Donnerstag, 5. Januar 2017: Pongola - iMfolozi Park - Richards Bay, 240km
Um 8h10 geht unsere Fahrt weiter, über total löcherige Strassen, wo unser Chauffeur Marcus die Strasse zwischen den Löchern suchen muss und Slalom fährt. Von 11h - 14h sind wir im iMfolozi Nationalpark, dem südlichen Teil des Hluhluwe-iMfolozi-Parkes. Die Tiere machen sich hier heute eher rar. Trotzdem sehen wir 2 Büffel, 2 Nashörner, ein paar hässliche Warzenschweine, 2 oder 3 grosse einzelne Elefanten und einige Impalas. Auf dem Rückweg legen wir in Richards Bay bei der Board Walk Shopping Mall einen Kaffee- und Einkaufsstopp ein.
Hluhluwe-iMfolozi-Park
Lage: Südafrika
Fläche: 960 km²
Geographische Lage: 28° 2′ S, 32° 4′ O
Einrichtungsdatum: 1895
Verwaltung: Ezemvelo KZN Wildlife
Der Hluhluwe-iMfolozi-Park, 280 km nördlich von Durban gelegen, ist der älteste Nationalpark Afrikas. Er umfasst 960 km² meist hügeliges Gelände und liegt im zentralen Zululand in der Provinz KwaZulu-Natal in Südafrika.
Die vielfältige Vegetation bietet Lebensraum für viele Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien. Die „Big Five“, Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard sind ebenso im Park vertreten wie Geparde, Wildhunde und Giraffen und Nyalas. Hluhluwe und Imfolozi wurden 1895 als getrennte Reservoirs gegründet, als die Population dieser Tiere durch übermäßige Jagd gefährdet war.
Anfang der 1960er Jahre war das Breitmaulnashorn vom Aussterben bedroht, in Imfolozi existierten weltweit die letzten bekannten Vorkommen. In der Operation Rhino, die vom KwaZulu Nature Conservation Service durchgeführt wurde, fing man Exemplare ein und schickte sie an Reservate und Zoos in der ganzen Welt, so dass sich inzwischen die weltweiten Bestände erholt haben. Heute finden ähnliche Bemühungen mit dem Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) statt. 1999 wurde ein Projekt zur Erhaltung der Löwenbestände gestartet, die an Inzucht litten, so dass die Bestände durch neue Tiere ergänzt wurden.
Im Laufe der Zeit wurden den Parks weitere Gebiete zugeordnet, 1964 Schutzzäune errichtet und 1989 die beiden Hauptgebiete und der trennende Korridor zum heutigen Park vereint.
Freitag, 6. Januar 2017: Richards Bay
Toller Sonnenschein. Nachdem nach dem Frühstück alle soweit sind, machen sich Paul, Andrea, Marcus und Jessi zu Fuss auf den Weg um im Meer zu baden und zu fischen. Während sie ihren Köder im Meer baden, sitze ich im Restaurant "Dros" bei einem Capuccino und lösche die meisten von den 78 Mails plus 8 Spams, die seit unserer Abfahrt vom Schiff eingetrudelt sind. Es ist schon nach 13h30 als ich von den vier Fischern (die nichts gefangen haben!) abgeholt werde. Wir laufen alle zusammen zu einem Curry Lokal wo wir 4 "Bunny Chow" bestellen und ein Schaf-Sandwich für Paul. Jessi kann ihr "Bunny Chow" nicht essen, es ist viel zu scharf für sie. Sie bekommt dafür "Samosas", mit Hackfleisch gefüllte und im Öl frittierte Teigdreiecke und danach ein grosses Glas Milch.
Bunny Chow ist Curry in ausgehöhltem Weissbrot
Bunny Chow ist kein Tier, es ist ein Gericht. Ursprünglich stammt es aus Durban. Es kann vegetarisch oder auch mit verschiedenen Fleischsorten zubereitet werden.
Zutaten für 4 Personen:
1 Dose Tomaten in Stücken/ 1 Knoblauchzehe gepresst/ 250 g Linsen oder Bohnen/ 1 kg Rindfleisch gehackt/ Butter/ 2 Weissbrotleibe im Ganzen/ Salz und Pfeffer/ 3 Zwiebeln/ 3 Kartoffeln/ 1 TL Chili Pulver/ 1 TL Kurkuma/ 1 TL Kreuzkümmel
Zubereitung
Die Kartoffeln schälen und in mundgerechte Stücke scheiden.
Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden.
Butter in einen grossen Kochtopf geben und zergehen lassen.
Die Zwiebeln hinzufügen und glasig werden lassen, das Chili Pulver und den gepressten Knoblauch einrühren und für ca. 5 min auf kleiner Hitze köcheln lassen.
Das Rinder Hackfleisch hinzugeben, mit Salz und Pfeffer würzen.
Mit Kurkuma und Kreuzkümmel verfeinern.
Die Tomaten und die Kartoffelstücke hinzufügen und köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind.
Die vorgekochten Linsen oder Bohnen beimengen und einige Minuten mitköcheln lassen.
Das Weissbrot halbieren und aushöhlen, einen Boden stehen lassen.
Die Masse aus dem Topf in die Aushöhlung füllen, die Brotstücke vom Aushöhlen als Deckel hinauflegen.
Guten Appetit oder wie der Bure auf afrikaans sagt: Geniet jou ete! Für das Dessert laufen wir zu Paul's Lieblings-Glacéladen wo jeder von uns eine Glacé verdrückt.
Gegen 16h sind wir beim riesigen Pumpschiff "ILEMBE" wo Marcus gestern mit dem Ersten Ingenieur für uns eine Schiffsbesichtigung arrangiert hat. Das Schiff liegt hinter einem Zaun, hinter den wir nicht treten dürfen. Es dauert eine Weile bis wir jemanden auf dem Schiff sehen, den wir ansprechen können. Auf meinen Funkaufruf auf Kanal 16 meldet sich niemand. Endlich klappt es doch noch und der Erste Ingenieur kommt heraus zu uns. Er heisst Preggi und ist ein Südafrikaner aus Durban, mit indischen Wurzeln. Der Wachmann darf uns nicht durch das Tor eintreten lassen, aber Preggi telefoniert herum, bis wir zur Port Authority (Hafenbehörde) gehen können, dort ein Papier mit unseren Passnummern (einige erfunden) ausfüllen und unterschreiben müssen und schon dürfen wir an Bord des Pumpschiffes gehen. Das Schiff ist zwei Jahre alt, 102m lang und 23m breit. Es arbeiten 22 Männer darauf plus zwei Lehrlinge. Es wird in Schichten gearbeitet. Mit diesem Schiff werden z.B. Hafeneinfahrten von zu viel Sand befreit. Der Sand wird an Strände oder als Wellenbrecher an Stellen befördert, die von der Hafenbehörde zugewiesen werden. Der Sand kann von den Pumpen 2 bis 3 km weit "ausgespuckt" werden. Wir dürfen auch die riesigen Maschinenräume sehen, was natürlich vor allem unsere Männer interessiert. Das alles ist sehr interessant und wir finden es toll, dass sich Preggi soviel Zeit (etwa 45 Minuten) genommen hat, uns alles zu zeigen. Als Dank bekommt er später ein Victorinox- Taschenmesser geschenkt.
Zurück auf der MABUHAY machen sich unsere Fischer vom Schiff aus und dann vom Steg aus wieder ans Köderbaden. Paul kocht unterdessen Teigwaren mit Bolosauce. Genau als ich die eifrigen Fischer zum Essen rufe, es ist 19h40, beisst ein Fisch an. Marcus will gerade die Angel wegräumen, als der Fisch zubeisst und alle drei Fischer erschrecken ziemlich. Nach dem Essen wird der Fisch geschuppt, ausgenommen und ins Tiefkühlfach gesteckt. Am Montag gibt es Fisch. Paul vermutet, dass es ein kleiner Tuna ist. Unsere Fischer sind so stolz, dass sie gar nicht mehr ins Bett wollen...
Samstag, 7. Januar 2017: Richards Bay
Es regnet volle Kanne, ein richtiger Landregen! Andrea und Marcus holen nach dem Frühstück die Wäsche aus der Wäscherei. Gegen 10h15 verlassen sie und Jessi uns, um mit unserem Mietauto nach Durban zu fahren. Andrea fliegt morgen Abend von Durban in die Schweiz zurück und deshalb wollen die drei vorher zusammen noch die Stadt Durban anschauen. Paul und ich bleiben zurück, sitzen im Cockpit und lesen die neusten Pieterler Nachrichten in der letzten "Pieterlen Post", die Marcus uns mitgebracht hat. Es regnet den ganzen Tag ununterbrochen und bis in die Nacht hinein. Wir sitzen auf dem Schiff und lesen, schreiben, dösen...
Sonntag, 8. Januar 2017: Richards Bay
Es regnet zum Glück nicht mehr, der Morgen ist aber trotzdem ziemlich grau. Wir machen einen langen Strandspaziergang. Um 18h40 kommen Marcus und Jessi aus Durban auf die MABUHAY zurück. Sie erzählen uns von ihren Abenteuern in der Riesenstadt als wir zusammen im "Porky's" Sushi (als Versuch), Pilze, Pizzen, Salat essen.
Montag, 9. Januar 2017: Richards Bay - Empangeni
Wir sind gegen 9h30 in Empangeni in der Garden Clinic. Mit der Schlussabrechnung für meinen Armbruch gibt es ein Problem. Ich habe im November, vor der Operation per Kreditkarte scheinbar 5791 Rand (ca. 400 SFr.) zu viel bezahlt. Die Vorausrechnung war nur eine Schätzung. Das Geld kann nicht bar ausbezahlt und auch nicht auf die Mastercard rücktransferiert werden!!!! Die Kontoführerin Heather Hill ist sehr hilfsbereit und bemüht sich hin und her um eine Lösung für das Problem zu finden. Sie telefoniert sogar mit dem Hauptsitz der Klinikkette in Johannesburg. Marcus verhandelt für mich auf Englisch, während Paul und ich bei Doktor Ragoo sind. Paul will es ganz genau wissen. Er lässt sich vom Doktor an einem Skelett genau erklären, welchen Knochen und wo genau ich ihn gebrochen habe. Der Doc schreibt mir einen Brief, damit ich in Zukunft wegen meiner Titaniumplatte und den 7 Schrauben in meinem Arm, keine Probleme bei der Sicherheitskontrolle an Flugplätzen haben werde. Als wir zur Rezeption zurückkommen, hat Miss Heather eine Lösung gefunden. Sie fragt uns, ob wir jemanden in Südafrika kennen, der ein Bankkonto hat. Uns kommt nur Marina, die unser Bimini repariert hat, in den Sinn. Frau Hill ruft sie an und eine knappe ½ Stunde später steht Marina aus Richards Bay (ca. 27 km) in der Klinik in Empangeni. Das Geld wird auf das Bankkonto von Marina ausbezahlt und sie wird es uns in bar geben. Unterdessen hat Marcus unser Mietauto für 60 Rand (ca. 4.20 SFr.) innen und aussen tiptop reinigen lassen. Das dauert ca. 1 Stunde. Also essen wir in der Shopping Mall in Empangeni zu Mittag, bis das Auto sauber ist. Danach Einkauf beim Superspar und zurück zur MABUHAY. Jessi und Marcus fangen sofort wieder an zu fischen, ohne Erfolg. Wir gehen an den Strand um dort den Fisch zu grillieren, den die beiden Fischer am Freitag gefangen haben. Das Fischlein ist prima, aber ein bisschen zu wenig. Deshalb und für den "Nofischesser Paul" gibt es dazu noch Bratwurst, mit Speck umwickelte kleine Würstchen und in der Glut gegarte Kartoffeln. Es ist alles gut und ein wunderbarer gemütlicher Abend. Vor dem Essen haben Jessi und Marcus im Meer gebadet.



















