Mittwoch, 10.August 2016: Antsirabe – Ambositra – Ranomafana 250 km
Paul isst nichts zum Frühstück. Ich nehme sein Baguette und das Gipfeli und stecke es in den Rucksack. Vielleicht hat er ja später doch noch Hunger. Nach dem Frühstück treffen wir Baba, er wohnt ja hier in Antsirabe. Er will wissen, wie es uns geht und wie uns die Reise bis hierher gefallen hat und ob alles i.O sei. Er übergibt uns unserem neuen Chauffeur, er heisst Desy und ist 58 Jahre alt, mit seinem Hyundai 4x4 Galopper. Dazu kommt der bald 21-jährige Tanjona mit uns mit. Er ist ein „Guide-Lehrling“ und wenn er sich mit uns bewährt, stellt ihn Baba später als Guide an. Wir machen beim Supermarkt einen kurzen Stopp, weil wir dunkle Schokolade kaufen wollen. Sofort umringen uns wieder ein paar Bettelkinder. Den zwei grössten Mädchen, die ein Kleines (Geschwisterchen oder eigenes Kind???) auf dem Rücken tragen, gebe ich Paul's Baguette und das Gipfeli. Sie freuen sich, sagen merci und verdrücken die Sachen sofort! Um 9h geht es auf der NR 7 los, südwärts, nach Ambositra, dem Zentrum der Holzschnitzer. Hier schauen wir uns eine Holzschnitzerwerkstatt an und kaufen im dazugehörenden Laden einen grossen Holzschöpflöffel. Mittagessen gibt es in einem schönen Restaurant für Touristen, bei traditionellen Tänzen und Gesängen. Paul bekommt eine Gemüsesuppe, die er nicht isst. Sie schmecke trotz allem Nachwürzen nach Abwaschwasser! Ich esse ein Zebufilet mit gemischtem Gemüse und Brot für 12'000 Ariary (4 SFr.). Sehr gut. Durch wunderbare Dörfer und Täler fahren wir weiter auf der NR 25. Es hat überall sehr schön angelegte, terrassierte Reis-und Gemüsegärten und überall wird fleissig gewerkelt. Und immer wieder sehen wir wie am Strassenrand Holzkohle in Säcken verkauft wird. Dafür werden die Wälder abgeholzt. Schöne Fahrt über viele Hügel. Um 16h40 sind wir im „Hotel Manja“ im Dorf Ranomafana, was „warmes Wasser“ bedeutet, weil es im Dorf eine warme Quelle hat. Es regnet ein paar Tropfen. Im Hotelzimmer stellen wir fest, dass wir unsere Mehrfachsteckerleiste im Hotel „Chez Maggie“ in Morondava vergessen haben. Mist!
Abendessen hier im „Hotel Manja“. Ich ein Omelette mit Käse, gut. Paul eine gemixte Gemüsesuppe wie am Mittag. Er isst sie nicht! Sei wie Abwaschwasser….
Donnerstag, 11.August 2016: Ranomafana Nationalpark
Aufstehen 6h15, Frühstück 6h30. 6h45 fahren wir die ca. 6 km bis zum Eingang des Ranomafana Nationalparks. Unterwegs laden wir noch den obligatorischen Nationalpark-Führer auf. Der kostet unverschämte 105'000 Ariary (ca. 35 SFr.) dazu kommen dann noch die Eintritte von 55'000 pro Person (ungefähr 18 SFr.). Um 7h15 laufen wir in den Park. Als Erstes sehen wir einen Gecko, den wir ohne den Führer Jim gar nicht gesehen hätten. Er sieht genau so aus wie der Baumstamm an dem er klebt. Dann klettern wir durch den Regenwald, hin und her, hinauf und hinunter, was ziemlich anstrengend ist. Schon bald sehen wir die ersten drei Lemuren, Sifakas, aber leider sehr hoch oben in den Bäumen. Kurz darauf bekommen wir die erst im Jahr 1986 entdeckten „Golden Bambus Lemuren“ und die als ausgestorben geglaubten „Grossen Bambus Lemuren“ zu sehen. Wir haben das grosses Glück, dass zwei von den Bambus Lemuren direkt vor uns, etwa 5 m entfernt, genüsslich ihren Frühstücksbambus vertilgen. (Fotos sind leider nix geworden!). Wir beobachten sie lange in aller Ruhe, bis eine grosse Gruppe Spanier lärmend dazu kommt. Danach sehen wir noch ein Pärchen „Weissbauch Lemuren“ und Rotstirnmakis. (Maki = Lemuren auf Madagassisch). Also im Ganzen sehen wir fünf verschiedene Arten Lemuren. Wir treten den Rückweg an und bei einem steilen Abstieg haut es mich um und ich reisse zugleich Paul mit zu Boden! Um 11h45 sind wir wieder beim Parkeingang. Mittagessen im „Restaurant Le Granat“ im Dorf Ranomafana. Paul einen Salatteller mit Thon und ich Pouletfricassé mit Gemüse und Pommes Frites. Alles supergut! Am Nachmittag sind Paul und ich im Dorf-Thermalbad. Es hat nur eine Handvoll „Vahsas“ (Weisse) alle anderen sind Einheimische mit massenhaft Kindern. Wir werden gründlich bestaunt. Die meisten Männertragen Unterhosen als Badebekleidung. Einer fällt fast aus der Badehose, als er sieht wie ich meinen Arm mitsamt der Uhr unter Wasser halte.
Um 17h laden wir Desy und Tanjona zu einem Trunk ein, Bier und Fanta. Abendessen wieder im „Le Granat“, beide Gemüsespaghetti, mmm! Beim Bezahlen Stromausfall! Auch in unserem „Hotel Manja“ hat es keinen Strom. Zum Glück sind wir gut mit Taschenlampen ausgerüstet.

























