Samstag, 2.Mai 2015: Kosgoda
Nach dem Frühstück laufen wir runter zur Hauptstrasse und queren sie um zum Meer zu kommen. Es hat eine sehr starke Brandung die auf den Strand donnert. Wir machen einen Spaziergang und kehren, weil es uns zu heiss ist, zu unserem „Happy Man Guesthouse“ zurück.
In Sri Lanka fahren Frauen ganz selten Auto, in Colombo noch eher als auf dem Lande. Hie und da sehen wir Frauen die einen Motorroller fahren. Während unserer Rundreise ist uns aufgefallen, dass wir in Restaurants und Hotels immer von Männern bedient wurden, niemals von Frauen. Hier in „Su's“ Haus ist das nicht so. Hier hilft die ganze Familie mit, Frauen und Männer.
Wir sind immer sehr gespannt , was wir wieder neues zum Abendessen bekommen. Und wir werden nie enttäuscht! Immer ist alles wunderbar. Heute wieder eine megaplatte Reis, Fisch und 7 (sieben) diverse Beilagen. Mmm! Heute hat es nicht geregnet.
Sonntag, 3.Mai 2015: Kosgoda
Ich habe mich viel zu früh gefreut, der Laptop streikt schon wieder.
Jetzt schreibe ich auf dem iPad, was nicht so comfortabel ist.
Heute ist in Sri Lanka und der ganzen Buddhistischen Welt der grösste Feiertag des Jahres. Dieser Tag heisst "Vesak" und ist der Geburtstag, der Erleuchtungstag und der Todestag Buddhas.
Schon zum Frühstück bekommen wir besondere Speisen, die es nur an ganz besonderen Tagen gibt. Zum Beispiel Milchreis in Kokosmilch gekocht.
Aber der schmeckt ganz anders als unser Milchreis und ist nicht so unser Ding. Aber wir versuchen von allem und das meiste schmeckt uns auch wirklich sehr gut.
Um 10h bringen uns Su's ältester Sohn und sein Cousin im TukTuk zum Tempel. Überall hängen Fahnen mit den Farben von Buddha. Der Cousin erklärt uns
viels über das Leben von Buddha und den Buddhismus, aber ehrlich gesagt ist es für uns sehr schwierig das alles zu verstehen. Zuerst wird beim Stupa, wo die
Reliquien drin sind, gebetet, dann beim Bodhi-Baum und danach im Tempel bei der riesigen Buddha-Statue. Hier sitzen jetzt dicht an dicht Kinder, Frauen und
Männer am Boden und meditieren. Alle sind weiss gekleidet. Wir kehren zum Haus zurück und der Cousin stellt uns noch vielen weiteren Cousins und Cousinen vor.
Die Sippe ist riesig und alle wohnen hier rundherum. Irgendwie schon schön, dieser Familienzusammenhalt!
Den Nachmittag verbringen wir sehr faul. Abendessen wie immer gewaltig! Nach dem Essen empfiehlt uns „Su“, im Dorf spazieren zu gehen. Aber seine Kinder, Nichten und Neffen haben den Garten vor unserem Haus so wunderschön in ein Lichtermeer verwandelt, dass wir hier bleiben und das geniessen wollen. Sie haben unzählige Laternen und mit selbstgemachtem Kokosnussöl gefüllte Öllampen auf den Rasen gestellt, dass es märchenhaft aussieht. Wir sitzen sehr lange draussen und unterhalten uns mit „Su“. Gegen 21h fängt es an ganz leicht zu regnen.
Montag, 4.Mai 2015: Kosgoda
Mitten in der Nacht weckt uns ein unheimliches Gewitter auf. Es blitzt und donnert und schüttet unheimlich. Eigentlich ist heute immer noch ein Feiertag wegen Buddhas Geburtstag. Trotzdem hat „Su“ für heute ein paar Arbeiter angestellt, die vor „unserem“ Haus einen schönen Weg mit Gartenplatten anlegen. Er erklärt Paul mit Händen und Füssen, was er noch für Pläne hier hat, unter Anderem einen Pool bauen.
Der ältere Sohn von „Su“ und sein Cousin bringen uns im TukTuk zum Zimt-Garten. Leider wird heute dort nicht gearbeitet. Aber der Cousin erklärt uns ganz genau, wie Zimt zu Zimtstangen und wie die Blätter zu Zimtöl verarbeitet werden. Das ist alles sehr interessant und eindrücklich. Als wir nach etwa zwei Stunden zurück im Haus sind, schenken wir den beiden je ein Sackmesser. Sie strahlen beide. Am Nachmittag wünscht „Su“, dass ich bei „Tripadvisor“ einen Eintrag mache, natürlich mit einer Empfehlung für ihn. Und das mache ich sehr gerne. Anschliessend muss ich noch einen Eintrag in sein Gästebuch (es ist ein Schulheft) machen, das er den Leuten am Bahnhof in Colombo zeigt, um neue Kunden zu finden. So hat er ja schliesslich auch uns gefunden. Und es ist wirklich wahr, „Su“ und sein „Happy Man Guesthouse“ sind nur zu empfehlen. Und das Essen erst! Abendessen heute: wieder supergut! Wir sitzen noch lange mit „Su“, seiner Frau, einem Sohn und einem Neffen zusammen und zeigen ihnen Fotos unserer bisherigen Reise. Die Sri Lanker sind entsetzt, dass man in Thailand Kakerlaken und Maden isst!
Oh je mein Paul ist der Grösste! Nachdem wir uns in unserem Zimmer fürs Bett bereitmachen, fängt es plötzlich an, ganz brenzlig zu riechen. Paul meint; “Was machen die jetzt? Verbrennen die um diese Zeit noch Müll?“ Es ist sein eigenes T-Shirt, das brennt! Er hat es über eine brennende Wandlampe gehängt und es hat jetzt ein schönes, grosses Brandloch im Rücken…. Ich darf gar nicht daran denken, wenn wir dieses wunderschöne 140 Jahre alte Haus abgefackelt hätten.
Dienstag, 5.Mai 2015: Kosgoda
Wir stehen um 6h30 auf. Und heute bin ich die Allergrösste! Wir müssen nach Colombo um im Visacenter unsere Pässe abzugeben, für das Indienvisa. Und jetzt sind die Pässe weg! Wir durchsuchen alle Rucksäcke und Taschen, sie sind weg! Puhh. Ich sehe uns schon lebenslänglich ohne Pässe hier sitzen! Wir suchen nochmals alles durch und uff, finden die Pässe in der iPad-Hülle. Dabei habe ich sie doch immer in meinem Täschli versorgt!
Um 7h15 bringt uns „Su“ zum Bahnhof und wir lösen die Tickets. Für 2 Personen und 70 km bezahlen wir 250 Rupien (ca. 1.70 Sfr.). Um 7h30 fährt der Zug ab. Er ist bumsvoll! Wir quetschen uns dazu und stehen wie die Mehrheit der Passagiere. Wir finden, die Sri Lanker sind sehr nette Leute. Aber nicht im Zug! Diejenigen die einen Sitzplatz ergattert haben kleben daran fest. Einige teilen den Platz mit einem Freund oder Bekannten. Das heisst etwa alle halbe Stunde wechseln sie sich ab. Paul merkt so einen Wechsel und setzt sich blitzschnell auf den frei gewordenen Sitzplatz. Die zwei Männer die es betrifft sind total überrascht, müssen dann aber doch lachen. Schmunzelnd erzählen sie es im Zug weiter. Nach 1½ Stunden stehen (ich) kommen wir um 9h im Colombo Hauptbahnhof an. Wir schnappen uns ein TukTuk und lassen uns zum Visacenter chauffieren. Colombo ist wegen des „Vesak“-Festes sehr schön geschmückt. Das Pässeabgeben dauert zwei Minuten und mit dem gleichen TukTuk fahren wir wieder zum Bahnhof zurück. Wir erkunden das Gewimmel in den Seitenstrassen und als es uns zu heiss wird, setzen wir uns in eine „Fruit Juice Station“ und bestellen für Paul Orangensaft und für mich grünen Orangensaft, beides frischgepresst. Die Getränke kommen sofort und wir freuen uns auf einen kühlen Schluck. Aber, bäääää, beide Säfte sind scheusslich! Auf unsere Reklamation hin will man uns nicht so recht glauben, räumt aber die beiden Gläser weg. Wir bekommen frische Säfte und nun sind wir zufrieden. In die anderen beiden sei irrtümlich Salz getan worden…. Aber ein „Sorry“ bekommen wir nicht zu hören und den normalen Preis müssen wir auch bezahlen. Mit dem 14h15-Zug fahren wir zurück nach Kosgoda. Dies ist ein Bummler und wir halten an jeder Palme an. Aber das hat auch sein Gutes, wir sehen sehr viel mehr als im Schnellzug am Morgen. Und wir haben enormes Glück. Zuerst stehen wir wie die Sardinen, etwa 45 Minuten lang. Dann steigen viele junge Männer (Schüler? Studenten?) aus und wir können endlich sitzen. Jetzt bleiben auch wir bis um 16h auf unseren Sitzen kleben. Zurück in unserem Guesthouse führt unser erster Weg direkt unter die kalte Dusche.
Morgen können wir unsere Pässe wieder abholen.
Mittwoch, 6.Mai 2015: Kosgoda- Colombo- Negombo
Leider ist heute unser letzter Tag in Kosgoda bei „Su“. Wir verabschieden uns, schenken „Su“ ein Taschenmesser und er bringt uns per TukTuk zum Bahnhof.
Der Zug fährt um 10h50, ein Bummelzug. Das Ticket bis Colombo kostet für die 70km 120 Rupien ( 85 Rappen) pro Person. „Su“ hilft noch, unser Gepäck in den Zug zu laden und wir verabschieden uns schweren Herzens von ihm. Heute haben wir Glück, wir haben extra den Bummler um diese Zeit gewählt, damit wir einen Sitzplatz haben und das hat prima geklappt. Wir können die Fahrt und die Aussicht diesmal geniessen. Allerdings entsetzen uns die Häuser (sprich Bretterbuden) der Ärmsten, die keinen Meter vom Bahngeleise entfernt sind.
In Colombo kommen wir um 13h30 an. Am Hauptbahnhof schliessen wir unser Gepäck für 10 Rappen in ein Schliessfach ein. Nach einem kurzen Mittagessen in einer „eaterie“, essen wir nur gebratenes Huhn . Als Serviette gibt es ein Stück Zeitungspapier. Danach fahren wir per TukTuk zum indischen Visacenter. Hier bekommen wir ruckzuck und sehr gut organisiert unsere Pässe mit den eingeklebten Visen für Indien. Unser Fahrer hat auf uns gewartet und nach 10 Minuten sitzen wir schon wieder im TukTuk zurück zum Bahnhof. Eigentlich wollten wir per Bus nach Negombo fahren. Aber der TukTuk -Fahrer schlägt uns vor, er bringt uns für 3000 Rupien nach Negombo. Das würde normalerweise 5000 Rupien (35 Sfr.) kosten, aber weil er ein Christ ist , fährt er uns für 3000 (21 Sfr.). Weil der Zug heute morgen so billig war, sind wir einverstanden, und leisten uns diese Bequemlichlichkeit. Wir holen unser Gepäck aus dem Schliessfach und um 16h30 geht es los, im TukTUk, 42 km Richtung Norden. Zuerst geht es durch unheimliches Getümmel und Gedrängel und Gehupe durch die Stadt. Unterwegs müssen wir tanken und müssen erst mal 1000 Rupien (7 Sfr.) für das Benzin (117 Rupien pro Liter ) abgeben. Dann fahren wir dem Hamilton Kanal entlang, auch Zimtkanal genannt, nach Negombo. Dieser Kanal wurde von den Holländern vor etwa 300 Jahren für den Zimttransport gebaut. Hier ist es angenehm ruhig.
Um kurz nach 18h lädt uns unser Fahrer bei einem Gästehaus direkt am Meer ab. Im „New Beach Villa“ beziehen wir ein Zimmer (3000 Rupien, ca. 21 SFr.) und sehen leider erst später, dass das Badezimmer ziemlich unsauber und eklig ist. Wir laufen an die Hauptstrasse um etwas zu essen und staunen erst mal über die Touristenpreise in den Restaurants. Wir essen in einer lokalen „eaterie“ Reis und Huhn. Abends buche ich noch schnell im Bett, mit dem Laptop (er funktioniert wieder!) auf den Knien einen Flug für Samstag, von Sri Lanka nach Indien. Mitten in der Nacht gibt es ein wahnsinniges Gewitter. Es blitzt, donnert und schüttet wie verrückt. Irgendwann gibt es einen Stromausfall und der Ventilator kühlt uns nicht mehr.
Negombo ist eine Stadt an der Westküste Sri Lankas etwa 42 km nördlich der Hauptstadt Colombo. Negombo hat ca. 122.000 Einwohner und ist einer der wichtigsten Fischereihäfen an der Westküste. Zwar spielt die Fischerei, die zum Teil noch traditionell mit Oruwas (Auslegerkanus) verrichtet wird, nach wie vor eine bedeutende Rolle; nördlich des alten Stadtgebietes hat sich allerdings eine weitläufige Agglomeration mit Hotels, Restaurants und anderen Einrichtungen der Tourismuswirtschaft entwickelt.
Negombo gehörte nach der Einnahme Colombos durch Portugal 1505 zu den ersten von den Kolonisatoren übernommenen Gebieten. Die Versuche der Christianisierung konnten auch deshalb hier besonders erfolgreich sein. Bis heute ist ein wohl überwiegender Teil der Bevölkerung Negombos katholisch. Weniger Spuren hinterliessen die Eroberung durch die Niederlande 1644 und Grossbritannien 1796. Erhalten geblieben sind lediglich ein niederländisches Fort und ein von den Holländern gebauter ca. 120 km langer Kanal von Colombo über Negombo nach Puttalam. Er diente vor allem zum Transport von Zimt, dem damals wichtigsten Exportgut der Kolonie.
Für den frühen Aufschwung des Tourismus war vor allem die Nähe zum Flughafen Bandaranaike, dieser ist ca. 20 km entfernt, ausschlaggebend. Bis Ende 2004 überrundeten die Städte an der Südwest- und Südküste Sri Lankas Negombo in seiner touristischen Bedeutung allerdings bei weitem.
Anders als andere Orte an der Küste Sri Lankas war Negombo von dem Tsunami infolge des Seebebens vor Sumatra am 26. Dezember 2004 kaum betroffen. Es gab keine Todesopfer zu beklagen, allerdings wurden unmittelbar am Strand errichtete Fischerhütten und Hotelanlagen beschädigt.
Donnerstag, 7.Mai 2015: Negombo
Nach dieser sehr schlecht verbrachten Nacht ziehen wir um in ein anderes Gästehaus, ins „Marshal“, nur über die Strasse. Hier haben wir ein einigermassen sauberes Zimmer für 2500 Rupien (17.50 Sfr.) gefunden. Zum Frühstück bringt man uns ungefragt ein Einheimischen-Essen. Reis, Nudeln, scharfe Saucen usw. Wir weisen es dankend zurück und wir trinken nur einen Iced Coffee und ich ein Omelett dazu. Sehnsüchtig denken wir an das Frühstück das uns Babe im „Happy Man Guesthouse„ in Kosgoda jeden Tag aufgetischt hat.
Wir laufen eine Ewigkeit südwärts zum Fischmarkt. Unterwegs staunen wir, wie viele Katholiken es hier gibt. Überall grosse katholische Kirchen und Schulen. Wir schauen uns einen Friedhof an und lesen Namen wie: Da Silva, Perera und Fernando. Man merkt, dass die Portugiesen früher einmal hier waren. Beim Fischmarkt sind wir überwältigt von den vielen Fischern und was für grosse Fische die gefangen haben. Wir schauen zu, wie Fische aufgeschlitzt, ausgenommen und in grossen Fässern eingesalzen werden. Andere werden auf Plastikbahnen an die Sonne zum trocknen gelegt. Es hat jede Menge Krähen (wie in ganz Sri Lanka). Schade, dass der Strand so dreckig ist. Die Ausleger-Fischerboote, die bestimmt vor 200 Jahren nicht anders aussahen, kommen mit braun-weissen, geblähten Segeln, eines nach dem anderen zurück an Land.
Paul wird schlecht von dem vielen Fischgestank und wir setzen uns in ein schönes Café und trinken frischgepressten Limonensaft. Weil wir eine Geldmaschine suchen, laufen wir weiter in die Stadt. Nachdem wir Geld-Nachschub aufgetrieben haben, nehmen wir ein TukTuk und lassen uns bequem zum Gästehaus zurück chauffieren. Wir sind schweissgebadet und jetzt ist erst Mal eine Siesta angesagt.
Das Abendessen nehmen wir bei „Angelina's“ ein. Die Sri Lankerin spricht sehr gut Deutsch. Paul bestellt uns einen gemischten Salat und sagt der Frau ausdrücklich :ohne Koriander! Ja klar meint sie, ohne Koriander! Der Salat kommt und wir wollen den zusammen essen. Paul spuckt den ersten Bissen gleich wieder aus! Koriander! Wir geben den Salat zurück und die Frau fällt aus allen Wolken. Aber wir bekommen doch noch unseren Salat ohne Koriander! Paul isst Nudeln mit Gemüse und ich ein Hühner Cordon Bleu mit Pommes Frites. Nun sind alle zufrieden. Auf dem Weg zurück zu unserer Herberge gewittert und regnet es und wir werden leicht nass.





























































