Dienstag, 19.März 2013: Ko Yao Yai
Um 13h30 wollen wir losfahren. Wir starten den Motor, aber es passiert überhaupt nichts. Kein Grrr..., kein Brumm oder müdes Plopp, einfach nichts! Wir schauen einander ziemlich doof an und dann macht sich der Mechaniker auf die Suche, wieso der Motor nicht startet. Zuerst kontrolliert er die Starter-Batterie. Da scheint alles i.O. zu sein. Jetzt muss ich einen Schrank in meiner schmalen Küche ausräumen, wo lauter Vorräte drin sind, damit Paul an den Anlasser kommt. Und nun wird wieder einmal herzhaft geflucht über die Konstrukteure, die so ein Schiff gebaut haben. Mein Favorit ist heute: “trauriges Mistvolk!“ Paul hat alle Mühe die Schraube am Anlasser zu lösen und das löst eine neue Fluchattacke aus. Paul liegt in einer Pfütze seines eigenen Schweisses am Boden und überall wo er hintritt, bildet sich sofort eine neue Pfütze. Nach unendlicher Zeit ist der Anlasser endlich draussen, der neue (Reserveanlasser) montiert und es tut sich immer noch nichts! Ich sitze oben im Cockpit und muss immer wieder versuchen den Motor zu starten.
Zum Schluss stellt sich heraus, dass es doch die 4½ Jahre alte Batterie war, die nicht mehr will!!! Irgendetwas stimmt nicht mit unserem Batterieüberwacher. Er zeigt alles i.O. an und dabei ist gar nichts i.O. Paul kann nicht glauben, dass die Batterie einfach so, ohne Vorankündigung stirbt, EXITUS!
Auf jeden Fall bleiben wir heute Abend noch hier in der Bucht. Die halbe Nacht pfeift der Wind aus Westen wie verrückt.
Mittwoch, 20.März 2013: Ko Yao Yai – Ko Dam Khwan west, 21sm
Der Bordmechaniker überbrückt den Anlasser und wir können um 9h losfahren. Mit Segeln ist wieder nichts, kein Wind, und das Bisschen auf die Nase. Wir umrunden die Südspitze der Insel Ko Yao Yai und erreichen um 13h50 die Insel Ko Dam Khwan (was das wohl heisst?), wo wir ankern. Rundherum hat es diverse Inselchen und es ist wunderschön hier. Überall wuseln die „Mixerboote „ herum und bringen oder holen Touristen an die kleinen Strände oder ans Riff zum schnorcheln. Auch wir wollen ein wenig schnorcheln und Paul ist wieder sehr enttäuscht. Ich finde es zwar gar nicht so schlecht, aber Paul findet die Sicht sehr trübe und 100 gleiche Fischlein seien auch nicht gerade das Wahre. Eigentlich hat er ja schon recht, aber ich finde es toll, dass die vielen gelb/weiss/schwarz gestreiften Fischlein überhaupt nicht scheu sind und ganz nah herankommen.
Am Abend, nach Sonnenuntergang sehen wir Tausende von grossen Fledermäusen aus den Felsen Richtung Festland fliegen.
Es sind 3 Segelschiffe hier, 2 Katamarane und wir.
Donnerstag, 21.März 2013: Ko Dam Khwan west
Schon wieder ein schöner sonniger, aber sehr heisser Tag. Bereits kurz nach 8h werden die ersten Touristen mit den Mixerbooten (Longtailboat) angekarrt, um zwischen den beiden Inseln hier zu baden, schnorcheln, relaxen. Es folgen noch Hunderte....
Wir warten bis das Wasser auflaufend ist und wollen dann auch auf die Insel gehen um uns die mal näher anzuschauen und vielleicht etwas zu trinken. Wir schleppen das Dinghy mühsam auf den Sandstrand, wo schon -zig Mixerboote liegen. Kaum sind wir an Land, kommt schon einer und sagt, das koste 200 Baht (6 Sfr) pro Person, wenn wir hier an Land wollen. Wir bedanken uns höflich und zerren unser Dinghy wieder ins Wasser. Wir fahren zur Nachbarinsel Ko Dam Hok und legen das Dinghy am winzigen Sandstrand zwischen zwei Felswänden ab. Hier schnorcheln wir gratis mit 7 rotgebrannten Russen, die uns keines Blickes würdigen. Auch hier hat es viele von den gelb/weiss/schwarz gestreiften Fischlein, sonst nichts besonders Sehenswürdiges. Sind wir alten Taucher vielleicht zu anspruchsvoll ??? Es kommt immer mehr Wind auf und wir fahren zurück zur MABUHAY, wo wir gemütlich den Rest des Nachmittages verbringen, immer wieder kopfschüttelnd, wegen den 12 Sfr., die wir hätten bezahlen sollen.
Am Abend beobachten wir wieder die Tausenden von schwarzen Vögeln oder Fledermäuse oder Flughunde (wir sind uns da nicht so einig), die nach dem Sonnenuntergang Richtung Festland fliegen.
Freitag, 22.März 2013: Ko Dam Khwan – Ao Nang, 4,5sm
Eigentlich möchten wir die MABUHAY gerne zur Nachbarinsel Ko Dam Hok verlegen. Aber als wir daran vorbeifahren, hat es hier wieder unendlich viele von den Mixerbooten und der Strand sieht aus, als ob er 200 Baht (6 Sfr) pro Person kosten würde und so fahren wir direkt weiter ans Thailändische Festland, nach Ao Nang. Das Geld das wir sparen gibt uns ein gutes Abendessen. Vor Ao Nang liegen schon drei andere Segler und es gefällt uns gut hier, ausserdem haben wir hier auch wieder Internetverbindung.
Gegen 15h gehen wir an Land und stürzen uns ins Touristengetümmel. Wir informieren uns, wo die öffentlichen Busse fahren und was sie kosten. Das Abendessen gibt es heute beim Inder. Sehr gut, aber wie schon so oft, zu viel! Wir haben hier einen prima Platz direkt auf die Strasse und wir fröhnen dem Hobby: Leute anschauen (und kritisieren) und staunen, was es da so alles gibt.
Wir sehen ein spanisch sprechendes junges Paar, bei dem jeder den rechten Arm und das rechte Bein verbunden hat....Ja, ja Motorradfahren ist halt doch gefährlich!
Nach einem sehr unspektakulären Sonnenuntergang gibt es einen traumhaft schönen Abendhimmel den wir von Bord aus geniessen.
Krabi liegt an der Westküste Thailands zur Andamansee, an einer Bucht gegenüber der Insel Phuket.
Zum Landkreis Krabi gehört auch das Phi-Phi-Archipel und weitere kleinere Inseln. Durch die interessante Karst-Landschaft der Küste sind zahlreiche populäre Touristenziele entstanden.
Phranang Beach auf der Halbinsel Rai Leh, ist wohl einer der schönsten Strände Thailands.
Ao Nang (Thai: อ่าวนาง - etwa Damen-Bucht), in dieser Bucht liegt der touristische Hauptstrand und Urlaubsort mit guter Infrastruktur. Mit dem Schiffsverkehr (Longtailboote), welcher allerdings auch für die zunehmende Lärmverschmutzung verantwortlich ist, werden viele kleine Inseln erreicht.
Krabi ist eines der attraktivsten Reiseziele in Süd-Thailand. Die Andamanen-See im Westen, an der zahllose natürliche Attraktionen liegen, ist beeindruckend. Dazu gehören die weissen Sandstrände, steil aufsteigende hohe Felsen, faszinierende Korallenriffe, zahlreiche grössere und kleinere Inseln sowie Wälder mit Höhlen und Wasserfällen.
Die touristische Erschliessung der Umgebung ist im vollen Gange. Die schroff aufragenden Kalksteinfelsen ziehen Kletterer aus aller Welt an, teilweise lassen sie sich nur mit Ausrüstung besteigen. Hierzu entwickelt sich eine einheimische Industrie. Naturerlebnis – die schöne Gegend bildet die Hauptattraktion, ansonsten sind leider die üblichen Begleiterscheinungen des Massentourismus vorhanden.
Samstag, 23.März 2013: Ao Nang
Um 8h setzt ein unglaubliches Getümmel mit massenweisen Mixerbooten in der ganzen Bucht ein. Es sind 40 bis 50 Stück! Sie kurven links und rechts um die paar geankerten Segelboote herum und vollführen einen Heidenlärm. Wir sehen wie sie riesige, fette, rosarote Quallen aus dem Wasser fischen und in ihre Boote schmettern. Das geht ununterbrochen eine ganze Stunde lang so weiter. Ich frage einen der Bootsführer, was sie mit den Quallen machen, ob sie die essen, aber er versteht mich nicht. Aber auf jeden Fall ist das Schwerstarbeit, was die da machen. Plötzlich ist der Spuk vorbei und es verkehren nur noch die „normalen“ Tourimixerboote.
Wir sind heute unseren Prinzipien wieder nicht treu und mieten ein Motorrad, diesmal bekommen wir eine Yamaha und sogar zwei Helme dazu, für 200 Baht (6 Sfr. für den ganzen Tag). Um 9h 30 fahren wir los nach Krabi, der Haupstadt, dieses Gebietes hier. Das sind ca. 20 km. In Krabi wissen wir nicht mehr weiter und fragen zuerst an der Tankstelle wo es zur „Krabi Boat Lagoon Marina“ geht. Keiner weiss Bescheid. Einer schickt uns nach links, der andere nach rechts. Auf der Polizeihauptstation fragen wir dann nochmals und hier bekommen wir eine brauchbare Antwort. Mit einem kurzen „Verfahrer“ finden wir die etwa nochmals 20 km weiter südlich gelegene neue Marina. Hier wollen wir unsere MABUHAY abstellen, wenn wir in die Schweiz fliegen und heute möchten wir uns die Marina anschauen. Wir sprechen mit dem Marina Manager Choo schauen uns die schöne, saubere Anlage an, die aber mitten in der Pampa liegt. Im Marina Restaurant essen wir eine Kleinigkeit und lernen ein Franzosenpaar kennen, das vor zwei Wochen einen Motorradunfall hatte und der Mann war danach 3 Tage im Spital.
Aber wir kommen gut nach Ao Nang zurück und sind um 17h zufrieden und gesund wieder auf der MABUHAY. Paul hat seine in Neuseeland gekaufte Uhr verloren.
In der Nacht fängt es dreimal ganz kurz an zu regnen. Bis wir alle Fenster und Luken zu haben, ist es schon wieder vorbei.
Sonntag, 24.März 2013: Ao Nang
Auch heute ist die Quallenjagd wieder eröffnet. Aber diesmal schon um 7h30 und es sind nicht so viele Fischerboote wie gestern, „nur“ etwa 20 Stück, die um uns herummotoren.
Gegen 15h30 sind wir an Land um an einer Geldmaschine Geld zu holen. Mit einer Kreditkarte und einer Debitkarte versuchen wir es an 5 (fünf) verschiedenen Automaten. Nix kommt heraus! Als wir schon längst nervös aufgegeben haben, sehen wir noch eine weitere Geldmaschine und versuchen es nochmals. Und: oh Wunder! Diese Maschine will gar nicht mehr aufhören, Geld für uns auszuspucken! Wir brauchen das Geld um am Mittwoch die Marina zu bezahlen, dort gibt es keine Geldautomaten.
Und jetzt wollen wir für Paul eine neue Uhr kaufen. Seine „Rolex“ hat etwa 2 Tage funktioniert, bis er damit ins Meer gesprungen ist. Und die andere Uhr hat er ja gestern bei unserem Motorradausflug verloren. Im ersten Uhrenladen würdigt uns der Verkäufer keines Blickes und quatscht ununterbrochen mit dem Nachbarn. Wir verabschieden uns freundlich. Im zweiten Laden sagt uns der Verkäufer, in ganz Thailand gäbe es keine wasserdichten Uhren. Der ist wenigstens ehrlich und vermasselt sich so selber ein Geschäft. Wir kaufen keine Uhr.
Dafür essen wir eine gute Pizza für je 5.40 Sfr. Mmm, gut! Hie und da haben wir einfach das Bedürfnis, etwas anderes als immer nur Thai Food zu essen.
Ich kaufe mir eine Hose. Der Verkäufer will 450 Baht, am Schluss bekomme ich sie für 300 Baht, vermutlich immer noch zu teuer!
Kleine Benimmregel für Thailand:
Feilschen:
Geht auf vielen offenen Märkten immer noch sehr gut. Allerdings in grossen Kaufhäusern geht man inzwischen verstärkt auch schon zu festen Preisen über. Genauso wie in Hochburgen des Tourismus häufiger feste Preisauszeichnungen die Regel sind. Den meisten Erfolg werden Sie haben, wenn Sie sich etwas abseits der üblichen Touristenströme bewegen. Bei Lebensmitteln auf Märkten wird nicht gehandelt. Ausnahme: Sie möchten so viel kaufen, dass ein Mengenrabatt drin sein könnte.
Montag, 25.März 2013: Ao Nang
Auch heute wird wieder Jagd auf die rosaroten Quallen gemacht. Aber diesmal zum Glück etwas weiter von uns entfernt, in einer anderen Ecke der Bucht.
Ich muss im Internet nachschauen, wann dieses Jahr Ostern ist. In meinem chinesischen Kalender ist Ostern nicht vermerkt.
Am Nachmittag zieht Paul sein Tauch-Jacket an und taucht unter die MABUHAY, um den Propeller zu putzen. Es ist unglaublich, was sich da immer für kleine Muscheln und sonstige Viecher festsetzen.
Zwischen 17h und 19h sind wir wieder an Land. Und weil die Pizza gestern so gut war, gibt es heute im gleichen Restaurant „José Pizzeria&Tapas“ nochmals eine gute Pizza.
Schöner Sonnenuntergang der tausendfach fotografiert wird.
Dienstag, 26.März 2013: Ao Nang - Ko Dam Khwan Ost, 5sm
Den Quallen geht es auch heute wieder an den Kragen, aber ganz weit entfernt von uns. Das würde uns ja schon noch interessieren, was die mit den schlabbrigen Dingern machen.
Um 14h45 fahren wir zur Insel Ko Dam Khwan, auf die Ostseite. Paul regt sich enorm über die vielen Speedboote und Mixerboote auf, weil sie so hirnlos schnell und lärmend durch die Gegend brettern.
Nach dem Sonnenuntergang und nachdem die meisten Touris verduftet sind, schneiden wir uns die Haare. Vorher ist es viel zu heiss und wir sind zu sehr verschwitzt. Danach baden wir ausgiebig und lange im Meer. Ahhh...., ist das schön! Dies ist für lange Zeit unsere letzte Ankernacht mit der MABUHAY. Morgen kommt sie in die Marina, wo sie bis November bleiben wird.
Mittwoch, 27.März 2013: Ko Dam Khwan Ost – Krabi Boat Lagoon Marina, 10,7sm
Die Inseln hier sind wunderschön im Morgenlicht und ohne knatternde Touriboote.
Um 8h05 heben wir den Anker und verlassen diese traumhaften Ankerplätze und motoren zur Krabi Boat Lagoon Marina. Wir haben das heutige Datum dazu ausgesucht, weil Vollmond ist, und gutes Hochwasser, um den Fluss hinauf in die Marina zu fahren. Bei der Flusseinmündung sehe ich einen Rochen meterhoch aus dem Wasser springen und wieder ins Wasser platschen. Wir haben nur noch 1.5 m Wasser unter dem Kiel. Ohne Vollmond-Hochwasser könnten wir mit unseren 2m Tiefgang niemals hier durchfahren.
Kurz vor 10h melde ich in der Marina unser Kommen an. Um 10h15 wartet ein Dinghy mit einem Angestellten der Marina bei der Einfahrt auf uns und geleitet uns an unseren Liegeplatz. Zwei Angestellte helfen beim Festmachen. Alles passiert ruhig und ohne Geschrei! Aber Skipper Paul ist ganz kaputt, vor lauter Aufregung, ob wir die Einfahrt in den Fluss und die Marina schaffen. Und hier ist es enorm heiss.....
Gleich hinter uns folgt die „Imagine“, die wir von der „sailmalaysia“ kennen. Überraschenderweise treffen wir hier Sue und Grant, die Australier von der „Obsession II“ wieder, die wir auch von der „sailindonesia“ und „sailmalaysia“kennen.
Am Nachmittag schrubben wir zusammen das Cockpit und das ganze Deck. Der Schweiss läuft in Strömen. Es ist etwa 35° heiss und die abendliche Dusche auf dem Steg bringt überhaupt keine Kühlung. Das Wasser aus dem Schlauch ist kochend heiss.
Donnerstag, 28.März 2013: Krabi Boat Lagoon Marina
Der Motor und das Getriebe bekommen neues Öl und die notwendige Pflege.
Morgen wird noch der Wassermacher stillgelegt und der Kühlschrank gründlich geputzt..
Wir treffen Sue und Grant und sie erzählen uns, dass sie letzte Woche in Ao Nang ausgeraubt wurden. Unter anderem wurde der Computer mit allen Fotos gestohlen! Genau da waren wir doch auch, bis Dienstagabend. Haben wir wieder einmal Glück gehabt?
Die MABUHAY wird gründlich geputzt und darauf vorbereitet aus dem Wasser gehoben und an Land gestellt zu werden. Am Montag werden wir nach Kambodscha und Vietnam reisen. Nach einem kurzen Aufenthalt von 3 – 4 Tagen auf der MABUHAY, um die Koffer zu packen, werden wird dann in die Schweiz fliegen. Der nächste Bericht wird deshalb erst irgendwann im Mai erscheinen.
Notiz zu unserem neuen Grossrollsegel
Die Firma Leesails Flensburg, Deutschland will uns, trotz mehrmaligem Protest unsererseits, nur 120 €uro (ca. 145 Sfr.) für die Abänderungen an unserem neuen Rollsegel vergüten. Wir haben bei der Firma Thai Sails in Chalong, Phuket, 300 Sfr. dafür bezahlt und jetzt funktioniert das Segel zu unserer grossen Freude tadellos.
Wir hatten das Segel in Flensburg bestellt, in der Hoffnung auf gute Deutsche Werksarbeit. Komischerweise befand sich im Sack des Segels ein polnischer Packzettel, was den Verdacht aufkommen lässt, dass wir ein in Polen angefertigtes Segel erhalten haben. Auf unsere 2-malige Nachfrage, bezüglich dieses Packzettels haben wir nie eine Antwort erhalten.
Wir können deshalb die Firma Leesails in Flensburg nicht weiterempfehlen und wir werden dort auf jeden Fall nie mehr ein Segel bestellen!




















































