Samstag, 12. April 2014: Nai Harn – Ao Chalong, 7sm, sonnig und sehr heiss
In der Nacht hat sich ein frecher Vogel auf die erste Saling (Querstrebe am Mast) gesetzt und hat uns das ganze Vordeck total versaut. Ein Teil der Bescherung ist sogar durch das offene Küchenfenster auf dem Kochherd gelandet !!! Oh je, ist das eine Schweinerei!
Die drei Schnorchler sind wieder bei den Fischen. Paul hat keine Badehose mehr! Der gestrige starke Wind hat sie vermutlich ins Meer gefegt, weil er sie nie mit Wäscheklammern festmacht. Heute muss er seine uralte zerschlissene Badehose hervorkramen, damit er schnorcheln gehen kann!
Die Schnorchler kommen zurück und nachdem das Vordeck geschrubbt ist, verlassen wir die Bucht von Nai Harn. Nach zwei Stunden motoren sind wir in Ao Chalong.
Paul, Marcus und Jessi gehen im Dinghy fischen. Sie kommen ohne Fisch zurück.
Gegen 16h laufen wir in die Stadt. Zuerst müssen wir bei der Australien Bar einen Pipistopp einschalten. Bei den Toiletten rennen drei Ratten davon.... Erstaunlicherweise erschreckt sich Jessi dabei nicht besonders!
Nun laufen wir zum Nachtmarkt. Hier gibt es wieder viel zu sehen, zu riechen und zu bestaunen. Heute ist sogar der Stand mit den Maden, Kakerlaken, Heuschrecken und sonstigen Käfern wieder da. Schade, jetzt habe ich gerade keinen Hunger, sonst hätte ich bestimmt ein paar davon zum Apéro geknabbert. Von hier laufen wir zum Israelischen Restaurant „The Family“ um etwas zu trinken und über die vielen verschiedenen Sprüche und Fotos von den Stars bei den Toiletten zu staunen.
Aber jetzt freuen wir uns auf das Abendessen im Restaurant „Anchor Inn“. Wir werden von einem LadyBoy bedient. Paul und ich nehmen „Mamma Phat“ (Nudeln mit Huhn, Gemüse und Ei). Marcus und Jessi nehmen zusammen ein 4-Gang-Menu für 2 Personen (zusammen 350 Bath = 9.45 Sfr.). Es gibt eine mit Schwein und Gemüse gefüllte Thai Omelette, würzige Kokosmilchsuppe mit Huhn und Gemüse, gebratenes, gemischtes süss-saures Gemüse, gebratenes Huhn mit Cashewnüssen und Gemüse, dazu Reis. Super, alles sehr gut und reichlich. Da gehen wir morgen nochmals hin! Jessi isst mit Stäbchen und beobachtet die Geckos an der Wand.
Auf dem Rückweg sind wir froh, dass wir die MABUHAY im Dunkeln wieder finden.
12.04.2014 - Millionen Thais sind unterwegs zu ihren Familien
THAILAND: Gestern begann die Völkerwanderung zu Songkran. Millionen Thais besuchen ihre Familie, nehmen überfüllte Busse und Züge sowie kilometerlange Verkehrsstaus in Kauf. Wer es einrichten kann, möchte das thailändische Neujahrsfest zu Hause mit Grosseltern, Eltern und Geschwistern verbringen. Und wie jedes Jahr, werden die Festtage von einer erschreckenden Verkehrsbilanz überschattet. Trotz verstärkter Kontrollen der Polizei und deren Appell, beim Fahren auf Alkohol zu verzichten und die Geschwindigkeit zu drosseln, werden auch dieses Mal wieder Hunderte Menschen ihr Leben lassen. Während der Feiertage melden Behörden täglich 40 bis 50 Verkehrstote, „normal“ sind etwa 30. Die sogenannten gefährlichen sieben Tage mit einem hohen Unfallrisiko sind vom 11. bis 17. April.
Sonntag, 13. April 2014: Ao Chalong, sonnig bis teilweise bewölkt, aber sehr heiss
Heute ist Songkran, das Thailändische Neujahrsfest. Den Morgen lassen wir gemütlich angehen. Ich mache ein Brot, der Rest der Crew geht wieder fischen. Sie kommen ohne Fisch zurück.
Songkran ist das traditionelle Neujahrsfest nach dem thailändischen Mondkalender. Es ist heute auf den 13. bis 15. April datiert. Früher hatte es kein festes Datum und fand ursprünglich zur Frühlingstagundnachtgleiche statt (zwischen 19. und 21. März), ist dann aber wegen Vernachlässigung der Präzession zum heutigen Termin gewandert. Im Unterschied zum heutigen Neujahrsfest des Gregorianischen Kalenders setzt das thailändische Neujahrsfest die Monatszählung nicht wieder auf eins zurück. Diese beginnt immer Ende November, Anfang Dezember. Das Songkran findet also etwa im vierten oder fünften Monat des thailändischen Kalenders statt.
Das Wort „Songkran“ stammt aus dem Sanskrit und bezeichnet den Übergang der Sonne von einem Tierkreiszeichen zum nächsten.
Am Abend des 12. April werden Häuser und Wohnungen geputzt. Morgens am 13. April begeben sich die Familien in die Wats (Tempel) und opfern dort Reis, Früchte und andere Speisen. Anschliessend werden am Nachmittag die dortigen Buddha-Figuren und der Vorsteher des Wat „gebadet“, indem sie mit Wasser begossen werden. In vielen Städten, werden dann die Buddha-Statuen in einem Umzug durch die Stadt gefahren, um anderen Gläubigen die Gelegenheit zu geben, die Statuen ebenfalls mit Wasser zu begiessen.
Junge Leute besuchen Familienmitglieder der älteren Generation, um ihnen Respekt zu erweisen, indem kleine Mengen von Wasser über ihre Hände gegossen werden. Das Wasser wurde vorher mit Jasmin-Blüten versetzt, um es wohlriechend zu machen.
Die Gläubigen tragen kleine Mengen von Sand in die Tempel, um ihn dort im Vorhof zu chedi-artigen Pyramiden aufzuhäufen. Die Sand-Chedis werden oft mit bunten Fähnchen dekoriert. Der Sand soll den Staub wieder an den Ursprungsort zurückbringen, den die Gläubigen im Laufe des Jahres an ihren Schuhen haftend von dort weggetragen haben.
Generell gesehen ist Songkran die Zeit der Säuberung und Erneuerung. Viele Thais unterziehen aus diesem Anlass ihre Wohnungen einer General-Reinigung.
Die rituellen Waschungen haben sich im Laufe der Geschichte dahingehend entwickelt, dass zu Songkran sich alle Personen gegenseitig mit Wasser übergiessen. Dieser Brauch, der bereits vor dem eigentlichen Fest beginnt und auch über es hinausgeht, wird vor allem in grösseren Städten exzessiv betrieben, auch als unbeteiligter Tourist kann man leicht nass werden. Es entstehen auf den Strassen spontan regelrechte Umzüge von offenen Wagen, auf denen die Feiernden gefüllte Wassertonnen (häufig auch mit Eisblöcken) transportieren, um Wasserpistolen, Eimer und Flaschen immer wieder nachzufüllen. Ausserdem wird man mit (Baby-)Puder oder Talcum bestäubt, bzw. im Gesicht damit bemalt.
Um 13h30 sind wir an Land und werden sofort von allen Seiten mit Wasser aus Eimern und riesigen Spritzpistolen begossen und bespritzt. Im Nu sind wir alle bis auf die Unterhosen nass. Das wäre ja nicht weiter schlimm, aber dass die Rucksäcke dabei auch nass werden, ärgert schon ein bisschen.
Im Gesicht werden wir mit Puder beschmiert. Wir nehmen ein TukTuk. Der Fahrer ist ein 14 bis knapp 16-jähriges Jüngelchen. Er sagt uns, zum Wat Chalong und zum Big Buddha koste es 700 Bath (ca. 20 Sfr.). Zuerst besuchen wir die Tempelanlage Wat Chalong, wo wir uns verschiedene Tempel und Schreine anschauen.
In einem Backsteinkamin werden viele (1500 bis 3500 Stück) Knaller an einem Strang abgefeuert.
Der Lärm ist ohrenbetäubend! Nach einem kühlenden Fruchtshake und eine Stunde später sitzen wir wieder in unserem Tuk Tuk und werden nochmals mit Wasser beschmissen. Unser Fahrer hat schon vergessen, dass wir ja noch zum Big Buddha auf dem Berg wollten. Er braust an der Abzweigung vorbei, aber Paul hat aufgepasst und merkt es. Er zeigt ihm den richtigen Weg. Den steilen Berg hinauf hat unser Fahrer alle Mühe mit der Gangschaltung. Er findet einfach nicht die richtigen Gänge. Der Motor heult und jammert in den höchsten Tönen und die Kupplung qualmt. Dazu braust er in einem Höllentempo um die Kurven, dass wir ernsthaft um unser Leben bangen! Paul klopft an die Trennscheibe und macht dem Rennfahrer Zeichen, langsamer zu fahren. Oben angekommen danken wir Buddha, dass wir gesund aussteigen dürfen. Nach einer halben Stunde haben wir die grosse, weisse Buddhastatue besichtigt und kehren zum TukTuk zurück. Unser Boy hat inzwischen gemerkt, dass 700 Bath zu wenig Geld für diese rasante Fahrt ist und dass sie jetzt 1000 Bath kostet (ca. 27 Sfr.).nachdem er von uns nochmals ermahnt wird, „anständig“ zu fahren, fährt er ohne Gang den Berg hinunter und steht auf der Bremse, bis sie glühen. Aber Gott sei Dank kommen wir gesund in Ao Chalong an und geben ihm gerne die 1000 Bath, ohne zu motzen.
Im TESCO kaufen wir Kakao und Eier ein und sitzen dann wieder klitschnass in einem Restaurant an der Strasse beim Frucht-Shake. Leider hat unser Stammrestaurant, das „Anchor Inn“ heute geschlossen, so wie viele andere auch. Nach langem Herumlaufen finden wir eine Strassenküche, wo wir 3 x gute Nudelsuppe mit Gemüse und Ente, 1 x Reis, und 6 x Süssgetränke für 250 Bath (keine 7.50 Sfr.) konsumieren. Jessi isst den Reis mit Stäbchen.





















































