Malediven: Nord Malé-Atoll, Hulhumalé, 23.02.2016
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Dienstag, 23.Februar 2016: Hulhumale

Gegen 10h30 sind wir bei der Fähre und lösen die Tickets nach Malé. Wir kaufen gleich noch die Rückfahrtsbillette, damit wir am Nachmittag nicht an der Kasse anstehen müssen. Der Kontrolleur, diese Schnapsnase, zerreisst die 4 Tickets so schnell, dass wir gar nicht so schnell schauen können. Wir protestieren und er nimmt von den nächsten zwei Kunden die unzerrissenen Billette und gibt sie uns. Die Fähre kostet 5,5 MVR (ca. 35 Rappen) pro Person und Weg. Die Überfahrt nach Malé dauert 15 – 20 Minuten. Alle etwa 20 Minuten fährt eine Fähre. In der Stadt Malé herrscht ziemlicher Trubel mit Autos, Motorrädern, Fahrrädern und Fussgängern. Wir machen als erstes mal einen Trinkstopp und zwar ausgerechnet im winzigen Restaurant „CILANTRO“ (Koriander!), wo wir einen Iced Coffee trinken. Danach laufen wir kreuz und quer durch die Stadt. Paul braucht einen neuen Wasserschlauch für den Wassermacher und ein „Blitzlicht„ für die MABUHAY. Wir besuchen unzählige „Hardware Stores“ (Eisenwarenläden) und nirgends werden wir fündig. Ein Mann schreibt uns die Namen von zwei Schiffsläden auf. Überall, wo wir fragen wo diese Läden sich befinden, werden wir in eine andere Richtung geschickt, Nach dem Mittagessen, laufen wir wieder los und finden die Läden. Aber sie haben das Gesuchte nicht. Einer der Ladeninhaber schreibt uns eine neue Adresse auf und diesmal nehmen wir ein Taxi und fahren ganz ans andere Ende der Stadt. Und hier bekommen wir endlich was wir suchen. Wir sind beide k.o. und gönnen uns eine Magnum-Glacé. Wir besuchen noch den Fisch- und den Gemüsemarkt und nehmen die Fähre zurück nach Hulhumale. Es ist fast 17h30 als wir auf die MABUHAY klettern.

Malé ist das Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Malediven. Die Insel ist völlig zugebaut und übervölkert. Auf der nur 1,77 km² grossen Insel leben heute schätzungsweise 120.000 Einwohner und hat somit eine der höchsten Bevölkerungsdichten in Asien. Viele Malediver kommen von ihren Inseln nach Malé, weil sie sich hier ein besseres Leben erhoffen. Mit allen Mitteln wird versucht die Insel zu erweitern, doch das Riff wurde schon bis zur Kante aufgeschüttet und eine Erweiterung ist kaum noch möglich. Die ehemalige Touristeninsel Villingili wurde bereits als "Stadtteil" von Malé zugeordnet. Mittlerweile gibt es auch schon mehrstöckige Büro- und Hotelgebäude in Malé. Blickfang bleibt aber die goldene Kuppel des Islamischen Zentrums in Malé mit der grossen Freitagsmoschee und dem Minarett. Auch wenn es aufgrund der Grösse von Malé kaum sinnvoll ist hier ein Auto zu benutzen, gibt es doch immer mehr davon.

 

Malé (Malediven)

Staat: Malediven

Stadt: Malé

Höhe: 1 m

Fläche: 1,77 km²

Einwohner: 123.400 (Jan. 2010)

Dichte: 21.283,2 Ew./km²

 

Malé (Dhivehi Male’) ist die Hauptstadt und das wirtschaftliche Zentrum der Malediven. Die 123.400 Einwohner zählende Stadt besteht aus der gleichnamigen Hauptinsel Malé im Süden des Nord-Malé-Atolls sowie aus den drei Inseln Villingili, Hulhumalé und Hulhulé, die zusammen eine Fläche von 579,8 Hektar aufweisen.

 

Geschichte

Malé ist seit mehr als 800 Jahren das Zentrum des Inselstaates der Malediven. In jüngster Zeit nahmen Bevölkerung und Bedeutung der Insel derart zu, dass sie künstlich vergrössert werden musste. Über ein Viertel der heutigen Inselfläche entstanden durch Massnahmen zur Landgewinnung. Gemäss der Bauvorschriften auf Malé darf kein Gebäude höher sein als der Turm der Hauptmoschee Male' Hukuru Miskyii, der sogenannten „Freitagsmoschee“. Das Leben auf der Hauptinsel steht seit jeher vollkommen im Kontrast zur beschaulichen Ruhe, die die anderen Malediveninseln ausstrahlen.

Für das Jahr 2016 hat die ISESCO Malé zur Hauptstadt der Islamischen Kultur der asiatischen Region ernannt.

 

Stadtgliederung

Die Stadt selbst besteht aus den sechs Stadtbezirken Henveiru, Galolhu, Maafannu und Macchangolhi, Villingili und Hulhumalé. Die ersten vier Bezirke liegen auf der Hauptinsel Malé. Umgangssprachlich wird die Insel Malé mit der Stadt gleichgesetzt. Villingili, der fünfte Bezirk, liegt westlich der Hauptinsel. Hulhumalé ist eine künstliche durch Landgewinnung entstandene Insel nordöstlich der Insel Malé. Sie ist seit 2004 besiedelt und bildet den sechsten Stadtbezirk. Schliesslich ist noch Hulhulé mit dem Malé International Airport als „offizielle Insel“ Teil der Hauptstadt. Eine weitere künstliche Insel ist auf dem Riff Gulhi Falhu westlich von Villingili zur Verlegung des Hafens in Planung. Bis 2010 wurde im Südosten des Riffs eine rund 10 Hektar grosse und 2,5 Meter hohe Insel aus Korallenmaterial vom Grund der Lagune des Riffs geschaffen.

 

Besiedelung

Als der britische Archäologe H. C. P. Bell 1935 Malé besuchte, beklagte er schon damals die Übervölkerung der Inselstadt, in der damals 5.000 Personen lebten. Die Anzahl der Einwohner hat sich bis heute auf 123.400 (Stand: Januar 2010) vervielfacht. Die Einwohnerzahl der Hauptstadt entspricht 41 Prozent der Gesamtbevölkerung der Malediven.

Um der Überbevölkerung von Malé Herr zu werden, wird seit 1997 an der künstlichen Insel Hulhumalé gearbeitet, die nordöstlich der Insel in rund 3 Kilometer Entfernung liegt. Auf Hulhumalé soll bis 2020 Lebensraum für bis zu 60.000 Menschen geschaffen werden. Die Freigabe zur Besiedlung erfolgte 2004. Seitdem bildet die Insel den sechsten Stadtbezirk der Hauptstadt. Malé ist heute die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt mit 47.415 Einwohner pro Quadratkilometer ohne Einrechnung von Hulhumalé und der Flughafeninsel Hulhule. Mit diesen Inseln beträgt die Bevölkerungsdichte der Gesamtstadt 21.283 Einwohner pro Quadratkilometer.

 

Infrastruktur

In Malé befinden sich die wichtigsten Krankenhäuser, alle höheren Schulen des Inselstaates, Behörden sowie die Regierung. Auch das Hauptquartier der Sicherheitskräfte der Malediven, die über kein Militär verfügen, und das Zentrum von Gewerbe und Handel befinden sich hier. Der Hafen ist ständig ausgelastet.

 

Die Versorgung mit elektrischer Energie wird in Malé, wie auch in den restlichen Malediven, von der State Electric Company Limited (STELCO) sichergestellt. STELCO betreibt dort mit einer installierten Leistung von 35 Megawatt das grösste Kraftwerk der Malediven. Der Strom wird mit Hilfe von Dieselgeneratoren erzeugt, die täglich 115.000 Liter Diesel verbrauchen. Das Stromsystem von Malé beruht auf 220–240 Volt.

 

Für die Wasserversorgung und -entsorgung der Hauptstadt ist die Male' Water & Sewerage Company Pvt. Ltd (MWSC) zuständig. Das Wasser wird als Brackwasser aus 50–60 Meter Tiefe gepumpt und über Umkehrosmose gereinigt und entsalzt und anschliessend mit Chlor zur Erhöhung der Haltbarkeit versetzt. Die Wasserentsorgung erfolgt dabei ohne Kläranlage direkt ins Meer. Die Entsorgung des Mülls von Malé übernimmt die Waste Management Section, die den Müll auf die künstliche Insel Thilafushi bringt, wo er zum Verfüllen und damit zur Landgewinnung verwendet wird.

 

Malé International Airport

Die Insel Hulhulé, auf der sich heute der Malé International Airport befindet, war einst eine dicht bewaldete Insel. Diese wurde mit einer zweiten verbunden, worauf man 1966 die Flughafenpiste fertigstellte. In den letzten Jahren plante man Land für eine weitere Landebahn aufzuschütten. Hulhulé ist rund 1,5 Kilometer von Malé entfernt.

 

Schreibweise

Schon seit vielen Jahrzehnten wird diskutiert, wie der Name der Inselhauptstadt in englischer Transkription geschrieben werden sollte. Verschiedene Schreibweisen sind in Gebrauch: Male, Malé, Male’ etc. Manche geben Malé den Vorzug, andere haben sowohl den Apostroph wie auch den Akzent fallen lassen. Die Malediven selbst schreiben die Stadt Male'.

 

Am 26. Dezember 2004 wurde Malé von einem Tsunami infolge eines Seebebens im Indischen Ozean überflutet.

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