Südafrika, Kapstadt, 13.02. - 16.02.2017, Teil 1
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Montag, 13. Februar 2017: Kapstadt

Auf dem Steg neben uns liegt ein dicker Seehund an der Sonne und putzt sich. Nachdem wir uns im Royal Cape Yacht Club angemeldet haben, laufen wir zu dritt 30 Minuten lang, der Hauptstrasse entlang, zur Immigration und zum Zoll. Die Sonne scheint, aber der Wind bläst immer noch heftig. Bei der Immigration ist die Frau am Schalter zwar sehr nett, aber nachdem sie sich mit ihrem Vorgesetzten beraten hat, wird unser Visa NICHT verlängert. Komischerweise müssen wir (das heisst: ich!) nicht so viele Papiere ausfüllen, wie in Richards Bay und in Durban. Von hier aus laufen wir weiter bis zur Waterfront, wo es viele Touristen hat. Wir essen zu Mittag und schauen uns ein wenig um. Hier bläst der Wind nicht so verrückt und es ist richtig angenehm. Wir schauen zu, wie vier grosse Seehunde gemütlich die Sonne geniessen. Paul und ich kaufen Tickets für einen Ausflug am nächsten Donnerstag, zur Robben Island.

Die Victoria & Alfred Waterfront (kurz: V&A Waterfront) ist eine Waterfront, bestehend aus einem restaurierten Werft- und Hafenviertel rund um die beiden historischen Becken des Hafens von Kapstadt in Südafrika.

Die beiden Becken des Atlantischen Ozeans in der Tafelbucht wurden 1870 und 1905 in Betrieb genommen und erhielten ihre Namen zu Ehren der britischen Königin Victoria und ihres zweiten Sohnes, Prince Alfred, der anlässlich einer Reise durch die britischen Kolonien 1860 den Grundstein für die über einen Kilometer lange Wellenbrecher-Mauer vor den Hafenbecken gelegt hatte.

1990 lagen nach einem weitgehenden Boykott des Hafens während der Zeit der Apartheid weite Hafenbezirke brach. In Zusammenarbeit mit örtlichen Investoren begann die Stadtverwaltung, eine neue Infrastruktur zu erstellen. In kurzer Zeit wurden die alten Gebäude restauriert und nahmen ein Einkaufszentrum, kleine Museen und Raritätenläden, eine Brauerei und zahlreiche gastronomische Einrichtungen in sich auf. Darüber hinaus wurden stilistisch angepasste Hotels, exklusive Appartement- und Bürohäuser neu errichtet sowie grosse Parkplätze, ein Yachthafen und ein kleines Amphitheater angelegt. Schon 1995 gab es mehr als 15 Millionen Besucher aus aller Welt. Im Dezember 2003 wurde der Nobel Square mit Skulpturen der vier südafrikanischen Friedensnobelpreisträger eingeweiht.

Mitte 2006 entschieden sich die Inhaber der Waterfront, zu verkaufen. Ein Konsortium aus verschiedenen Unternehmen, mit Hauptanteilseigner aus Dubai, kauften sie für 7,04 Milliarden Rand (rund 700 Millionen Euro zur Zeit des Verkaufs).

Da in Südafrika das Black Economic Empowerment bei jeder Übernahme beachtet werden muss, wurde bei der Zusammensetzung des Eigentümerkonsortiums auf die Mitgliedschaft schwarzer Personen und Unternehmen in schwarzer Hand gesetzt. Insgesamt 23,1 Prozent gehen an schwarze Eigentümer und weitere zwei Prozent kommen den schwarzen Angestellten der Waterfront zugute.

Im Land wurde der Verkauf kritisiert, da die Waterfront als die Prestigeimmobilie Südafrikas gilt und an ausländische Investoren verkauft wurde.

Nach weniger als fünf Jahren wurde sie am 14. Februar 2011 wiederum verkauft. Sie ging für 9,7 Milliarden Rand (rund 980 Millionen Euro zur Zeit des Verkaufs) zu gleichen Teilen an die südafrikanische Investmentgesellschaft Growthpoint und die staatliche Pensionsgesellschaft Public Investment Corporation (PIC) über.

2014 begann die Umgestaltung eines Silogebäudes, das 2017 als Zeitz Museum of Contemporary Art Africa eröffnet werden soll.

Es gibt vielfältige Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten in einer Atmosphäre zwischen Strassenmusikanten, Laienschauspielern, Segelyachten, ein- und auslaufenden Ausflugs- und Fischerbooten sowie Frachtschiffen in dem weiterhin betriebenen Seehafen, in dem auch Werftarbeiten ausgeführt werden. Zu den Angeboten zählt auch das Two Oceans Aquarium.

Zu Fuss geht es zurück zur MABUHAY. In der Marina widmen sich Ludovic und Paul der MABUHAY und befreien sie gründlichst vom Salz. Sie montieren für das Grosssegel ein neues Seil, als Ersatz für das alte, das durchgescheuert war. ich bin im Yacht Gebäude und geniesse eine herrliche heisse Dusche. Danach checke ich wieder einmal die Mails und lösche 95% davon. Der Wind tobt mit bis zu 40 Knoten.

Dienstag, 14. Februar 2017: Kapstadt

Den ganzen Morgen lang wird herumgewerkelt und geputzt. Wir waschen zwei Maschinen Wäsche in der Marina Waschmaschine. Zufällig kommt ein Taucher vorbei und wir bitten ihn, sich unser Ruder von unten anzusehen. Das macht er, er heisst Diran, sofort und es stellt sich heraus, dass das Ruder defekt ist. Paul bereitet alles vor, um das Ruder heraus zu nehmen. Am Nachmittag kommt der Taucher nochmals und hilft das Ruder von unten heraus zu ziehen. Dafür will er nichts haben. Er und sein Helfer bekommen jeder ein Taschenmesser von uns. Diran nimmt das Ruder in seinem Boot mit und bringt es direkt zu Gerry, der es reparieren wird.

Steven, von der Firma North Sails kommt zu uns, um das defekte Seitenfenster unserer Kuchenbude anzuschauen. Wir möchten noch ein paar Änderungen am Dach und der Rückwand machen lassen. Steven will uns morgen per Mail einen Kostenvoranschlag senden. Ludovic und Paul holen in den Kanistern 96 Liter Diesel an der Marina Tankstelle. Am Abend bläst der Wind wieder wie verrückt. Ludovic lädt uns zum Abendessen ins Restaurant des Yacht Clubs ein.

Mittwoch, 15. Februar 2017: Kapstadt

Heute ist ein herrlicher Tag. Kein einziges Wölklein am Himmel und auch keines, das sich über den Tafelberg schleicht. Wir müssen die MABUHAY von Platz B30 auf B08 verlegen. Und das ohne Ruder! Aber die Einheimischen Helfer machen die MABUHAY an ihrem Boot fest und wir werden an den neuen Platz bugsiert. Die machen das super! Paul und ich gehen schnell zu Gerry, um ihm den Auftrag für die Reparatur des Ruders zu geben. Und weil wir schon mal im Marinagelände unterwegs sind, kaufen wir noch gleich eine Gastlandflagge für Namibia.

Abends um 18h teilt uns Ludovic mit, dass er uns morgen verlassen wird. Also "müssen" wir heute Abend zum Abschied nochmals zusammen im Yacht Club Restaurant essen gehen. Ich nehme ein Thai Green Curry mit Reis, die beiden Männer je ein 500gr T-Bone Steak mit Pommes. Alles wunderbar.

Donnerstag, 16. Februar 2017: Kapstadt

Der Morgen ist ziemlich grau in grau bewölkt. Um 10h verabschieden Paul und ich uns von Ludovic, der uns ja heute verlassen wird. Schade eigentlich, wir hatten gute 5 Wochen miteinander und wir waren sehr froh über seine Mithilfe bei der Überfahrt von Durban nach Kapstadt. Ich bin ja für Paul immer noch keine richtig gute Hilfe, mit meiner lädierten Hand. Übrigens könnte Ludovic unser Sohn sein. Er ist genau so alt wie unsere Tochter Claudia.

Paul und ich marschieren 30 Minuten zur Waterfront, während Ludovic noch auf dem Schiff bleibt, um seine Sachen zu packen und seine Weiterreise zu organisieren. Sein Flug von Johannesburg nach La Réunion geht erst am 1.März.

Wir schauen uns in der Waterfront ein wenig um, trinken Kaffee und schlendern ein bisschen herum. Um 12h30 müssen wir beim Nelson Mandela Gateway sein. Um 13h werden wir zusammen mit vielen anderen Touristen auf einer Fähre zur Insel "Robben Island" geschippert. Die Insel ist 11 km von Kapstadt entfernt. Die Fahrt dauert fast eine Stunde. Inzwischen scheint herrliche Sonne und wir geniessen sie auf dem Oberdeck. Auf "Robben Island" hat Nelson Mandela 18 seiner 27 Gefängnisjahre verbracht!

 

Robben Island (afrikaans: Robbeneiland) ist eine Insel in der Tafelbucht im Atlantik etwa zwölf Kilometer vor der südafrikanischen Küstenstadt Kapstadt und 6,9 km vom nächstgelegenen Festland. Die frühere Gefängnisinsel wurde Mitte der 1990er Jahre zu einem Natur- und Nationaldenkmal, das frühere Gefängnisgebäude zu einem Museum umgestaltet. In dem einstigen Gefängnis hatte Nelson Mandela fast zwei Jahrzehnte als Häftling in einer vier Quadratmeter grossen Einzelzelle verbracht.

Mit dem Erstarken der Anti-Apartheid-Bewegung wurde Robben Island zum berüchtigsten Gefängnis Südafrikas für politische Häftlinge. Bei harter Arbeit im Steinbruch waren sie oft nur unzureichend gekleidet und mussten anfangs auf dünnen Strohmatten auf dem kalten Steinfussboden schlafen.

Robben Island misst 3,2 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 1,7 Kilometer von West nach Ost; die Fläche beträgt 507 Hektar. Damit ist sie die grösste Insel im Küstenbereich des südafrikanischen Festlandes. Die Insel liegt in der Tafelbucht (Table Bay), 60 Kilometer nördlich des Kaps der Guten Hoffnung. Höchster Punkt der Insel ist mit 30 Metern der Minto Hill.

Die grösste Siedlung befindet sich im Südosten der Insel. 2011 hatte die Insel, die politisch zur City of Cape Town gehört, 116 Einwohner. Das ehemalige Gefängnis befindet sich im Norden, umgeben von einigen Steinbrüchen.

Der kalte Benguela-Strom aus dem Südatlantik sorgt für gemässigte Temperaturen des umgebenden Landes und liess am Meeresgrund und der Steilküste eine bunte Kaltwasser-Flora entstehen. Die Küste von Robben Island ist ein natürlicher Lebensraum für Robben und Brillenpinguine.

 

Robben Island war gut als Gefängnisinsel geeignet, da Fluchtversuche wegen der Entfernung zum Land und der kalten, gefährlichen Strömung praktisch aussichtslos waren und Kapstadt schon früh dicht besiedelt war.

Bis in das 20. Jahrhundert hinein befand sich auf der Insel ein Lager für Leprakranke, die hier in isolierten Dörfern lebten. 1895 errichteten Leprakranke mit selbstgebrochenem Schiefer die Church of the Good Shepherd, die ebenfalls heute noch steht. Da viele Pfleger aus Irland kamen, wurde ein Teil der Siedlung Irish Town genannt.

Ab 1939 diente Robben Island als Militärbasis, 1961 wurde es wieder zur Gefangeneninsel. Südafrika internierte hier in der Zeit der Apartheid vor allem politische Gefangene, aber auch Kriminelle. 1991 wurde das Hochsicherheitsgefängnis für politische Gefangene aufgelöst, 1996 auch der Trakt für gewöhnliche Kriminelle. Seit Anfang 1997 ist Robben Island für Besichtigungen freigegeben.

Zu den Gefangenen gehörte auch Nelson Mandela. Ab 1969 bestand im Gefängnis die Makana Football Association als eigenständiger, von den Insassen organisierter Fussballverband. Im Jahr 1971 schafften es die Gefangenen nach Streiks und Protesten, humanere Bedingungen durchzusetzen, und durften nun sogar in der Haft studieren. Den Hauptanteil daran hatte Nelson Mandela, der ANC-Rebellenführer und spätere Friedens-Politiker, der 18 Jahre lang auf Robben Island in Haft war. Er nutzte seine Freizeit für die eigene Fortbildung (er wurde Advocat) und rief auch seine Mitgefangenen dazu auf, die den Ort in den 1970er Jahren auch Mandela University nannten. Der erste Teil von Mandelas Memoiren "Der lange Weg zur Freiheit" entstand hier.

Im Jahre 1994 nahm Mandela als erster schwarzer Präsident Südafrikas elf seiner ehemaligen Mithäftlinge von Robben Island in seine Regierung auf.

 

Heute ist Robben Island eine nationale Gedenkstätte, ein vielbesuchtes Museum und seit 1999 auch Weltkulturerbe der UNESCO.

Nelson Rolihlahla Mandela (* 18. Juli 1918 in Mvezo, Transkei; † 5. Dezember 2013 in Johannesburg), in Südafrika häufig mit dem traditionellen Clannamen Madiba bezeichnet, oft auch Tata genannt (isiXhosa für Vater), war ein führender südafrikanischer Aktivist und Politiker im Jahrzehnte andauernden Widerstand gegen die Apartheid, sowie von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident seines Landes.

Ab 1944 hatte er sich im African National Congress (ANC) engagiert. Aufgrund seiner Aktivitäten gegen die Apartheidpolitik in seiner Heimat musste Mandela von 1963 bis 1990 insgesamt 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft verbringen.

Neben Mahatma Gandhi, Aung San Suu Kyi oder Martin Luther King gilt er als herausragender Vertreter im Freiheitskampf gegen Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit. Mandela war der wichtigste Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs von der Apartheid zu einem gleichheitsorientierten, demokratischen Staatswesen in Südafrika. 1993 erhielt er deshalb den Friedensnobelpreis. Bereits zu Lebzeiten wurde er für viele Menschen weltweit zum politischen und moralischen Vorbild.

Mandela heiratete dreimal. Aus zwei dieser Ehen stammen sechs Kinder.

 

Wer mehr über Mandela wissen möchte, bitte hier anklicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Nelson_Mandela

Wir werden in Busse umgeladen und über die Insel geführt. Eine Frau erzählt uns diverses über die Insel. Leider verstehe ich nur etwa 50% von allem was sie berichtet. Nach einer kurzen Pause, wo wir in der Ferne Pinguine sehen können, dürfen wir das eigentliche Gefängnis besichtigen. Hier werden wir von einem ehemaligen Gefangenen herumgeführt. Er weiss sehr vieles, bestimmt enorm Interessantes zu berichten. Leider verstehe ich von ihm vielleicht nur etwa 25%. Sehr schade!

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