Vietnam: Hanoi und Thailand: Krabi, 22.04. - 29.04.2013 , Teil 8
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Montag, 22.April 2013: Sapa – Hanoi, 370 km

Die Nacht im Bus ist sehr kalt, Air Condition sei Dank. Zum Glück bekommt jeder eine warme Wolldecke. Trotzdem schlafen wir beide sehr wenig. Aber immerhin sehen wir diesmal keine Kakerlaken. Um 7h15, genau 13 Stunden später, steigen wir im lauten, überfüllten Hanoi aus. Am See essen wir je 2 Spiegeleier mit Baguette und trinken Iced Coffee dazu, ja was denn sonst? Ein Mädchen mit einem Fahrrad will uns beim Restaurant süsse Reiskugeln verkaufen. Wir lehnen dankend ab und die Servierfrau schickt die junge Frau weg. Diese schaut uns wütend an und schmeisst vor lauter Frust eine der Reiskugeln mitten auf die Strasse, wo sie vom dichten Verkehr sofort vermatscht wird. Wir laufen zu unserem Hotel um uns im gleichen Zimmer wie letzte Woche wieder einzurichten. Die Rezeptionsfrau beachtet uns und unseren freundlichen Gruss überhaupt nicht. Wir sind für sie Luft! Wir fragen nach dem Zimmer und sie sagt, es sei nicht frei und wir müssten ein Zimmer für 15$ nehmen, anstatt für 10$. Aha, es geht also wieder einmal um $ !!! Wir sind nicht einverstanden, das Zimmer wurde uns letzte Woche versprochen und für heute reserviert. Die Frau ruft ihre Chefin an und diese sagt mir am Telefon das Gleiche, d.h., das Zimmer kostet jetzt 15$. Wir sind wütend, verlangen die Wäsche, die zwar gewaschen, aber sehr lieblos einfach in einen Plastiksack gestopft wurde, holen den 2. grossen Rucksack und suchen uns ein anderes Hotel. 

Im „MINH TOAN“ Hotel finden wir ein Zimmer im 3. Stock, ohne Lift, 13$, inkl. Zmorge. Wir deponieren das Gepäck und laufen zum See, wo wir irgendwo zu Mittag essen wollen. Nachdem wir im Restaurant, auf der schmuddeligen Karte gefunden haben, was wir essen möchten, sagt die Servierfrau ganz cool: das und das und das und das: no! D.h., die Hälfte von dem was auf der Speisekarte steht haben sie nicht.... 

Ich krieg die Krise! Wir bezahlen unsere Getränke, stehen auf und gehen. In einem anderen Restaurant essen wir dann gutes grilliertes Huhn mit BBQ-Sauce, Reis und wenig Salat. Paul hat im ersten Restaurant, das wir in Vietnam besucht haben, von der Servierfrau auf Vietnamesisch einen Zettel schreiben lassen, dass er keinen Koriander essen kann. Diesen Zettel zeigt er beim Bestellen und die Serviererin sagt: „Yes, yes!!!“. Am Salat ist prompt, wie schon so oft, Koriander dran! Und während wir so gemütlich draussen beim Essen sitzen kommt ein junger Deutscher vorbei und spricht uns an. Er heisst Felix und kommt von Laufenburg (D) an der Schweizergrenze. Er erzählt uns, dass er sich gestern Nacht, nach einem Beizenbummel, verlaufen habe und ihm eine Bande von Vietnamesen das i-Phone abgenommen haben. Wir sitzen lange beim Bier beisammen und Felix will uns gar nicht mehr verlassen. Er wohnt im gleichen Hotel wie wir, aber später sehen wir ihn nicht wieder.

Abendessen mit den Einheimischen, Nudeln mit Rindfleisch, Knoblauch und Erdnüssen.

Dienstag, 23.April 2013: Ausflug zur Halong Bucht, 320 km

Wir haben beide prima geschlafen. Wir treten aus dem Hotel und wollen irgendwo frühstücken. Eine Frau mit einem Korb voll Brot kommt vorbei und fragt, was wir wollen. Sie bringt uns auf die andere Strassenseite und setzt uns auf eine Treppenstufe. Wir essen 3 Brötchen und 2 Dreieckskäsli, dazu trinken wir je einen Kaffee. Dafür will die Frau 140'000 Dong! 5.60 SFr.! Ein horrender Preis für hier und erst noch auf der Strasse am Boden gegessen. Wir ärgern uns enorm, schon wieder erwischt worden zu sein. Aber wie gesagt, hier dreht sich alles um money, money, money.... Um 8h20 werden wir zum Ausflug zur Halong Bucht abgeholt. Bis zur Halong Bucht sind es 160 km. Unterwegs gibt es einen Pipistopp, zufällig natürlich genau bei einer riesigen Verkaufshalle für Souvenirs. Danach stehen wir 2 Mal in einem Stau. Zuerst etwa 30 Minuten wegen Verkehrsüberlastung, das zweite Mal wegen eines schrecklichen Motorrad- Unfalles. Auf der Strasse hat es sehr viel Blut. Vor einem Haus liegt ein regloser Körper auf dem Boden. Er ist bis über den Kopf zugedeckt. Unten schauen zwei fahlweisse Füsse heraus...

Endlich, um 13h10 (statt um 12h) sind wir in Halong, bei der riesigen Anlegestelle der Touristenboote, Massenbetrieb! Hier warten wir ganze 50 Minuten auf eine andere Touristengruppe, die dann endlich kommt und an uns vorbeimarschiert. Als wir auf dem Boot ankommen, sind alle Sitzplätze besetzt. Es herrscht ein furchtbares Chaos und alles ist sehr schlecht organisiert. Endlich, nachdem alle etwa zweimal den Platz wechseln mussten, gibt es um 14h30 etwas zu Essen. Wir fahren per Boot zu den wunderschönen Felsen in der Halong Bucht. Hier werden wir schon wieder zur Kasse gebeten. 120'000 Dong/Person (4.80 SFr.) für eine sehr kleine Ruderfahrt in einem Bambusboot durch zwei Felsdurchgänge, ins Innere der Felsformationen. Im Kajak wäre es sehr viel billiger, nur 20'000 Dong/Person (80 Rappen), aber wir befürchten, in einem Kajak zu kentern...

Danach machen wir mit dem Schiff einen Stopp bei einer Höhle, die wir alle besichtigen. Wow, die Höhle ist wunderschön, vielleicht ein wenig kitschig, mit den rosaroten und violetten Scheinwerfern. Aber weder Paul noch ich haben je so eine schöne Höhle gesehen. Um 17h30 sind wir zurück im Bus (statt um 16h30). Nun geht es 3½ Stunden zurück nach Hanoi, wo wir um 21h eintreffen. Auf der Rückfahrt regnet es. Wir essen im Restaurant Gecko noch einen Teller voll Nudeln mit Gemüse.

Mittwoch, 24.April 2013: Hanoi

Wir haben geschlafen wie bewusstlos. Meinem Rücken geht es jeden Tag besser. Heute frühstücken wir ziemlich bescheiden in unserem Hotel. Mit einem Cyclo fahren wir zum Ho Chi Minh Mausoleum. Meine Hose endet etwa 2cm über dem Knie, das ist eindeutig zu kurz! Zu meinem grossen Ärger muss ich wieder einmal ein Tuch kaufen um meine anstössigen Knie zu bedecken. Das ärgert mich enorm, so scheusslich sind nämlich meine Knie nicht anzuschauen! Paul's Hose endet etwa ½ cm unter dem Knie, das ist o.k.

Danach müssen wir den Rucksack abgeben und einen unserer zwei Fotoapparate. Überall stehen bewaffnete Wachen in weissen Uniformen herum, mit versteinerten Gesichtern, die streng darauf achten, dass keiner fotografiert (ich mache trotzdem heimlich ein Foto vom Mausoleum, aber nur von aussen!). Ob die wohl von ihren Waffen Gebrauch machen würden? Jetzt marschieren wir schweigend in Einerkolonne am gläsernen Sarg mit dem Leichnam von Führer Ho Chi Minh vorbei. Komisches Gefühl! Aber ob ihn wohl meine nackten Knie gestört hätten???

Der Eintritt ist für alle gratis, aber dennoch kostet das Vorbeilaufen an Onkel Ho's (so wird Ho Chi Minh hier liebevoll genannt) ehemaligem Haus und Park wieder Eintritt, was wir auch bezahlen. Der anschliessende Museumsbesuch kostet wieder Eintritt und wir verzichten grosszügig darauf. Auf Paul's Wunsch wollen wir lieber noch ins Militärmuseum. Aber es ist schon 11h und das Museum schliesst von 11h30 bis 13h. Deshalb nutzen wir die Wartezeit und gehen beide zum Coiffeur und essen danach gleich neben dem Coiffeur einen Teller voll Nudeln mit Beef, sehr gut! Jetzt sind wir gestärkt und verbringen die zwei nächsten Stunden im Militärmuseum. Hier geht es natürlich nur darum der siegreichen und heldenhaften vietnamesischen Armee zu huldigen. Und obwohl das Museum sehr gut eingerichtet und fast alles auf Vietnamesisch, Englisch und Französisch angeschrieben ist, verstehen wir fast immer nur Bahnhof, wer gegen wen und warum gekämpft hat. Vietnam gegen Chinesen, Franzosen, Amerikaner, Kambodschaner??? Sehr schwierig zu verstehen, da bei uns ja fast nur der Vietnamkrieg gegen Amerika ein Thema ist.

Vom Museum laufen wir den ganzen langen Weg zurück und lassen in der „Taschenmacherstrasse“ den Reissverschluss an unserer neuen Fototasche reparieren und eine Naht am Rucksack nähen. Beides zusammen für umgerechnet 1.80 SFr. Weil heute unser letzter Abend in Vietnam ist, gönnen wir uns im Restaurant „Gecko“, das sehr empfehlenswert ist, ein Beef Steak, Pommes Frites und Gemüse. Alles sehr gut! Danach verbringen wir unsere letzte vietnamesische Nacht in unserem Zimmer, das eigentlich gar nicht sooo schlecht ist. Es tropft uns nur hie und da durch einen Riss in der Decke, Wasser auf die Köpfe. Es hat sich schon ein kleiner Stalagtit gebildet.

Donnerstag, 25.April 2013: Hanoi – Krabi

Wir haben beide fast nicht geschlafen. Um 5h30 ist bereits Tagwache. Das Taxi das für 6h00 bestellt war, wartet schon um 5h45 auf uns. Zum Flugplatz sind es etwa 35 km . Hanoi hat etwa 6 Millionen Einwohner und 3 Millionen Töffs. Zum Glück sind die noch nicht alle unterwegs, aber es hat schon regen Verkehr und in etwa einer Stunde ist das Verkehrschaos perfekt.

Am Flugplatz essen wir Frühstück. Paul wollte ja in Vietnam unbedingt einmal Hund essen. Aber er hat es dann doch nicht über's Herz gebracht und deshalb isst er jetzt hier einen „Hot Dog“ zum Frühstück! Mit „Air Asia“ fliegen wir in zwei Stunden von Hanoi nach Bangkok und von hier, auch wieder mit „Air Asia“ nochmals in 1 Std. und 15 Minuten nach Krabi. Per Taxi geht es zur Krabi Boat Lagoon Marina, wo wir um 16h30 eintreffen. Es regnet in Strömen!!! Wir passen eine Regenlücke ab und spurten „nach Hause“, auf die MABUHAY. Sie liegt entgegen jeder Abmachung mit Choo, dem Marina-Manager, immer noch im Wasser. Er hatte uns hoch und heilig versprochen sie während unserer Abwesenheit aus dem Wasser zu nehmen und auf's Trockene zu stellen. Wir sind müde und enttäuscht, dass man sich auf niemanden mehr verlassen kann!

Aber, unsere 25-tägige Kambodscha-Vietnamreise war toll! Wir haben sehr viele nette Leute, aber auch weniger nette Leute (money, money, money!!!!...) getroffen. In allen Bussen waren wir immer die ältesten Grufties, aber das hat uns überhaupt nicht gestört. Wir hatten sehr oft interessante Gespräche mit jungen Leuten, Backpackern, Rucksacktouristen aus aller Welt.

Auf jeden Fall waren Kambodscha und Vietnam für uns eine Reise wert.

Montag, 29.April 2013: Heute, abends um 17h wird die MABUHAY endlich auf den Platz gestellt, der gestern in aller Eile noch betoniert wurde. Oh Mann, bin ich genervt und nervös! Morgen um 9h werden wir per Taxi abgeholt und zum Flugplatz chauffiert. Wir fliegen von Krabi (mit der TIGER Air nach Singapur und von dort mit der AIR FRANCE via Paris nach Basel, wo wir am 1.Mai landen werden.

Wir freuen uns mächtig auf Familie, Freunde und die Schweiz!

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