Madagaskar, 4.Woche, Mahambo am Indischen Ozean, 26.08. - 28.08.2016
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Freitag, 26.August 2016: Mahambo

Morgens laufen wir zur Stelle am Strand, wo die Fähre (ein Motorkatamaran) zur Insel Ste Marie abfährt. Hier herrscht emsiges Treiben und jeder will etwas verkaufen. Wir laufen dem Strand entlang und verschenken die kleinen Hotelseifen, die wir gesammelt haben, an grössere Mädchen. Die freuen sich und sagen alle sehr freundlich „merci!“ Die letzten Farbstifte verschenken wir an ein paar Buben, auch die strahlen und danken freundlich. Zum Mittagessen gibt es für uns die restlichen Bananen von gestern. Den Nachmittag verbringen wir auch heute wieder faul am Strand im Liegestuhl.

Am Abend laden wir Desy und Tanjona zu einem Apéro im Hotel und danach zum Abendessen im Dorf, im Restaurant "Vanilla", ein. Weil der Service in unserem Hotel Restaurant so lausig ist, ziehen wir es vor, hier zu essen. Jeder ist mit einer Taschenlampe ausgerüstet und so marschieren wir zu Viert ins Dorf. Paul und Desy essen sehr gute Spaghetti Bolognaise mit Zebu-Hackfleisch. Tanjona Zebufilet mit Reis. Ich Poulet mit grüner Pfeffersauce und Kartoffeln, mmm, sehr gut. 55‘000 Ariary (18.15 SFr.) für 4 Personen mit 2 Flaschen Bier.

Trotz Mückengift und Moskitonetz bin ich rundum von Mücken zerstochen worden. Die Stiche sind dick geschwollen und rot entzündet und jucken mörderlich! Ich sehe aus wie eine Asoziale!

Samstag, 27.August 2016: Mahambo - Antananarivo 440 km

Aufstehen 6h30. Ich habe mich die halbe Nacht mit meinen elend juckenden Mückenstichen herumgeplagt. Je wärmer es in meinem Bett wurde, desto mehr schmerzten sie. Um 7h fahren wir los auf der RN2 zurück nach Tana. Wegen zu langsamem Service (gemäss Tanjona), ohne Frühstück. Es regnet immer wieder zwischendurch. Unterwegs essen wir irgendwo ein kleines Frühstück und trinken dazu feinen Kakao. In Antsapana gibt es in einem einheimischen Restaurant, das Tanjona für uns ausgesucht hat, Mittagessen. Der Tisch und der Teller sind dreckig, saugruusig! Wir essen 2 x Nudelsuppe garniert, d.h. mit einem gekochten Ei und ein wenig Zebu-Hackfleisch drin. Die Suppe ist sehr fade aber sonst ok. Trotzdem muss ich mich zwingen die Suppe zu essen. Ich meine, nicht heikel zu sein, aber wenn ich den Tisch und den Teller anschaue…. Danach gehen wir in ein anderes Restaurant und trinken Kaffee. Der Kaffee ist gut, aber die Toilette die ich aufsuche ist sehr madagassisch!!! Um 14h stecken wir in einem Riesenstau, mitten in den Bergen. Weit oben in einer Kurve gab es einen Unfall und es bildet sich eine Doppelkolonne von unheimlich vielen Lastwagen, Tankwagen, Sattelschleppern mit Containern, Taxi-Brousse und PKW‘s. Nix geht mehr, keiner kann vorwärts oder rückwärts. Diese Route Nationale 2 ist die einzige Verbindung zwischen Toamasina und Tana. In Toamasina befindet sich der grösste Handelshafen und die einzige Ölraffinerie von Madagaskar, die das ganze Land mit Treibstoff versorgt. Dementsprechend hat es viele Sattelschlepper mit Containern und Tankwagen auf dem Weg. Nach langem hin- und hermanövrieren wird endlich eine Fahrbahn freigemacht und Punkt 15h können wir weiterfahren. Den Riesenstau hat ein Lastwagen verursacht, bei dem die Vorderachse weggerissen ist, und das mitten in einer Kurve. Kaum 20 Minuten später sehen wir noch drei Unfälle. Ein Kastenwagen ist über die Böschung hinuntergefallen, beim zweiten Unfall ist der Auflieger in der Mitte durchgebrochen, beim dritten ist der Auflieger von der Zugmaschine weggebrochen. Wir haben noch 170 km Weg vor uns bis Tana. Unterwegs sehen wir noch viele weitere Pannen, vor allem von LKW‘s. Ein PKW, der auf der linken Seite total zerknautscht ist, wird abgeschleppt. Um 18h50 kommen wir in Tana , im „Hotel Chalet des Roses“ an. Wow, wir bekommen ein ganz tolles Zimmer im 3. Stock mit einer Massagedusche! Abendessen im vollbesetzten Hotelrestaurant. Zusammen essen wir einen mediterranen Vorspeisenteller mit Salami, Schinken, Käse, Oliven und Bruschetta. Danach 2 x Fettucine Bolognaise mit Zebu-Hackfleisch. Prima!

Meine vielen Mückenstiche haben mich den ganzen Tag sehr geplagt. Erst gegen Abend lässt der elende Juckreiz etwas nach. Fenistil Gel hilft nicht besonders viel.

Unsere 4-wöchige Reise nach Madagaskar hat uns enorm gut gefallen. Das Wetter hat auch die meiste Zeit mitgespielt, es hat einen einzigen Tag, und zwar heute, immer wieder geregnet. Sonst war meistens sonnig oder leicht bewölkt. Wir haben schöne, unvergessliche Dinge gesehen und erlebt. Leider haben wir aber auch die unvorstellbare Armut dieses wunderschönen Landes gesehen und diese Bilder werden wir nicht mehr so schnell aus unseren Erinnerungen vertreiben können.

Sonntag, 28.August 2016: Antananarivo (Madagaskar) – Port Louis (Mauritius)

Desy und Tanjona bringen uns um 8h30 zum Flugplatz. Die Fahrt dauert 45 Minuten. Wir sind viel zu früh, unser Flug ist erst um 12h15. Aber Desy und Tanjona wollen so schnell wie möglich nach Hause, nach Antsirabe. Das sind 170 km oder 3-4 Stunden Autofahrt. Wir verabschieden uns von den beiden, die uns während 18 Tagen fürsorglich begleitet haben. Jeder bekommt neben dem Trinkgeld noch ein Schweizer Taschenmesser von uns. In der Flugplatzhalle herrscht ziemliches Chaos. Keiner weiss, in welcher Kolonne er anstehen muss, um zum richtigen Check-In Schalter zu gelangen. Als wir es endlich geschafft haben, das Gepäck abzugeben, fragt uns ein uniformierter Kontrolleur, ob wir was zu verzollen haben. Ich sage „nein!“ und Paul sagt „ja!“. Ok, sagt der Uniformierte: gebt mir eine (Bank)-Note und ich arrangiere das. Paul wird wütend, sagt „nix da!“ und läuft einfach davon. Bei der Personenkontrolle hat Paul keinerlei Probleme. Bei mir piept es beim Durchgang und ich werde von einer Frau gründlich durchsucht. Der Reissverschluss an meiner neuen Jacke hat gepiept. Auch mein Rucksack erregt Verdacht. Er wird komplett und gründlich durchsucht. Eine Taschenlampe und der kleine Fotoapparat sind die Verdächtigen.

Mit fast 1½ Stunden Verspätung starten wir, (statt um 12h15, erst um 13h45) zum 1½-stündigen Flug mit der Air Madagaskar nach Mauritius. Unterwegs müssen wir die Uhren wieder um eine Stunde vorstellen. Um 16h (statt um 15h) landen wir in Mauritius. Die Immigration-Kontrolle dauert bei anderen, aber auch bei uns, ziemlich lange. Da wir ja keine Rückflugtickets haben, müssen wir die Schiffspapiere zeigen und damit klappt es. Wir dürfen jetzt wieder 30 Tage in Mauritius bleiben. Weil es zum Teil regnet und weil es hier sehr früh dunkel wird, nehmen wir für die 45 km nach Port Louis ein Taxi, statt wie beabsichtigt, den Bus. Um 17h45 sind wir auf der MABUHAY und sofort geht der Ärger wieder los. Die MABUHAY ist jetzt ein „Sandwich“. Die „Flomaida“ liegt an der Mauer (eine AMEl 54), dann kommt die MABUHAY und als drittes die „Chaka“ ein grosser Charterkatamaran (Catana 471). Die „Chaka“ zerrt wie verrückt ruckend an unseren Klampen, wo die Seile befestigt sind, und hat das Holz bei den Klampen gespalten. Paul sieht natürlich sofort „rot“. Er bindet den Katamaran anders an, damit er nicht mehr so an der MABUHAY ruckt und zerrt. An der „Flomaida“ befestigt er einige Fender neu. Einer liegt im Wasser, den fischt er mit unserem Bootshaken heraus und befestigt ihn wieder. Einige der Fender sind komplett platt.

Wir gehen mit unserem Reserveschlüssel in unser Schiff. Auf dem Salontisch liegt ein Zettel von Bertrand, mit einer Telefonnummer. Wie hätten wir den Zettel sehen sollen, ohne unseren Reserveschlüssel ??? Wir sollen Xavier anrufen, der habe unseren Schiffsschlüssel. Aber ich rufe nicht Xavier an, sondern Bertrand. Schliesslich haben wir IHN dafür bezahlt, dass er auf unser Schiff aufpasst. Der sagt mir cool am Telefon, wir sollen doch einfach einen Fender zwischen die Schiffe klemmen, das sei doch kein Problem! Er fliege in zwei Stunden weg (wir haben keine Ahnung wohin). Und überhaupt „no problem!“ der Katamaran komme morgen um 8h00 sowieso in die Werft. Wir gehen um die Ecke ins Restaurant „Sunset“, spülen den Frust mit Bier hinunter und essen eine Pizza.

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