Südafrika, Swaziland - Hluhluwe Park - Richards Bay, 16.12. - 26.12.2016, Teil 7
1 View

Freitag, 16. Dezember 2016: Swaziland - Richards Bay, 312km

Um 7h passieren wir die Grenze zu Südafrika (die Grenze ist über Nacht von 22h - 7h geschlossen).

Das ganze Prozedere an beiden Grenzen dauert etwa 30 Minuten, aber alle Beamten sind sehr freundlich. Mit einer Kaffeepause bei Wimpy in Mkuze sind wir nach gut zwei Stunden am nördlichen Tor zum Hluhluwe Park (Schluschluwe ausgesprochen). Von 9h30 bis 15h45 fahren wir kreuz und quer durch den Park und sehen ziemlich am Anfang drei tolle Löwinnen. Schöne Zebras, eine riesige Büffelherde und Unmengen von Impalas und Springböcken. Nur die Giraffen und Elefanten machen sich heute eher rar. Wir sehen nur zwei Giraffen und ganz zum Schluss einen einzelnen Elefanten. Am Morgen ist es noch grau in grau und es regnet zeitweise. Aber das Wetter wird immer schöner und am Nachmittag scheint die Sonne. Gegen 17h sind wir zurück in der Marina. Zusammen mit Sandy und Karl essen wir im "Porky's" Restaurant zu Abend. Paul und ich teilen uns ein Essen mit Eisbein, Rumpsteak und Pommes. Das Rumpsteak ist zäh aber der Rest ist gut. Um 19h sind wir wieder auf unserer MABUHAY, wo sich zwei schwarze Vögel in unserem hohlen Baum gemütlichst ein Nest bauen wollen.

Heute waren 30° und wir haben in acht Tagen 2026 km zurückgelegt.

Samstag, 17. Dezember 2016: Richards Bay

Heute teilen wir uns das Auto. Zuerst holen Sandy und Karl damit vier neue Batterien für ihr Schiff.

Um 9h15 düsen Paul und ich nach Empangeni, wo ich um 10h30 beim Arzt in der Garden Clinic sein soll. Aber als wir dort eintreffen ist weit und breit kein Dr. Ragoo zu sehen. Ein schwarzer (Assistenz ?) - Arzt mit dicken Brillengläsern wie Flaschenböden fragt uns, was wir wollen und auf meine Erklärung hin ruft er bei Dr. Ragoo an. Dieser will um 11h30 kommen. Also fahren wir in der Zwischenzeit zum Einkaufen zurück ins Zentrum von Empangeni, zum Superspar. Dieser Lebensmittel-Laden ist innen und aussen vollgestopft mit Schwarzen, die ihren Wochenendeinkauf erledigen. Mit dem Einkaufskarren ist kaum durchzukommen. Wir kaufen in aller Eile das Nötigste ein und kehren zum Spital zurück. Um 11h45 kommt Dr. Ragoo. Er reinigt mit einem getränkten Wattebausch nicht gerade zartfühlend meine Operationsnarbe. Seit ca. einer Woche habe ich keinen Verband mehr darauf und der Dr. ist sehr zufrieden. Aber mein sehr schmerzhafter Daumen und Daumenballen geben ihm sehr zu denken. Er überlegt sehr lange, was da zu tun sei und verschreibt mir dann neue Medikamente. Es seien die Nerven die mir so heftig zu schaffen machen.

Wir fahren zum Flugplatz von Richards Bay um dort bei Europcar ein Auto für uns alleine zu mieten. Am Nachmittag übernehmen Sandy und Karl wieder das Auto. Mittagessen auf dem Schiff. Nach einer länger ausgedehnten Siesta sind wir gegen 16h im Restaurant "Dros" bei einem Kaffee weil dort das Internet so gut funktioniert. Abendessen an Bord. Paul kocht Reis und Hühnerleber mit ganz viel Zwiebeln und Knoblauch.

Sonntag, 18. Dezember 2016: Richards Bay

Um 8h sind wir bereits mit Sandy und Karl, den Österreichern von der "Shambala" unterwegs zum Flugplatz. Wir müssen das Auto, das wir zusammen bei AVIS gemietet hatten zurückgeben. Karl und Sandy nehmen ein Taxi und fahren zurück zum Zululand Yacht Club, wo ihr Schiff liegt. Paul und ich warten am Flugplatz bis um 10h endlich der Mann von Eoropcar kommt und wir das Auto, das wir für uns gemietet haben, in Empfang nehmen können. Es ist ein Chevrolet Aveo LS. Wir fahren zum Einkaufscenter Board Walk um in der Apotheke Medikamente für mich zu kaufen. Zurück auf der MABUHAY gibt es ein kaltes Mittagessen und den Nachmittag verbringen wir lesend und dösend an Bord.  Dabei wäre draussen wunderschönes Wetter. Ich schreibe ausserdem an meinem Bericht herum.

Dabei schiesse ich heute wieder Mal ein Eigentor! Ich lösche mit einem einzigen winzigen Klick sieben (7) mühsam (wegen dem gebrochenen Arm), aber liebevoll geschriebene Seiten meines Berichtes !!! MANNOMANN BIN ICH DOOF!!! Danach versuche ich den ganzen Nachmittag das Gelöschte wiederherzustellen, vergeblich. Also fehlen jetzt bei meiner Berichterstattung die Tage vom 20.11. bis 9.12.2016.

Zur Aufheiterung gehen wir ins Restaurant "Mojito" und trinken ein Glas südafrikanischen Weisswein zum Apéro. Abendessen an Bord: Gschwellti und Käse.

Montag, 19. Dezember 2016: Richards Bay

Um 11h kommt Marina und bringt uns das verbesserte Bimini (das blaue Dach) das wir ihr zur Reparatur gegeben haben. Vorher wäscht Paul noch das total verdreckte Cockpit. Leider passt das Bimini nicht ganz richtig und Marina muss es nochmals mitnehmen zum Abändern. Nach dem Mittagessen sind wir im "Dros" am Laptop. Gegen 17h kommt Marina wieder mit dem Teil das nicht passte. Sie hilft Paul beim Montieren und nun passt das Bimini und wir sind zufrieden. Endlich, nach einem ganzen Monat können wir wieder draussen sitzen und essen.

Dienstag, 20. Dezember 2016: Richards Bay

Punkt 8h kommt Hebron um das Schiff zu putzen. Paul ölt das Holz im Cockpit und Hebron wäscht das Deck aussen herum. Danach lässt Paul ihn die ganze Reling mit Öl einreiben. Um 10h30 verlangt Hebron Kaffee und um 11h30 gibt ihm Paul eine Cola. Gegen 13h30 hat Paul keine Arbeit mehr für ihn und wir entlassen ihn frühzeitig. Eigentlich sollte er bis 15h arbeiten, aber wir bezahlen ihm trotzdem den vollen Tageslohn von 350 Rand (ca. 24.50 SFr.), den er verlangt.

Mittwoch, 21. Dezember 2016: Richards Bay

Nach dem Frühstück gehen wir in die Stadt. Wir bringen unsere zwei leeren Tauchflaschen zur "Fire Control", um sie revidieren und auffüllen zu lassen. Wir geben die Flaschen ab und fahren zur nahen Board Walk Shopping Mall. Dies ist ein Riesenkomplex mit tausend Geschäften drin, wo man sich spielend leicht verlaufen kann. Wir bringen meinen Laptop zu einem Computershop, in der Hoffnung, dass die meine 7 Seiten Bericht wieder herstellen können. Nach dem Lebensmitteleinkauf bei "Checker", essen wir in einem der unendlich vielen Restaurants im Einkaufscenter zu Mittag. Paul isst Spareribs plus ein Hühnerbein mit Pommes, ich zwei Hühnerbrustplätzli, zwei fritierte Zwiebelringe und Pommes. Alles ist gut, nur schade, dass die Südafrikaner keine guten Pommes machen können. Sie sind (die Pommes) immer und überall latschig, d.h. nicht knusprig. Um 13h sind wir wieder bei der "Fire Control" und wollen unsere Tauchflaschen abholen. Aber die sind noch nicht bereit, erst um 14h. Also fahren wir zu einer Einkaufsmeile, wo es nur Schwarze hat. Wir möchten einen Kaffee trinken oder eine Glacé essen. Unmöglich, wir finden keinen Ort, wo dies möglich ist. Paul steht bei KFC in der Kolonne an, um zu erfahren, dass sie keinen Kaffee oder Glacé haben (aber auf der Reklametafel haben sie Glacé).

Zum Schluss kaufen wir in einem Lebensmittelladen je eine Glacé und mampfen sie im glühendheissen Auto. Punkt 14h können wir unsere gefüllten Tauchflaschen abholen und kehren zur MABUHAY zurück. Unterwegs tanken wir noch 68 Liter Diesel in drei Kanistern, um die Vorräte auf der MABUHAY aufzustocken.

Donnerstag, 22. Dezember 2016: Richards Bay

Wir stehen schon um 7h auf. Die Sonne scheint und es verspricht ein sehr heisser Tag zu werden. Paul will heute viel arbeiten. Und weil wir hier in der Marina nur von 8h bis 10h Wasser haben, will er sofort anfangen, den Ankerkasten zu reinigen. Zuerst legt er, mit Hilfe meiner linken Hand, den 30 kg schweren Anker und 90 m Ankerkette auf den Steg. Danach wäscht er den Ankerkasten gründlich aus. Die Kette wird auch tiefenrein gewässert und wird wieder mit Hilfe meiner linken Hand zurück in den jetzt sauberen Ankerkasten verfrachtet. Danach nimmt der fleissige Skipper den Motorenraum in Angriff. Neue Dieselfilter und Ölfilter werden montiert und das Öl ausgewechselt, plus eine grosse Schweinerei veranstaltet (dies sind seine Worte!). Es ist heiss und er kommt schweissgebadet aus dem Motorenraum.

Freitag, 23. Dezember 2016: Richards Bay

In der Nacht hat es kurz geregnet. Paul streicht unseren Cockpitboden mit Teaköl ein. Und damit wir danach nicht allzu sehr darauf herumtrampeln, machen wir uns auf den Weg zur Board Walk Shopping Mall, um meinen Laptop abzuholen. Wir sitzen kaum im Auto ruft Karl von der "Shambala" an, ob sie unser Auto benutzen dürften. Die Autovermietungs-Firma AVIS hat ihnen auf der Abrechnung 1000 Rand (ca. 70 SFr.) zuviel belastet und sie müssen nun zum Flugplatz um zu reklamieren. Aber wir wollen erst meinen Laptop abholen und im Shoppingcenter zu Mittag essen. Bei der Computerfirma MATRIX, wo man versucht hat, meine 7 Seiten Tagebuch zu retten, war man erfolglos. Ich hatte es befürchtet! Also sind die Tage vom 20.11. bis 09.12.2016. futsch. Aber das macht eigentlich nichts, das ist ja sowieso alles Schnee von gestern, oder? Nach dem Einkauf bei Pick n' Pay essen wir in der Shoppingmeile zu Mittag. Im Pick n' Pay finden wir "Appenzeller Swiss Cheese" und Paul tropft sofort der Zahn. Aber als wir den Preis von 580 Rand (40.60 SFr.) pro Kilo sehen, lassen wir den Käse im Regal. Es hat enorm viele Leute, Schwarze und Weisse, die noch die letzten Weihnachtseinkäufe tätigen. Paul bringt mich zur MABUHAY und fährt dann mit Sandy und Karl zum Flugplatz, wegen der AVIS-Reklamation. Ich bleibe hier und schreibe Tagebuch. Es ist wahnsinnig heiss und der Schweiss läuft nur so. Am Abend blitzt und donnert es mächtig und es dauert lange, bis es endlich etwa für 15 Minuten zünftig regnet. Aus einem der nahen Restaurants dringt laute "Musik" und Gejohle bis zu uns und es ist enorm mühsam einschlafen zu können.

Samstag, 24. Dezember 2016: Richards Bay

Und das merkt man jetzt, am Morgen. Wir schlafen beide wie die Murmeltiere bis um 9h. Aber das macht ja eigentlich nichts, das Wetter ist ziemlich grau in grau. Nach dem sehr späten Frühstück wechselt Paul den Impeller an der MABUHAY und ich lese fast den ganzen Morgen. Nach dem Mittagessen regnet es wieder und Paul legt sich für eine kleine Siesta ins Bett. Aber um 13h45 "muss" ich ihn aufwecken. Ich habe nämlich einen Delfin entdeckt, der gemütlich zwischen den parkierten Schiffen in der Marina herum schwimmt und immer wieder zum atmen auftaucht. Das hatten wir in den 5 oder 6 Wochen in denen wir nun schon hier sind, noch nie beobachten können.

Um 19h sind wir im Restaurant "Mojito", wo wir uns zur Feier des Tages einen Tisch haben reservieren lassen. Zur Vorspeise nehmen wir beide Griechischen Salat, dazu je ein Glas Weisswein.

Man(n) bringt uns dazu eine höllisch scharfe Sauce und Butter, aber kein Brot. Als ich mich nach dem Brot erkundige sagt man mir, das Brot sei leider ausgegangen und es werde neues geholt. Wir haben unseren Salat längst fertig gegessen, als wir endlich jeder ein heisses Brötchen aus der Mikrowelle bekommen und nun als Zwischengang die scharfe Sauce probieren können. Puhh, sie ist wirklich scharf! Als Hauptgang gibt es für Paul Eisbein mit Sauerkraut und kleinen Kartoffeln. Das Eisbein sei gut, aber vermutlich ein paar Mal aufgewärmt, das Sauerkraut entpuppt sich als nur ein kleines Häufchen und als süss, Paul kann es nicht essen. Die Kartöffelchen hingegen seien prima. Ich bekomme einen grossen Spiess mit sehr zartem, saftigem Hühnerfleisch, dazu Pommes. Alles wunderbar! Wir trinken je ein Glas Roten dazu. Für heute waren bis 40 Knoten Wind angesagt und wir kehren bald zur MABUHAY zurück. Heute ist die "NAUTICA" ein grosses (und teures) Kreuzfahrtenschiff hier eingetrudelt.

Sonntag, 25. Dezember 2016: Richards Bay

Wir schlafen lange und hängen dann fast den ganzen Morgen herum und lesen viel. Es regnet immer wieder und es bläst ziemlicher Wind, aber niemals soviel wie angesagt war. Zwischendurch bereiten wir noch die Bugkabine für unseren Besuch vor, der am 28. Dezember hier eintreffen soll.

Am Nachmittag machen wir einen längeren Spaziergang. Wir möchten eine Glacé essen, aber wir haben keine Chance, die meisten Glacéläden und Restaurants sind geschlossen. Also gibt es auf der MABUHAY Kaffee und dazu Weihnachtsguetzli (gekaufte). Wir beobachten vom Schiff aus die Leute drüben am Strand. Die Südafrikaner sind erstaunlich, kaum zeigt sich ein Sonnenstrahl, finden sie sich am Strand und im Wasser ein.

Montag, 26. Dezember 2016: Richards Bay

Die "NAUTICA" ist irgendwann heute am Morgen sehr früh still und leise davon geschlichen.

Auch heute ist wieder ein mehr oder weniger bewölkter Tag. Paul wäscht das Cockpit, weil alles von schwarzem Kohlenstaub verdreckt ist. In der Nähe der Marina wird Kohle auf Schiffe verladen. Wenn der Wind in unsere Richtung bläst, bekommen wir auch unseren Teil davon ab.

Am Nachmittag fahren wir zu einer Tankstelle und tanken 106 Liter Diesel in unsere Kanister. Damit ist jetzt unser Dieselvorrat wieder vollständig. Ein Liter Diesel kostet 12.30 Rand (ca.0.85 SFr.). Im Spar kaufen wir nur Brot und Milch und fahren dann wieder zurück zur Marina. Und heute gönnen wir uns die Glacé, die wir gestern nicht bekommen konnten. Nach dem Besuch im Restaurant "Dros" , wegen der (meistens) guten Internetverbindung dort, sind wir wieder auf der MABUHAY anzutreffen.

Kommentare
()
Einen neuen Kommentar hinzufügenEine neue Antwort hinzufügen
Ich stimme zu, dass meine Angaben gespeichert und verarbeitet werden dürfen gemäß der Datenschutzerklärung.*
Abbrechen
Antwort abschicken
Kommentar abschicken
Weitere laden