Mittwoch, 29.März 2017: In der Namib Wüste, Koichab, ca. 15 km
Paul und ich haben beide gut geschlafen. Meine grösste Befürchtung war, dass ich in der Nacht frieren würde, aber es war überhaupt nicht kalt. Um 7h15 schauen wir uns den Sonnenaufgang in der Wüste an. Zum Frühstück gibt es Tee, Kaffee, Brot, Zwieback, Marmelade, Butter und Käsescheiben. Bis alles zusammengepackt ist und wir los können, ist es 9h20. Die Sonne scheint und es ist schon ziemlich heiss. Aber vorher macht Heinz mit uns noch einen Wettbewerb. Wir müssen (aber nur wer will) mit den trockenen Böhnchen der Oryx-Antilope, eine Art Kirschensteinspucken machen. Jeder bekommt drei Böhnchen, die müssen im Mund ein wenig aufgeweicht werden, damit sie nachher weiter fliegen. Mit ein wenig Überwindung, machen alle ausser Heather mit. Bei den Damen gewinnt Claudia und bei den Herren ist Manfred der grosse Sieger. Claudia bekommt als Preis eine schöne, warme Mütze mit dem Logo vom Tourenladen von Heinz. Manfred erhält ein Taschenmesser.
Heute scheint die Strecke schwieriger zu sein als gestern. Den ganzen Tag steckt immer wieder eines der Autos im Sand fest oder ist aufgebockt auf einer Düne. Auch der Profi Heinz hat heute ein paar Mal Probleme. Einige Male sieht die Situation wirklich aussichtslos aus. Aber zum Glück hat der von Heinz vielverspottete Landrover der Engländer vorne eine Seilwinde. Rob zieht mit der Seilwinde immer wieder die Toyotas gutmütig und mit einer Engelsgeduld aus dem Sand. Was hätten wir nur ohne diesen Rob und dem Landrover gemacht? Wir können es uns alle nicht vorstellen. Auch heute ist es wieder enorm heiss, kein Wölkchen am Himmel. Und alle haben Durst, Durst, Durst und trinken Wasser. Zum Mittagessen gibt es Brot, Würstchenreste von gestern, Käsescheibletten, Butter und Konfitüre. Während den „Rettungsaktionen“ ist es glühend heiss. Paul ist es himmelschlecht vor lauter Angst während den Berg – und Talfahrten die Dünen rauf und runter. Julia ergeht es ähnlich und beide wünschen sich nur noch umzukehren und nach Hause zu gehen. Irgendwo unterwegs sehen wir eine tote und später eine lebende Oryx- Antilope. Und plötzlich schreit Julia: „Au, da ist ein Dingsbums!“ Das „Dingsbums“ ist ein Schakal mit einem wunderschön glänzenden Fell.
Es ist glühendheiss und wir immer durstiger. Es stellt sich heraus, dass wir knapp an Wasser sind. Erst beim Camp, gegen 16h hat es ein paar Wolken, die uns sehr willkommenen Schatten spenden. Das Dachzelter und sonstige Zelter aufstellen klappt heute bestens, auch beim Deutschen Team. Zum Abendessen gibt es heute sehr luxuriöse Rindssteaks, Kartoffelsalat und auf dem Grill gewärmte Sandwiches mit Käse, Tomaten und Zwiebeln drin. Alles prima! Wir haben beschlossen, nicht zu duschen und das Wasser lieber zu trinken. Aber zu unserer grossen Freude spenden Heather und Rob uns grosszügig von ihrem Wasser aus dem Landrover. Auch heute hat es einen tollen Sternenhimmel und dazu eine ganz kleine Mondsichel.















































