Mittwoch, 22.Januar 2014: Telaga – Pulau Intan Besar, sonnig, sehr viel weniger Wind, 8,4 sm
Von etwa 03h bis gegen 07h fegen wieder zünftige Windböen über uns hinweg, aber die Situation hat sich doch sehr beruhigt, so dass wir heute endlich von hier weg fahren wollen.
Um 13h30 verlassen wir Telaga und können wunderbar segeln, wie schon lange nicht mehr. Zwar ist die Strecke bis zu unserem nächsten Ankerplatz nur kurz, etwa 15,6 km, aber immerhin, wir segeln. Um 15h20 ankern wir im Schutze von Pulau (heisst Insel) Intan Besar (besar heisst gross) (unbewohnt). Wir sind ganz alleine und geniessen ein herrliches Bad im Meer. Hie und da brettern ein paar Jetskis vorbei aber sonst ist es wunderschön hier. Wir beobachten ein Adlerpaar, das auf einem Baum auf dem Hügel direkt vor uns, abwechselnd in einem Nest sitzt.
Die Gattung der Seeadler umfasst ausnahmslos grosse bis sehr grosse Arten. Die kleinste Art ist der Madagaskarseeadler mit einer Länge von 60–66 cm und einer Spannweite von 1,60 bis 1,80 m und einem Gewicht von 2,2 bis 3,5 kg, die grösste Art ist der Riesenseeadler mit einer Länge von 85–105 cm, einer Spannweite bis 2,90 m und einem Gewicht von 4,9 bis 9,0 kg.
Gemeinsame Merkmale der Gattung sind die sehr breiten, (mit Ausnahme des Riesenseeadlers) brettförmigen Flügel, ein relativ kurzer, oft keilförmiger Schwanz, der meist sehr grosse und kräftige Schnabel. Bei fast allen Arten ist der Schwanz zu grossen Teilen oder vollständig weiss. Bei allen Arten sind die Jungvögel deutlich anders als die adulten Adler gefärbt, das vollständige adulte Federkleid wird erst nach mehreren Jahren erworben.
Fast alle Arten der Gattung zeigen eine enge Bindung an grössere Gewässer. Die grosse Flügelfläche, die die Nutzung auch geringer Aufwinde ermöglicht, wird als Anpassung an die geringe Thermik über offenem Wasser interpretiert. Die Nahrung besteht entsprechend dem Lebensraum vor allem aus Fischen und Wasservögeln, Säuger und Reptilien werden nur lokal häufiger erbeutet. Soweit bekannt, wird Aas von allen Arten regelmässig aufgenommen. Viele Arten betätigen sich als Nesträuber, insbesondere die kleineren Arten parasitieren auch häufig bei anderen Vogelarten.
Alle Vertreter der Gattung bauen grosse voluminöse Nester (Horste) auf Bäumen oder auf Felsen, ausnahmsweise auch auf dem Boden. Soweit bekannt, findet nur eine Brut im Jahr statt. Die Gelegegrösse liegt bei 1-4 Eiern. Die Nestlinge sind untereinander wenig aggressiv, Kainismus kommt nur gelegentlich vor.
Gegen Abend kommt ein kleines Fischerboot, die 3 Personen ankern in der Nähe des Ufers und legen ein Netz aus. Es gibt einen sehr schönen Sonnenuntergang und als es dunkel ist, hören wir kurz die Affen im Wald herum rumoren, bis auch dort Stille einkehrt.
Donnerstag, 23.Januar 2014: Pulau Intan Besar, sonnig
Die Fischer haben die Nacht hier verbracht. Am Morgen suchen sie am Strand noch nach Schnecken oder Krebsen und fahren dann davon. Paul wechselt, mit meiner Assistenz, den Filter am Wassermacher.
Beim Frühstück schauen wir zu, wie die Affen auf den Felsen am Ufer herumturnen.
Am Nachmittag kommt ein grosses Fischerschiff und ankert in unserer Nähe. Ein Fischer ruft herüber, ob wir Fisch kaufen wollen, aber wir wollen nicht.
Ein Segler ankert in der Bucht. Wir steigen in unser Dinghy und fahren zur Insel Inta Kecil (kecil heisst klein)(unbewohnt). Hier klettern wir (wie die Affen) auf den schwarzen Schieferfelsen herum und baden anschliessend im Meer, beim wunderschönen, weissen Sandsträndlein. Ahhh..., schööön! Am Abend kommen die Touristenboote vorbei, um den Sonnenuntergang anzustaunen. Aber, Pech gehabt, heute gibt es gar keinen! Dafür später einen herrlich schönen Sternenhimmel.
Freitag, 24.Januar 2014: Pulau Intan Besar, sonnig,
Der Fischer und der Segler sind verschwunden. Wir sind wieder ganz alleine, bis wieder die von uns ungeliebten Jetskifahrer den Frieden in dieser idyllischen Bucht stören.
Am Nachmittag fahren wir per Dinghy zur Insel Beras Basah (unbewohnt). Hier machen wir einen langen Strandspaziergang, baden im Meer und kehren zur MABUHAY zurück.
Und heute haben wir richtiges Glück! Gegen Abend sehen wir drei mächtige Hornvögel vorbeifliegen, Wow, haben die riesige gelbe Schnäbel!
Die Nashornvögel, manchmal auch Hornvögel genannt, sind eine Familie der Vögel, die in den Tropen Asiens und Afrikas beheimatet ist. Zu den Nashornvögeln gehören über 50 Arten. Vier Arten sind stark vom Aussterben bedroht.
Namensgebend ist der grosse, meist gebogene Schnabel, der einen wulstigen Aufsatz besitzt. Dieses „Horn“ ist meist hohl oder besteht aus lockerem Knochengewebe, nur bei dem Schildschnabel ist dieses Horn massiv. An Kopf und Hals finden sich nackte, auffallend gefärbte Hautteile. Weitere Charakteristika sind der langgestreckte Körper, ein langer Hals sowie kurze und breite Flügel. Der lange Schwanz trägt zehn Schwanzfedern.
Alle Nashornvögel nisten in Baumhöhlen. Das Weibchen wird bis auf ein kleines Loch „eingemauert“, wodurch die Nachkommen zwar weitestgehend vor Nesträubern geschützt sind, allerdings das Männchen bis zum Flüggewerden der Jungen allein für die Nahrungsversorgung zuständig ist. Das Weibchen legt zumeist zwei Eier und brütet einen Monat. Die Jungen brauchen weitere 65–73 Tage bis zum Flüggewerden.
Samstag, 25.Januar 2014: Pulau Intan Besar - Kuah, 9.4 sm, sonnig
Um 8h30, noch vor dem Frühstück, schneiden wir uns schon gegenseitig die Haare. Später wird es viel zu heiss dazu. Beim anschliessenden Bad im Meer müssen wir aufpassen, es hat Quallen.
Und auf den Felsen am Ufer tummeln sich ganz viele Affen.
Am Nachmittag machen wir das Schiff klar und motoren (Wind auf die Nase) von 13h bis 15h nach Kuah. Kaum angekommen dreht der Wind auf West und wir hätten die 9,4 sm segeln können....
Nach dem wir sicher sind, dass der Anker gut hält, marschieren wir zum Fährengebäude. Wir möchten morgen Sonntag per Fähre nach Penang. Aber am Schalter teilt man uns mit, dass die beiden Fähren vom Sonntag schon ausgebucht sind. Also kaufen wir Tickets für Montag, 17h15.
Von hier laufen wir in die Stadt, vorbei am Tourismusbüro, wo ich mich wegen dem Chinesischen Neujahr, vom 31.1.14 am nächsten Freitag, erkundigen wollte. Aber das Büro ist leider geschlossen.
Im Chinesenladen für Ersatzteile machen wir einen Stopp, weil Paul Sikaflex und Schrauben braucht. Danach essen wir im Restaurant „Domino“ zu Abend. Paul eine sehr gute Nudelsuppe mit Huhn (ohne Koriander) und ich ein Pouletschnitzel mit Pommes und ganz wenig Gemüse.
Sonntag, 26.Januar 2014: Kuah, sehr sonnig
Paul rumort den ganzen Morgen auf dem Vorschiff herum. Er muss mit Sikaflex eine Scheibe abdichten, wo es bei starkem Regen immer wieder reintropft. Er flucht ziemlich, weil das Sikaflex überall klebt, nur da nicht, wo es sollte und nach dem Mittag stellt er fest, dass das Zeug blasen wirft........
Ich beantworte in paar längst fällige Mails. In den letzten Tagen, auf den einsamen Inseln, hatten wir keine Internetverbindung.
Montag, 27.Januar 2014: Kuah, schön sonnig
Gegen 15 h machen wir uns auf den Weg zur Fähre. Unterwegs müssen wir noch schnell ein paar Ringgit auf unser Telefon aufladen, weil sonst unser ganzes Guthaben morgen verfällt. Und weil wir noch viel zu früh dran sind, gibt es beim Starbuckskaffee noch einen (nicht besonders guten) Iced Coffee. Mit 10 Minuten Verspätung startet die Schnellfähre um 17h25 südwärts nach Penang.
In der Fähre hat es sehr viele, sehr junge tief schwarz verschleierte Frauen. Man sieht nur knapp ihre riesigen, kohlschwarzen, rätselhaften Augen. Alle haben einen jungen Mann (die allermeisten
mit kurzem Bart) dabei, der sie fürsorglich an der Hand führt. Aber einen grossen Vorteil haben die Frauen schon, sie frieren nämlich in dieser eisgekühlten Fähre ganz bestimmt nicht. Im Gegensatz zu uns „normalen“ Touristinnen, mit unseren Shorts und T-Shirts. Wobei man allerdings erwähnen muss, dass einige Touris wirklich knappe Spaghettiträger-Tops und bikinigrosse Shorts tragen. Mann, was für Gegensätze....
Nach 2 Stunden 50 Minuten steigen wir ziemlich unterkühlt auf der Insel Penang aus. Wir sind froh, an die warme Luft zu dürfen. Inzwischen ist es 20h15. Per Taxi fahren wir in 5 Minuten zum Hotel Waldorf, sehr gut und zentral gelegen. Dieses Hotel wurde uns von Antje und Holger empfohlen. Sie haben auch hier übernachtet. Das Zimmer kostet pro Nacht für 2 Personen 70 Ringgit (ca. 21 Sfr.), ohne Frühstück. Das Abendessen nehmen wir im „Red Garden Food Court“ ein, genau über die Strasse gegenüber vom Hotel. Hier hat es ungefähr 50 verschiedene Fressbuden, alle in einem Hof. Auf einer Bühne wird gesungen und schöne Musik gemacht, genau richtig für uns ältere Jahrgänge. Das Essen ist gut und die Stimmung schön und gemütlich. Das Schlafen danach ist ziemlich schwierig. Irgendwo in der Nähe wird gefeiert. Im Zimmer ist es ohne Ventilator zu heiss und mit Ventilator zu kalt.....
Dienstag, 28.Januar 2014: Penang
Wir frühstücken bei einer indischen Küche, mmm..., die haben guten Iced Coffee! Um 9h30 geben wir einem indischen Agenten, der zu uns ins Hotel kommt, unsere Pässe, je zwei Fotos, je 2 Mal unterschreiben, je 160 Ringgit (etwa 45Sfr.) bezahlen, fertig. Die Antragsformulare für die Thailändischen Visa füllt der Inder selber für uns aus, geht damit zur Thai-Botschaft und bringt uns um 16h die Pässe mit den eingestempelten Visa zurück. Das ist sehr bequem, vor allem weil die Thai-Botschaft ziemlich weit ausserhalb des Stadtzentrums liegt. Das Visum gilt für 2 Monate und ist um 1 Monat verlängerbar.
Paul hat unseren defekten Tourenzähler wieder ausgebaut und als Muster mitgenommen. Wir laufen den ganzen Tag durch die Stadt und fragen überall herum, wo wir so einen Tourenzähler finden könnten. Die Leute sind sehr hilfsbereit, aber fündig werden wir trotzdem nicht. Als wir bei der letzten Adresse ankommen, die man uns genannt hat, schickt man uns zurück an die 1. Adresse, wo wir schon waren. Also alles wieder zu Fuss zurück zur Firma Raymarine, und es ist sehr heisssss! Der junge Mann dort gibt sich wirklich alle Mühe, uns zu helfen. Er telefoniert hierhin und dorthin und klärt ab. Am Schluss schliesst er einfach seinen Laden ab, packt uns in sein Auto und fährt uns zu einer Werkstatt, wo es evt. so ein Teil haben könnte, oder wo man sonst unseres prüfen und reparieren könnte. Aber in dem Electronikladen haben sie im Moment gerade Stromausfall, also kann nichts geprüft werden. Und später haben sie keine Zeit, weil der Laden für eine Woche geschlossen hat, wegen dem Chinesischen Neujahrsfest. Also wieder nix! Wir danken dem Raymarine-Mann und bleiben gleich in diesem Viertel. Beim 65-stöckigen, zylindrischen Komtar Hochhaus, wo lauter Verwaltungsbüros der Stadt untergebracht sind, essen wir zu Mittag. Danach schlendern wir durch die riesige Shopping Mall, ohne etwas zu kaufen. Im Restaurant „Edelweiss“ des Schweizers Urs Capol (ein Bündner aus Langnau am Albis) trinken wir Muskatnuss- und Orangensaft und plaudern mit der indischen Frau von Urs. Urs ist nicht da, er ist im Moment in der Schweiz.
Abendessen wieder im „Red Garden“. Wir sind heute viel zu viel gelaufen, sind total kaputt und halten heute nicht lange durch.... Es sieht nach Regen aus, komplett schwarzer Himmel. Aber es wird nichts daraus, die Wolken lösen sich wieder auf.












































