Montag, 18. April 2016: Gan, Feydhoo, Maradhoo
Um 9h fahren wir an Land und rufen ein Taxi. Mit Leena und Peter geht es nach Hitadhoo. Peter muss zum Zahnarzt und wir anderen möchten ein wenig shoppen gehen. Schliesslich ist Hitadhoo die zweitgrösste Stadt der Malediven! Wir sind noch nicht richtig in der Stadt, als es auch schon wieder zu schütten beginnt. Der Taxifahrer bringt uns vor eine Zahnarztpraxis und zuerst steigt Peter aus, um zu fragen, ob und wann er behandelt werden kann. Es dauere etwa eine halbe Stunde meldet er uns ins Taxi. Wir steigen auch aus und sind schon von den vier Schritten bis zur Türe nass. Wir warten die ½ Stunde im Wartesaal bis Peter wieder kommt. Es regnet ununterbrochen und in Strömen. Die Strassen gleichen Flüssen. Alles steht unter Wasser. Wir rufen den Taxifahrer herbei und fragen ihn, wo wir einen neuen Akku für unsere Handfunke bekommen könnten. Der Fahrer fährt zu zwei Läden, aber beide haben das Teil nicht. In Malé gibt es so etwas. Nun machen wir noch einen Einkauf in einem Supermarkt, wo, wie in allen Supermärkten hier, das Sortiment an Pflegeprodukten und Parfums viel grösser ist als das der Lebensmittel. Eigentlich wollten wir uns Hitadhoo ein wenig anschauen, aber bei dem Regen hat das keinen Sinn. Und so fahren wir zurück zum Hafen von Feydhoo/Maradhoo, wo unsere Dinghys ziemlich voll mit Regenwasser liegen. Im Restaurant „City Bend“ essen wir gut zu Mittag und warten auf den Agenten Maththi. Wir übergeben ihm unsere Papiere um für morgen auszuklarieren. Kurz nach 13h sind wir wieder auf unseren Schiffen.
Gegen 17h kommt ein Katamaran, die kanadische „Pedoja“ auf unseren Ankerplatz. Jetzt sind wir vier Schiffe hier. Die Flomaida, die Nicone, die MABUHAY und eben diese Pedoja. Gegen 18h45 kommt ein Motorboot mit grellem Blitzlicht angebraust und fährt zu der Pedoja. Das Motorboot bleibt ca. eine Stunde beim Katamaran und kommt dann zu uns, längsseits. Es ist 19h50 und dunkel. Auf dem Motorboot steht „MNDF“, was immer das auch heisst. Ein Uniformierter steigt ungefragt einfach mit seinen Schuhen zu uns an Bord. Er will unser Traveller Permit (die Fahrterlaubnis für die Malediven) sehen. Die können wir ihm aber nicht zeigen, weil wir sie heute Nachmittag an Maththi, den Agenten, für die Ausklarierung gegeben haben. Auf dem Boot sind fünf (5) Männer. Der Uniformierte teilt uns mit, dass wir morgen früh um 7h30 diesen Ankerplatz hier verlassen müssen, und zum Industriehafen im Norden gehen müssten. Wir sind platt und haben keine Ahnung was das jetzt soll. Wir sind seit 10 Tagen hier an diesem Ort und hatten bis jetzt kein Problem, ausser gestern die Drifterei bei dem Sturm.
Dienstag, 19. April 2016: Gan, Feydhoo, Maradhoo 7 sm
Um 7h50 kommt das gleiche Motorboot wie gestern, auch heute mit den fünf Mann an Bord. Bei uns beanstandet der Uniformierte die Gastlandflagge. Wir müssen sie sofort herunternehmen, weil sie am Sonntag bei dem Sturm zerfleddert ist…. Nun werden alle vier Schiffe zum neuen Ankerplatz ganz im Norden des Atolls eskortiert, etwa 3,5 sm (oder fast 7km) weit. Die Flomaida ist als erste dort und teilt dem Uniformierten mit, dass wir alle hier nicht ankern werden, weil wir über das Riff müssten und es zu viele Korallenblöcke und Felsen im Wasser hat. Die Flomaida, Dagmar und Christof, verhandeln für uns und etwa eine Stunde später fahren wir, d.h. Flomaida, Nicone und MABUHAY wieder südwärts, vorbei an unserem alten Ankerplatz, um in oder vor der Lagune bei Gan zu ankern. Bedingung ist, dass wir an der CoastGuard vorbei gehen, wenn wir an Land wollen. Aha, wir sind also hier ganz schön unter Kontrolle! Es ist 10h als wir auf 30m ankern. Ungefähr eine Stunde später kommt auch der Katamaran Pedoja und ankert neben uns. Und jetzt wissen wir endlich auch, was das Ganze eigentlich sollte. Die Pedoja hat einen Hund an Bord und die Frau ist gestern Abend mit dem Hund an Land gewesen. Auf den ganzen Malediven sind Hunde aus Glaubensgründen strengstens verboten!
Wir können es nicht glauben, das ganze Theater wegen einem kleinen Hund! Und vor allem können wir nicht fassen, dass drei Schiffe wegen einem kleinen Kläffer bestraft werden, anstatt nur der betreffende Katamaran.
Am Nachmittag lässt Paul ein Reinigungsprogramm durch unseren Wassermacher laufen. Es stellt sich heraus, dass vermutlich die Membrane kaputt ist und ersetzt werden muss.
Abends gehen wir mit Flomaida und Nicone zu Fuss nach Feydhoo um im „Sea House“ eine Pizza zu essen. Später kommt Maththi dazu und übergibt der Flomaida und uns die Ausklarierungspapiere und die Pässe. Übrigens grüsst er mich jetzt und wir plaudern sehr nett zusammen. Er übergibt jedem der drei Schiffe eine Tüte voll mit Mangos. Das wissen wir alle sehr zu schätzen und kehren gutgelaunt zu unseren Schiffen zurück.
P.S. heute vor 13 Jahren haben wir die MABUHAY in Spanien getauft.
Mittwoch, 20. April 2016: Gan
In der Nacht hat es geregnet und am Morgen kommt wieder mal ziemlich heftiger Wind auf. Der Tag ist eher bewölkt.
Ab sofort sind wir hier auf den Malediven quasi illegal. Unsere 90 Tage Aufenthalt sind gestern abgelaufen und wir haben ausklariert. Aber die Behörden sind hier scheinbar grosszügig und man darf die Abreise um ein paar Tage verzögern. In unserem Falle kommt seit gestern noch das Problem des Wassermachers dazu, der nur noch pures Salzwasser produziert. Wir bestellen in Deutschland zwei neue Membranen. Ausserdem treibt sich im südlichen Indischen Ozean der Cyclon „Fantala“ herum und dem möchten wir nicht unbedingt begegnen, also warten wir hier auf das Paket aus Deutschland und darauf, dass sich der Cyclon auflöst.
Als wir am 22.Januar im Norden der Malediven ankamen, haben wir uns gedacht: oh je, was machen wir 3 Monate auf diesen Malediveninseln? Aber die 90 Tage sind sehr schnell vorbeigegangen. Wir haben in der Zeit 21 Riffe, Inseln und Lagunen besucht und viel Schönes gesehen. Je weiter wir südlich kamen, desto besser hat es uns gefallen. Das Highlight waren natürlich die Mantas und der Walhai, die wir gesehen haben. Im Ganzen haben wir auf den Malediven 642,3 sm oder 1189,5 km im ZickZack zurückgelegt und dafür haben wir 186 Liter Diesel verbraucht.
Unser nächstes Ziel ist die Insel Rodrigues, Mitten im Indischen Ozean, etwa 1300 sm, ca. 2400km südlich von den Malediven.
Donnerstag, 21.April 2016: Gan
In der Nacht bläst und regnet es wieder sehr heftig, bis zu 30 Knoten Wind. Paul sitzt über 2 Stunden im Cockpit und beobachtet die Lage.
Um 10 h kommt die Coast Guard mit ihrem Boot mit 6 Mann längsseits zu uns und fragt, wieso wir nicht gestern ausgelaufen sind, wir hätten doch ausklariert. Wir teilen den Männern mit, dass wir erstens ein Problem mit dem Wassermacher haben und auf ein Paket aus Deutschland warten müssen und zweitens das Wetter zu schlecht sei um rauszufahren. Der Cyclon Fantala wütet immer noch im südlichen Indischen Ozean herum.
Der ganze Morgen ist grau in grau und immer wieder regnet es leicht und der Wind bläst. Super Maledivenwetter!
Freitag, 22.April 2016: Gan
Ah heute scheint wieder die Sonne und wir sind sofort wieder „aufgestellter“. Um 11h30 sind wir mit Leena und Peter unterwegs in den Ort Feydhoo. Nur haben wir leider nicht bedacht, dass ja heute Freitag ist und damit alle Geschäfte bis um 14h geschlossen sind. Wir haben aber trotzdem Glück, dass das Restaurant „Sea House“ ein Auge zudrückt und wir trotzdem etwas zu Trinken und zu Essen bekommen. Danach laufen wir bis nach Maradhoo, wo die meisten Geschäfte immer noch geschlossen sind und kehren wieder zurück nach Gan. Unterwegs können wir am Ufer vier kleine Schwarzspitzenriffhaie im seichten Wasser beobachten. Um 17h sind wir zurück auf den Schiffen und geniessen das „kühle“ (ist nicht so besonders kühl!) Bad im Meer. Leider ist das Wasser an unserem „Zwangsankerplatz“ nicht sehr sauber, dank der grossen Bauarbeiten, die am Ufer mit Baggern und Traxen erledigt werden. Ausserdem hat es viele Fliegen und Mücken. Aber es hat dafür eine ganze Menge Schildkröten, die immer wieder ihre Köpfe aus dem Meer strecken.
Inzwischen sind zwei neue Segelschiffe hier eingetroffen.
Samstag, 23.April 2016: Gan
Nein, nicht schon wieder! Morgens um 02h fängt es wieder an zu blasen (bis 30 Knoten) und es hat heftige Wellen. Dazu regnet es kurz. Eines von den beiden Schiffen, die gestern hier eingetroffen sind, driftet irgendwann gegen Morgen und ankert neben uns, es ist die „Ilusión“.
Wir müssen unsere Ausklarierungspapiere und Pässe wieder an den Agenten Maththi abgeben. Wir sind zu lange hier seit der Ausklarierung und die Papiere müssen abgeändert werden.
Wir warten immer noch auf das Paket aus Deutschland, das mit FEDEX nach Malé gesandt wird. Gemäss Trackingliste war es gestern in Paris und ist heute in Dubai.
Nach dem Sundowner auf der „Nicone“, backen wir noch unser Brot. Aber irgendetwas stimmt da nicht! Es kommt kein feiner Backstubenduft hinauf ins Cockpit. Ja klar, die Gasflasche ist leer! Aber weil es schon dunkel ist, hat Paul keine Lust die Gasflaschen auszutauschen und wir nehmen das Brot ohne schöne hellbraune Farbe aus dem Backofen. Aber gut ist es trotzdem geworden!
Sonntag, 24.April 2016: Gan
Es war eine sehr ruhige Nacht und heute ein meist sonniger Tag. Wir laufen nach Feydhoo/Maradhoo um 20 Liter Wasser in 5l Kanistern zu holen. Da ja unser Wassermacher ausser Betrieb ist, wollen wir nicht plötzlich ohne Trinkwasser da stehen. Im kleinen Restaurant „Coffee Max“ essen wir zu Mittag. Es gibt vom Buffet Chickencurry (sehr scharf!!!), dazu Reis und ein winziges Portiönchen Salat. Danach warten wir im Restaurant „3S Lounge“ bei einem Limonensaft auf Maththi und kaufen im 3S Supermarkt kurz ein. Auf dem Rückweg, dem Meer entlang nach Gan, staunen wir über die Erd(Sand)bewegungen die hier von der holländischen Firma Van Oord gemacht wird. Da wird gebaggert und getraxt wie die Weltmeister. Den Nachmittag verbringen wir an Bord. Unsere Membranen für den Wassermacher sind jetzt in Malé.
Montag, 25.April 2016: Gan
Der kanadische Katamaran „Pedoja“ fährt heute für fünf Tage raus, um irgendwo zu schnorcheln, wie er sagt. Wegen dem, d.h. wegen seiner Frau und seinem Hund, die unerlaubt an Land Gassi gegangen sind, müssen wir hier an diesem „Zwangsankerplatz“ mit dem schmutzigen Wasser liegen. Wir finden das den absoluten Gipfel der Frechheit!!!
Bis um 16h30 sind wir an Bord. Danach laufen wir mit „Nicone's“ in den Ort Feydhoo und nach einem kleineren Einkauf essen wir im Restaurant „seer fish“ ein einfaches Abendessen. Der maledivische Chef wohnt seit 15 Jahren in Zürich und zeitweise hier in den Malediven und spricht sogar „Schwyzerdütsch“! Zwei von den Serviermännern die uns bedienen sprechen Hochdeutsch.
Unsere Membranen sind in Malé und warten auf den Zoll.
Dienstag, 26.April 2016: Gan
Wieder ein schöner sonniger Tag mit leichtem Wind. Erst am Nachmittag regnet es einmal ganz kurz. Der „Hunde-Katamaran“ ist wieder da, als sei nichts gewesen.
Paul stürtzt sich heute in seine Taucherausrüstung und montiert eine neue Anode beim Propeller. Und weil er schon mal unten ist, entfernt er gleich noch ein paar Entenmuscheln vom Kiel.
Mittwoch, 27.April 2016: Gan
Um 8h funkt uns Peter von der „Nicone“ an, ob Paul mit dem Dinghy helfen komme, einen Segler zu empfangen und in die Lagune zu geleiten. Der Segler hatte Probleme mit dem Motor, aber jetzt funktioniert er tadellos, aber mit der Ankerwinde hat er ein Problem. Es ist 8h20, ich bin alleine auf der MABUHAY, als das Tauch-Dhoni, das jeden Tag um diese Zeit vorbeifährt, um im „Equator Village Resort“ mit den Gästen tauchen zu gehen, mit vollem Garacho auf uns zu fährt und uns seitlich an Steuerbord (rechts) rammt. Es gibt einen fürchterlichen Schlag, als das Dhoni wie eine Billardkugel auf uns prallt. Ich bin geschockt und schaue mir den Schaden an. Eine Relingstütze ist verbogen, das Holz an der Fussreling ist zersplittert und das GFK am Rand des Decks und Fussreling ist aufgerissen. Der Dhonifahrer stoppt sein Boot und sagt: don't worry! Er komme auf der Rückfahrt bei uns vorbei um die Sache zu besprechen. Ich schlottere wie ein Hund! Als Paul zurück kommt melden wir den Fall unserem Agenten Maththi und fotografieren die Schäden. Maththi will die Cost Guard oder die Polizei einschalten. Mal schauen was jetzt weiter passiert.
Und tatsächlich, gegen 13h30 kommt der Crash-Dhonifahrer und entschuldigt sich bei uns, wegen dem Ramponieren unseres Schiffes. Er sagt, das Ruder des Dhonis habe nicht funktioniert. Er heisst Ali und wir zeigen ihm die Schäden. Er will die ganze Sache in 2½ Tagen reparieren. Wir sind sehr skeptisch. Wir einigen uns auf einen Kompromis. Paul löst die gekrümmte Relingsstütze, Ali lässt sie morgen neu richten und schweissen und er selber kommt morgen Nachmittag zu uns an Bord und flickt die kaputten Stellen im GFK. Was mit dem gesplitterten Holz passiert, ist noch nicht so klar. Paul traut den Handwerkern hier nicht zu, das in so kurzer Zeit neu zu machen, das erscheint uns unmöglich. Am Samstag wollen wir von hier weg segeln und wir haben immerhin etwa 2500 km Strecke bis Rodrigues vor uns.
Um 17h ruft Maththi an, er habe unser Paket mit den Membranen für den Wassermacher. Wir begeben uns an Land und übernehmen strahlend das 2,04 kg schwere Paket. Wir essen im „seer fish“ Restaurant zu Abend.
Donnerstag, 28.April 2016: Gan
Um 7h fängt Paul an zu rumoren. Er nimmt den Wassermacher auseinander, um die neuen Membranen zu montieren. Gegen 8h20 ruft Ali an, wir sollen ihm die kaputte Relingsstütze an Land bringen. Er muss heute nicht zum Tauchen, scheinbar hat er sich frei genommen. Pünktlich auf die Minute, 9h00 ist er beim Treffpunkt an Land und wir übergeben ihm die Stütze. Wir kehren zur MABUHAY zurück. Um 11h funktioniert unser Wassermacher wieder tadellos.
Um 14h30 rufen wir Ali an, um zu fragen, wo er denn bleibe. Er komme in einer halben Stunde. Jetzt ist es 16h und kein Ali ist in Sicht! Endlich, um 16h50 kann Paul den Sohn des Schiffsbesitzers und Ali an Land abholen. Die beiden werkeln etwa 40 Minuten und füllen den Riss im GFK mit Epoxy aus. Sie übergeben uns die „reparierte„ Relingsstütze. Die ist immer noch krumm, sie haben sie einfach mit würgen gerade biegen wollen. Drei Stunden hätten sie daran gearbeitet!!! Paul weist sie zurück, das verkrümmte Stück müsse abgeschnitten werden und ein neues Stück angeschweisst werden. Sie nehmen das Teil wieder mit und versprechen, es morgen Nachmittag wieder zu bringen.
Weil der Dhoni-Besitzer keine Versicherung hat, verlangen wir auch noch den Ersatz des gesplitterten Holzes. Jetzt haben wir zwei dicke, sauschwere Hartholzbretter auf dem Schiff. Die Reparatur werden wir in La Réunion oder in Südafrika machen lassen.
Am Abend erhalten wir ein SMS von Maththi. Wir werden aufgefordert, KEINEN Müll mehr auf dem Platz bei der Coast Guard in die Müllfässer zu schmeissen. Wir sollen den Müll beim 3S Supermarkt in die Tonne werfen. Wir haben für 98 Tage Aufenthalt auf den Malediven 1350 US$ bezahlt, und dafür dürfen wir jetzt den Müll etwa 1 km durch den Ort bis zum Supermarkt tragen. Das ist echt Segler- und Touristen freundlich!
Freitag, 29.April 2016: Gan
Um 9h können wir an Land um die Ausklarierungspapiere in Empfang zu nehmen. Das erfahren wir aber nicht persönlich vom Agenten sondern von Drittpersonen. Um 13h30 laufen wir zum letzten Mal in den Ort Feydhoo, essen im Restaurant „Sea House“ mit Leena und Peter zu Mittag, kaufen für unsere letzten Rufiyaas ein und kehren zur MABUHAY zurück. Nun ist es fast 17h, unsere Relingsstütze haben wir immer noch nicht zurück erhalten.
Um 18h erhalten wir endlich unsere Relingsstütze zurück. Sie ist absolut scheusslich geschweisst und poliert. Jeder Lehrmeister würde das Teil seinem 1.-Lehrjahr-Stift um die Ohren hauen!
Der Bursche, der uns gerammt hat und sein Kollege, haben doch die Frechheit zu fragen, ob wir Bier an Bord haben.
Genau heute vor 10 Jahren haben wir unser Heim verlassen um auf grosse Abenteuerreise zu gehen!
Samstag, 30.April 2016: von Gan (Malediven) unterwegs nach Rodrigues (Mauritius) 1.Tag
Obwohl wir sehr viel Schönes in den Malediven erlebt und gesehen haben,verlassen wir die Malediven leider mit eher negativen Gefühlen. Und zwar wegen den unguten Vorkommnissen der letzten Tage, schade!
Mit „Nicone“ und den Spaniern Soledad und Julio von der „Ilusión“ verlassen wir um 8h30, mit Null Wind das Addu Atoll und damit die Malediven. Nach 3 Stunden verabschieden sich die beiden anderen Schiffe von uns und wir sind alleine. Die beiden wollen mindestens eine Geschwindigkeit von 4 Knoten pro Stunde fahren. Wir wollen segeln, auch wenn es sehr langsam geht (etwa mit 2,5 Kn), weil wir nicht so viel Diesel wie die anderen an Bord haben.
Sonntag, 1.Mai 2016: unterwegs nach Rodrigues, 2.Tag, 107,4 sm
Wir müssen die ganze Nacht motoren. Im Morgengrauen kehrt die „Nicone“ um und fährt zurück nach Gan. Ihr Autopilot funktioniert nicht mehr und sie müssten die ganze, sehr weite Strecke bis nach Rodrigues von Hand steuern. Paul macht für mich eine Stunde länger Nachtwache, weil ich scheinbar nicht wachzurütteln bin. Danke Skipper!!! Es hat eine sehr grosse Dünung, ohne wirkliche Wellen. Das Wasser ist fast spiegelglatt und eine Gruppe Delfine begleitet uns etwa 20 Minuten lang. Sie machen zwar keine Saltos, aber sie pfeilen uns wie der Blitz am Bug voraus. Wunderschön! Gegen Abend kommt endlich ein wenig Wind auf, aber genau auf die Nase, aus Süden und da wollen wir doch hin. Ein wunderbares „Kreuz des Südens“ steht genau über unserem Schiff, schön!
Montag, 2. Mai 2016: unterwegs nach Rodrigues, 3.Tag, 101,8 sm
Wir kreuzen, der Wind ist genau auf die Nase und wir wollen Diesel sparen. Abends sehen wir beim Sonnenuntergang einen Super-Greenflash. So einen schönen haben wir noch nie gesehen. Auf die Nacht kommt endlich der „richtige“ Wind auf und wir können mit 2,5 – 4 Kn segeln. Nach stundenlangem, nervtötendem Motorenlärm ist es herrlich, nur noch das Plätschern des Wassers zu hören. Das ist richtig entspannend. Wir hatten ausgemacht, dass die drei Schiffe jeden Tag um 11h und 19 h zusammen funken. Wir funken mit der „Ilusión“.
Dienstag, 3. Mai 2016: unterwegs nach Rodrigues, 4.Tag 82,3 sm
Wir sind die ganze Nacht gesegelt, zwar langsam, aber sehr komfortabel und in die richtige Richtung. Wir funken 2 mal täglich mit der „Ilusión“. Der Chagos-Archipel liegt jetzt querab auf der Steuerbordseite und von hier an haben wir KEINE Internetverbindung über den Pactor und Sailmail mehr. Also haben wir auch keine Wetterprognosen mehr. Aber das macht nichts, das Wetter macht sowieso, was es will.
Mittwoch, 4. Mai 2016: unterwegs nach Rodrigues, 5.Tag 69,2 sm
Wir haben einen Vogel! Es ist eine weisse Möwenart mit schwarzen oder braunen Flügeln. Er umrundet beim Einnachten ein paar Mal unser Schiff und lässt sich dann zuoberst auf dem Mast häuslich nieder. So balanciert er die ganze Nacht mit uns südwärts. Pünktlich zur Wachablösung um 6h verlässt er seinen Ausguckposten, aber nicht, ohne seine Visitenkarte auf dem Deck zu hinterlassen…! Wir lassen den Chagosarchipel rechts liegen und kreuzen mit SSW Wind südwärts.
Donnerstag, 5. Mai 2016: unterwegs nach Rodrigues, 6.Tag 81,7 sm
Heute Nacht hatten wir vermutlich keinen Vogel an Bord. Aber ein Vogel muss im Vorbeiflug einen unheimlichen Dünnpfiff gehabt haben. Unser Deck ist nämlich total und scheusslich versaut. Unterwegs begegnen wir hie und da einem grossen Tanker oder Containerschiff. Wir segeln und motoren abwechselnd ein wenig.
Wir funken 2 mal täglich mit der „Ilusión“.
Freitag, 6. Mai 2016: unterwegs nach Rodrigues, 7.Tag 101,4 sm
Mussten die ganze Nacht durch Dunkel- und Diesigkeit motoren. Es hat viel zu wenig Wind. Es ist Neumond und es hat unheimlich viele Sternschnuppen. Ich habe noch nie so viele gesehen! Endlich ab morgens 6h können wir wieder mal richtig gut segeln mit 5Kn Speed und Richtung 140°, toll.
Wir funken 2 mal täglich mit der „Ilusión“.
Samstag, 7. Mai 2016: unterwegs nach Rodrigues, 8.Tag 110,1 sm
Jetzt geht aber die Post ab: Wind 24 Kn, Speed 5-7Kn, etwa 3m hohe Wellen. Grosses Rodeoreiten! Dieser starke Wind war in den Wetterprognosen nicht vorausgesagt. Es ist den ganzen Tag stark bewölkt und es bläst heftig.
Beim 19h Funk teilt uns Julio mit, er habe eine schlechte und eine gute Nachricht. Etwa 2/3 des Ruders der „Ilusión“ seien abgebrochen, aber er könne trotzdem noch „normal“ mit der Windfahne segeln. Julio möchte von nun an öfter mit uns in Funkkontakt bleiben. Wir einigen uns auf 6h00 /
12h00 / 18h00 / 24h00.
Die „Ilusión“ ist 17 sm hinter uns. Wir reduzieren ab sofort unser Tempo um auf sie zu warten.
Sonntag, 8.Mai 2016: unterwegs nach Rodrigues, 9.Tag 130,7 sm
Um 6h Funk mit Julio. Sie sind jetzt 26 sm hinter uns!!! Die Nacht war ziemlich „ruhig“, nur 12 – 17Kn Wind aus SE. Trotzdem sind wir schnell, ohne es zu wollen. Haben nur noch zwei kleine Stücke Segel draussen. Um 9h haben wir schon wieder 24Kn Wind und riesige Wellen. Wir sind schnell wie verrückt, 7,5Kn. Wir verkleinern nochmals die Segel und bremsen um auf die „Ilusión“ zu warten. Fahren jetzt mit 2Kn statt mit 7Kn. Wir werden von den mächtigen Wellen wild hin– und hergeschüttelt. Ein brauner Vogel hockt auf dem Dinghy. Beim Abendfunk frage ich Julio, ob sie mit uns nach Rodrigues kommen, oder zu ihrem eigentlichen Ziel La Réunion fahren werden. Sie wissen es noch nicht. Im Moment sind sie 30sm hinter uns, aber ein ganzes Stück südlicher.
Der ganze Tag ist sehr stark bewölkt und es hat sehr viele Squalls (heftiger Wind meistens mit Regen).











































