtickets für Colombo, Visa für Sri Lanka, Adresse der Indischen Botschaft in Sri Lanka usw. Aber die Internetverbindung ist wieder elend schlecht und ich nerve mich enorm. Am Abend Gewitter.

Sonntag, 12.April 2015: Langkawi, Telaga vor Anker

Heute haben es die Inder darauf abgesehen, mich zu ärgern. Ich versuche am Laptop die Formulare für das Indienvisum auszufüllen. Das klappt eigentlich ganz gut, bis ich das Ganze speichern will. Dann ist, schwupps, alles weg, verschwunden. Ich fülle 5 mal den ganzen Mist für Paul aus. Jedesmal, schwupps, alles weg! Aber ich gebe einfach nicht auf und beim 6. Mal kopiere ich alles, speichere es irgendwo und kann es dann endlich ausdrucken. Für mich wende ich das gleiche Verfahren an und so geht es ganz schnell. Was diese Inder aber auch alles wissen wollen. Unter anderem die Namen und Geburtsorte unserer Eltern! Und ob unsere Grossmütter oder die Grossväter Pakistani waren!!!

Abends gibt es nochmals ein kühles Bier im „mare blu“ und danach verabschieden wir uns von Diana und Habiba, den beiden netten Serviererinnen. Nach dem Abendessen auf dem Schiff bestaunen wir stundenlang das viele Wetterleuchten über der Insel Langkawi. So viel Wetterleuchten haben wir beide noch nie gesehen.

 

Montag, 13.April 2015: Langkawi, Telaga – Rebak Marina, 5.5 sm

Nach genau einem Monat hier vor Anker verlassen wir diesen schönen Platz. Oh je, wo wird unser Schwalbenpaar heute Abend zusammen kuscheln? Um 9h ziehen wir den Anker aus dem Schlick und der Anker und die Kette sind natürlich dementsprechend verdreckt. Der Skipper flucht wieder einmal ganz zünftig, und wer ist Schuld an dieser Sauerei, he? Natürlich die Crew! Aber wir schaffen es und segeln ganz gemütlich, das heisst im Schneckentempo die 5,5 sm (ca. 10km) in die Rebak Marina. Hier werden wir, nach meiner Funkanmeldung, sehr professionell und ruhig von einem Marinero empfangen und am Steg E14 festgemacht. Es ist enorm heiss hier…. Zu unserer grossen Überraschung liegen wir nur ein Schiff von der „sail away“ entfernt, am gleichen Steg. Weil diese Besuch haben, gehen wir schnell zu den Österreichern Marlies und Manfred von der „PanGea“ um sie zu begrüssen. Die freuen sich und nach einem kurzen Schwatz bei einem Glas kühlen Wasser, verabreden wir uns für heute Abend im „Harddock Café“ zum Essen. Auf dem Rückweg gehen wir bei Anne und Werner vorbei und quatschen auch hier noch eine Weile. Danach hilft Werner uns, das Vorsegel herunterzunehmen und zusammenzufalten. Am Nachmittag melden wir uns im Marinabüro an. Ich helfe Paul die ganzen 80m Ankerkette herauszunehmen und er befreit sie mit Süsswasser vom Dreck und verstaut sie wieder im Ankerkasten. So, nun werden wir bis Freitag an der MABUHAY verschiedene Aufräum-und Reinigungsarbeiten erledigen. Am Samstag, 18.April kommt sie dann aus dem Wasser und wird bis irgendwann im Herbst hier auf dem Trockenplatz stehen bleiben.

Dienstag, 14.April 2015: Langkawi, Rebak Marina

Eigentlich wollte ich ja diesen Bericht mit dem gestrigen Tag abschliessen. Aber ich muss unbedingt noch ein Ereignis festhalten, das heute stattgefunden hat. Am späteren Nachmittag duschen wir mit dem Wasserschlauch auf dem Steg neben der MABUHAY. Zuerst Paul, dann ich. Als ich fertig bin, laufe ich zum Wasserhahn und will ihn schliessen. Aber es geht nicht. Ich laufe zurück zum Schiff und teile Paul mit, dass ich den Hahn nicht schliessen kann, es geht zu hart. Ich soll es nochmals versuchen, ganz nach rechts muss der Hebel, meint mein liebster Mann. Also gut, ich probiere es noch einmal. Wieder getraue ich mich nicht, den Hebel mit Gewalt zu bewegen. Nun wird mein Skipper aber ungeduldig und meint: “Das kann doch nicht so schwierig sein! Ich frage mich, wie du solange überlebt hast!“ Meine Antwort lautet: “Ja genau, das frage ich mich auch, nach 45 Jahren mit Dir! Jetzt will ich aber mal sehen, wie Du den Wasserhahn abbrichst.“ Nun marschieren wir beide zum Wasserhahn und, zack! ist der Hebel vom starken Mann abgebrochen….

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