Montag, 4.Februar 2013: Patong
Was für ein Tag! Am Morgen stellt Paul fest, dass an unserer Badeleiter eine Schweissnaht aufgegangen ist. Ich muss um 13h beim Zahnarzt sein. Wegen der Badeleiter gehen wir schon um 11h30 an Land. Paul hat sie abmontiert und wir nehmen sie mit. Bei den Taxis fragen wir, ob jemand weiss, wo wir die Leiter schweissen lassen könnten. Einer weiss es und fährt uns per Taxi dahin, etwas ausserhalb der Stadt, wo wir noch nie waren. Der Schweisser ist bereit, die Leiter zu reparieren und um 14h können wir sie wieder abholen. Der Taxichauffeur bringt uns wieder ins Stadtzentrum, zum JUNGCEYLON. Hier will er uns um 14h wieder abholen und zum Schweisser bringen.
Wir beobachten, wie ein Motorrad, das im Parkverbot an eine Kette gelegt wurde, wieder befreit werden soll. Die junge Touristin, die scheinbar die Busse bezahlt und das Motorrad wieder ausgelöst hat, wartet geduldig, bis der Polizist etwa 20 Schlüssel ausprobiert hat, ob vielleicht einer zum Schloss an der Kette passt. Keiner passt! Der Polizist muss einen anderen Polizisten anrufen, der kommt und weiss, wo der passende Schlüssel versteckt ist. Das Motorrad wird befreit.
Im „Thai-Foodland“ essen wir gut und genug zu Mittag und anschliessend bin ich beim Zahnarzt. Frau Dr. Srisuda Thinpangnga ist heute meine Aerztin und sie bereitet meinen Zahn für die Krone vor, die ich am Freitag erhalten werde.
Um 14h sind wir an der vereinbarten Stelle und warten auf den Taxifahrer, der uns zum Schweisser bringen soll. Wir warten 25 Minuten auf ihn und nehmen dann ein anderes Taxi. Leider wissen wir die Adresse nicht, wo wir hin müssen. Ich habe nur die Telefonnummer aufgeschrieben, sonst nichts. Der Taximann ruft dort an und es stellt sich heraus, dass der Schweisser ein Kollege von ihm ist. Wir holen die Badeleiter ab und lassen uns nun zum Steg bringen. Wir gehen zur MABUHAY zurück, obwohl das nicht so geplant war. Paul montiert die Badeleiter und um 16h45 sind wir wieder in der Zahnklinik. Frau Dr. Udsana Tanapathomchai ist begeistert aus Bern, von ihrer Weiterbildung im Inselspital, zurück und hat meine neue Kreditkarte und Bargeld mitgebracht. Leider wollen die von der Zahnklinik keine Schweizer Franken haben, nur Thai Baht. Und so laufe ich ganz alleine mit 10'000 Schweizer Franken im Rucksack durch die Strassen von Patong und suche eine Wechselstube mit einem guten Wechselkurs. Es hat sehr viele solcher Wechselstuben und die meisten sind Glaskästen die an der Strasse stehen. Ich werde fündig und kann zu meinem allergrössten Erstaunen alle meine zehn Noten umtauschen, ohne einen Pass oder sonst einen Ausweis zu zeigen. Mein grösstes Problem ist das Russenpaar, das mir hautnah im Nacken steht und interessiert alles beobachtet. Aber alles geht gut und ich kehre zur Zahnklinik zurück, wo ich den ganzen Berg 1000-er Bahtnoten ablade.
Inzwischen hat Paul sich geweigert, 3 Kapseln einzunehmen, die man ihm geben wollte. Erst jetzt, wo ich ihm übersetze, wozu die gut sind, nämlich zum Entspannen und Schmerzvorbeugen, ist er bereit sie zu schlucken. Jetzt habe ich zwei Stunden „frei“ und gehe Brot und einen ganzen Rucksack voll Yoghurt einkaufen. Um 19h45 bin ich zürück in der Klinik, aber Paul ist noch nicht fertig behandelt. Wir sind bis um 20h45 dort und Paul sieht ziemlich mitgenommen aus. Man hat ihm oben 6 Zähne ausgezogen und sofort 6 Implantate montiert. Trotzdem will er kein Taxi nehmen um zum Steg zurückzukehren. Also laufen wir durch die „berühmteste“ aller Patong Strassen, durch die Bangla Road. Paul voraus mit einem Eisbeutel auf dem geschwollenen Mund und ich hintendrein mit dem schweren Yoghurt-Rucksack. Wir geben bestimmt ein tolles Bild ab!
Mann oh Mann, was für eine Stadt, dieses Patong!!!
Um 21h30 sind wir auf der MABUHAY. Paul muss nun 5 Pillen nehmen. 2 sind Antibiotikas gegen die Infektion, die anderen sind Schmerzmittel und er nimmt sie diesmal freiwillig....
Dienstag, 5.Februar 2013: Patong
Paul hat erstaunlicherweise oben im Cockpit einigermassen gut geschlafen. Scheinbar sogar besser als ich.
Zum Frühstück gibt es für ihn heute ein Yoghurtli und einen kalten Kakao.
In der Bucht entdecken wir ein rotes Segelschiff. Es ist die „Sea Eagle II“ von Angela und Ian. Wir funken sie an, als sie die Bucht verlassen. Sie sind unterwegs zu den Similan Inseln.
Heute ist wieder so ein grosser, scheusslicher Kreuzfahrer-Kasten in der Bucht. Diesmal ist es die SUPERSTAR VIRGO.
Mittwoch, 6.Februar 2013: Patong
Es ist ein grauer Tag und es stinkt heute ganz besonders nach Kloake in der Bucht.
Paul hat ziemlich gut oben im Cockpit geschlafen. Und jetzt will er was unternehmen und nicht nur auf dem Schiff sitzen. Wir packen das defekte Vorsegel und zwei 10-Liter Kanister für Diesel ins Dinghy und gehen um 9h30 an Land. Wir nehmen ein Taxi und lassen uns mit samt dem Segel rüber zu Ket, dem Segelmacher, auf die andere Seite der Insel bringen. Unterwegs muss der Taxifahrer mit unserem Telefon Ket anrufen und ihn nochmals nach dem Weg fragen. Aber wir finden Ket in seiner grossen Halle in Chalong und liefern ihm das Vorsegel ab, das uns genau heute vor einer Woche während des Segelns vom Mast herunter ins Wasser gefallen ist.
Von hier fahren wir weiter zum „BIG BUDDHA“, und der ist wirklich gross! Diese Buddha-Statue tront zuoberst auf einem Berg, oberhalb Chalong.
Dieser "Big Buddha" steht hoch auf dem Berg über der Chalong-Bucht im südlichen Teil von Phuket und ist von weitem sichtbar. Die Statue ist sehr schön.
Vom Buddha hat man eine herrliche Aussicht auf die Chalong Bay. Die Statue hat eine beindruckende Höhe von 45 Metern und ist 25 Meter breit. 135 Tonnen weisser Marmor sollen verbaut worden sein und in der Nacht ist er beleuchtet.
Das Bauwerk selbst ist von monumentaler Höhe und noch nicht vollständig fertig gestellt. Der aus Spenden finanzierte Bau ist vollständig mit weissen Marmor Täfelchen überzogen, die man am Eingang erwerben, beschriften und dann dem Bau zur Verfügung stellen kann. Für Besucher besteht eine für Tempel übliche Kleiderordnung, am Eingang gibt es Tücher zum Ausleihen.
Die gesamte Anlage ist zu einem Touristenrummelplatz geworden und ein lautes Sprachgewirr durchschwingt die religiöse Anlage.
Der Big Buddha selbst, obwohl im Inneren noch eine Baustelle, ist für Touristen schon freigegeben.
Bei der 6 km Rückfahrt ins Tal hält der Chauffeur noch kurz bei einer Elefantenreit-Station.
Ein kleiner Elefant ist an einem Fuss mit einer Kette festgebunden. Der arme Kleine ist irgendwie gestört, er wackelt ununterbrochen mit dem Kopf. Wir kaufen ihm für 100 Baht (3 Sfr.) Gurken, die er genüsslich verspeist. Aber so dumm scheint er doch nicht zu sein. Er hat noch ein grosses Stück Gurke in seinem Rüssel eingerollt und will schon das nächste Stück haben. Cleveres Kerlchen.
An einer Tankstelle füllen wir 11 Liter Benzin à 42.290 Baht (ca.1.20 Sfr.) und 11 Liter Diesel à 30.730 (ca.0,90 Sfr.) in unsere Kanister.
Um 13h sind wir zurück auf der MABUHAY und stellen erstaunt fest, dass die „FEE“ mit Soni und Werner ganz in unserer Nähe liegt. Wir fahren kurz bei ihnen vorbei um „hallo“ zu sagen.
Donnerstag, 7.Februar 2013: Patong
Paul hat wieder ziemlich gut geschlafen, was mich sehr erstaunt. Wir gehen an Land und quatschen kurz mit Liz und Steven von der „Liberté“. Heute muss Paul um 12h30 zur Zahnärztin. Vorher esse ich noch eine Kleinigekit und er trinkt nur eine Cola. Im Moment lebt er von Yoghurt, Kakao und Süppli. Während er behandelt wird, gönne ich mir einen Cappuccino im nahen Italienischen Restaurant. Wow, so einen schönen Cappuccino hatte ich noch nie. Er ist aber auch teuer, Schweizerpreis! Paul hat jetzt Schmerzen weil die Zahnärztin an ihm rumgefummelt hat!
Gegen 15h sind wir wieder an Bord und Paul nimmt freiwillig Schmerztabletten.
Auch heute zum Abendessen gibt es ein mit Eiern und einer pürierten Kartoffel (Reste) angereichertes Hühner-Crème-Süppli für beide.
Freitag, 8.Februar 2013: Patong
Das ist schon ein komisches, verrücktes Volk hier in Patong. Nein ich meine nicht die Einheimischen, ich meine die Touristen. Um 01h15 werden Feuerwerke abgefeuert! Und weil kein Wind weht, stinkt das Wasser wieder unglaublich nach Kloake. Pfui Teufel, und das morgens um 02h. Einige unverwüstliche Segler, darunter auch mein Skipper, baden in diesem Güllenwasser. Aber ich nicht! Hier hat es Tausende von Russischen Touristen und die baden alle genüsslich in diesem Pipi-Wasser. Vielleicht denken die Segler, wenn es den Russen nicht schadet, kann es ja nicht sooo schlimm sein.
Paul hat wieder gut geschlafen. Heute bin ich wieder an der Reihe mit Zahnarzt, um 13h. Ich bekomme meine Krone. Die „Sea Smile Dental Clinic“ (www.thaidentalcenter.com) nennt sich zwar Klinik, ist aber eigentlich für mich eine gewöhnliche Zahnarztpraxis, mit vier Behandlungszimmern. Diese sind winzig und darin befinden sich der Marterstuhl, die behandelnde Zahnärztin und zwei (2) Assistentinnen. Das ist ganz schön eng da drinnen. Beim Empfang stehen immer etwa 5 bis 7 Angestellte Frauen plus ein Laufbursche herum, alle mit blauen T-Shirts mit dem Kliniklogo, und wir fragen uns, was die alle zu tun haben. Die Zahnärzte sind alle weiblich.
Zur Krönung meiner Krone gönne ich mir heute Abend um 20h ein Konzert eines Elvis Presley Imitators, bei einem Hotel. Vorher gibt es ein Buffet, im Preis inbegriffen. Paul will partout nicht mit. Aber er bringt mich um 19h50 an Land und holt mich 3 Stunden später am Steg wieder ab.
Das Buffet im Hotel ist super. Man könnte bis zum Schluss des Konzertes immer wieder den Teller am Buffet auffüllen. Einige machen das auch. Der „Elvis“ trifft vom Aussehen her zwar den wirklichen Elvis überhaupt nicht, aber die Songs die er singt sind toll. Er singt 75 Minuten am Stück und das Konzert ist echt rockig und fetzig.
Samstag, 9.Februar 2013: Patong
Paul sagt, es habe in der Nacht kurz geregnet. Und wirklich haben wir am Morgen wieder Wasser beim Computer. Und jetzt sehen wir auch, wo es reinkommt, nämlich bei einer Lampe....
Um 10h sind wir beim Steg, an Land, und warten auf den Tuk Tuk-Fahrer, den wir gestern für heute bestellt haben. Er kommt nicht! Wir warten 20 Minuten und suchen uns dann ein anderes Tuk Tuk um quer über die Insel Phuket zum „Gibbon rehabilitation project“ zu fahren. Es hat ja genug Tuk Tuks, die herumstehen. Die Fahrt dauert ungefähr 50 Minuten und wir erreichen zuerst eine Elefantentrekking-Station. Unser Chauffeur überzeugt uns, wir sollen doch so ein 30-minütiges Trekking machen. Also gut, abgemacht! Paul will zuerst nicht mit. Er hat Bedenken wegen der Höhe des Elefanten, wegen seiner Höhenangst. Aber dann kommt er doch mit und ausser an der Stelle wo der Elefant steil in einen Fluss hinuntersteigt, hat er keine Probleme. Der Elefant freut sich aber und nimmt einen Rüssel voll Wasser und spritzt damit herum. Später geht es durch eine schöne Gummibaumplantage, wo der Grund mit Ananaspflanzen abgedeckt ist. Das Laub der abgeernteten Ananas dient den Elefanten als Futter.
Nach etwa 2km kommen wir zu dem Gibbon Schutzprojekt. www.gibbonproject.org wo wir aber ziemlich enttäuscht werden. Wir sehen drei (3) Gibbons, jeder alleine in einem grossen Käfig. Die schauen uns still aus traurigen Augen an. Nur „Tam“, das Gibbonmädchen mit nur einer Hand mit zwei Fingern und nur einem Bein (sie wurde von ihrem Besitzer derart geschlagen, dass die anderen Gliedmassen amputiert werden mussten), turnt lustig herum. Es gäbe noch mehr Käfige mit Gibbons, aber da haben wir keinen Zutritt. Wir sind frustriert und empfinden das irgendwie als Touristennepp. Immerhin mussten wir pro Person 200 Baht Eintritt (ca. 6 Sfr.) für den Nationalpark bezahlen. Der schöne Spaziergang zum Bang Pae Wasserfall, mit 15m der höchste von Phuket, entschädigt uns ein wenig.
Wir essen beim Gibbon-Project zu Mittag. Das heisst ich esse gutes Chicken in Kokosnussmilch mit Ingwer und Zitronengras, dazu Reis und Paul schaut zu.
Um 15h30 sind wir zurück auf der MABUHAY.
Zum Abendessen gibt es Kartoffelpüree und Rührei, nicht gerade ein Firstklass-Menü, aber das kann Paul wenigstens schlucken.











































