Sonntag, 7.August 2016: Bekopaka, Tsingy de Bemaraha Nationalpark
Wir wachen schon um 6h00 auf, weil sich eine Gruppe von Touristen vor unserem Bungalow sammelt und türenschlagend in ihre 4x4's einsteigt. Um 7h00 stehen wir auf. Ich habe Bauchkrämpfe. Nach dem Frühstück werden wir abgeholt und im 4x4 (der ist aber auch nötig, denn eine „Strasse“ ist nicht wirklich vorhanden), zum Eingang des Nationalpark Tsingy de Bemaraha gebracht. Der Eintritt kostet für Ausländer 55'000 Ariary/Person (ca. 18 SFr.), für Einheimische 4000 Ariary (1.30 SFr.). Ein Guide ist obligatorisch und der kostet nochmals 75'000 Ariary (24.75 SFr.) für uns beide zusammen pro Tag, auch wenn wir ihn nur für 2 Stunden benötigen. Wir besuchen auf meinen ausdrücklichen Wunsch „nur“ den „petit tsingy“. Es gibt auch noch den „grand tsingy“, bei dem man über eine hohe schaukelnde Hängebrücke laufen muss und das wollte ich Paul mit seiner Höhenangst nicht zumuten. Wir werden von unserem Guide Charles 2 Stunden (auf die Minute) durch die wunderschönen Kalksteinformationen geführt. Wir quetschen uns durch ganz enge Durchgänge und klettern hinauf auf die scharfen Steinspitzen um das Gebiet von oben zu übersehen. Wunderschön und sehr eindrücklich, aber auch ziemlich anstrengend! Wir sind hier in dem „petit tsingy“ die einzigen Touristen und das ist schon echt schön! Um Punkt 10h30 sind wir zurück in Dörfchen Bekopaka und treffen auf Sara und Daniel. Die beiden haben hier im Zelt übernachtet, weil ein Hotelaufenthalt zu teuer für sie wäre. Wir spendieren ihnen und uns spontan Bier und Cola (für meine Bauchkrämpfe). Daniel erzählt uns ganz bedrückt, dass ihm 500'000 Arairy (165.00 SFr.) fehlen. Er weiss nicht, ob er sie verloren oder ob sie gestohlen wurden oder er sie gar nicht erhalten hat. Sara weint. Sie wollte mit dem Geld in Morondava zum Zahnarzt gehen. Wir essen Nudelsuppe und kehren um 13h30 in unser Hotel zurück. Nach einem Siestaschläfchen faulenzen wir am Pool wo wir später einen wunderbaren Sonnenuntergang erleben dürfen. Abendessen im Hotel: Zebu-Entrecôte, Reis, gemischtes Gemüse. Gut aber eher knapp! Da wir uns zur Gewohnheit gemacht haben, unsere Mahlzeiten immer sofort zu bezahlen, verlangen wir auch heute nach dem Essen die Rechnung. Zu unserer grossen Überraschung ist die Flussfahrt, die wir schon bei Baba bezahlt haben, auf der Rechnung. Unser Flussdampfer „EDEN 1“ und dieses „Hotel Olympe de Bemaraha“ gehören dem gleichen Besitzer, einem reichen Indo/Pakistani. Wir reklamieren und bekommen eine neue, berichtigte Rechnung. Weil wir aber nicht genug Geld dabei haben um diese Rechnung zu bezahlen, geht Paul schnell in unseren Bungalow, um Nachschub zu holen. Als er endlich wieder in den Speisesaal kommt ist er ganz bleich und verkündet: “Das ganze Geld ist weg, alle Ausweise und alle Kreditkarten auch!“ Ich kann das nicht glauben und frage ihn darüber aus. „Doch, das Portemonnaie ist weg, gestohlen, während wir am Pool waren! Ich habe überall gesucht!“ Und weil ja einer einen kühlen Kopf bewahren muss, schlage ich vor, dass wir ins Zimmer gehen und nochmals nachschauen. Paul durchsucht nochmal seinen Rucksack und findet das Portmonnaie genau da, wo er es selber gut versorgt hatte. Uff!!! Das war vielleicht ein Schreck!
Der Nationalpark Tsingy de Bemaraha liegt im Westen von Madagaskar. Das Gebiet ist seit 1997 ein Nationalpark, und vorher schon seit 1990 UNESCO-Weltnaturerbe.
Das Gebiet ist eine Karstlandschaft mit auffälligen Kalksteinformationen, den Tsingy (madagassisch). Diese sind eng beieinander stehende Kalksteinnadeln, die einen steinernen Wald bilden. Im Süden ist das 723 km² grosse Reservat vom Canyon des Manambolo-Flusses begrenzt, im Osten durch bis zu 400 m hohe Kliffe.
Auf dem Plateau wechseln sich Wald- und Freiflächen ab. Ein jährlicher Niederschlag von rund 1000 mm führt dazu, dass die Schluchten zu Füssen der Tsingys extrem feucht sind, während auf den Karstflächen savannenartige Bedingungen herrschen. In tieferen Bereichen gibt es Seen und Mangroven.


























