Laos: Pak Beng (Laos) -nach Luang Prabang, 19.11. - 21.11.2013
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Dienstag, 19.November 2013: Pak Beng – Luang Prabang

Es schüttet in Strömen. Nein, damit haben wir echt nicht gerechnet! Gestern Abend hatte uns der Guest House Chef versprochen, dass wir heute morgen um 7h beim Frühstück sehen könnten, wie die Elefanten am gegenüber liegenden Ufer baden. Pahhh, denkste, kein einziger von den Dickhäutern lässt sich blicken. Um 8h soll das Schiff abfahren. Um 9h40 legen wir ab nach Luang Prabang. Es regnet immer noch heftig, es ist unangenehm und kalt. Alle ziehen Pullis und Jacken an. Trotzdem frieren wir erbärmlich (ich natürlich wieder besonders!). Paul sitzt ein Weilchen neben dem Schiffsführer vorne und passt auf, dass der alles richtig macht. Das scheint gar nicht so einfach, zwischen all den Felsen und Untiefen hindurch zu navigieren. Nach 6½ Stunden Slowboatfahrt kommen wir um 16h10 in Luang Prabang an. Es regnet zum Glück nicht mehr. Wir müssen einen steilen Hang hinauf klettern und dann per TukTuk ganz weit in die Stadt fahren. Wir finden im Guest House „SokDee“ für 70'000 Kip (etwa 8 Sfr.) ein Zimmer in der Altstadt. Das Abendessen nehmen wir bei einer Strassenküche ein: Gemüse, Huhn mit Cashewnuss, kein Reis, alles sehr gut. Wir treffen den Italiener Piero mit zwei anderen Italienerinnen und später Tina und Many aus Wien. Die waren alle mit uns auf dem Schiff. Mit den Wienern trinken wir noch ein Bier. In unserem Zimmer im Guest House fühlen wir uns nicht so richtig wohl. Es ist schmuddelig und es hat überall Spinnweben. Morgen werden wir uns was anderes suchen.

Luang Prabang ist die Hauptstadt der Provinz Luang Prabang im bergigen Norden von Laos. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 50'000. Bis zur Abschaffung der Monarchie in Laos 1975 war es die Königsstadt.

Das historische Zentrum der Stadt liegt auf einer Halbinsel zwischen Mekong und seinem Nebenfluss Nam Khan auf rund 300 Meter Höhe. Sie ist ein Handelszentrum für Reis, Kautschuk und Teakholz. Ausserdem werden handwerkliche Produkte wie Holzarbeiten, Textilien, Papier hergestellt. Luang Prabang ist Sitz einer Universität.

 

Geschichte: Laos geriet ins Fadenkreuz der machtpolitischen Rivalität zwischen Frankreich und England. Frankreich hoffte, den Mekong flussaufwärts fahrend, nach Südchina gelangen zu können, doch erwies sich der Mekong als nicht durchgängig schiffbar. Dennoch waren die Franzosen an einer politischen Kontrolle von Laos als strategischer Absicherung ihrer Kolonie Vietnam interessiert. Geschickt taktierend nutzte Frankreich die Bedrängnis, in der sich die Laoten angesichts der Überfälle durch chinesische Banden 1887 befanden und erklärte die Region von Luang Prabang kurzerhand zum Protektorat ihrer Kolonie. Von wirtschaftlicher Bedeutung war Laos für Frankreich, ganz im Gegensatz zu Vietnam, jedoch nicht. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Laos und damit auch Luang Prabang stark von kulturellen und architektonischen Einflüssen der Kolonialmacht Frankreich geprägt. Noch vor der verheerenden Niederlage Frankreichs bei Điện Biên Phủ 1954 wurde Laos 1953 die politische Unabhängigkeit gewährt.

 

Indochina-Krieg von 1962 bis 1975: Trotz der Internationalen Laos-Konferenz in Genf 1962, auf der dem Land die Neutralität zugestanden wurde, erfolgte im Indochina-Krieg der militärische Nachschub für den Vietcong in Südvietnam auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad über laotisches Territorium. Schwere Bombardierungen seitens der US-Luftwaffe waren die Folge. Die Stadt Luang Prabang blieb von den Kampfhandlungen weitgehend verschont, obwohl sich Einheiten der kommunistischen Pathet Lao-Organisation nördlich der Stadt im Gebiet der Pak-Ou-Höhlen verschanzt hatten. 1975 eroberten kommunistische Einheiten die Stadt.

 

Der letzte laotische König Sisavang Vatthana, der bis 1975 in Luang Prabang residiert hatte, wurde mit seiner Frau und dem Kronprinzen in ein politisches Umerziehungslager deportiert. Dort kam die Königsfamilie – vermutlich 1984 – aus bislang ungeklärten Umständen ums Leben. Mit der Machtübernahme der Pathet Lao kam es auch in Luang Prabang zum Exodus regimefeindlicher Laoten, landesweit flohen rund 300.000 Menschen. Die Stadt Luang Prabang fiel in einen „Dornröschen-Schlaf“.

 

Seit der wirtschaftlichen Liberalisierung, insbesondere der Privatisierung des Tourismus 1991, wird die kulturhistorische Bedeutung von Luang Prabang erkannt und verstärkt vermarktet. 1995 wurde Luang Prabang zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. 32 buddhistische Klöster sowie die gesamte französische Kolonialarchitektur in der Stadt wurden unter Denkmalschutz gestellt und werden seitdem restauriert. Eine restriktive Stadtplanung soll zudem Verstösse gegen den kunsthistorisch einzigartigen Charakter des Stadtzentrums verhindern.

Mittwoch, 20.November 2013: Luang Prabang, ganzer Tag bewölkt

In der Nacht regnet es. Wir schlafen bis um 9h. Dann frühstücken wir und suchen ein anderes Zimmer. Wir finden eines direkt am Mekong, im BOUNGNA SOUK Guest House, für 60'000 Kip (etwa 6.60 Sfr.). Hier fühlen wir uns sehr viel wohler, es ist sauber und gemütlich. Wir spazieren zum Tourismusbüro um einen Stadtplan zu holen. Treffen unterwegs auf Nerea und Pavel.

....Berg Phousi (130 Meter Höhe, 328 Stufen), topographischer Akzent und spirituelles Zentrum gegenüber dem Königspalast mit herrlicher Aussicht auf das Stadtgebiet, den Mekong sowie die bewaldete Berglandschaft der Umgebung.

Wir wollen auf den Pousi Hill um dort oben einen Tempel und einen schlafenden Buddha zu sehen. Es geht über viele Treppen den Berg hinauf und als wir schnaufend oben sind, heisst es 20'000 Kip (ca. 2.20 Sfr.) Eintritt pro Person zu bezahlen. Nein Danke, soviel ist der schlafende Buddha uns nicht wert. Wir laufen ein wenig planlos herum und Paul isst dabei 300gr Glacé. Nun laufen wir von hinten den Hügel hinauf und sehen einen Fussabdruck von Buddha. Aber zum schlafenden Buddha heisst es wieder 20'000 Kip. Wieder nein Danke!

Am Ende der Mekong-Halbinsel liegt der wichtigste Tempel, der Wat Xieng Thong. Den will ich besuchen. Auch die wollen von mir 20'000 Kip Eintritt haben. Aber; siehe oben, nein Danke! In Luang Prabang hat es überall sehr viele, sehr junge Mönchlein, (ab vielleicht 10 Jahre alt) in ihren orangen Gewändern.

Jetzt laufen wir um die ganze Halbinsel und trinken für die gesparten 40'000 Kip superguten Iced Coffee, direkt am Ufer des Mekong. Zurück im Zimmer wird geduscht und schon wieder geht es raus zum Night Market.

Nachtmarkt am Fuße des Phousi-Berges: in der Thanon Sisavangvong, der Hauptstrasse der Altstadt, werden täglich zwischen dem Königspalast und der Querstrasse Thanon Setthathirat ab 18 Uhr von Hand gefertigte Textilien, Souvenirs und Lebensmittel angeboten. Viele der Händlerinnen gehören dem Volk der Hmong an, die für ihre qualitativ hochwertigen Web-, Stickerei- und Näharbeiten bekannt sind. Auch ohne Kaufabsichten ist der Nachtmarkt, der gegen 22 Uhr endet, einen stimmungsvollen Spaziergang wert.

Später treffen wir Tina und Many zum Abendessen und quatschen. Paul will unbedingt eine laotische Nudelsuppe essen und ich ein Laap. Laap ist eine typisch laotische Speise mit Hackfleisch von Huhn, Schwein oder Rind und Gemüse. Alles sehr gut!

Donnerstag, 21.November 2013: Luang Prabang, schön sonnig

Wir frühstücken am Mekong. Danach kaufen wir in einem Reisebüro das Busticket für Morgen. Um 11h treffen wir uns mit Tina und Many.

Tat-Se-Wasserfall – der kleinere, aber weiterläufigere und nähergelegene Wasserfall der Umgebung. Ideal zum Schwimmen und für einen kleinen Spaziergang durch den Urwald.

Gemeinsam mit Tina und Many fahren wir um 11h30 per TukTuk zum Tat Se Wasserfall, etwa 23 km ausserhalb von Luang Prabang. Mit einem kleinen Boot werden wir über den Fluss zum Wasserfall gebracht (10'000 Kip/Pers./ca. 1.10 Sfr.). Touristenelefanten baden mit ihren Touris im wunderschönen grünen Wasser. Eintritt Wasserfall: 15'000Kip (ca. 1.70 Sfr.). Wir laufen ein Stück dem Wasserfall entlang aufwärts. Überall hat es wunderschöne Schmetterlinge. Hier ist es sehr, sehr schön! Tina ist die Einzige von uns, die ein kühlendes Bad nimmt. Um 15h sind wir zurück in Luang Prabang und essen mit Tina und Many am Mekong feine „Frühlingsrollen“. Danach verabschieden die beiden sich von uns. Sie fahren heute mit dem Nachtbus nach Vientiane. Wir holen unsere Wäsche ab, die wir heute morgen an der Strasse zum Trocknen aufgehängt gesehen haben. Abendessen am Mekong. Wir essen Pouletflügeli, Gemüse, kein Reis. Dies gibt ein grosses Problem, weil die Besitzerin des Restaurants nicht ausrechnen kann, wie viel das Essen ohne Reis kostet. Zum Dessert nehmen wir einen obergrausigen Iced Coffee. Aber das war trotzdem ein sehr schöner Tag!

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