Freitag, 24. Februar 2017: Kapstadt
Bis fast um 11h hat es dicken Nebel. Dann kommt die Sonne hervor und auch der Tafelberg ist nicht mehr bedeckt. Aber der Wind ist sehr kalt. Wir sitzen im Cockpit und schneiden uns gegenseitig die Haare. Am Nachmittag kommt Steven, von der Firma North Sails, mit den Seitenteilen für die Kuchenbude. Er muss aber noch ein paar Anpassungen vornehmen und so nimmt er die Teile wieder mit und kommt am Montagnachmittag wieder.
Samstag, 25. Februar 2017: Kapstadt
Unser Ruder ist fertig repariert und wird von Andrew, dem Taucher zur MABUHAY gebracht, wo er Paul helfen wird, das Teil zu montieren. Paul kontrolliert die Arbeit und ist damit nicht einverstanden. Die Unterwasserfarbe wirft Blasen. Die Arbeit war so teuer, dass wir das nicht akzeptieren wollen und können! Gerry ist nicht da, aber sein Bruder Andrew verspricht, das Teil nochmals zu bearbeiten und am Montag soll es fertig sein. Ich mache grosse Wäsche und innerhalb von zwei Stunden ist alles, trotz nur 22° kaltem Wind, schon wieder trocken. Am Nachmittag wird Brot geknetet und gebacken.
Ich buche uns für morgen Sonntag im Internet ein Auto. Hoffentlich klappt wenigstens das!
Sonntag, 26. Februar 2017: Kapstadt
Die ganze Nacht hat es wieder geblasen wie verrückt.
Um 8h15 laufen wir los zum Budget Autovermieter an der Strandstrasse. Weil Sonntagmorgen ist, hat es fast keinen Verkehr auf den Strassen und es ist echt schön zu laufen. Pünktlich um 9h sind wir bei Budget, aber es dauert doch noch bis 9h30, bis wir den kleinen Chevrolet Spark entgegen nehmen und losfahren dürfen. Die Angestellte, die uns das Auto übergibt entschuldigt sich, weil das Auto dreckig ist. Aber es herrscht Wassernot und sie dürfen deshalb keine Autos waschen! Wir fahren bis nach Muizenberg und von dort Richtung Kap-Halbinsel. Das Wetter und die Landschaft sind wunderschön. Wir kommen an einer Straussenfarm vorbei, die ich gerne besuchen möchte, Paul aber nicht. Also fahren wir nach einem Fotohalt weiter. Bevor man zum Kap der Guten Hoffnung und zum Cape Point am Südende der Kap-Halbinsel kommt, muss man durch den Haupteingang zum Nationalpark und Eintritt bezahlen, 270 Rand pro Person (etwa 18.50 SFr.). Die Fahrt geht weiter durch einsame Wildnis mit lauter Felsen, Steinen und Erikagewächsen, aber sehr schön. Gegen 11h sind wir in der Nähe des Kaps. Hier, beim Parkplatz, gäbe es eine kleine Bahn, die einen fast bis zum Leuchtturm (34°21′13,7″S, 18°29′25,4″O) auf dem Kap bringt, aber wir laufen die restliche Strecke zu Fuss und kommen nach den letzten 133 Stufen ziemlich ausser Puste zuoberst beim Cape Point, beim Leuchtturm, an. Die Aussicht von hier oben ist gewaltig, wunderschön. Das Kap der Guten Hoffnung ist nicht, wie wir immer glaubten, der südlichste Punkt Afrikas. Diese Ehre gehört dem Kap Agulhas.
Nach dem wir die tolle Aussicht gebührend genossen haben und den ganzen Weg wieder hinuntergelaufen sind, fahren wir mit dem Auto zum eigentlichen Kap der Guten Hoffnung. Dieses ist sehr viel unspektakulärer als der mächtige Cape Point, aber trotzdem wunderschön.
Kap der Guten Hoffnung, 34°21′29″S, 18°28′20″O Das Kap der Guten Hoffnung (niederländisch Kaap De Goede Hoop, afrikaans Kaap die Goeie Hoop, englisch Cape of Good Hope, portugiesisch Cabo da Boa Esperança), auch Kap der Stürme genannt, ist ein sehr markantes, früher wegen seiner Klippen gefürchtetes Kap nahe der Südspitze Afrikas.
Das hohe und steile Kliff mit seinem vorgelagerten Felsstrand liegt wie Cape Point am Südende der Kap-Halbinsel, etwa 44 km südlich der nach ihm benannten Metropole Kapstadt. Es ist der südwestlichste, nicht der südlichste Punkt Afrikas (das ist das Kap Agulhas), und damit jenes Kap, an dem die afrikanische Küste ihren Schwenk nach Osten beginnt und die Passage in den Indischen Ozean anzeigt.
Unmittelbar an der Küste erstreckt sich eine Felsenlandschaft, die sich unter Wasser auf das Meer ausdehnt, so weit das Auge reicht. Die meisten Felsen befinden sich nur 50 cm bis 3 m unter der Wasseroberfläche, und ragen mit ihren Spitzen bei Niedrigwasser manchmal mehr, manchmal auch gar nicht aus dem Wasser. Neben den Felsen an sich geht eine weitere Gefahr von den starken Winden am Kap aus, die, selbst wenn ein Segelschiff diesen Ort eigentlich weit genug umfährt, es wieder in Richtung Küste drücken, so dass es dann auf die Felsen auflaufen kann. Diese Gefahren dokumentieren die mindestens 23 Schiffe, die dort nun als Wrack auf dem Meeresgrund liegen.
Im April 1488 wurde das Kap vom portugiesischen Seefahrer und Entdecker Bartolomeu Diaz erstmals von einem Europäer gesichtet, als er bereits die Südspitze Afrikas umrundet hatte und sich auf dem Rückweg nach Norden befand. Diaz war mit zwei Karavellen und einem Versorgungsschiff im Sommer 1487 zu einer streng geheimen Entdeckungsreise gestartet; wegen der verordneten Geheimhaltung der Entdeckerfahrt liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Darum ist nicht eindeutig zu klären, ob Diaz mit seinem Astrolabium das Sturmkap oder das eigentliche Südkap – Kap Agulhas (Nadelkap),vermessen hat.
Mit der Eröffnung des Suezkanals im November 1869 verlor die Route um die Südspitze Afrikas schlagartig an Bedeutung. Bei niedrigem Kraftstoffpreis war es trotzdem zeitweise rentabel, den Umweg um die Südspitze Afrikas zu fahren, um die hohen Passagegebühren durch den Suezkanal zu sparen, etwa Ende der 2000er Jahre.
Unterwegs treffen wir noch auf diverse Gruppen von Pavianen, die den Verkehr aufhalten. Wir fahren nach Simon‘s Town. Kurz vor diesem Ort, beim Boulders Beach, besuchen wir die vielen Pinguine, die sich hier sichtlich wohl fühlen. Eintritt 70 Rand /Person (ca. 4.90 SFr.). In Simon‘s Town gibt es um fast 15h endlich ein Mittagessen auf einer Terrasse mit Blick auf das Meer. Es bläst ein kräftiger Wind. Weiter geht unser Weg über die Berge an die Westküste der Kap-Halbinsel. Hier fahren wir auf den Chapman‘s Peak Drive, die Küstenstrasse, die Anfangs 1920 in den Fels gehauen wurde. Auf 10 km und 133 Kurven hat man überwältigende Ausblicke auf das tosende Meer unterhalb der Strasse. Dies sei eine der spektakulärsten Küstenfahrten der Welt! Kosten 42 Rand (ca. 2.90 SFr.). Unterwegs kaufen wir noch bei Pick n‘ Pay ein und in Hout Bay essen wir im original Italienischen „Ristorante Posticino“ zusammen eine Portion feine Canneloni, gefüllt mit Ricotta und Spinat. Mmm! Während des Essens sehen wir, dass es auf der Rückseite des Berges brennt. Wir können nicht sehen, was da brennt, aber wir vermuten Wald. Später auf der Weiterfahrt gibt es, wegen der gewaltigen Rauchsäule einen traumhaft schönen Sonnenuntergang.
Um 19h30 sind wir müde aber sehr happy wieder auf der MABUHAY. Hier tobt wieder der Wind wie wahnsinnig (40 Knoten) und wir bauen ganz schnell die Kuchenbude ab, um sie vor Schäden zu bewahren.
Montag, 27. Februar 2017: Kapstadt
Den ganzen Morgen warten wir, dass die Gebrüder Gerry und Andrew mit unserem reparierten Ruder daherkommen. Aber keiner erscheint. Nachmittags um 14h kommt Steven wegen unserer Kuchenbude. Und auch heute passen die Teile nicht richtig zusammen. Er muss einige davon wieder mitnehmen und abändern. Er will morgen nochmals kommen. Wir fahren zur Waterfront, einkaufen. Auf dem Rückweg begegnen wir unseren Nachbarn Soledad und Julio von der „Ilusiόn“. Wir laden sie in unser Auto ein, um ihnen den Fussmarsch von 30 Minuten bis zum Yacht Club zu ersparen.
Dienstag, 28. Februar 2017: Kapstadt
Um 8h30 verlassen wir die MABUHAY um mit dem Mietauto ins Weinland zu fahren. Wir wollen doch sehen, wo eigentlich die berühmten Südafrikanischen Weine herkommen. Wir haben Glück, auf der Autobahn stadteinwärts hat es einen Riesenstau, wir fahren stadtauswärts und kommen sehr gut voran. Wir fahren durch wunderschöne Weingebiete mit unzähligen schönen Weingütern, wo man Weine degustieren könnte. Aber wir fahren direkt bis nach Franschhoek. Hier gibt es eine Kaffeepause und dann fahren wir den Franschhoek- oder Elefantenpass hinauf. Das Wetter ist herrlich und wir machen auf der Passhöhe einen kleinen Spaziergang. Hier oben geniessen wir die wunderbare Aussicht auf Franschhoek, die Weinberge und das ganze Tal. Dieses wunderschöne Tal erinnert uns sehr an das Wallis. Wieder unten in Franschhoek möchten wir eine Weintour buchen. Aber die Touren würden zu lange dauern und soviel Zeit haben wir nicht. Also essen wir im Dorf einen Burger mit Pilzsauce und die besten Pommes Frites, die wir in 3½ Monaten Südafrika bekommen haben. Aha, hier merkt man die französische Vergangenheit! Dazu gibt es, im Preis für das Essen inbegriffen, ein Glas Weisswein. Wir kehren um und fahren wieder Richtung Cape Town. Wir wollen jetzt ins Motoren Museum. Beim Weingut „L‘Ormarin“ befindet sich das gesuchte Motoren Museum. Der Eintritt kostet 80 Rand pro Person (ca. 5.60 SFr.).
In vier riesigen Hallen, extra dafür gebaut, befinden sich die über 200 kostbaren Oldtimer. Das Museum ist wunderschön angelegt und sehr sauber, man sieht auf den Autos kein einziges Stäublein. Alles glänzt und blinkt wunderbar, die Autos sehen aus wie neu. Wir sind begeistert! In Stellenbosch, auch ein berühmter Weinort, gönnen wir uns einen Kaffee und kaufen im Pick n‘ Pay Getränke ein, jetzt wo wir das Auto noch haben, müssen wir die schweren Sachen bunkern für die Weiterfahrt nach Namibia. Bei der Rückkehr nach Cape Town haben wir wieder Glück. Stadt auswärts hat es eine Riesenkolonne von Autos, auf unserer Seite fast keine. Wir bringen die Einkäufe zum Schiff und fahren danach nochmals in die Stadt (ohne Stau!) um das Mietauto abzugeben. Zu Fuss geht es danach zurück zur Marina, wo wir gegen 17h45 eintreffen. Unterwegs sehen wir, wie oberhalb der Stadt ein Waldbrand wütet. Aber trotzdem, was für ein schöner Tag! Den ganzen Abend hat es kein bisschen Wind. Ludovic ruft an, um sich nochmals bei uns zu bedanken und um sich zu verabschieden. Er fliegt morgen schweren Herzens zurück nach La Réunion, um dort wieder zu arbeiten.
Franschhoek ist ein Ort in der südafrikanischen Provinz Westkap mit 15.616 Einwohnern.
Der Ort liegt zirka 60 Kilometer östlich von Kapstadt am Ende eines lang gestreckten Tales, in dem, geschützt durch die Drakenstein-Gebirgskette, relativ mildes Klima herrscht.
Der Name Franschhoek bedeutet so viel wie „Franzosenwinkel“ oder „Franzosenecke“. Die Ortsgründung geht auf das Jahr 1688 zurück, als sich etwa 200 aus Frankreich ausgewanderte Hugenotten in dem Gebiet niederliessen, das sie wohl an ihre Heimat in den französischen Voralpen erinnerte. Bereits ein Jahr zuvor hatte dort eine Gruppe niederländischer Siedler eine 50 Hektar grosse Farm eingerichtet. Die Gruppe der Franzosen passte sich so schnell an, dass schon nach einer Generation kaum noch französisch, sondern Afrikaans, die Sprache der Kapsiedler, gesprochen wurde.
Unter den französischen Einwanderern befanden sich auch etliche Winzer, die bald erkannten, dass sich die ihre Siedlung umgebenden Berge hervorragend zum Weinbau eignen würden. Aus den ersten Versuchen entwickelte sich bis heute eines der wichtigsten Weinanbaugebiete Südafrikas. Entlang der Franschhoek-Weinroute erzeugen mehr als zwanzig Weingüter Spitzenweine.
An den französischen Ursprung Franschhoeks erinnern das Hugenotten-Museum und das Hugenottendenkmal. Das Hugenottendenkmal wurde 1938 zur 250-jährigen Wiederkehr der Ortsgründung durch den Bildhauer Coert Steynberg gestaltet. Zentrum der Anlage ist eine Frauenfigur, die in der rechten Hand eine Bibel und in der linken eine zerbrochene Kette hält. Das Ensemble soll die Befreiung von der religiösen Unterdrückung versinnbildlichen. Das Hugenotten-Museum ehrt die frühen Siedler der Stadt, die vor der religiösen Verfolgung in Frankreich geflohen sind. Auch das Stadtbild mit den französischen Restaurants, Strassencafés, Boutiquen und Galerien in der Main Road weist auf den ursprünglich französischen Einfluss hin. Viele reiche Südafrikaner haben sich in jüngster Zeit in Franschhoek niedergelassen. Dadurch gehören die Immobilienpreise zu den höchsten Südafrikas.





















































