Malediven: Nord Malé-Atoll, 14.02. - 22.02.2016
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Sonntag,14.Februar 2016: Dhandhdhoo – Kalhunaiboli 18 sm

Die Nacht war sehr unruhig und schaukelig. Ich habe echt nicht sehr viel geschlafen. Um 7h40 machen wir uns auf den Weg für die nächste Etappe unseres „Inselhoppings“. Es hat keinen Wind! Den schönen Nordwind von gestern könnten wir jetzt gut gebrauchen. So müssen wir halt die 18 sm motoren. Unterwegs verplempern wir eine ganze Stunde, mit Ankerplatz suchen. Vergeblich. Entweder sind sie zu untief oder zu tief (mehr als 30 m). Um 11h10 ankern wir zwischen zwei Riffen auf 22 m. Das nähere Riff heisst Kalhunaiboli und hier liegen wir sehr ruhig. Beim Ankern rauschen ungewollt 50 m Kette aus dem Ankerkasten. Aber diesmal sind nicht die neue Ankerwinde oder die neue Kettennuss daran schuld, sondern die alte Bordfrau. Ich lasse die Kette zu schnell hinunter und so springt die Kette aus der Ankernuss. Paul eilt herbei und rettet!

Während des Mittagessens sehen wir wieder einmal ein Grüppchen Delfine in der Nähe.

Beim Abendessen hören wir einige Delfine um die MABUHAY herumschnaufen. Leider können wir sie kaum sehen, weil es schon dunkel ist. Und mit der Taschenlampe blenden wollen wir sie nicht.

Montag, 15.Februar 2016: Kalhunaiboli – Himmafushi 36,6 sm

In der Nacht hat es ganz kurz geregnet, etwa 1½ Minuten lang!

Weil wir heute eine lange Strecke vor uns haben, fast 70 km, fahren wir schon um 6h30 los. Die Sonne ist gerade am aufgehen. Und leider müssen wir auch heute die ganze Zeit motoren. Es hätte zwar manchmal ein wenig Wind, und wir versuchen immer wieder mit dem Vorsegel den Motor zu unterstützen, aber der Wind kommt genau auf die Nase. Wir verlassen das Süd Maalhosmadulu -Atoll und fahren ostwärts zum Nord Malé-Atoll. Die Fahrt ist ziemlich langweilig: kein Fisch, kein Vogel, kein müder Delfin, aber die Sonne scheint. Um 14h30 ankern wir wieder hinter einem Riff auf 14 m Tiefe. Wir sind beide ziemlich enttäuscht. Die Ankerplätze die wir anfahren, haben wir aus unseren schlauen (und sehr teuren) Segelführern übernommen und hier (wie schon gestern) hat es wieder keine Insel, sondern nur ein Riff und wir stehen irgendwie „mitten“ im Meer! Und auch mit dem Schnorcheln ist das so eine Sache. Immer hat es starke Strömung und wir fürchten, nach Madagaskar oder zu den Seychellen gespült zu werden. Das gleiche gilt auch für das Baden oder Schwimmen rund ums Schiff, wenn wir uns nicht gut an einer Leine an der MABUHAY festhalten.Aber die Farben sind einfach einmalig!

Dienstag, 16.Februar 2016: Himmafushi – Rasfari 17,4 sm

Die Nacht war ziemlich ruhig, aber gegen Morgen fängt es an zu blasen. 15-17 Knoten Wind. Es stehen Wind gegen Strömung und die Wellen rauschen wie ein Bergbach an der MABUHAY vorbei.

Um 7h50 machen wir uns auf den Weg nach Süden. Und heute haben wir Glück und können die fast 18 sm mit diesem Wind gut segeln. Im Gegenteil, wir müssen sogar „bremsen“ weil wir sonst zu früh an unserem nächsten Ankerplatz ankommen. Wir müssen die Sonne im Rücken haben, sonst sehen wir, d.h. ich, vorne am Bug, die Riffe nicht. Die Einfahrt in die Rasfari-Lagune ist eher spannend. Wir haben 15 Knoten Gegenwind und 2 Knoten Gegenströmung. Ausserdem müssen wir über eine Untiefe fahren, die ziemlich nervend ist. Und die Karten stimmen ja sowieso wieder nicht. Wir schaffen es gut, sind aber am Ankerplatz beide total k.o. vor lauter Anspannung. Heute gönnen wir uns zum ersten Mal in den Malediven ein Ankerbier zum Mittagessen. Wir stehen auf 18 m Tiefe in einer Lagune, umringt von einem Riff. Die Blaufarben ringsum sind wieder umwerfend schön.

Ich habe während der Fahrt hier hin Brotteig gemacht, der jetzt nur noch gebacken werden muss.

Am Abend versinkt ein glutroter Sonnenball im Meer. Kaum eine halbe Stunde später gibt es einen „Squall“ (heftige Windböe mit einem kurzen, aber starken Regenschauer).

Wir sind soeben ins Bett gekrochen kommt nochmals ein kurzer Regenguss.

Mittwoch,17.Februar 2016: Rasfari

Für heute wurden 20 und mehr Knoten Wind gemeldet, deshalb bleiben wir hier in dieser Lagune und halten uns schön still. Wir lesen fast den ganzen Tag und tun sehr faul. Ins Wasser gehen wir nicht, es hat zu hohe Wellen. Zum Abendessen gibt es Salzkartoffeln, gedörrte Bohnen und Schinken aus der Dose. Mmm, yammi!

Donnerstag, 18.Februar 2016: Rasfari

Was für ein Tag!!! Am Morgen blitzt und donnert es ununterbrochen während 4 Stunden. Dazu schüttet es, wie wir es selten gesehen haben, aus allen Rohren. Wir sitzen draussen im Cockpit und zittern, stehen höllische Ängste aus und hoffen, dass uns kein Blitz trifft. Es ist das totale Inferno! Dazu bläst der Wind bis zu 30 Knoten. Vor uns liegen zwei Tauchschiffe die langsam auf uns zu driften. Zum Glück merken die das endlich und hauen schleunigst ab. Der Skipper und ich sind unheimlich angespannt. Und es will und will einfach nicht mehr aufhören zu blitzen und zu donnern. Zum Mittagessen gibt es nur ein Nudelsüppchen. Das sind so Instant -Nudel-Päckchen aus Thailand. Da muss man nur kochendes Wasser drübergiessen, fertig! Aber die Suppen sind soooo scharf, dass wir sie beide nicht essen können und sie ins Meer schütten müssen. Ich koche nochmals

zwei Süppchen, aber diesmal essbare. Ich verziehe mich danach unter Deck in mein Bett und der Weltuntergang dauert noch bis ca. 15 h. Uff, geschafft, wir haben es überstanden…

In unserem Malediven-Reiseführer steht, dass es im Monat Februar einen (1) Regentag gibt. Ich glaube den hatten wir heute ausgiebig.

Freitag, 19.Februar 2016: Rasfari

Die Nacht war schrecklich. Die MABUHAY hat sich mit viel Ostwind ständig hin- und hergewälzt. Wir haben beide nicht sehr viel geschlafen. Es bläst den ganzen Tag mit ca. 20 Knoten Wind. In unserem Segelführer steht, dass dies ein sehr gut geschützter Ankerplatz sei, bei Ost-oder Westwind. Deshalb sind wir auch in diese Lagune gekommen und nun sitzen wir hier drin und warten, bis das grosse Blasen endlich aufhört. Aber wir finden es hier eher ungemütlich als „gut geschützt!“ Das unendliche Wackeln geht uns auf die Nerven. Aber raus und weiter fahren wollen wir auch nicht, weil bis morgen Abend immer noch soviel Wind gemeldet wird. Wir warten lieber ab, bis sich die Wettersituation beruhigt hat. Also halten wir noch eine Weile durch. Gott sei Dank haben wir einen guten Bügelanker, der die MABUHAY sehr sicher hält.

Samstag, 20.Februar 2016: Rasfari

Die Nacht war noch viel schlimmer als die gestrige und die vorgestrige. Die ganze Nacht hat MABUHAY mit uns RODEOREITEN am ANKER gespielt. Geschlafen haben wir fast nichts.

Der Morgen ist grau in grau. Und das Rodeoreiten geht weiter. Um 10h30 gibt es wieder eine wahnsinnige Regenschütte, eine Gratisdusche für die MABUHAY, begleitet von saumässigem Wind. Das Ganze dauert etwa 40 Minuten, rundherum nur grau! Von einer Sekunde auf die andere ist der Regen abgestellt und es windet nur noch. Endlich, nach dem Mittagessen hört das starke Blasen langsam auf und auch die Wellen beruhigen sich ein wenig. Am Abend hat sich die Sache beruhigt, es gibt nur noch einen kurzen Regenschauer.

Sonntag, 21.Februar 2016: Rasfari

Ahhh, herrlich geschlafen, ohne das unendliche Geschaukel! Am Morgen ist es zwar noch ziemlich bewölkt, aber dann lösen sich die Wolken auf und die Sonne kommt hervor. Morgen wollen wir endlich weiter nach Malé, an der Ostseite des Atolls. Paul vermisst die Muezzine….

Montag, 22.Februar 2016: Rasfari – Hulhumale 26,6 sm

Wieder war eine schöne ruhige Nacht, bis es irgendwann zwischen 04 h und 05 h einen gewaltigen Regenschauer gibt.

Um 08 h verlassen wir die Lagune, in der wir nun während 5½ Tagen auf besseres Wetter gewartet haben und vor lauter grossen Wellen, viel Wind und Gewitter NICHTS von der Umgebung erkundet haben! Nicht mal die kleine Insel Rasfari. Schade! Aber jetzt wollen wir endlich los. Wir motoren und segeln zur Hauptstadt Malé. Unterwegs sehen wir die Müllverbrennungs-Insel der Stadt Malé, die eine schreckliche Qualmwolke in den Himmel schickt. Wir machen schnell alle unsere Fenster und Luken dicht, damit die MABUHAY nicht allzu sehr nach Rauch stinkt. Wir lassen die Insel Malé links liegen und fahren zur Insel Hulhumale, daneben die Insel Hulule, wo der internationale Flugplatz liegt. Auf dem Weg zur Einfahrt in die Lagune brettern uns die Tauchboote, Taxiboote, Fähren und sonstige Schiffe wie die Gestörten links und rechts um die Ohren! Verrückt. Bei der Einfahrt hinter das Riff, kommt uns ein Schlepper mit einer Schute an seiner Seite entgegen. Wir haben ein Riesenglück, und Dank Paul's Ausweichmanöver grosses Schwein, dass er uns nicht rammt. Phhh…! Um 13h45 ankern wir im nördlichsten Teil der Lagune und essen endlich etwas zu Mittag. Danach müssen wir uns den ganzen restlichen Nachmittag von der Fahrt erholen. Zu unserer grossen Freude sehen wir 2 Mal (vermutlich die gleiche ) Schildkröte in der Nähe der MABUHAY auftauchen.

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