Vietnam: Saigon, 10.04. - 11.04.2013 , Teil 2
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Mittwoch, 10.April 2013: Saigon

Nun geht die Fahrt 50 km weiter zu den „Cu Chi Tunnels“, aus dem Vietnamkrieg. Wir kriechen mit einem Guide durch einen engen, tiefen Tunnel und nach 40 Metern wollen die meisten wieder raus an die Luft. In den Tunnels ist es drückend heiß und feucht, wir sind alle schweissgebadet. Zwei ganze Stunden lang zeigt man uns verschiedene Bambusfallen, wo der Feind (die Amerikaner) hineintappte und aufgespiesst wurde. Am Schluss bekommen wir noch gekochte Tapiokawurzeln zum essen, dazu Tee, der damaligen Nahrung der Vietcong-Kämpfer. Bevor wir das Gelände verlassen, haben wir noch die Gelegenheit, in einem Schiessstand mit originalen Gewehren aus der Zeit des Vietnamkrieges herum zu ballern. Die Munition muss man kaufen und die ist sehr teuer. Wir können das nicht verstehen, aus unserer Gruppe schiessen drei oder vier Männer.

Củ Chi (Huyện Củ Chi) ist ein Landkreis im Verwaltungsgebiet von Ho-Chi-Minh-Stadt. Bekannt sind die Tunnel von Củ Chi, in denen sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg von 1965 bis 1975 versteckt hielten. Das Tunnelsystem ist nach dem gleichnamigen Dorf im Landkreis benannt. Die ersten Tunnel sind 1948 entstanden. In den 1960er Jahren gruben nordvietnamesische Partisanen immer weiter und tiefer, bis das Tunnelsystem auf eine beachtliche Länge von 200 km auf drei Ebenen angewachsen war.

Unter der Erde entstanden richtige Städte mit Schulen, Lazaretten, Büros und Schlafgelegenheiten. Alle unterirdischen Gebäude waren mit Tunneln von circa 80 cm Höhe und 69 cm Breite verbunden. Zur Außenwelt konnte man durch Klapptüren, die mit Laub und Gras bewachsen waren, gelangen. Alle Eingänge waren durch primitive, aber wirkungsvolle Fallen gesichert.

Um 16h fahren wir zurück in die City von Saigon. Saigon hat ca. 10 Millionen Einwohner und ca. 6 Millionen Motorräder! Diese 6 Millionen Motorräder sehen wir jetzt alle irgendwohin fahren, ein wahrer Ameisenhaufen! Wir stecken mit ihnen im schönsten Stau! Gegen 18h sind wir zurück bei unserem Hotel und wir gehen direkt um die Ecke beim Mexikaner zum Abendessen. Heute gibt es für jeden eine halbe, sehr gute Pizza. Wir kaufen bei Phuong, der netten und lustigen Reisebürofrau zwei Bustickets bis nach Hanoi. Jetzt ist unsere Hotelwirtin stinksauer auf uns, weil wir die Tickets nicht bei ihr gekauft haben. Aber sie kann uns keinerlei Unterlagen dazu geben und das ist uns zu unsicher. Wir machen einen kleinen Abendspaziergang und fallen erledigt ins Bett. Heute war es den ganzen Tag meist bewölkt.

Donnerstag, 11.April 2013: Saigon

Ah, endlich einmal ausschlafen. Wir stehen erst um 8h auf. Die Hotelwirtin ist immer noch wütend auf uns, blöde Schnepfe! Dabei haben wir ihr auch unsere Wäsche zum waschen abgegeben, wo sie doch auch etwas daran verdient. Wenn wir nicht zu faul dazu wären, würden wir das Hotel wechseln. Heute ist für uns Stadtwandern angesagt. Es ist bewölkt. Wir feilschen wie verrückt mit den lästigen, zum Teil sehr aufdringlichen Strassenverkäufern. Die Cyclofahrer wollen uns unbedingt irgendwo hin fahren, aber wir laufen. Wir laufen zum Kriegsmuseum, sind um 10h15 da und lösen die Eintrittsbillette. Die Ausstellung im Museum ist sehr, sehr eindrücklich. Um Punkt 12h ertönt eine Sirene und alle Leute müssen raus. Ich möchte ein Buch über den Vietnamkrieg kaufen, um besser informiert zu sein und zu verstehen. Aber das Buch auf Deutsch ist dermassen voller Fehler, dass wir es lieber sein lassen. Um 13h30 wird das Museum wieder geöffnet. Aber wir haben genug und essen bei einer Strassenküche ein Hühnerbein mit Salat und Reis, sehr gut. Das Essen kostet 98'000 Dong (keine 4.50 SFr.) für 2 Personen, inkl. 5 Gläsern Tee. Wir laufen am Wiedervereinigungspalast vorbei, zur Katholischen Kathedrale und zum wunderschönen Saigoner Postgebäude. Nun brauchen wir aber dringend eine Iced-Coffee-Pause (kalter Kaffee mit Eiswürfeln mit oder ohne süsser Kondensmilch). Gegen 16h sind wir wieder im Hotel. Unsere Wirtin straft uns immer noch mit Verachtung. Zum Abendessen sind wir um die Ecke beim Mexikaner „La Casa“. Es gibt Beefsteak, Pommes Frites, Salat. Wie letztes mal sündhaft teuer! 4.50 SFr./Person. Während des Essens regnet es etwa 30 Minuten in Strömen. Wir lernen die zwei jungen Zürcherinnen Marina und Florence kennen und diskutieren bis sehr spät über dies und das. Sehr schön!

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