Sonntag, 21.April 2013: Sapa
Wir laufen nochmals etwa 4 km weiter bis zum Dorf Sin Chai und hier sehen wir das wirkliche Leben.
Hier will uns keiner etwas verkaufen, ausser die Männer eine Motorradfahrt. Hier ist es richtig erholsam. Wir staunen, wie an den steilsten Hängen fleissig terrassiert und etwas (Mais?) angepflanzt wird. Wir sind die einzigen Touristen hier und die Leute bestaunen uns wie wir bei einem kleinen Lädchen Nudelsuppe mit Ei verdrücken. Die Kinder in ihren traditionellen Kleidern kommen eifrig zum Laden und kaufen alle nur Schleckzeug! Dementsprechend schlecht (sprich FAUL) sehen auch ihre Zähne aus, schrecklich! Und die Verpackungen, egal von was, fliegen natürlich direkt auf den Boden. Unsere Wanderung ist sehr interessant und abwechslungsreich. Wir sehen, wie mit einem Wasserbüffel eine winzige Reisterrasse gepflügt wird, oder auch wie sich einige Wasserbüffel genüsslich im Schlamm suhlen. Plötzlich steht nach einer Kurve ein mächtiges Wasserbüffel-Exemplar vor uns auf der Strasse. Puhhh..., der macht aber Eindruck! Wir sehen auch kleine Mädchen, vielleicht 6 Jahre alt, die ihre kleineren Geschwister in einem Tuch auf dem Rücken tragen. Die Kleinen die schon selber laufen können, bis etwa 2½ Jahre alt, tragen oben rum dicke Pullover oder sogar Skijacken, und unten sind sie splitterfasernackt. Das spart Windeln und Arbeit...Viele der Kinder, auch Grössere, starren vor Schmutz und prächtiger Rotz läuft ihnen aus den Nasen. Gegen 15h sind wir wieder oben im Ort Sapa. Wir sind ungefähr 10 km oder so gelaufen und haben etwa 200 Mal „no, thank you“ gesagt, wenn uns ein Mann auf seinem Motorrad nach Sapa zurück chauffieren wollte, natürlich gegen $$$. Beim Laufen geht es meinem Rücken sehr gut, aber nach jeder Rast ist es immer wieder schlimm.
Am Markt und im Ort Sapa überwiegen die Leute vom Stamm der H'Mong. Sie sind ganz dunkel (dunkelblau oder schwarz) gekleidet, sehen sehr adrett aus, Frauen haben riesige, schwere Ohrringe die ihre Ohrläppchen in die Länge ziehen und alle haben sehr lange, schwarze, gerade Haare, die sie kunstvoll unter einer Mütze drapieren. Sie machen sehr schöne Handarbeiten, die mit „Indigo“ blau gefärbt sind und unangenehm abfärben. Sie wollen einem ständig etwas verkaufen und verfolgen uns richtig. Ein „nein“ wird nicht akzeptiert. Sie sind sehr aufdringlich, manchmal auch aggressiv, einfach nur enorm mühsam. Vor lauter Frust kaufen wir gar nichts!
Um 18h30 geht es die 370km im Nachtbus wieder zurück ins Getümmel von Hanoi.















