Freitag, 7. Oktober 2016: La Réunion
Wir fahren um 10h mit dem „neuen“ Mietauto zum alten Hafenbecken, um zu schauen, ob die „FLOMAIDA“ aus Mauritius angekommen ist. Wir wissen, dass Dagmar und Christoph heute kommen, aber sie sind noch nicht da. Also fahren wir nach St-Denis, der Hauptstadt von La Réunion. Es regnet. Unterwegs besuchen wir bei „La grande Chaloupe“ noch die alte Quarantäne- und Lazarett-Station, in der die Einwanderer von 1840 bis 1930 auf Krankheiten untersucht und falls nötig behandelt wurden. Von der Autobahn aus können wir sehen, wie die „FLOMAIDA“ vorbei segelt. In der Stadt St-Denis suchen wir uns sehr mühsam einen Parkplatz. Jetzt regnet es nicht mehr, sondern es schüttet aus allen Rohren. Obwohl wir irgendwo unter einem Dachvorsprung stehen, sind meine langen Hosen in Sekundenschnelle bis zum Knie zum Auswringen nass. Und meiner Kapuzenjacke geht es ähnlich. Es ist inzwischen Mittag und wir essen bei einer Bäckerei ein gutes Sandwich. Und immer wieder gibt es kurze oder längere Platzregen. Wir schlendern durch die Strassen und besuchen den kleinen Markt. Weil Freitag ist, sind viele muslimische Geschäfte geschlossen. Als wir bei der Moschee vorbeikommen, sehen wir, dass diese gestossen voll ist mit Männern.
Um 15h15 landet das Flugzeug aus Madagaskar und eine ½ Stunde später können wir die Familie „Mares“ in Empfang nehmen. Es regnet! Paul chauffiert uns zurück nach Le Port und in die Marina. Zum Abendessen haben wir „Mar(io)es(ther)“ und Laura zu uns an Bord eingeladen. Es gibt „nur“ Spiralen mit einer Sauce aus Hackfleisch, Späckwürfeli und frischen Tomaten, dazu geriebenen Käse (Emmentaler aus Frankreich). Aber es wird ein sehr gemütlicher Abend. Die drei haben uns je ein T-Shirt aus Madagaskar mitgebracht und wir freuen uns! Während sie in Madagaskar waren, ist eine Erdbeere von Lauras kleinem Bord-Garten reif geworden, und weil es die „Erste“ ist, teilt sie sie in fünf Stückchen und jeder bekommt eines davon. Das nennt man TEILEN!
Samstag, 8. Oktober 2016: La Réunion
Das Wetter ist wieder herrlich. Mit Mario fahren wir schnell zum alten Hafenbecken, wo inzwischen die „FLOMAIDA“ liegt. Wir begrüssen Dagmar und Christoph und fahren dann nach Le Port, um das Auto zurückzugeben, das keiner von uns wirklich braucht. Auf dem Rückweg spendiert uns Mario einen Kaffee in der Bäckerei. Gegen 11h kommen Dagmar und Christoph bei uns vorbei um ein wenig zu quatschen. Und während des Palaverns knete ich einen Brotteig.
Um 17h sind wir auf der „Rumpelteazer“ zum BBQ eingeladen. Wir laufen ca. 30 Minuten, und weil wir da sowieso in der alten Marina sind, sind wir noch kurz auf der „FLOMAIDA“ auf ein Bier eingeladen. Ab 17h, auf dem Katamaran „Rumpelteazer“, ist es sehr gemütlich. Wir lernen Keith‘s Frau Lotti aus London kennen, die Crew Marica und Michael aus Südafrika (Kapstadt) und ausser uns ist noch der amerikanische Einhandsegler Roger da, den wir aus Mauritius kennen.
Zum Abendessen gibt es verschiedene grillierte Würste, Pouletspiesschen,Tomatensalat, Chabis/Rüeblisalat, diverse Saucen und dazu frische Baguettes. Alles sehr fein. Unser Rückweg zu Fuss dauert diesmal 45 Minuten, weil ein Tor abends geschlossen wird und wir einen Umweg machen müssen. Aber es war ein richtig schöner Abend.
Sonntag, 9. Oktober 2016: La Réunion
Wunderbarer Sonnenschein. Wir verbringen den Tag ganz gemütlich an Bord. Um 17h sind wir heute zusammen mit Esther, Laura und Mario bei der FLOMAIDA zum Abendessen eingeladen. Wir laufen wieder etwa 30 Minuten in den alten Hafen rüber, wo die FLOMAIDA an der Mauer liegt. Ihr Schiff ist 17m lang und somit um 1m zu lang um bei uns im neuen Hafen untergebracht zu werden. Wir verbringen einen sehr schönen Abend mit Dagmar und Christoph. Dagmar hat ganz gute Spaghetti mit geräuchten Speckwürfeln gekocht und dazu gibt es Salat. Merci für den gemütlichen Abend!
Montag, 10. Oktober 2016: La Réunion
Es ist wieder ein herrlich schöner Morgen. Wir laufen 30 Minuten rüber in die alte Marina. Wir wollen zu Ben, bei dem wir die Wetterstation bestellt haben. Wir wollen ihn fragen, ob er an der MABUHAY das Rigg checken kann. Aber er ist nicht da. Wir gehen noch kurz bei der FLOMAIDA vorbei und Paul schaut mal bei der AMEL 54 in den Motorenraum. Er klärt das Problem, das Christoph mit dem Ölmessstab hatte. Wir laufen zurück zu unserer MABUHAY und nun ist die „Ilusión“ von Julio und Soledad weg. Sie kommen heute aus dem Wasser, um ihr abgebrochenes Ruder zu reparieren. Nach dem Mittag kommt schon ein Kanadier an ihren Platz neben uns.
Dienstag, 11. Oktober 2016: La Réunion
Am Morgen spazieren wir zur „Mares“ um dort Mario zum Geburtstag zu gratulieren. Nach einer Tasse Tee und seeeeeerh wichtigen Gesprächen, über Motoren, die NICHT richtig funktionieren, sind wir wieder zurück auf der MABUHAY. Um 18h machen wir uns auf den Weg zum Restaurant „Boucanier“, einige Segler wollen dort zusammen zu Abend essen. Wir sind 16 Personen. Und weil Mario heute Geburtstag hat, bezahlt er grosszügigerweise das Apéro für die ganze Bande. Merci vielmals, Mario! Jeder bestellt aus etwa 5 Menüs, was er haben möchte. Paul nimmt seine geliebten Saucisses (Würste) mit Rougaille-Tomate, Linsen und Brot (den Reis lässt er links liegen). Für mich gibt es ein creolisches Gericht aus Auberginen und geräuchtem Schweinefleisch, dazu Reis. Das Essen ist gut und es wird ein ganz schöner, gemütlicher Abend.
Mittwoch, 12. Oktober 2016: La Réunion
Ich habe gestern Abend den Auftrag bekommen, Jerôme, den Chef unserer Marina, zu fragen, ob wir, die ganze Seglerbande, am Freitagabend hier in der Marina ein BBQ veranstalten dürfen. FLOMAIDA hätte einen Grill, den wir benutzen dürften. Diesen Auftrag erledige ich gewissenhaft, leider mit negativem Bescheid. Die Marina will nicht, dass dann die Einheimischen hierher ins Marinagelände kommen um auch zu grillieren. Also frage ich noch beim daneben liegenden Tauchclub an. Nein da dürfen wir auch nicht hin, weil ihr Gelände jeden Abend abgeschlossen wird. Also müssen wir das BBQ sausen lassen oder uns etwas anderes einfallen lassen.
Nach dem dies erledigt ist, marschieren Paul und ich zum Mittwochsmarkt und anschliessend zum Score Supermarkt.
Zurück auf der MABUHAY gibt es unser gewohntes Salatmittagessen im Cockpit. Als ich das Geschirr nach unten in die Küche räume, fallen mir fast die Sachen aus den Händen. Hier, auf dem Sitz vor dem Kartentisch flätzt sich in allerschönster Gemütlichkeit die 3-farbige Katze der Franzosenfamilie! Paul schreit sie fürchterlich an und sie flüchtet in Panik aus dem Küchenfenster!
Nach der obligaten Mittagspause laufen wir wieder einmal rüber in den alten Hafen. Wir fragen bei Ben nach unserem neuen digitalen Barometer, den wir bei ihm bestellt haben. Das Paket aus Frankreich sei in St.Denis beim Zoll und werde hoffentlich bald hier eintreffen. Ausserdem fragen wir Ben, ob er an der MABUHAY das Rigg checken würde. Ja, er will am Montag um 9h kommen. Jetzt können wir nur hoffen, dass es uns nicht wie mit Franky, dem Schreiner, in Mauritius geht! Und weil wir nun schon mal hier sind gehen wir noch bei der FLOMAIDA vorbei und erstatten Bericht wegen dem nicht erlaubten Grillieren.
Donnerstag,13. Oktober 2016: La Réunion
Während ich hier schreibe läuft Paul in die Stadt, zur Bank um Kohle zu holen und zum Score-Supermarkt um noch ein wenig mehr Getränke einzukaufen. Am Nachmittag statten uns Dagmar und Christoph einen Besuch ab. Sie wollen noch mehr Informationen von uns für ihre Inselrundreise haben. Das Wetter ist jeden Morgen wunderbar, schönster blauer Himmel. Gegen Mittag überzieht sich der Himmel mit meistens dicken, dunklen Wolken, die über die Berge aus Osten kommen. Aber meistens regnet es nicht.
Am Nachmittag verwandeln wir das Heck der MABUHAY in unseren Freiluftcoiffeursalon und schnippeln uns gegenseitig die Haare ab.
Freitag, 14. Oktober 2016: La Réunion
Um 8h sind wir unterwegs, zu Fuss, zum Busbahnhof von Le Port. Die Fahrt nach St-Paul dauert etwa 15 Minuten. In St-Paul besuchen wir nochmals den wunderschönen Markt, der uns vorletzte Woche schon so gut gefallen hat. Wir kaufen sündhaft teuren, aber echten Schweizer Gruyère Käse. 55 €uro das Kilo !!!!!!! Irgendwo in der Stadt essen wir einen Salatteller und sind gegen 14h mit dem Bus wieder zurück in Le Port. Den Nachmittag verbringen wir gemütlich an Bord. Und weil wir ja im Marina-Gelände nicht grillieren dürfen, sind wir auch zum Abendessen hier auf dem Schiff. Der Chef kocht persönlich!
Samstag, 15. Oktober 2016: La Réunion
Irgendetwas liegt in der Luft! Mir ist den ganzen Morgen sehr schwindlig und ich habe Brechreiz. Keine Ahnung warum. Paul versucht alles, mich wieder herzustellen. Er gibt mir Orangensaft, Kaffee, eine Multivitaminbrausetablette, eine Banane und dann muss ich mich auf einem Spaziergang bewegen. Unterwegs trinken wir einen feinen Espresso und zum Mittag kocht er ein Süppchen. Danach „muss“ ich ein Glas Rotwein trinken und nach einem Mittagschläfchen geht es mir wieder gut. Aber „gemacht“ habe ich heute überhaupt nichts…
Am Nachmittag kommen Dagmar und Christoph auf ein Bier vorbei und erzählen uns von ihrem tollen Helikopterflug über die „Cirques“ und den Vulkan.
Sonntag, 16. Oktober 2016: La Réunion
Vollmond. Das Wetter ist heute wieder herrlich, aber es weht ein eher kühler Wind. Wir laufen zur Bäckerei und holen ein frisches Brot, dort gibt es einen Nespresso-Kaffee und wir spazieren wieder zurück zur Marina.































