Südafrika, wir haben Besuch, Richards Bay - St.Lucia, 10.01.2017, Teil 6
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Dienstag, 10. Januar 2017: Richards Bay – St.Lucia, ca. 80 km

Kurz nach 10h verlassen wir Richards Bay um nach St.Lucia zu fahren. Bei der "Cheese Farm" (Käsefarm) machen wir einen kurzen Kaffeehalt und Jessi und Marcus schauen sich die Tiere hier an. Die Geissen sind aus der Schweiz! Irgendwann gegen 13h sind wir in St. Lucia und suchen uns sofort eine Unterkunft. In der "Ingwenya Lodge" finden wir die gleiche Wohnung, in der wir Anfangs Dezember schon mal mit den Österreichern Sandy und Karl waren. Nun machen wir uns auf den Weg um etwas zu Mittag zu essen. Die Empfehlung von unserer Gastgeberin war ein guter Tip. Wir essen im "Ski Boat Club" (Fischerclub) mit Blick auf einen See. Endlich um 14h45 kommt das Essen, aber das Warten hat sich wirklich gelohnt, alles ist super! Um 16h sind wir auf dem Schiff für die 2-stündige "Hippo-Tour". Wir sehen viele Nilpferde im Wasser mit ganz vielen Babys. Eines ist erst 2 Tage alt und ein anderes ca. 12 Tage. Sie stehen auf dem Rücken ihrer Mütter. Wir entdecken auch ein paar Krokodile und diverse Vögel. Nach der schönen Schifffahrt sind wir zurück in unserer Lodge. 

Flusspferd (Hippopotamus)

Das Flusspferd, auch Nilpferd, oder Hippopotamus genannt, ist ein grosses, pflanzenfressendes Säugetier. Es lebt in Gewässernähe im mittleren und südlichen Afrika. Zusammen mit dem Breitmaulnashorn zählt es zu den schwersten landbewohnenden Säugetieren nach den Elefanten. Mit einem Gesamtbestand von rund 125.000 bis 150.000 Tieren und einem erwarteten weiteren Rückgang der Population ist die Art gefährdet.

Obwohl sie „-pferde“ genannt werden, sind Flusspferde mit den Pferden nicht näher verwandt. Traditionell werden sie in die Ordnung der Paarhufer gestellt. Nach derzeitiger Lehrmeinung sind indessen die Wale die nächsten Verwandten der Flusspferde.

 

Die Bezeichnung Flusspferd ist eine Übersetzung des griechischen Wortes hippopótamos (gebildet aus hippos „Pferd“ und potamos „Fluss“). Die englische Bezeichnung hippopotamus wird in der Umgangssprache oft zu hippo abgekürzt.

Der Name Nilpferd rührt daher, dass die aus europäischer Sicht ersten Flusspferde am Nil entdeckt wurden, wo sie heute aber am Unterlauf ausgerottet sind.

 

Flusspferde sind schwerfällige Tiere mit einem fassförmigen Körper, einem wuchtigen Kopf und kurzen Gliedmassen. Die kräftigen Beine enden in jeweils vier nach vorne ragenden Zehen, die mit Schwimmhäuten verbunden sind.

Flusspferde erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,9 bis 5,1 Metern, wozu noch ein 40 bis 56 Zentimeter langer Schwanz kommt. Die Schulterhöhe beträgt 150 bis 165 Zentimeter. Das Gewicht schwankt zwischen 1000 und 4500 Kilogramm. Männchen sind generell grösser und schwerer als Weibchen.

 

Die Haut der Tiere ist so spärlich mit kurzen, feinen Haaren bedeckt, dass sie nackt erscheinen. Die Haut ist bräunlich, annähernd kupferfarben gefärbt, an der Oberseite ist sie dunkler und am Bauch purpurn. Auch im Gesicht, speziell um die Augen, Ohren und an den Wangen, können purpurne oder rosafarbene Flecken vorhanden sein.

 

Der Kopf des Flusspferds ist gross und wuchtig. Die Schnauze ist vorne sehr breit, was durch die Eckzahnfächer bedingt ist. Die Nasenöffnungen liegen erhöht und sind verschliessbar. Auch die leicht hervorstehenden Augen und die bis zu 10 Zentimeter langen Ohren sitzen hoch am Kopf, so dass nur sie aus dem Wasser herausragen, wenn das Tier unter der Wasseroberfläche schwimmt.

Pro Kieferhälfte haben die Flusspferde zwei oder drei Schneidezähne, einen Eckzahn, vier Prämolaren und drei Molaren. Die Schneide- und Eckzähne wachsen das ganze Leben lang. Die Schneidezähne sind rundlich, glatt und weit voneinander entfernt. Die oberen Schneidezähne sind eher klein, die unteren sind länger (vor allem das innere Paar) und weisen nach vorne. Die Eckzähne sind hauerartig entwickelt, die unteren sind grösser und können eine Gesamtlänge von 70 Zentimetern erreichen (von denen 30 Zentimeter aus dem Zahnfleisch ragen). Flusspferde können ihre Kiefer bis zu ca. 150° aufklappen.

Flusspferde sind heute nur noch in Afrika südlich der Sahara verbreitet. Im westlichen Afrika sind sie selten und die Population ist auf eine Reihe kleinerer Gruppen aufgeteilt, die insgesamt rund 7000 Tiere in 19 Ländern umfassen. Durch die zerstückelten Populationen ist die Art im westlichen Afrika am bedrohtesten. Im östlichen Afrika sind sie noch relativ zahlreich, sodass dort rund 70.000 dieser Tiere leben.

In Südafrika sind sie auf den nordöstlichen Landesteil – vorwiegend den Kruger-Nationalpark – beschränkt. Regional sind sie im mittleren und südlichen Afrika ausgestorben.

Noch bis vor kurzem bewohnten die Flusspferde auch das Niltal und das Nildelta in Ägypten. Die letzten dort lebenden Tiere starben am Anfang des 19. Jahrhunderts aus.

 

Lebensraum der Flusspferde sind Gebiete mit tieferen Seen und langsam fliessenden Flüssen, die idealerweise mit Schilfgürteln umgeben sind. Zum Weiden benötigt es Grasgebiete in der näheren Umgebung der Gewässer. In Regenwäldern kommt es ausser bei grossen Flüssen in der Regel nicht vor.

 

Flusspferde verbringen praktisch den ganzen Tag schlafend oder ruhend, dazu halten sie sich im Wasser oder in Gewässernähe auf. Dabei tauchen sie oft bis auf die Augen, Ohren und Nasenlöcher unter. Obwohl Flusspferde gut an ein Leben im Wasser angepasst sind, sind sie schlechte Schwimmer. Meistens laufen sie auf dem Grund eines Gewässers entlang oder lassen sich vom Wasser tragen; ihre Fortbewegungsart wird manchmal als „Schwimmlaufen“ umschrieben. Wenn sie untertauchen, können sie ihre schlitzförmigen Nasenlöcher und Ohren verschliessen. Tauchgänge sind in der Regel nicht länger als drei bis fünf Minuten, sie können aber länger unter Wasser bleiben, möglicherweise bis zu 30 Minuten. Im Schlaf erfolgt das Auftauchen ebenso automatisch wie das Luftholen.

Vorwiegend in der Nacht verlassen sie das schützende Wasser, um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Dabei können sie sich mehrere Kilometer vom Wasser entfernen, um Grasflächen zu erreichen. Um zu ihren Weideflächen zu gelangen, bilden die Gruppen regelrechte Trampelpfade („Hippo Trails“). Trotz ihres behäbigen Äusseren können Flusspferde im Bedarfsfall schnell laufen, Schätzungen belaufen sich auf bis zu 50 Kilometer pro Stunde. Diese Geschwindigkeit halten sie aber nur wenige hundert Meter durch.

An Land muss ihre Haut feucht bleiben, sie wird rissig, wenn sie zu lange der Luft ausgesetzt ist. Spezielle Hautdrüsen sondern eine Flüssigkeit ab, die die Tiere vor der Austrocknung schützt. Diese zunächst farblose Flüssigkeit verfärbt sich innerhalb von ein paar Minuten rötlich und später bräunlich. Diese wirkt sowohl als Sonnenschutz, indem sie UV-Strahlen absorbiert, als auch antibiotisch gegen verschiedene Krankheitserreger.

 

Ernährung

Die grossen Eckzähne haben keine Funktion für die Ernährung, sie werden aber von den Männchen zur Abschreckung von Rivalen und bei Kämpfen eingesetzt

Flusspferde sind Pflanzenfresser. Sie nehmen hauptsächlich Gräser, in kleinerem Ausmass auch andere an Land wachsende Vegetation zu sich. Wasserpflanzen werden allerdings kaum gefressen. Flusspferde verbringen jede Nacht rund fünf bis sechs Stunden mit der Nahrungsaufnahme, dabei nehmen sie täglich rund 1 bis 1,5 Prozent ihres Körpergewichtes zu sich. Das Gras wird mit den Lippen abgerupft, die Schneide- und Eckzähne haben bei der Nahrungsaufnahme keine Funktion.

Es gibt vereinzelte Berichte, wonach Flusspferde gelegentlich Aas und sogar Fleisch selbst getöteter Tiere fressen. Das ist zwar selten beobachtet worden, aber prinzipiell ist das Verdauen von Fleisch demnach möglich.

 

Sozial- und Territorialverhalten

Das Sozialverhalten der Flusspferde ist variabel. Sie können einzelgängerisch oder in Gruppen leben, die einzige dauerhafte Beziehung ist aber die zwischen der Mutter und ihrem Nachwuchs. Gruppen können bis zu 150 Tiere umfassen, die übliche Herdengrösse ist jedoch 10 bis 15. Diese Herden bestehen meist aus Weibchen und Jungtieren. Seltener schliessen sich auch Männchen ohne eigenes Revier zu Junggesellengruppen zusammen, sie leben aber meist einzelgängerisch.

Dominante Männchen versuchen, ein eigenes Revier zu etablieren, in welchem sich mehrere fortpflanzungsfähige Weibchen befinden. Diese Territorien umfassen 250 bis 500 Meter an Seeufern und 50 bis 100 Meter an Flussufern. Manchmal werden untergeordnete Männchen in diesem Revier toleriert, sofern sie das Zeugungsvorrecht des dominanten Männchens anerkennen. Durch Defäkation werden die Reviergrenzen markiert, oft entstehen dabei grössere Dunghaufen.

Männchen in benachbarten Territorien haben in der Regel ein friedliches Verhalten zueinander. Ritualisierte Handlungen bei Begegnungen beinhalten das Schleudern des Kopfes aus dem Wasser oder das gegenseitige Anstarren aus kurzer Distanz. Auch das Auseinanderwirbeln des Kotes durch schnell kreisende Schwanzbewegungen, das im Wasser und an Land ausgeübt wird, wird eher einer Signalfunktion und weniger einer revieranzeigenden Funktion zugeordnet. Wenn sie sich bedroht fühlen, zeigen männliche Flusspferde mit weit geöffnetem Maul ihre grossen Schneide- und Eckzähne.

Ein Verteidiger eines Reviers versucht Eindringlinge zunächst mit Imponiergehabe zu vertreiben. Gelingt das nicht, kann es zu heftigen Auseinandersetzungen kommen, die vor allem mit den unteren Eckzähnen durchgeführt werden. Viele ältere Männchen haben Narben von diesen Kämpfen, auch der Tod eines Kontrahenten ist nicht unüblich.

 

Fressfeinde

Erwachsene Flusspferde haben kaum natürliche Feinde; Jungtiere fallen gelegentlich Krokodilen, Löwen, Hyänen oder Leoparden zum Opfer. Weibchen schliessen sich manchmal zusammen, um ihre Jungen zu verteidigen. Dabei können sie äusserst aggressiv werden.

 

Fortpflanzung

Die Zeugung findet im Wasser statt, dabei ist das Weibchen die meiste Zeit untergetaucht und kommt nur zum Luftholen an die Oberfläche. Die Tragezeit beträgt rund 227 bis 240 Tage. Zumindest in manchen Regionen lässt sich eine Saisonalität bei der Fortpflanzung erkennen. So fallen in Uganda die meisten Geburten in die Monate Oktober und April, die Monate mit dem meisten Regen. Auch in Südafrika kommen die meisten Jungtiere in den feuchten Monaten Oktober bis März zur Welt.

Die Geburt kann im seichten Wasser oder an Land erfolgen, üblicherweise kommt ein einzelnes Jungtier im Wasser zur Welt, Zwillinge sind selten. Neugeborene wiegen zwischen 25 und 55 Kilogramm und können sofort nach der Geburt bereits laufen und sich vom Wassergrund zur Oberfläche abstossen. Dies ist notwendig, da Flusspferdweibchen ihre Jungen unter Wasser säugen und das Junge der Mutter beim nächtlichen Grasen an Land folgen können muss. Flusspferdmütter sind sehr fürsorglich, sie lassen die Jungen im tieferen Wasser auf ihrem Rücken reiten und verteidigen sie vehement gegen Fressfeinde.

Nach rund sechs bis acht Monaten wird das Jungtier entwöhnt. Bei Tieren in Gefangenschaft tritt die Geschlechtsreife mit drei bis vier Jahren ein, Tiere in freier Wildbahn pflanzen sich erheblich später das erste Mal fort: Männchen mit 6 bis 13 und Weibchen mit 7 bis 15 Jahren. Männliche Jungtiere werden beim Eintreten der Geschlechtsreife oft vom dominanten Männchen aus der Geburtsgruppe vertrieben.

Wild lebende Flusspferde werden 30 bis 40 Jahre alt. Tiere in Gefangenschaft können über 50 Jahre erreichen, das höchste bekannte Alter eines Tieres betrug 61 Jahre.

 

Menschen und Flusspferde

Das erste in jüngerer Zeit in einem Zoo gehaltene Flusspferd war ein Tier namens Obaysch, das 1850 in den Londoner Zoo kam und für eine regelrechte „Hippomania“ sorgte. Auch anderenorts avancierten Flusspferde später zu beliebten Zootieren, beispielsweise Knautschke im Berliner Zoo. Insbesondere in Kinderliteratur und Zeichentrickfilmen sind Flusspferde bis heute beliebt.

 

Bedrohung der Art

Wegen ihres Fleisches, der sehr widerstandsfähigen Haut, aus der Nilpferdpeitschen hergestellt werden, und des Elfenbeins der Zähne oder einfach aus Vergnügen wurden Flusspferde seit jeher von Menschen bejagt. Sie werden zuweilen als Schädlinge angesehen, da sie auch Felder und Plantagen verwüsten. In jüngerer Zeit kam der fortschreitende Verlust ihres Lebensraumes hinzu, da die zu ihrer Ernährung notwendigen Grasweiden zunehmend landwirtschaftlich umgestaltet werden. Der Lebensraumverlust stellt mittlerweile die grössere Bedrohung dar. Die Art ist wegen des stark rückläufigen Bestandes als „gefährdet“ eingestuft.

 

Gefährlichkeit für den Menschen

Trotz ihres behäbigen Aussehens können Flusspferde sehr aggressiv sein, insbesondere Mütter mit Jungtieren. Es gibt viele Berichte, wonach sie Boote angriffen, die sich ihnen näherten, und diese zum Kentern brachten und die Menschen attackierten. Immer wieder wird behauptet, Flusspferde seien die gefährlichsten Grosstiere Afrikas und würden mehr Todesfälle als etwa Krokodile oder Grosskatzen verursachen. Statistiken darüber gibt es jedoch nicht.

 

Nachdem sich zwei von uns im kalten Pool erfrischt und danach alle sauber geduscht sind, gibt es im Ort St.Lucia, im "Ocean Sizzler", wo wir gut speisen, das Abendessen. Auf dem Rückweg zur Lodge, um 21h30, begegnen wir doch tatsächlich einem Hippo (Nilpferd), das genüsslich das Gras am Strassenrand abgrast. Es lässt sich durch unser Auto und dessen Licht überhaupt nicht stören, obwohl wir nur knappe 5 m von ihm entfernt sind. Das glaubt uns wieder mal keiner!!!

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