Sonntag, 15.04.2018: Moraira – Simat
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Heute ist ein strahlend schöner Sonnentag, im Gegensatz zu gestern, wo es den ganzen Tag grau in grau war und ein sehr kalter Wind blies. Wir freuen uns sehr und um 11h machen wir zusammen mit Ruth und Heinz mit ihrem Auto einen Sonntagsausflug. Zuerst geht die Fahrt Richtung Valncia. Etwa auf Höhe von Gandia fahren wir über einen schönen Pass und erreichen das Tal von Valldigna.

Der flache Talboden ist über und über bepflanzt mit (meistens) Orangenbäumen die im Moment voller weisser Blüten sind und herrlich duften. Im Dorf Simat parkieren wir das Auto.

 

Simat de la Valldigna ist ein Dorf in der Region Valencia in Spanien.

Es liegt auf 51m.ü.M., ca. 30 km südlich von Valencia und 20 km von Cullera und Gandia entfernt und hat 3300 Einwohner. Es ist eines der vier Dörfer der Valldigna in einer Naturzone, die von den Bergen der Serra de Corbera nördlich und dem Montdúver südlich umgeben ist.

Das Dorf ist geprägt von Agrarwirtschaft. Insbesondere Zitrusfrüchte werden angebaut. Um die Orangen zu vermarkten gibt es zwei Kooperativen, in der viele Einwohner des Dorfes arbeiten. Aber auch viele Immigranten, besonders von Osteuropa, arbeiten in Simat als Orangenernter.

 

Die Region um Simat de la Valldigna ist seit der Frühgeschichte bewohnt. Das zeigen die Höhlen von Bolomor in Tavernes de la Valldigna, und von Medalletes und Parpalló in Barx. Erstmals erwähnt wird der Ort zu Zeiten der maurischen Besatzung. Im 13. Jahrhundert eroberte Jakob I. Simat de la Valldigna zurück, sein Enkel Jakob II. schenkte das Land dem Zisterzienserorden.

Anfangs lebten Christen und die Muslime im Gebiet der Valldigna zusammen. Die Muslime durften ihre Religion weiter ausüben. Die Muslime aus der Valldigna versammelten sich in der Moschee von La Xara, um zu beten. Hier gingen die moslemischen Kinder zur Schule, Verträge wurden gemacht und Prozesse vor muslimischen Richtern geführt. Dieses Zusammenleben endete 1609 mit der Vertreibung der Muslime aus Spanien. Das Leben im Valldignatal wurde lange von dem Kloster Santa María de la Valldigna bestimmt. Das endete 1835, als alle Klöster in Spanien vom Staat besetzt wurden. Die Herrschaft des Klosters und des Abts über das Tal und seine Menschen endete. Das Kloster wurde Privateigentum. Erst 1991 kaufte es die Regionalregierung der Region Valencia zurück.

 

Nun laufen wir zum Kloster Santa María de la Valldigna:

Das Kloster wurde 1298 von Jakob (Jaime) II. von Aragón gestiftet und mit Mönchen aus Kloster Santes Creus. Der gotische Bau erlitt bei Erdbeben 1396 und 1644 schwere Zerstörungen. Danach erfolgten jeweils umfangreiche Renovationen.Die gegenwärtige Kirche stammt aus dem barocken Wiederaufbau. Im Zug der Klosteraufhebungen durch die Regierung wurde das Kloster 1835 aufgelöst. Teile des Klosters wurden als Baumaterial verkauft. Das alte Zisterzienser-Kloster war beim Ankauf durch die valencianische Regionalregierung 1991 eine verlassene Ruine und wird bis heute renoviert.

 

Nachdem wir uns das sehr interessante Gebäude ausgiebig angeschaut und fotografiert haben und den wunderbaren Duft der Orangenblüten genossen haben, essen wir auf dem Dorfplatz an der Sonne zu Mittag. Es ist schon 14h30 und wir entscheiden uns gemeinsam für diverse Tapas. Es ist gut und gemütlich. Aber der absolute Höhepunkt bildet für Ruth, Heinz und mich eine Tarta de chocolate casera (hausgemachter Schokoladenkuchen) der einfach nur köstlich ist. Der ist sooo gut, dass ich sogar glatt vergesse, ein Foto davon zu machen!

Und jetzt, mit vollen Bäuchen spazieren wir noch zum „Grossen Brunnen“. Dieser

Font Gran (dt. Grosser Brunnen) liegt mitten auf dem Platz mit diesem Namen innerhalb des Dorfes. Es ist eine Quelle mit einem grossen Wasserbassin, darin schwimmen ganz zünftig grosse Fische herum.

Auf dem Heimweg machen wir noch einen kurzen Abstecher ans Meer, an den Strand von Tavernes de la Valldigna. Dies ist ein Ort, wo im Sommer der Bär brummt. Aber jetzt sind die meisten Hotels, Restaurants, Ferienhäuser und -wohnungen geschlossen. Es sieht fast aus wie ein „Geisterdorf“. Um 17h30 sind wir glücklich und zufrieden wieder „zu Hause“.

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