Vietnam: Hue und Hanoi, 17.04. - 18.04.2013 , Teil 5
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Mittwoch, 17.April 2013: Hue – Hanoi (660 km)

Huế ist eine Stadt in Zentralvietnam mit ca. 300.000 Einwohnern, gelegen am Hương Giang (Parfümfluss). Huế war von 1802 bis 1945 Hauptstadt Vietnams und ist heute Provinzhauptstadt, darüber hinaus ist die Stadt Sitz des Erzbistums Huế. Die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt, die nach dem Vorbild in Peking entstand, wurde 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Sie ist während des Vietnamkrieges 1968 sehr stark beschädigt worden.

Wir frühstücken im Restaurant gegenüber unserem Hotel. Um 8h werden wir zum Ausflug abgeholt. Zuerst geht es per Bus zur Zitadelle mit dem Kaiserpalast. Sorgfältig abgeschirmt von bösen Geistern und Winden, missgünstigen Feinden und niederem Volk war es nur der Elite des Landes erlaubt, durch das festungsähnliche „Mittagstor“ in die Kaiserstadt einzutreten. Allerdings nur durch die Seitenpforten und entlang des Pfades links und rechts des Lotosteiches, die Mitte war dem Himmlischen Herrscher (dem Kaiser) vorbehalten. Hier im Regierungssaal der damaligen Kaiser ist fotografieren strengstens verboten. Paul „schiesst aus der Hüfte“ ein schönes Bild vom Kaiserthron. Ich kann nicht verstehen, was daran so schlimm sein soll, diesen Stuhl zu knipsen. Einige der Paläste sind noch sehr gut erhalten, andere sind ziemlich zerfallen und werden liebevoll restauriert. Unter den Bäumen zwischen den Gebäuden erleben wir ein ohrenbetäubendes Konzert von Zikaden. Danach geht es weiter zu einem „Gardenhouse“. So wohnte man früher hier in der Gegend. Das Gebäude reisst uns nicht gerade vom Hocker, im Gegenteil, die vielen Moskitos nerven uns gewaltig, Puhhh!!! Dann steigen wir in ein Drachenboot für Touristen und fahren auf dem Parfümfluss (zum Ursprung dieses Namens gibt es verschiedene Theorien: eine verweist auf die Pollen und Blüten, die im Frühjahr auf dem Wasser treiben, eine andere auf die wohlriechenden Edelhölzer, die auf dem Fluss transportiert wurden), zur Thien Mu Pagoda die wurde 1601 erbaut, siebenstöckig, und ist ganz schön eindrücklich. Die Thien Mu- oder Linh Mu-Pagode (Pagode der himmlischen Frau), ist das Wahrzeichen Huếs. Weiter geht es etwa eine Stunde per Boot zum Ho Chen Tempel. Unser Bootsführer hat nur einen Arm und während er Zeitung liest, steuert er das Boot mit den Füssen. Das Mittagessen, das wir auf dem Schiff bekommen, besteht aus Reis, grünen Bohnen (uhhh, scharf!!!) und Tofu. Danach besuchen wir das Grab des Kaisers Minh Mang (1820-1841). Mann, was diese Kaiser sich noch vor ihrem Tod für Gräber gebaut haben! Das sind ja halbe Dörfer! Nach diesem Grab geht es per Bus weiter zum nächsten Kaisergrab. Aber da gehen Paul und ich nicht hinein. Der Eintritt kostet bei jedem Grab 80'000 Dong und obwohl die Grabanlagen wirklich schön und sehr imposant sind, reicht uns eines dieser Gräber. Auf der Rückfahrt in die Stadt besuchen wir noch 10 Minuten lang ein Geschäft wo Räucherstäbchen aus Sandelholz, Zimt und Curry hergestellt werden. Auf dem Ausflugsprogramm wäre noch ein Besuch einer Firma, wo die typischen Vietnamesischen Strohhüte hergestellt werden, aber das wird von unserem Guide einfach ausgelassen! Zufällig fahren wir an der Schule vorbei, wo Ho Chi Minh studiert hat. Dies wird von unserem Führer mit keinem Wort erwähnt, erst auf meine Frage hin, was das für ein Gebäude ist, findet er es nötig, uns dies mitzuteilen. Er hat ein süsses, kleines weisses Hündchen gekauft und will jetzt mit ihm nach Hause, er steigt frühzeitg aus dem Bus aus. Kurz darauf hält der Chauffeur an und lässt alle Touris aussteigen. Ein junger Franzose aus unserem Hotel und wir beide weigern uns, irgendwo, mitten in der Stadt auszusteigen, ohne zu wissen in welcher Richtung unser Hotel liegt. Schliesslich haben wir diese Tour vom und bis zurück zum Hotel gebucht! Der beherzte Franzose ruft in unserem Hotel an und nach endlosem Hin-und Herpalaver führt uns der Chauffeur doch noch zu unserem Hotel, wo wir um 15h15 eintreffen. Genau eine Stunde früher als die geplante Tour ausgeschrieben war! Paul und ich dürfen nochmals im Hotel duschen, im etwas schmuddeligen Zimmer des Grossmütterleins (wir haben ja selber kein Zimmer mehr). Wir werden um 17h, zusammen mit einem jungen schwedischen Paar für die Nachtfahrt im Schlafbus nach Hanoi abgeholt. Zuerst werden in der Stadt bei verschiedenen Hotels Touristen aufgesammelt und dann geht es ab nach Hanoi. Unterwegs gibt es einen Stopp für das Abendessen, sonst nur kurze provisorische Pipistopps. Die Männer pinkeln einfach überall hin, für die Frauen ist dies schon ein grösseres Problem !!! Paul und ich halten tapfer durch bis zum Morgen...

Donnerstag, 18.April 2013: Hanoi

660km seit Hue! In der Nacht hat es geregnet. Um kurz nach 7h sind wir in Hanoi. Wir werden zusammen mit dem Schwedenpaar von einem Taxi abgeholt und zu einem Hotel gefahren, das uns in Hue empfohlen wurde. Aber das Hotel gefällt uns allen Vieren nicht, es ist teurer als uns gesagt wurde, das Zimmer hat kein Fenster und das versprochene Frühstück gibt es auch nicht. Also suchen wir ein anderes Hotel, der Hotelchef will von uns die Taxikosten erstattet haben, aber wir bezahlen nicht, laufen einfach davon. Im Guesthouse „MANH DUNG“, mitten im Gewühle der Altstadt finden wir und die Schweden ein Zimmer im 2. Stock mit Lift, Klimaanlage, Deckenventilator, WC/Dusche, mit einem Riesenbett und einem Einzelbett, für 10US$ für 2 Personen, ohne Frühstück.

Wieder einmal finden wir kein Lokal, wo wir ein „normales“ Frühstück essen können, überall gibt es wieder nur Nudeln oder Suppe. Also kaufen wir an einem Stand zwei kleine Baguettes und trinken in einem Restaurant je einen Iced Coffee dazu.

Seit Saigon haben wir ca. 2000 km im Bus zurückgelegt (davon zweimal Nachtbusse) und haben dafür mit dem „Open Tour Bus Ticket“ 40US$ pro Person bezahlt. Und das hat, mit anfänglichen Schwierigkeiten, ganz gut geklappt.

Wir laufen zum Hoan Kiem See, mitten in der Stadt. Unterwegs lässt Paul seine Brille, auf die er sich gesetzt hat, in einem kleinen Laden flicken. Wir hatten damit gerechnet, dass es ein neues Gestell braucht, aber der Brillenflicker richtet alles wunderbar, für 2 US$. Danach essen wir in einem Restaurant im 5.Stock mit Blick auf den See einen feinen Salatteller. Wir sitzen draussen auf der Dachterrasse und trotz starker Bewölkung ist es sehr heiss. Ich habe schaurige Rückenschmerzen (Nachtfahrt im Bus???) und die zwei Schmerztabletten, die ich genommen habe, helfen überhaupt nicht. Ich möchte am liebsten einfach unendlich auf dieser schönen Terrasse sitzen bleiben.....

Das Abendessen ist prima, Paul kriegt Suppe, ich vietnamesische Nudeln mit Huhn und Gemüse. Alles sehr gut. Wir buchen bei unserer Hotelchefin für morgen Abend das Busticket nach Sapa.

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