Rodrigues: Port Mathurin, 23.05. - 31.05.2016, Teil 1
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Montag, 23. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

Diese Nacht haben wir zum ersten Mal seit ewigen Zeiten wieder einmal eine Wolldecke in einem Duvetanzug zum schlafen gebraucht. In den Malediven hatten wir immer 33°, hier schöne 25 oder 26°. In der Nacht deutlich weniger. Zum schlafen richtig angenehm.

Paul und ich sind den ganzen Morgen, d.h, 3 Stunden in der öffentlichen Bibliothek im Internet. Wir hatten gehofft, dass dort die Verbindung besser sei als von unserem Schiff aus. Aber leider war dem nicht so. Es dauert unendlich, bis ich ein einziges mail raus senden kann. Den Nachmittag verbringen wir an Bord mit Bericht schreiben, unzählige Fotos sortieren und davon viele löschen!!!!

Dienstag, 24. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

In der Nacht Regen aber am Morgen wieder sonnig.

Heute herrscht unter den Seglern grosse Aufregung. Ein französischer Segler, der am Samstag mit seinem kleinen Segelboot ausgelaufen ist, ist gestern draussen auf dem Meer gesunken. Der Franzose konnte gerettet werden und wurde heute zurück nach Port Mathurin gebracht.

Scheinbar sei die Meldung darüber im Fernsehen gekommen. Wir sind alle ziemlich betroffen.

Die „Ilusion“, die wir während unserer Fahrt hierher „betreut“ haben, ist heute nach La Réunion abgefahren. Wir haben vergeblich auf eine Einladung zum „sundowner“ oder etwas Ähnlichem gewartet…!

Um 10h sind wir mit Esther, Gladys und ihrem kleinen Sohn Joshua im CARE-CO, um uns die Schule für die behinderten Kinder anzuschauen. Birgit bringt uns zu Susanne, der Leiterin der Schule. Hier hat es 50 Kinder die sehbehindert sind, taubstumm, geistig behindert und autistisch. Sie tragen alle eine schöne Schuluniform, bordeauxrote Hosen oder Jupes und hellgelbe Hemden oder Blusen. Wir singen zusammen den „Frère Jacques“ und die Kinder freuen sich sehr. Was uns Susanne erzählt ist sehr interessant. Um 11h gibt es für die Kinder Mittagessen und wir verabschieden uns von ihnen. Paul und ich gehen zum EMTEL-Laden um Internetguthaben aufzuladen und essen danach im „Villa Resto“ das Tagesmenü für 130 Rupien (ca.3.80 Sfr.). Es gibt ein winziges Schälchen mit Papayasalat, eine gute Suppe, Poulet- oder Rinds-Frikassee (grosse Fleischstücke), dazu Reis. Alles ist sehr reichhaltig (sehr viel Fleisch!) und vor allem wunderbar gut.

Mittwoch, 25. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

Es ist ein sonniger, leicht bewölkter Morgen.Schon kurz nach 8h wird Mario von der MARES von Paul auf unseren Mast gekurbelt. Paul ist nicht sicher, ob während unseres Höllenrittes von den Malediven bis hier nach Rodrigues, dort oben auf dem Mast etwas kaputt gegangen ist. Aber alles scheint in Ordnung zu sein.

Um 10h sind Paul und ich beim Busbahnhof. Heute machen wir nur zu zweit einen kleinen Ausflug. Nach einer Stunde Busfahrt sind wir ganz am südwestlichsten Ende der Insel. In Plaine Corail, wo sich der Flughafen befindet. Wir laufen etwas über eine Stunde und suchen uns einen schönen

Picknickplatz wo wir mit der Gesellschaft von Geissen und mit Blick aufs Meer picknicken. Wir haben kaum fertig gegessen, fängt es leider schon an zu regnen. Wir suchen Schutz hinter einem kleinen Gebäude, vor allem um dem starken Wind zu entgehen. Nachdem der Regen aufgehört hat, laufen wir wieder etwa 1½ Stunden und nehmen den Bus zurück nach Port Mathurin. Gegen 15h sind wir wieder auf der MABUHAY. Unser Ausflug war zwar kurz, aber trotzdem sehr schön. Wir sind immer wieder erstaunt, wie sauber diese Insel ist. In den Geschäften sind Plasticksäcke verboten, jeder muss seine eigene Einkaufstasche mitbringen. Das ist super und das merkt man auch!

Am Abend und in der Nacht regnet es immer wieder.

Donnerstag, 26. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

Gestern hiess es, heute käme ein Versorgungsschiff und wir müssten um 7h raus aus der Ankerbucht. Dann sagte man uns, das Schiff habe Verspätung und es komme erst gegen 15h und alle Segler (im Moment 9 Schiffe) müssten um 14h hier weg sein. Es ist stark bewölkt und bläst immer wieder in Böen. Und tatsächlich, um 14h kommt die „ANNA“ herein und macht an der Hafenmauer fest. Um 15h liegen alle 9 Segelschiffe vor Anker in der Bucht. Mich ärgert das Ganze ziemlich. Heute ist nämlich „Fronleichnam“ und um 15h findet die Fronleichnams-Prozession statt, die ich mir sehr gerne angeschaut hätte.

Natürlich hat es draussen, als wir auf die „ANNA“ warten mussten, mit 30 Knoten geblasen! Gegen Abend und in der Nacht öfters Regen.

Freitag, 27. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

Es bläst den ganzen Tag wie verrückt. Wir laden die MARES-Crew zu uns zum Sundowner ein. Es wird ein sehr lustiger und langer Abend.

Samstag, 28. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

Paul und ich machen einen Grosseinkauf im Supermarkt. Man merkt gut, dass ein Versorgungsschiff angekommen ist. In den Läden sind die Regale wieder voll mit feinen Sachen und es hat unheimlich viele Einheimische die heute einkaufen.

Es ist wieder soweit. Nachdem die „ANNA“ ent-und beladen wurde, fährt sie heute wieder zurück nach Mauritius. Um wieviel Uhr ist noch nicht so richtig klar. Vorgesehen war 14h aber wir sind gespannt, wann es wirklich losgeht und wir wieder alle raus müssen. Jetzt sind wir noch 7 Segelschiffe hier. Die Franzosenfamilie von der „Ubik“ hat uns gestern verlassen und die „Flomaida“ heute. Um 16h müssen alle raus aus der Bucht.

Sonntag, 29. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

Von den 7 Schiffen die hier liegen, machen heute die Crews von 5 Schiffen zusammen eine Wanderung. Paul und ich gehen um kurz nach 9h an Land. Am Sonntagmorgen ist Port Mathurin wie ausgestorben. Keine Autos, keine Fussgänger unterwegs. Wir müssen bei der Bank vorbei, Geld holen. Dann geht es zur Bäckerei, frische Baguettes kaufen. In einem kleinen Supermarkt, der am Sonntagmorgen geöffnet ist, kaufen wir unser Picknick ein. An der Kasse sehe ich einen Mann, der eine einzelne, offene WC-Papier-Rolle kauft!

Um 10h treffen wir uns alle am Busbahnhof. Wir sind 10 Erwachsene und 2 Kinder. 5 Franzosen, 2 Türken und 5 Schweizer. Per Bus geht es auf die andere Seite der Insel, nach Mont Cabris. Dort steigen wir aus und marschieren sofort los, hinunter zum Meer. Wir laufen dem Meer entlang südwärts und bei der Anse Mourouk gibt es um 13h endlich ein fürstliches Picknick. Das Türkenpaar aus Istanbul hat für uns alle zwei Sorten pikante Küchlein gebacken und gefüllte Auberginen gemacht. Mmm, alles sehr gut. Dazu verdrückt dann noch jeder sein eigenes Picknick. Mario und die beiden Mädchen Laura und Onja baden im Meer, allen anderen ist der stetige Wind zu kalt. Um 15h laufen wir zur nächsten Bushaltestelle bei Port Sud Est und nehmen den Bus zurück nach Port Mathurin. Gegen 16h30 sind wir alle wieder wohlbehalten auf unseren Schiffen.

Wunderschön war's und das Wetter war auch herrlich! Gegen Abend gibt es ein paar Regentropfen.

Montag, 30. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

Paul will unbedingt laufen gehen. Das Wetter ist schön, also gehen wir laufen. Wir laufen zum Markt, kaufen 4 Äpfel und beim Busbahnhof kleine Küchlein. Das ist unser Picknick, das wir bis zur Abfahrt des Busses, schon im Auto sitzend verdrücken. Endlich fährt der Bus um 13h10 los. Wir fahren 45 Minuten, für 27 Rupien (keine 90 Rappen) über die Berge bis nach Baladirou (da fahren wir nur hin, weil mir der Name so gut gefällt)! Rodrigues hat ein sehr gutes Busnetz. Nur leider sind die Haltestellen nicht angeschrieben und wir haben keine Ahnung, wann wir aussteigen sollen. Zum Glück ist Baladirou eine Endstation, wo der Bus um ein Rondell und von hier wieder zurück nach Port Mathurin fährt. Ausser dem Rondell gibt es hier gar nichts, keine Häuser, keine Geschäfte einfach nichts. Wir laufen dem Meer entlang bis zur Grande Baie und von dort immer weiter bis wir wieder zurück in Port Mathurin sind. Unterwegs trinken wir im „Marlin bleu“ ein Bier und laufen am Friedhof vorbei weiter bis zum Hafen. Um 16 h sind wir zurück auf der MABUHAY. Auch dieser kleine Ausflug zu Zweit war wieder sehr schön!

Dienstag, 31. Mai 2016: Rodrigues, Port Mathurin

Heute ist wieder mal ein Tag zum Wäsche waschen und die Wäsche anzunageln. Es bläst in Böen wie verrückt. Beim Frühstück kommen wir schon in den Genuss einer kleinen Akrobatik-Show. Unsere Nachbarn vom gelben Schiff, ein französisches Ehepaar Delphine und Franc, mit der 8-jährigen Onja, sind Akrobaten. Sie leben auf ihrer Weltreise von den Vorstellungen, die sie unterwegs in den Häfen geben. Paul wird fast schlecht, als er sieht, was die, sich nur an Tüchern die oben am Mast befestigt sind haltend, für Übungen machen. Für den Abend ab 18h hat Dominique von der „dreamweaver“ ein Barbeque organisiert. Ein Einheimischer kommt mit seinem Grillstand und brät Hühnerschenkel (prima!) und Bratwürste. Leider sind diese süsslich und Paul ist sehr enttäuscht. Er hatte sich sooo auf eine Bratwurst vom Grill gefreut! Wir sind über 20 Personen aus vielen Ländern, die meisten sind aber Franzosen. Gegen 20h30 sind wir zurück auf der MABUHAY. Wir stellen erfreut in den mails fest, dass wir die 150 £ die wir für den Besuch von Chagos bezahlt hatten, zurückerstattet bekommen haben.

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