Vietnam: Hoi An, 15.04. - 16.04.2013 , Teil 4
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Montag, 15.April 2013: Hoi An

Hội An  (zu dt. etwa ruhige Gemeinschaft oder friedvoller Versammlungsort) ist eine Küstenstadt am Südchinesischen Meer in Zentralvietnam. Sie liegt 30 km südlich von Đà Nẵng und hat heute ca. 75.000 Einwohner.

Hội An war einst der grösste Hafen in Südostasien und gilt als ein Hafen der Seidenstrasse. Unter den Cham wurde die Stadt Lâm Ấp Phố (Champa-Stadt) genannt, später Hài Phố (Ort am Meer) und unter den Franzosen aufgrund eines Missverständnisses Faifo. Der Name Hội An erschien erstmals 1630 auf einer Karte.

 

Sofort werden wir von Motorradfahrern bedrängt, die uns zu einem Hotel bringen wollen. Nach zähen Verhandlungen sind wir einverstanden auf je einem Motorrad, für je 1 US$ zu diversen Hotels gefahren zu werden, bis wir ein Hotel gefunden haben, das uns gefällt. Die grossen Rucksäcke werden vom Fahrer zwischen die Beine geklemmt, den kleinen Rucksack behalte ich auf dem Rücken. In der Stadt Hoi An zeigen uns unsere beiden Fahrer zuerst ein Hotel, das uns zu teuer scheint. Im zweiten Hotel hat das Zimmer kein Fenster und es muffelt sehr streng, das wollen wir nicht! Beim dritten Hotel „My Chãu“ sind wir zufrieden und nehmen das Zimmer. Jetzt wollen die beiden Fahrer je 2 US$ für ihre Dienste, weil wir sooo viele Hotels angeschaut haben! Wir bezahlen je 1 US$, wie abgemacht! Das Zimmer im 1.Stock kostet 15$, wir können es aber erst um 12h beziehen. Wir lassen das Gepäck im Hotel und essen in einem winzigen Restaurant an der gleichen Strasse Frühstück. 2 mal kleine Baguettes, 1 Spiegelei für mich, 4 mal Toast (gratis), 2 mal Iced Coffee, 2 mal heissen Ingewertee (gratis). Die Frau gibt uns 40% auf die Rechnung von 55'000 Dong (=33'000Dong), ohne dass wir das eigentlich wollten. Wir laufen lange in der wunderschönen Altstadt von Hoi An herum. In der ganzen Stadt hat es überall Schneiderläden und wir lassen für mich zwei Paar Shorts nach Mass schneidern, eine Rote und eine Schwarze. Wir kehren zu unserem Hotel zurück und beziehen unser Zimmer. Danach möchten wir bei der 40%-Frau zu Mittag essen. Es ist jetzt 13h und man sagt uns, wir sollen um 15h wieder kommen. Aber das ist uns zu spät und so essen wir halt drei Häuser weiter in einem anderen Restaurant, ein typisch vietnamesisches Nudelgericht das „Cao Lãu“ heisst und prima ist, mmm. Am Nachmittag mieten wir zwei Töffs (Motorräder) mitsamt den dazugehörenden Fahrern und fahren zu den Marmorbergen, ca. 20 km Richtung Da Nang. Paul hat wieder Höllenängste, sein Leben dem Fahrer anzuvertrauen. Und prompt fahren wir, natürlich volle Pulle, bei Rot über die Kreuzungen. Mir gefällt die Fahrt ausgesprochen gut! Die Marmorberge sind von Höhlen durchlöchert und fast in jeder Höhle sitzt ein Buddha drin. Rund um die Berge macht das ganze Dorf Marmorskulpturen. Jeder will, dass wir eine tonnenschwere Buddhafigur oder einen monumentalen Löwen bei ihm kaufen. Mir hat es ein ziemlich dicker, lachender Buddha besonders angetan. Eine Frau ist todbeleidigt, weil wir ihren Laden anschauen, aber nichts kaufen! Die Rückfahrt verläuft wieder gut, aber Paul ist heilfroh, wieder vom Töff runter zu steigen. Das Abendessen gibt es am Fluss. Mmmm, ich esse ein supergutes vietnamesisches Chickencurry mit Reis, Paul isst nur Knoblauchbrot. Wir haben hier einen erhöhten Sitzplatz und selbstverständlich müssen wir wieder ausgiebig Leute beobachten.

Dienstag, 16.April 2013: Hoi An - Hue

Wir möchten irgendwo frühstücken. Aber das 40%-Restaurant ist weg! Sogar die Werbetafel ist einfach nicht mehr da! Hat die Frau gestern etwa wegen uns Bankrott gemacht? Au, das wollten wir wirklich nicht!

Eine ältere Frau zerrt uns in ihre Strassenküche genau gegenüber. Sie ruft eine jüngere Frau und wir bestellen auf Englisch ein kleines Baguette (nature) für Paul, für mich ein kleines Baguette mit einem Ei, dazu zwei Iced Coffees. Die Kaffees kommen sofort und sind prima. Dann bringt uns die Alte zwei Baguettes, gefüllt mit Nudeln, Gemüse, Fleisch, Rührei und einer dicken Schicht Chili-Sauce obendrauf. Alles ist ins Baguette reingemantscht! Wir weigern uns, das zu essen! Jetzt kratzt die Old-Lady die Chili-Sauce weg und meint, so, nun sollen wir essen! NEIN, das essen wir nicht!!! Das Grossmütterchen ruft nun eine andere Frau zu Hilfe, die wirklich Englisch kann, und wir sagen ihr, dass wir diese Brote NICHT essen werden. Wir bezahlen für unsere zwei Kaffees 25'000 Dong (ca 1.10 SFr) und gehen. Die alte Frau versteht die Welt nicht mehr. Wir laufen 50m weiter und bekommen genau das Frühstück das wir wollten.

In Hoi An hat es viele lautlose Elektro-Velos und enorm viele Motorräder. Wir besuchen den farbenprächtigen Markt, wo wir uns an den vielen Details nicht sattsehen können. Um die „historische Altstadt“ von Hoi An zu besichtigen muss man Eintritt bezahlen, aber das machen wir nicht. Was wir ohne Eintritt zu sehen bekommen, ist uns interessant genug. Auf dem Weg zurück zum Hotel essen wir im gleichen Restaurant wie gestern, es heisst „laugh café“ wieder „Cao Lãu“, die guten Nudeln. Die alte Frau mit den vermantschten Broten von heute morgen winkt uns fröhlich zu. Um 13h45 holt man uns im Hotel ab für die Fahrt nach Hue. Diesmal erwischen wir einen steinalten Klepperbus. Die ganze Zeit tropft uns das Kondenswasser der Klimaanlage auf den Kopf. Aber das ist nicht so schlimm, es sind ja schliesslich nur 4 Stunden bis Hue!

Südlich von Hue liegt der 20 km lange Hai Van Pass (Wolkenpass). Während des Vietnamkriegs war der Pass eines der meist umkämpften Gebiete. Er ist knapp 496 Meter hoch und oft in Wolken gehüllt. Daher kommt auch sein Name: Wolkenpass. Mittlerweile gelangt man zwar auch durch einen 6,7 km langen Tunnel von Hue nach Da Nang. Doch die Strecke über den Wolkenpass ist bestimmt die sehenswertere. 

In Hue haben wir sofort im Hotel "NGOC BINH" ein schönes Zimmer im 4.Stock, kein Lift. Gross, ruhig, sogar eine Badewanne ist da und heisses Wasser kommt auch noch aus dem Wasserhahnen, und das für 10 $ für 2 Personen, kein Frühstück. Ein junger Mann vom Hotel buckelt meinen grossen Rucksack in den 4.Stock hinauf. Dabei reisst ein Träger aus. Ich muss den Rucksack ausräumen und ihn in der Rezeption abgeben, für die Reparatur. Zum Abendessen sind wir in der „Schuhstrasse“, einer Strasse mit lauter Schuhgeschäften. Danach buchen wir in unserem Hotel einen Ausflug für morgen.

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