Sonntag, 29. Januar 2017: Victoria Falls
In der Nacht, gegen Morgen, gibt es ein Riesengewitter, es blitzt, donnert und giesst mächtig. Mannomann, das gibt Wasser für die Wasserfälle! Um 11h verlassen wir leider dieses gute und günstige Hotel, weil für heute kein Zimmer mehr frei ist. Wir verlegen uns ins sehr viel teurere Hotel "Kingdom" 150 $ pro Nacht, (!!!) dafür ist es aber auch ein wenig näher an den Victoria Falls und natürlich sehr gediegen.
Von 12h bis etwa 13h30 bewundern wir die Victoria Falls. Der Eintritt kostet 30 $ pro Person (Schock!!!), für Einheimische 7 $. Aber die Wasserfälle sind der helle Wahnsinn und unglaublich eindrücklich. So mächtig und vor allem so breit, haben wir uns diese Wasserfälle nicht vorgestellt. Die sind also wirklich sehenswert. Es regnet nicht, trotzdem sind wir in unseren gelben Regenmänteln jetzt von innen (Schwitz) und aussen (Gischt) total nass. Tief beeindruckt kehren wir zum Ausgang zurück. Die Tour sei 1,7 km lang, hatte man uns gesagt, und das gleiche wieder zurück. Beim Restaurant beim Ausgang trinken wir einen Cappuccino, serviert mit einem Gläschen Amarulo (mmm!, ich habe zwei, Paul will seinen nicht) und einem Glas Wasser kostet er 3 $. Wie viel kostet eigentlich zur Zeit ein Kaffee in der Heimat?
Die Victoriafälle
Die Victoriafälle sind ein breiter Wasserfall des Sambesi zwischen den Grenzstädten Victoria Falls in Simbabwe und Livingstone in Sambia. Seit 1989 gehören die Fälle zum Weltnaturerbe der UNESCO.
Der erste Europäer, der die Victoriafälle mit eigenen Augen sah, war der schottische Missionar und Afrikareisende David Livingstone. Nachdem er im Jahre 1851 Berichte über diesen Wasserfall gehört hatte, landete er vier Jahre später, am 16. November 1855, auf der kleinen Insel, die direkt an der Kante liegt, über die sich der Sambesi in die Tiefe stürzt und die heute den Namen Livingstone-Insel trägt. Tief beeindruckt beschrieb er den Wasserfall als „das schönste, das er in Afrika je zu Gesicht bekam“, und nannte ihn Victoria Falls, zu Ehren der damaligen britischen Königin Victoria.
Die einheimischen Kololo nennen den Wasserfall hingegen Mosi-oa-Tunya (zu deutsch: donnernder Rauch). Der Name verweist auf den Wasser-Sprühnebel, der von den Fällen in bis zu 300 m Höhe aufsteigt und noch in bis zu 30 km Entfernung zu sehen ist. In unmittelbarer Umgebung der Victoriafälle gibt es sogar einen Regenwald, der seine Existenz nur der Feuchtigkeit dieses Sprühnebels zu verdanken hat. Dieser entsteht, weil sich die Wassermassen des Sambesi auf einer Breite von 1708 m in eine quer zum Flusslauf liegende, 110 m tiefe und kaum mehr als 50 m weite Schlucht mit steilen Felswänden aus Basalt ergiessen. Damit sind die Victoriafälle der breiteste durchgehende Wasserfall der Erde. Zum Ende der Regenzeit im Februar und März, wenn der Sambesi durch die Niederschläge stark angeschwollen ist, schiessen bis zu 10.000 m³/s Wasser über den Nordrand der Schlucht in die Tiefe, jedoch wird der Wasserfall auch in den meisten anderen Monaten des Jahres dem Titel „grösster Wasservorhang der Erde“ gerecht. Zum Ende der Trockenzeit, in den Monaten September und Oktober, kann die Wassermenge jedoch auf nur 170 m³/s schrumpfen. Dann bleiben von der sonst tosenden Flut nur einige wenige Rinnsale übrig.
Die Victoriafälle gelten als die Grenze zwischen dem breiten Oberlauf und dem eher schmalen, von Schluchten eingeengten Mittellauf des Sambesi, der sich bis zur Cahora-Bassa-Talsperre in Mosambik erstreckt.
Seit 1934 sind die Victoriafälle grenzübergreifend unter Schutz gestellt und seit 1972 Teil des Mosi-oa-Tunya-Nationalparks. Der eher kleine aber touristisch weitgehend erschlossene Nationalpark, erstreckt sich von den Fällen etwa 12 km stromaufwärts und umfasst etwa 66 km².
Eine besondere Touristenattraktion ist Devil’s Pool, ein kleines natürliches Bassin, das unmittelbar an der Kante des Wasserfalls liegt und von September bis Dezember, also bei niedrigem Wasserstand im Fluss, gefahrlos zum Baden genutzt werden kann.
Wir geben die Regenmäntel ab und kehren zu unserem sauteuren Hotel zurück. Nach einem warmen Bad "chillen" wir gemütlich auf unserem Balkon. Es regnet immer noch nicht, ist aber total bewölkt. Heute gibt es KEIN Mittagessen, nur ein paar Cracker und einen Apfel. Abendessen im "Mama Africa". Paul Pasta mit Pilzen und Käsesauce. Ich esse jetzt einmal richtig Afrikanisch! Huhn in Erdnusssauce, in einem kleinen Gusstöpfchen, wo es schön heiss bleibt. Dazu Pap, eine Art weisse Polenta, Kürbis und etwas wie Spinat, der aber für mich zu bitter schmeckt. Alles sehr gut, ausser dem Spinat. Dazu Livemusik von 4 Musikern. Als aber einer davon zu singen anfängt, flüchten wir....
Pap
Ugali ist die in der ostafrikanischen Sprache Swahili verwendete Bezeichnung für einen Getreidebrei aus Maismehl, der zu relativ fester Konsistenz gekocht wird. Das Gericht ist auch in anderen Teilen Afrikas weit verbreitet; es heisst je nach Sprache und Region zum Beispiel in Südafrika und Namibia mealie-pap oder in Lesotho papa, in Simbabwe sadza, in Malawi und Sambia nsima, in Uganda posho, im Kongo nfundi und in Mosambik xima oder upswa.
Montag, 30. Januar 2017: Flug Victoria Falls - Durban
Wir haben beide sehr schlecht geschlafen. In der Nacht regnet es. Um 7h45 ruft ein Mann an, um zu
fragen, ob wir ein Taxi zum Flugplatz brauchen. Ich antworte, dass ich es noch nicht weiss und frage nach dem Preis: 30 US$ ! Das Hoteltelefon klingelt noch zweimal, aber ich nehme es nicht mehr ab. Wir checken unsere e-mails und stellen fest, dass unsere Flugbuchung annulliert wurde, wegen technischen Problemen. Also müssen wir so schnell wie möglich zum Flugplatz um einen Flug nach Durban zu buchen. Nach dem Frühstück checken wir aus und laufen rüber zum Taxiparkplatz. Ein Mann quatscht uns an, er will uns zum Flugplatz fahren. Zuerst will er dafür 20 US$, am Schluss bezahlen wir 15 US$ für die 20 km. Unterwegs stellt sich heraus, dass er, er heisst Sifelani, dreimal bei uns im Hotel angerufen hat. Er war gestern an der Rezeption des Hotels N1, als wir für das Hotel "Kingdom" reserviert haben. Er fragte im Hotel "Kingdom" an, welche Zimmernummer "Tschung" (Jung) haben. Man gibt ihm unsere Zimmernummer 1074. Wir finden das eine grosse Sauerei vom Hotel! Am Flugplatz buchen wir bei British Airways den Flug nach Durban. Mannomann ist das kompliziert hier! Aber irgendwann haben wir doch die Tickets in der Hand. Wir trinken vor dem Einchecken um 11h noch eine heisse Schokolade. Beim Bezahlen will der Kellner 8 US$ haben. Ich sage ihm, dass auf der Karte 3 US$ pro Tasse steht. Er murmelt irgendwas Unverständliches und dann kosten die beiden Tassen tatsächlich nur noch 6 US$! Man muss es halt versuchen, vielleicht merken es ja die doofen Touris nicht!!! Meine Titanium-Platte im Arm gibt keinen Piep von sich! Im Flugzeug sagt die Hostess am Lautsprecher: "Herzlich willkommen auf dem Flug nach MAURITIUS!" Die ganze Sicherheitseinführung macht sie überaus humorvoll, überhaupt nicht so langweilig, wie die sonst immer sind. Alle Leute im Flugzeug lachen und klatschen ihr zu! Der Flug geht über Livingstone in Zambia (Zwischenstopp von ca. 50 Minuten) nach Johannesburg in Südafrika. Hier müssen wir umsteigen nach Durban. Es regnet. Und hier, bei der Einreise nach Südafrika, bekommen wir einen zünftigen Dämpfer. Unser Visa wird NICHT verlängert, um keine Stunde! Am 16. Februar müssen wir Südafrika verlassen. Ha, auch hier piept meine Titanium-Platte nicht. Unterwegs vom Terminal A zum Terminal B verliere ich irgendwo meine Kapuzenjacke. Um 19h kommen wir in Durban an. Wir nehmen den Shuttle-Bus in die Stadt. Der Chauffeur bringt alle 24 Fahrgäste zu ihrem Hotel und uns zur Marina. Wow, was für ein Service, und das für 80 Rand (ca. 5.60 SFr.) pro Person. Auf der MABUHAY kommen wir um 21h an und freuen uns sehr, dass Ludovic für uns gekocht hat. Kartoffelpürée (nicht aus der Tüte!) und Hackfleisch mit Tomaten. Mmm, sehr gut! Wir besprechen lange die Wetterlage, die sehr unsicher ist. Trotzdem beschliessen wir, morgen weiter nach East London zu segeln.































































