Sri Lanka: 24.04. - 26.04.2015, Teil 3
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Freitag, 24.April 2015: Kandy – Nuwara Eliya

Es ist 8h45 als wir losfahren. Zufällig frage ich im Auto den Chauffeur Sampath, wie alt er sei. 40 sagt er. Und „Su“ ergänzt: „Heute!“ Wir sind sehr überrascht und schenken ihm ein Schweizer Taschenmesser, worüber er sich sehr freut. Zuerst fahren wir zur Universität von Kandy. Die ist enorm riesig und „Su“ erzählt uns, dass das Studium gratis für alle sei. Sogar die Unterkünfte sind im 1. und 2.Studienjahr kostenlos. Im 3.und 4. Jahr müssen die Zimmer bezahlt werden. In der Nähe hat es einen enorm riesigen „Ficus Benjaminis“ Baum den uns „Su“ stolz zeigt. Der ist aber auch imposant! Danach fahren wir in die Berge und sehen überall Tee, Tee, Tee. Wow, sind diese Teeplantagen schön! Unser Guide zeigt uns, welche Blätter gepflückt werden, nach einer Woche kann wieder gepflückt werden. Wir besuchen den schönen Ramboda Wasserfall und essen hier eine Kleinigkeit zu Mittag. Am Nachmittag schauen wir uns die „Bluefield Tea Factory“ an. Eine Frau zeigt uns den Betrieb und erklärt uns die Teeherstellung. Diese private Teefirma hat 200 Teepflückerinnen und 50 Frauen die im Betrieb arbeiten. Wenn wir morgen den Frühstückstee trinken, werden wir daran denken, wie viel Arbeit die Herstellung des Tees macht. Wir fragen „Su“, wie viel so eine Teepflückerin verdient. Er meint, unter 10'000 Rupien (ca. 70 Fr.), pro Monat! Die Arbeit dauert jeden Tag 8 Stunden (auch wenn es regnet), 5½ Tage die Woche. Jeden Monat bei Vollmond ist ein Tag frei.

 

Gegen 13h30 fängt es an gewaltig zu schütten und ca. eine Stunde später sind wir in unserem Hotel in Nuwara Eliya. Mit 1893 m Höhe ist Nuwara Eliya, der höchst gelegene Ort Sri Lankas. Von den Engländern wurde die Stadt als Luftkurort und als kühle Zufluchtsstätte genutzt. Auch heute erinnert seine Architektur noch stark an die Kolonialzeit. Auch unser Hotel „Grosvenor“ ist noch von den Engländern und ist sehr schön. Besonders der Garten mit den vielen Blumen imponiert mir. 

Aber auch das Zimmer ist super, riesengross und es hat sogar einen Kamin (leider nicht angefeuert!). Wir laufen in die Stadt. Paul hat Gelüste auf einen Rettich und so suchen wir den Markt. Paul bekommt den Rettich, ich ein Rüebli und zufrieden mümmelnd schlendern wir an den Geschäften vorbei.

Zurück zum Hotel nehmen wir ein Dreirad. Es regnet wieder.

Zum Abendessen gibt es Gemüsesuppe, Chicken mit süsssaurer Sauce, Kartoffeln, Bohnen, Karotten und zum Dessert frische Früchte oder Glacé. Sehr fein!

Samstag, 25.April 2015: Nuwara Eliya – Haputale

Zum Frühstück nehmen wir Kaffee, aber das war keine gute Wahl, morgen nehmen wir lieber wieder Tee. Um 8h40 machen wir uns auf den Weg um rund um den Gregory Lake zu laufen. Die Sonne scheint. Kaum 20 Minuten später kommen unser Guide „Su“ und unser Chauffeur Sampath mit dem Auto und bringen uns zwei grosse Schirme, weil es regnen kommt. Und tatsächlich, 20 Minuten später fängt es kräftig an zu schütten. Wir laufen weiter bis ans Ende des Sees und hoffen, dass es aufhört. Aber es wird immer schlimmer. Wir stellen uns unter einen grossen Baum, um dem gröbsten Regen zu entgehen. Dabei sehen wir zu, wie ein Einheimischer einen Plastiksack mit Müll ins Gebüsch entsorgt. Wir halten das nächste Dreirad auf und fahren zurück ins Hotel. Hier sitzen wir fast drei Stunden im Zimmer und lesen, während der Regen heftig auf das Dach trommelt. Um 11h45 holt uns „Su“ und wir steigen ins Auto. Eigentlich wäre heute eine Fahrt im Zug auf dem Programm. Aber weil es dermassen schüttet, ändern wir den Plan und fahren im Auto nach Haputale. Unterwegs kaufen wir für uns alle vier Samosas (gefüllte Teigtaschen) und verdrücken sie während der Fahrt. Weil es so geregnet hat ist die Strasse nach Haputale irgendwo verschüttet worden und so nehmen wir eine Umfahrungstrasse. Wir kommen durch winzige Dörfer, wo bestimmt noch nie ein Tourist war. Die Gegend ist sehr fruchtbar, überall werden ausser Tee, Tee,Tee, auch noch Gemüse und Blumen angepflanzt. „Su“ erzählt uns sehr viel Wissenswertes. So zum Beispiel über den Bruderkrieg der von 1998 bis 2009 dauerte. Er selber hat bei einem Bombenanschlag seinen Schwager (Bruder seiner Frau) verloren und sein jüngster Bruder erlitt eine schwere Bauchverletzung, hat aber überlebt. Übrigens hat Sri Lanka keine Militärpflicht, man kann freiwillig zum Militär gehen.

Gegen 14 h sind wir im Ort Haputale auf ca. 1400 m Höhe, im Hotel Sri Lak View. Wir bekommen ein fantastisches Eckzimmer mit einer umwerfenden Aussicht (wenn schönes Wetter wäre).

Es regnet nicht mehr und wir machen einen sehr langen Spaziergang durch die Teeplantagen und vorbei an den Häusern der Teearbeiter. Die Kinder grinsen und wollen Fotos. Die Leute sind sehr freundlich und grüssen alle. Zum Abendessen gibt es Gemüsesuppe mit Toastbrot und Butter, Huhn an Currysauce, eine Riesenplatte Nüdeli mit Gemüse, eine Riesenplatte Reis mit Gemüse und ein extra Schüsselchen mit gemischtem Gemüse. Als Dessert Glacé oder Fruchtsalat. Alles sehr gut und viel zu viel.

Sonntag, 26.April 2015: Haputale – Tissamaharama

Um 4h42 schreit der Muezzin von der Moschee, die gleich oberhalb unseres Hotels liegt. Zum Glück dauert sein Gebet nur 3 Minuten! Paul fühlt sich heute nicht wohl. Ihm ist schlecht und er fühlt sich irgendwie fiebrig. Das Wetter ist herrlich. Über Bandaruwela geht unsere Fahrt nach Ella, ca.100 m.ü. Meer. Hier schauen wir uns den über 100m hohen Rawana Wasserfall an. Wir treffen eine einheimische Familie aus Ella an, die alles über uns wissen wollen. Besonders der 13-jährige Sohn ist ganz wild darauf mit uns Englisch zu sprechen. Wir müssen unbedingt auf ihr Familienfoto. Überhaupt finden wir die Sri Lanker sehr nett und freundlich.  In Wellawaya verlassen wir die Berge und sind wieder im Tiefland, wo es sofort merklich wärmer ist. Unterwegs tanken wir. Ein Liter Diesel kostet 99 Rupien, ca. 70 Rappen. Von Seglern haben wir gehört, dass die Autofahrweise in Sri Lanka horrormässig sei. Das können wir überhaupt nicht bestätigen, wir finden es absolut nicht schlimm. In Sri Lanka wird links gefahren. Oder liegt es daran, dass unser Driver sehr vorsichtig fährt.

Klar gibt es in Colombo ein enormes Gewusel von Fahrzeugen die wild durcheinander drängeln. Aber da haben wir in Nepal ganz anderes erlebt! Übrigens haben wir soeben erfahren, dass in Nepal ein furchtbares Erdbeben war.

Sampath, unser Chauffeur legt uns jeden Morgen wunderschöne Blümlein auf die Sitze, echt toll! Heute sind es weisse Margeriten, blaue Winden und roter Hibiskus. Gegen 13h sind wir in unserem „Hotel Lake Side“, an einem See, in Tissamaharama. Hier ist der Ausgangspunkt in den Yala Nationalpark, den wir morgen besuchen werden.

Nach einem Mittagsschläfchen für Paul (ich schreibe unterdessen dies hier), spazieren wir zum See und machen eine Erkundungstour.

Abendessen im Hotel: Ich esse das ganze Menü, Paul fast nichts, nur ein Süppchen.

Wir haben eine Kakerlake im Badezimmer. Aber die stört uns nicht heftig, sie ist brav.

Unterwegs sehen wir überall weiss gekleidete Kinder. „Su“ sagt, die kommen alle von der Buddhisten-Sonntagsschule. Sie tragen traditionelle weisse Kleider.

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