Südafrika, Kapstadt, 17.02. - 23.02,2017, Teil 2
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Freitag, 17. Februar 2017: Kapstadt

Ab sofort sind wir "ILLEGAL" in Südafrika! Unser Visa wurde NICHT erneuert!

Morgens um 8h30 ruft mich Paul ganz dringend hinaus an Deck. Ich bin gerade dabei Frühstück zu machen. Rate mal, wer neben uns zu liegen kommt, meint er! Und ich kann es kaum glauben, es ist die "Ilusión" mit den Spaniern Soledad und Julio. Die scheinen uns zu verfolgen! Jetzt liegen sie mit ihrem Schiff backbords 30 cm neben uns. Auf unserer Steuerbordseite liegt ein wunderschönes, neues, rotes, 52 Fuss (ca. 17m) Aluschiff. Heute lernen wir die beiden Besitzer des Schiffes kennen. Es sind Anita und Franz (Aargauer) die in Brienz wohnen. Die beiden machen den Innenausbau ihres tollen Schiffes selber. Jeden Tag sind sie fleissig am werken.

Paul braucht neue Schlösser für unsere Backskisten und Anita nimmt uns in ihrem kleinen Auto mit in die Stadt um solche Schlösser zu suchen. In zwei Schiffsläden finden wir sie nicht, aber im zweiten Laden ist der Verkäufer sehr hilfsbereit und ruft bei der Bénéteau Vertretung an und erklärt uns, wo die sind. Also fährt Anita mit uns zur Waterfront und dort zur Bénéteau Vertretung. Wir bestellen 6 neue Schlösser, die aber erst in etwa einer Woche aus Frankreich hier eintreffen werden. Mit Anita machen wir noch schnell einen Kurzeinkauf bei Pick n' Pay und fahren dann wieder zurück zur Marina. Es ist herrliches Wetter und schön warm.

Samstag, 18. Februar 2017: Kapstadt

Es brennt irgendwo im Hafen. Eine riesige schwarze Rauchwolke steigt in den Himmel auf und stinkt ganz erbärmlich. Sie verqualmt die ganze Tafelbucht. Später hören wir die Feuerwehr und die Rauchsäule ändert sich in Weiss. Nachdem sich der Qualm verzogen hat, herrscht wieder wunderbarer Sonnenschein. Gestern kam ein Mann vorbei und fragte nach Arbeit. Er will die kleinen Risse und Schäden im Gelcoat der MABUHAY ausbessern und sie danach polieren. Heute morgen kommt er um 9h und beginnt mit der Arbeit. Er heisst Wellington. Er arbeitet sehr gut und intensiv.

Gegen Abend fängt es wieder an zu blasen wie verrückt und zum verrückt werden. Den ganzen Tag wurde das grosse, brennende Schiff mit Wasser bespritzt.

Sonntag, 19. Februar 2017: Kapstadt

In der Nacht hört der Wind keine Sekunde auf zu pfeifen. Ich kann nicht einschlafen, wegen dem Lärm und wegen meinen eiskalten Füssen. Irgendwann stehe ich auf und tappse im Dunkeln herum, um mir eine zweite Decke zu holen. Jetzt werden meine Eisfüsse zwar warm, aber schlafen kann ich trotzdem nicht.

Auch am Morgen bläst der Wind mit bis zu 42 Knoten. Wahnsinn! Julio und Soledad kommen zu uns, wir müssen die MABUHAY mehr nach rechts anbinden. Die Liegeplätze sind hier sehr eng und der Wind bläst uns auf die "Ilusión". Paul macht uns stärker am Steg fest. Wellington kommt um 9h15 und arbeitet ununterbrochen, er lässt sich vom dem nervenaufreibenden Wind nicht stören.

Das Schiff das gestern ausgebrannt ist, wird auch heute noch mit Wasser bespritzt.

Den ganzen langen Sonntag heult und pfeift es mit bis zu 48 Knoten Wind. Das nervt gewaltig!

Wir machen keinen Schritt aus dem Schiff.

Montag, 20. Februar 2017: Kapstadt

Es ist wunderschönes Wetter, kein Wölkchen auf dem Tafelberg, aber der elende Wind ist immer noch da und zerrt an den Festmacherleinen und den Nerven. Er ist zwar nicht mehr so stark wie gestern, aber trotzdem. Wellington ist auch heute wieder da und dichtet die Fenster über dem Kartentisch ab. Er rechnet uns vor, was das Material alles kostet: 800 Rand für den Primer und 280 für das Sikaflex, dazu kommt noch die Arbeit, also will er 1500 Rand für alles. Paul geht am Nachmittag in den Laden, weil er ein paar Schrauben braucht. Dabei sieht er die Preise für Primer: 600 Rand und Sikaflex 200 Rand. Vom Primer braucht Wellington einen Fingerhut voll und vom Sikaflex etwa die Hälfte. Paul rechnet Wellington das vor und bezahlt ihm 800 Rand inclusive Arbeit von ca. 2 Stunden. Wellington ist damit einverstanden und sagt: OK! Überhaupt fühlen wir uns hier ziemlich über den Tisch gezogen. Unser Ruder ist seit letztem Mittwoch bei Gerry, der es reparieren soll. Er hat versprochen, am Freitag damit anzufangen. Das Ruder liegt noch genau so da wie am letzten Mittwoch....!

Dienstag, 21. Februar 2017: Kapstadt

Wir schauen nochmals nach unserem Ruder, es liegt immer noch genau so da wie letzten Mittwoch.

Wir marschieren in die Stadt zur Waterfront und holen die 6 Schlösser für die Backskisten ab. Wir können es immer noch nicht glauben, dass die schon da sind. Am Freitagmittag haben wir diese hier bestellt. Das Päckchen mit den Schlössern ist am Montagmittag im Laden angekommen, in Kapstadt, Südafrika, und zwar aus Frankreich, wo die Bénéteauwerke sind. Unglaublich!

Wir versuchen -zig Mal und mit verschiedenen Karten, den ATM-Geldautomaten zu überzeugen, uns Geld rauszugeben. Keine Chance, er will nicht! Nachdem wir beide einen Hamburger verdrückt haben, setzen wir uns in den roten City Sightseeing Bus und machen eine Stadtrundfahrt. Das Wetter ist herrlich schön und wir geniessen die etwa 1½-stündige Fahrt zuhinterst, im oberen Stock des Busses, in vollen Zügen. Die Rundfahrt geht u.a. bis zur Talstation des Tafelberges.

Zurück in der Waterfront haben wir einen mächtigen Durst und wir trinken Bier, das nur so verzischt. Am gleichen Tisch wie wir sitzen zwei Herren, einer aus Zürich, sein Schwager vom Bodensee. Wir unterhalten uns angeregt mit ihnen. Danach laufen wir beide wieder zurück zur Marina, eine ½ Stunde oder mehr. Unterwegs sehen wir bei einer Baustelle, wie an einem sehr grossen hohen Haus, das Baugerüst wie ein Haufen Mikado-Stäbchen am Boden liegt. Der saumässige Wind vom Sonntag hat hier kräftig gewirkt. Der heftige Wind hat auch jetzt wieder eingesetzt und wir müssen uns dagegen stemmen, um überhaupt vorwärts zu kommen. Wir sind beide komplett k.o. Nach dem Abendessen geht es sofort in die Koje, wir sind platt.

Mittwoch, 22. Februar 2017: Kapstadt

Als wir am Morgen aufwachen, fehlt irgendetwas. Ah ja, der Wind. Kein einziges Windhäuchlein ist zu spüren, dabei hat es doch die halbe Nacht wieder geblasen wie wahnsinnig. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, blauer geht gar nicht und den Tafelberg ziert keine einzige Wolke. Gegen 10h kommt Steven, um nochmals die einzelnen Teile unserer Kuchenbude auszumessen. Irgendwie passt jetzt überhaupt nichts mehr zusammen. Diverse Anpassungen müssen gemacht werden.

Donnerstag, 23. Februar 2017: Kapstadt

Heute ist ein wunderschöner Tag, Sonne und blauer Himmel und vor allem: kein Wind. Wir warten bis um 10h30 auf Steven, wegen der Kuchenbude. Er kommt nicht. Also marschieren wir wieder einmal in die Stadt, aber heute nicht zur Waterfront. Beim Christiaan Barnard Memorial Hospital biegen wir ab und sind sofort im Zentrum, zwischen riesigen Hochhäusern.

Christiaan Neethling Barnard (* 8. November 1922 in Beaufort West, Südafrika; † 2. September 2001 in Paphos, Zypern) war ein südafrikanischer Herzchirurg und Pionier auf dem Gebiet der Herztransplantationen.

Am 3. Dezember 1967 leitete Christiaan Barnard das 31-köpfige Transplantationsteam, dem erstmals eine Herztransplantation am Menschen gelang. Dem Patienten, Louis Washkansky, wurde in einer fünfstündigen Operation im Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt das Herz der im Alter von 25 Jahren bei einem Autounfall tödlich verunglückten Denise Darvall verpflanzt. Die Operation war insofern erfolgreich, als Washkansky sie überlebte. Zur Verhinderung einer Abstossungsreaktion seines Körpers auf das fremde Organ wurden Washkanskys Immunkräfte weitestgehend ausser Kraft gesetzt. So starb er nach 18 Tagen infolge eines Infekts an einer Lungenentzündung.

Der zweite Patient Philip Blaiberg wurde am 2. Januar 1968 operiert und lebte 18 Monate mit dem verpflanzten Herzen.

2004 wurde Barnard hinter Nelson Mandela auf Platz 2 der Liste der 100 grössten Südafrikaner aller Zeiten gewählt. Nicht nur in Südafrika gilt er seit den 1960er Jahren als Legende.

1983 musste er das Operieren aufgeben, weil er an Arthritis erkrankte und insbesondere seine Hände betroffen waren. 1985 übernahm er eine wissenschaftliche Stellung am Herzzentrum in Oklahoma, USA.

Seinen Lebensabend verbrachte Barnard in Österreich, wo er die Christiaan Barnard Foundation zur Unterstützung benachteiligter Kinder auf der ganzen Welt gründete, und auf seiner Farm in Beaufort West. Zwei Tage vor seinem Tod war ihm die österreichische Staatsbürgerschaft zuerkannt worden.

Im Urlaub auf Zypern erlag Barnard 2001 einem Atemstillstand infolge eines asthmatischen Anfalls. Nach der Einäscherung des Leichnams wurde die Urne nach Südafrika überführt und im Garten der Dutch Reformed Church in Beaufort West beigesetzt.

Im Civic Center versuchen wir wieder einmal Geld aus dem ATM zu holen. Und heute klappt es auch. Der Kasten will gar nicht mehr aufhören, Geld auszuspucken! Irgendwo nehmen wir ein Taxi und fahren zur Talstation des Tafelberges. Es hat eine Riesenkolonne von Leuten, die anstehen. Bis wir in der Gondel der Bahn sind, dauert es ca. 1½ Stunden. Aber mit Leute beobachten geht die Zeit sehr schnell vorbei. Das Retourticket kostet 255 Rand /Person. (etwa 17.85 SFr.) Es ist heiss, ca. 31°. Komisch, der Boden der Gondel dreht sich, so dass alle rundum die Aussicht geniessen können. Wir überwinden ca. 700 m Höhe und sind um 13h30 oben auf 1067 m Höhe. Wow, was für ein Ausblick von hier oben! Aber zuerst gibt es etwas zu futtern im Selbstbedienungsrestaurant. Nach einer kleinen Runde Laufen auf dem Tafelberg gibt es eine Glacé und wir stehen wieder an der langen Schlange an. Wir nehmen einen Shuttle Bus bis zum Infocenter am Fuss des Berges. Von hier laufen wir den ganzen Weg quer durch Kapstadt bis zur Marina. Unterwegs müssen wir noch zwei Stopps machen. Einen für einen Espresso und einen Eiscafé und den zweiten für ein grosses Bier. Es ist heissss...! In der Nähe des Bahnhofs, überholt uns ein junger Schwarzer drei oder vier Mal. Das kommt mir sehr komisch vor und ich sage zu Paul: das gefällt mir nicht, schau mal ob mein Rucksack offen ist. Und tatsächlich ist das äusserste Fach meines Rucksack komplett offen. Aber es scheint nichts zu fehlen. Uff, Schwein gehabt. Heute hätte es sich echt gelohnt uns zu beklauen, da wir das Geld für die Reparatur des Bimini und des Ruders geholt haben! Der Bursche, der ein blaues Hemd trägt und die Shorts in der Kniekehle hängen hat, ist jetzt wieder vor uns. Er dreht sich und beobachtet uns. Kurz nach 18h30 sind wir kaputt wieder auf der MABUHAY.

Der Tafelberg (englisch: Table Mountain) im südafrikanischen Kapstadt liegt im nördlichen Teil einer Bergkette auf der circa 52 km langen und bis zu 16 km breiten Kap-Halbinsel, an deren Südende sich das Kap der Guten Hoffnung befindet. Er prägt die Silhouette Kapstadts. Der höchste Punkt des Tafelberges ist Maclear’s Beacon am nordöstlichen Ende des Felsplateaus mit 1087 m. Der Tafelberg umfasst eine Gesamtfläche von rund 6500 Hektar.

 

Der Tafelberg besteht überwiegend aus weissem, quarzitischem Tafelbergsandstein, der auf einem Granit-Schiefer-Unterbau lagert. Er ist rund 430 Millionen Jahre alt. Sein heutiges Aussehen ist das Ergebnis von Wind- und Wassererosion. Grosse Flächen verdanken ihre Formen der Verkarstung. Durch Spalten und Risse im Sandstein konnte Wasser eindringen und das Gestein formen. Dadurch entstanden auch grosse Sandsteinhöhlen.

 

Der Tafelberg liegt innerhalb der Stadt Kapstadt und ist Mittelpunkt der Stadt. Zum Massiv des Tafelberges gehören der Devil’s Peak mit 1000 m Höhe, der Lion’s Head mit 668 m Höhe, der Signal Hill mit 350 m Höhe sowie die Berge der Zwölf Apostel mit Höhen zwischen 780 und 800 m.

 

Auf dem Tafelberg herrscht eine grosse Pflanzenvielfalt. Etwa 1400 Pflanzenarten sind identifiziert; das sind mehr, als in ganz Grossbritannien anzutreffen sind. Viele von ihnen sind endemisch, d. h. nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. „Fynbos“ wird die artenreiche, mediterrane Kap-Macchie genannt. Allein die Zahl der Erika-Gewächse und der Proteen – zu der auch Südafrikas Nationalblume, die Königs-Protea, zählt – geht in die Hunderte.

Zur Fauna des Tafelberges gehören Klippschliefer sowie Krähen, die in den Sandsteinklüften leben und sich bei der Nahrungssuche in der Saison im Wesentlichen auf die Touristen verlassen, denen sie fotogen aus der Hand fressen.

 

Feuchte Luftmassen, die vom offenen Meer her den Tafelberg als erstes Hindernis überströmen, bilden sehr häufig das so genannte Tablecloth (deutsch: „Tischtuch“): In den zum Aufstieg (und damit zur Abkühlung) gezwungenen Luftmassen bilden sich Wolken, während sich an den Nord- und Westhängen des Berges ein trockenwarmer Fallwind bemerkbar macht. Überwiegend tritt dieses Phänomen im südafrikanischen Sommer auf.

 

Der Tafelberg gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Südafrika. Neben einer grossen Zahl von Wanderwegen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führt bereits seit 1929 auch eine Seilbahn auf den Tafelberg - diese ursprünglich von der Leipziger Firma Adolf Bleichert & Co. erbaute und inzwischen mehrfach erneuerte Table Mountain Aerial Cableway überwindet einen Höhenunterschied von 700 Metern. Die Pendelbahn wurde zuletzt von Doppelmayr (Österreich) umgebaut und mit zwei ROTAIR-Kabinen für 64 Personen und den Kabinenbegleiter ausgestattet, die sich während der Fahrt um sich selbst drehen. Die Kabinen fahren auf zwei Tragseilen und werden von einem Zugseil bewegt. Auf der 1200 Meter langen Strecke gibt es keine Stützen. Die Seilbahn kann 800 Personen pro Stunde befördern.

Der Tafelberg ist Teil des im Mai 1998 gegründeten Table-Mountain-Nationalparks.

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