Madagaskar: 2.Woche, Bekopaka – Morondava, 08.08.2016
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Montag, 8.August 2016: Bekopaka – Morondava 210 km

5h30 Tagwache, 6h00 wir werden im 4x4 abgeholt und erhalten im Dörfchen Bekopaka das Frühstück. Sara und Daniel haben auch diese Nacht wieder im Zelt am Fluss Manambolo verbracht. Um 7h00 Abfahrt. Zuerst müssen wir wieder mit der Fähre über den Manambolo. Danach geht es die gleiche Strecke zurück, die wir am Samstag hergekommen sind. Nach fast 4 Stunden und 100 km Pistenfahrt kommen wir so richtig schön durchgerüttelt in Belo sur Tsiribihina an. Wir bekommen hier ein feines Zebufilet, Pommes Frites und Gemüse, das aus einem ½ Tomätchen besteht. Aber alles ist sehr gut. Mit der Autofähre mit drei 4x4 Fahrzeugen darauf geht es jetzt 50 Minuten lang den Tsiribihina Fluss hinauf. Beim Runterfahren von der Fähre gibt es tüchtig „action“, weil eines der 4 x4 Fahrzeuge nicht die steile Böschung hinauf kommt. Jetzt steckt es zwischen Böschung und Fähre fest. Alle Leute schauen zu und befürchten, dass das Auto in den Fluss fällt. Und natürlich weiss jeder einen noch besseren Rat, wie man das Problem beheben könnte. Nach einigem Hin-und Her, die Fähre ein wenig näher ans Ufer gebracht, Hölzer unterstellt und nachdem der betroffene Chauffeur endlich den Allrad eingeschaltet hat, klappt es. Der Hyundai, und auch die anderen zwei Autos, kommen heil und trocken von der Fähre ans Ufer. Die Kinder schreien wieder „Vahsa,! Vahsa!“ und wollen Bonbons haben. Unsere Fahrt geht jetzt nochmals 4 Stunden über Sandpisten mit heftigen Löchern nach Morondava. Unterwegs schauen wir uns noch den „Heiligen Baobab“ an, Der ist 2400 Jahre alt und hat einen Umfang von 15 m. Danach besuchen wir noch die „Baobab der Verliebten“, zwei Baobab die sich umschlingen, 600 Jahre alt. Später besuchen wir die berühmte „Allee der Baobab“. Hier warten wir ca. 1½ Stunden lang auf den Sonnenuntergang. Bis dahin spendieren uns Daniel und Sara geräuchertes Ziegenfleisch zum kauen (ist auch wieder zäh, oder liegt es halt doch an unseren Zähnen?), Paul kaut verzweifelt auf einem Stück Ziegenfell herum…. Wir spendieren das Bier dazu, zum Herunterspülen. Der Sonnenuntergang ist wunderbar, der Ort ist irgendwie magisch, es hat aber auch jede Menge Zuschauer, die ihn geniessen wollen. Um 18h30 sind wir in unserem Hotel „Chez Maggie“ in Morondava, direkt am Meer, am Mozambique Channel. Wieder hat Baba für uns ein tolles Hotel ausgesucht. Abendessen: Paul: Gemüsecrèmesuppe, ich grilliertes Zebusteak mit Gemüse. Sehr gut und zart!

Paul hat mir heute alles aufgezählt, was ihm an unserem Pajero 4x4 aufgefallen ist. Er hat KEINEN Anlasser, KEINE Handbremse und Babypo GLATTE Pneus.

Der Afrikanische Affenbrotbaum (Adansonia digitata), auch Afrikanischer Baobab (von arabisch bu-hubub) genannt, zählt zur Familie der Malvengewächse Er gehört zu den bekanntesten und charakteristischsten Bäumen des tropischen Afrika.

 

Merkmale: Der Affenbrotbaum zeichnet sich durch einen relativ kurzen, extrem dicken Stamm aus. So steht in Südafrika im Letaba-Distrikt ein Affenbrotbaum, der bei einer Höhe von 19 Metern einen Stammdurchmesser von 10,64 Metern aufweist. In Ostafrika treten sehr häufig flaschenförmige Stammformen auf, bei denen sich der Stamm abrupt in wenigen Metern Höhe stark verjüngt.

Die Baumkrone besteht aus kräftigen, oft unförmig erscheinenden Ästen, die eine weit ausladende Krone bilden. Im unbelaubten Zustand erinnert die Astkrone an ein Wurzelsystem, was zu der Legende beigetragen hat, der Affenbrotbaum sei ein vom Teufel verkehrt herum gepflanzter Baum.

 

Der Stamm ist häufig tief gefurcht oder weist kehlige Vertiefungen auf. Die graubraune bis graue Rinde ist zwischen fünf und zehn Zentimeter dick. Deshalb kann der Baum kleinere Buschbrände relativ unversehrt überstehen. Sie ist aussen hart und innen faserig. Junge Bäume haben zuerst eine Pfahlwurzel. Mit zunehmendem Alter des Baumes entwickelt sich ein Lateralwurzelsystem, das bis in 1,8 Meter Tiefe reicht. In horizontaler Richtung erstreckt sich das Wurzelsystem weiter als die Baumhöhe.

 

Bei Baobabs werden entsprechend der Stammform vier Entwicklungsphasen unterschieden: schmale Schösslinge, Kegelförmige, Flaschenförmige, und Alte. Schösslinge (bis 10–15 Jahre) wachsen zunächst ohne ausgeprägtes Dickenwachstum zu einer Höhe von vier bis sechs Metern heran, die Äste ragen spitzwinklig nach oben. Auf geeigneten Standorten wachsen sie anfangs jährlich zwischen 80 und 100 Zentimetern. Dann schwillt der Stamm zu einer Kegelform an (bis 60 bis 70 Jahre), wird 5 bis 15 Meter hoch und bis zu 7 Metern dick, und der Baum blüht erstmals. In einem Alter von 30 bis 40 Jahren beginnen die Äste rechtwinklig vom Stamm weg zu wachsen und nehmen ab diesem Zeitpunkt in ihrem Längenwachstum deutlich zu. Danach ist der Baum mit 10 bis 20 Metern in der Höhe ausgewachsen, der Stamm nimmt in der Dicke nur langsam zu und entwickelt eine Flaschenform (200–300 Jahre). Ein Baum kann im Alter von einhundert Jahren bereits einen Stammdurchmesser von vier bis fünf Metern erreicht haben. Schliesslich entwickelt der Baum eine ausladende Krone und wächst nur noch sehr langsam in die Breite, hohle und mehrfache Stämme sind häufig zu finden (bis 800 Jahre).

 

Blätter: Der Affenbrotbaum ist ein periodisch laubabwerfender Baum. Die Laubblätter erscheinen im Frühsommer kurz vor dem Beginn der Regenzeit und entwickeln sich vollständig innerhalb von vier Wochen. Bleibt der Regen aus oder ist die Regenmenge sehr gering, verzögert sich die Blattentwicklung.

 

Blüten: Das Alter, in dem der Baum das erste Mal Blüten ansetzt, ist abhängig von seinem Verbreitungsgebiet. In Westafrika blüht der Affenbrotbaum erstmals im Alter von acht bis zehn Jahren, in Ost- und Südafrika frühestens mit 16 Jahren.

Der Blütenansatz erfolgt vier Wochen nach der Blattentwicklung. Die Hauptblütezeit beträgt vier Wochen, die einzelne Blüte blüht dagegen nur 24 Stunden. In dieser Zeit ist sie für etwa 16 bis 20 Stunden bestäubungsfähig.

Die sehr grossen Blüten sind von wachsig-weisser Farbe und hängen an langen Stielen von den Blattachseln herab. Sie bestehen aus fünf Kronblättern, die sich ein wenig überlappen und 4,5 bis 5 Zentimeter breit und 12 Zentimeter lang sind. Jede Blüte beinhaltet 720 bis 1.600 Staubblätter, die an ihrer Basis zu einer 1,5 bis 4,5 Zentimeter langen Röhre zusammengewachsen sind. Auch hier zeigen sich geografische Unterschiede. In Ost- und Südafrika ist der Stiel lediglich 20 Zentimeter lang, in Westafrika dagegen bis zu 90 Zentimeter.

 

Die für Menschen auf Grund ihres süsslichen Aasgeruches unangenehm riechenden Blüten öffnen sich ab dem späten Nachmittag und sind am nächsten Morgen ganz offen. Während der Nacht werden sie durch Flughunde bestäubt. Auch verschiedene Nachtfalter besuchen die Blüten und tragen in kleinerem Umfang zur Bestäubung bei.

 

Früchte und Samen: Nach der Bestäubung entwickeln sich an den langen Stielen innerhalb von acht Monaten Kapseln, die je nach Verbreitungsgebiet unterschiedlich geformt sind. Meistens sind sie ei- bis kugelförmig. Die an Stielen herabhängenden Früchte werden 25 bis 40 Zentimeter lang. Sie verfärben sich während des Reifungsprozesses von grün über gelb in ein Graubraun.

Das auch für den Menschen essbare Fruchtfleisch ist weiss, schmeckt durch den Vitamin-C-Gehalt säuerlich und ist von einer Konsistenz, die in etwa an feste, brüchige Watte erinnert. Darin eingebettet sind die Samen der Früchte, die man herausbrechen und gleichfalls essen kann. Sie sind haselnussgroß, nierenförmig und sehr fettreich.

 

Vor allem Elefanten und Paviane, aber auch Antilopen und Kleinsäuger fressen die Früchte und nehmen dabei auch die Samen auf, die aber den Verdauungstrakt unaufgeschlossen passieren und von Vögeln aus dem ausgeschiedenen Kot herausgepickt werden. Die Samen bleiben mehrere Jahre keimfähig. Ihre lange Keimruhe endet in der Natur vermutlich durch Buschfeuer, langanhaltende Regenfälle oder die Verdauung durch Elefanten.

Unbehandelt beträgt die Keimfähigkeit der Samen unter 20 %. Man kann sie künstlich keimfähig machen, indem sie mit kochend heissem Wasser übergossen und etwa einen Tag in der Flüssigkeit stehen gelassen werden. Je nach Witterungsbedingungen können solcherart vorbehandelte Samen dann nach drei Wochen bis sechs Monaten zur Keimung kommen. Auch Säurebehandlung und Anschleifen der dicken Samenschale können die Keimfähigkeit steigern.

 

Alter: Die Mächtigkeit der Bäume und ihre unregelmässige Wuchsform hat immer wieder dazu geführt, dass ihr Alter überschätzt wurde. So war David Livingstone der Überzeugung, dass ein Baum, den er am Sambesi entdeckte, ein Alter von mindestens 4000 Jahren aufweise. Umfangreiche Untersuchungen in Kenia, Mali, Sudan, Tansania und Sambia haben jedoch gezeigt, dass nur sehr wenige Affenbrotbäume älter als 400 Jahre sind. Mit Hilfe der Radiokohlenstoffmethode konnte für einen Baum von 4,5 Metern Stammdurchmesser allerdings ein Alter von etwa 1000 Jahren ermittelt werden. Einzelne Botaniker gehen davon aus, dass Baobabs ein Alter bis zu 2000 Jahren erreichen können.

 

Verbreitung: Der Affenbrotbaum ist die charakteristische Baumart der trockenen Baumsavanne des afrikanischen Tieflands südlich der Sahara. Er fehlt dagegen in den zentralafrikanischen Regenwäldern. Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht von der Sahelzone bis in den Transvaal. Der Baum ist frostempfindlich, die südliche Verbreitungslinie also durch die Frostgrenze entlang des 15. Breitengrades bedingt.

An den semiariden Lebensraum in einer Höhenlage von 450 bis 600 Metern mit jährlichen Niederschlagshöhen zwischen 300 und 500 Millimetern ist der sonnenliebende Baum durch seine besondere Fähigkeit zur Wasserspeicherung angepasst. Er ist deshalb in diesen Gebieten am häufigsten zu finden. Während der Regenzeit, die in seinem Verbreitungsgebiet zwischen sechs Wochen und fünf Monaten andauert, saugt ein Baum, der ein Volumen von bis zu 200 Kubikmetern einnehmen kann, mit seinen schwammigen Fasern bis zu 140.000 Liter Wasser auf, die er für die Trockenzeit speichert. Der Stamm kann sich aufgrund der Wasserspeicherung während der Regenzeit um mehrere Zentimeter verdicken.

 

Durch den Menschen wurde der Baobab in anderen Regionen eingeführt (sogenannte Hemerochorie). So ist sein Vorkommen in Arabien und in Indien vermutlich auf arabische Händler zurückzuführen, die den Baum in der Volksmedizin nutzten und ihn in Indien und Arabien bereits im 13. Jahrhundert einführten. Der Baum ist außerdem auf den Kapverdischen Inseln, auf Madagaskar und in Sri Lanka zu finden.

 

Verwendung: Die San, Bewohner der Kalahari-Wüste, zapfen direkt den Wasservorrat der Bäume an, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken. Auch Fruchtfleisch, Samen, Rinde, Blätter und Sprösslinge des Affenbrotbaums sind vielseitig einsetzbar; die Höhlungen des Baumes werden ausserdem als Speicher für Getreide und Wasser verwendet.

 

Ähnlich der Rolle, die früher Linden und Eichen im mitteleuropäischen Dorfleben innehatten, spielt der Affenbrotbaum ausserdem im afrikanischen Leben eine grosse Rolle. An zentral gelegenen Bäumen finden in vielen Dörfern Märkte, Verhandlungen und sonstige soziale Ereignisse statt.

 

Afrikanische Volksmedizin: In der afrikanischen Volksmedizin findet nahezu jeder Teil des Affenbrotbaums Verwendung. So werden die Früchte beispielsweise gegen Infektionen und Krankheiten wie Pocken und Masern eingesetzt. Die Blätter werden bei Erkrankungen wie Ruhr, Diarrhöe, Koliken und Magen-Darm-Entzündungen eingenommen. Die Samen finden Verwendung als Herzmittel, bei Zahnschmerzen, Leberinfektionen und Malaria-Erkrankungen.

 

Nahrungsmittel: Das Fruchtfleisch ist reich an Vitamin C, B und Kalzium. Getrocknet wird es nach Entfernung der Samen und Fasern entweder unverarbeitet gegessen oder in Milch oder Breie gemischt. Es kann ausserdem zu Bier vergoren werden. Im Sudan wird aus Fruchtfleisch mit Wasser ein Getränk unter dem Namen Tabaldi hergestellt. Aus den fettreichen Samen gewinnt man durch Pressen ein Öl, welches reich an Palmitinsäure ist; in Pulverform dienen sie zum Andicken von Suppen. Die Samen werden auch geröstet gegessen oder fermentiert als Gewürz verwendet.

 

Die Blätter des Affenbrotbaums werden ausserdem als Gemüse genutzt, indem sie wie Spinat zubereitet entweder frisch gegessen oder getrocknet und pulverisiert werden. 100 Gramm haben einen Energiewert von durchschnittlich 289 kJ (69 kcal) und enthalten unter anderem 3,8 Gramm Eiweiß sowie 50 Milligramm Ascorbinsäure. In Nigeria werden die Blätter als kuka bezeichnet. Kuka-Suppe ist eine für dieses Land typische Spezialität.

 

Weitere Verwendungsformen: Der Baum liefert darüber hinaus Material für Kleidung, zum Dachdecken, Halsschmuck, Schnüre und Seile, Netze, Matten, Hüte, Tabletts, Kisten, Körbe und Papier. Verwendet werden dafür die Fasern des inneren Bastes, die sehr dauerhaft und kräftig sind. Sie werden gewonnen, indem die Rinde der Bäume abgeschält wird. Ähnlich wie bei Korkeichen regeneriert sich die Rinde wieder, so dass die Bäume wiederholt als Bastlieferant genutzt werden können. Aus den Wurzeln wird ein roter Farbstoff gewonnen; der Pollen ergibt vermischt mit Wasser einen Klebstoff. Aufgrund des hohen Pottascheanteils wird aus der Asche verschiedener Baumteile ausserdem Seife hergestellt.

 

Affenbrotbäume, die einen hohlen Stamm haben, sollen gelegentlich als Gefängnis oder Toilette verwendet werden; aus Westafrika wird berichtet, dass hohle Affenbrotbäume auch als Begräbnisstätte fungieren.

 

Forstwirtschaftlich wird der Affenbrotbaum dagegen nicht genutzt. Aufgrund seiner Elastizität ist das Holz nur schwer mit der Axt zu bearbeiten, und es verrottet sehr schnell.

 

Mythologie und Literatur: Aufgrund seines Aussehens ranken sich mehrere Legenden um den Affenbrotbaum.

Nach einer in Afrika weit verbreiteten Vorstellung riss der Teufel den Baum aus und steckte ihn anschliessend mit den Zweigen zuerst in den Boden, so dass die Wurzeln nun in die Luft ragen. Einer anderen Erzählung zufolge wollte der Baum bei seiner Entstehung schöner als alle anderen Bäume werden. Als ihm dies jedoch nicht gelang, steckte er seinen Kopf in die Erde und das Wurzelwerk ragte gegen den Himmel. Aus dem Reich der Schöpfungsmythologie erschliesst sich uns eine weitere Erklärung: Als am Anbeginn der Welt die Hyäne beim ersten Blick ins spiegelnde Wasser ihre eigene Hässlichkeit erkannte, war sie darüber sehr erzürnt. Sie riss einen Baobab aus und schleuderte ihn gen Himmel, um ihren Schöpfer zu treffen, der ihr dies angetan hatte. Der Baum jedoch verfehlte sein Ziel, stürzte zurück zur Erde, blieb dort umgekehrt im Boden stecken und wächst seither mit den Wurzeln nach oben.

Als Sitz von Göttern und Geistern spielt er ausserdem in einer Reihe weiterer afrikanischer Legenden und Sagen eine Rolle.

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