Freitag, 23. Mai 2014: Nyaung Shwe am Inle-See, sonnig, abends kurz Regen
Beim Frühstück sind wir heute nicht besonders zufrieden. Der Tee in der Thermoskanne ist schwarz wie Kaffee und unheimlich bitter. Wer weiss wie lange der schon in der Kanne ist. Wir bitten freundlich um neuen Tee. Die erste Schwester sagt es einem Mädchen und spielt weiter an ihrem Handy herum. Das Mädchen knallt uns kurz darauf die gleiche Kanne mit vermutlich dem gleichen Tee wieder auf den Tisch. Wir reklamieren nochmals und sagen, der Tee sei zu stark für uns und wir könnten ihn nicht trinken. Die dritte Kanne, es ist immer die gleiche, ist nun ein wenig verdünnter und mit ganz viel Zucker einigermassen trinkbar. Die Chefin spielt immer noch mit ihrem Handy und wir sind ziemlich wütend. Wir wollten eigentlich hier in unserer Herberge zwei Velos mieten, aber Schwester Nr. 1 hat keinen Plan der Gegend und weil wir jetzt sauer sind, lassen wir es sein. Wir nehmen unsere Schmutzwäsche (die wir auch hier zum Waschen geben wollten) und laufen in den Ort. Auch heute sehen wir überall wieder Tomaten, Tomaten, Tomaten die verladen werden. Wir kaufen zwei Bustickets für morgen und mieten zwei Velos für den ganzen Tag (je 1.50 Sfr.). Danach bringen wir die Wäsche in eine Wäscherei. Der Mann begrüsst uns freundlich mit Mingalaba! (Grüezi, Hallo, Guten Tag) und Paul, mein Sprachgenie antwortet strahlend "Yes!". Am Ortsausgang flickt mein tüchtiger Mechaniker an beiden "Göppeln" die Gangschaltung, worauf die Fahrerei sofort besser geht. Nun strampeln wir etwa 1½ Stunden nach Main Thauk, zum Markt, der hier jeden 5.Tag stattfindet. Sehr bunt und sehenswert. Uns freut am meisten, dass wir hier endlich ein schönes Ochsengespann aus der Nähe sehen. Es ist sehr spannend zuzuschauen, wie die Marktfahrer ihre Waren an langen Stangen zurück zu ihren Booten tragen. Hier kehren wir um und fahren zum Weingut "Red Mountain". Genau um 12h kraxeln wir den Hügel hinauf. Aber der Schweiss lohnt sich. Draussen im Schatten essen wir eine Kleinigkeit und geniessen den wunderschönen Ausblick auf das Tal und den Inle-See. Anschliessend radeln wir quer durch die
Orschaft Nyaungshwe und machen eine sehr lange Tour durch die Reisfelder. Irgendwo sehen wir eine kleine Katze, die eine riesengrosse Ratte im Maul wegschleppt. Wir kehren erst um, als uns die Hintern weh tun, Paul Sonnenbrand an den Armen hat und dicke, schwarze Wolken drohend immer mehr zunehmen. Auf der Rückfahrt muss ich niesen und fahre neben die Strasse. Dabei habe ich grosses Glück dass ich nicht auf die grossen Steine falle, die hier für die neue Strasse bereit liegen. Weil das Bangladesch-Anti-Durchfallmittel "Imotil" bei mir so gut gewirkt hat, will ich noch mehr davon kaufen. Im Guesthouse in Hsipaw haben 10 Stück 500 Kyats (50 Rappen) gekostet. In einem kleinen Lädchen in Nyaungshwe will die alte Hexe für 10 Stück 3000 Kyats (3 Sfr.)! Auf dem Markt auf der heutigen Velotour 400 Kyats (40 Rappen) für 10 Stück und in einer Apotheke in Nyaung shwe auch 10 Stück 250 Kyats (25 Rappen) und die kaufen wir. Nachdem wir die Velos abgegeben haben, vergessen wir fast, die Wäsche abzuholen. Das Abendessen gibt es heute bei der Strassenküche am Nightmarkt. Wir freuen uns wie verrückt auf einen ganzen, saftigen Pouletschenkel vom Grill. Wir sind sehr enttäuscht, das Fleisch ist trocken und unglaublich zäh! Vermutlich wurde es mehrmals aufgewärmt. Aber der Hund unter dem Tisch freut sich über Paul's Spende! Wir sind kaum zurück im Guesthouse schüttet es gewaltig. Heute habe ich "es" getan! Ich habe keinen einzigen Buddha, kein Kloster oder keine Pagode fotografiert!
Samstag, 24. Mai 2014: Nyaungshwe am Inle-See - Kalaw, sonnig
Um 6h45 sollten wir beim Guesthouse abgeholt werden. Wir bezahlen das Zimmer und verzichten auf das Frühstück. Sollen doch die 4 Sisters ihren bitteren Tee selber sau..., äh, trinken! Keiner holt uns ab und wir machen uns um 7h10 zu Fuss mit den Rucksäcken auf dem Buckel auf den Weg. Überall werden wieder Tomaten verladen. Jetzt kommt uns das TukTuk, das uns abholen sollte, entgegen und bringt uns zum Busstopp. Nach etwa zwei Stunden wunderschöner Fahrt sind wir in Kalaw, 70'000 Einwohner auf 1316 m. Wir haben sofort im "Winner Hotel" ein sehr schönes Zimmer inklusive Frühstück für 20 US$. Und wir haben Glück, auch hier in Kalaw findet heute der 5-Tages-Markt statt, wo die Bergstämme ihre Ware verkaufen. Wir machen uns sofort auf den Weg und stürzen uns ins Marktgetümmel. Oh Mann, was für eine Welt! Nachdem wir den ganzen Markt angeschaut haben, setzen wir uns an einen gut überschaubaren Platz in einem Restaurant und trinken "Kaffee"(?). Ist das wirklich Kaffee? Dabei geniessen wir weiterhin das bunte Markttreiben. Das Mittagessen nehmen wir an der Hauptstrasse ein, auf einer Terasse mit sehr gutem Ausblick. Wir beobachten eine Baustelle gegenüber, wo etwa 25 Arbeiter, Frauen und Männer, wie die Ameisen fleissig arbeiten. Sie betonieren einen Boden. Der Beton wird von Hand angemacht. Zement, Sand und Wasser werden mit Schüsseln abgemessen. Der fertige Beton wird dann in Eimern von Hand zu Hand gereicht und über die Armierungseisen geschmissen. Wahnsinn! Unser Essen ist wieder mal köstlich: Tomatensalat mit ganz vielen Zwiebeln und Sesam, Tempura (Gemüse im Bierteig in Öl fritiert) und eine Portion Nudeln mit Chicken und Ei. Wir teilen alles, mmm...lecker! Und das alles gibt es für 3500Kyatts (3.50 Sfr.). Nach der Siesta machen wir einen langen Spaziergang auf einen Hügel mit Pagode und schauen uns die Stadt von oben an. Uns ist beiden nicht sehr wohl im Bauch, das feine Essen plagt uns. Wieder unten im Ort trinken wir zum ersten Mal einen "Mandalay Rum". Und der hilft, es geht uns beiden sofort besser. Zum Abendessen gibt es "nur" Gemüse/Nudelsuppe im "Everest Restaurant". Übrigens hat sich Paul's Anti-Koriander-Schreiben bis jetzt sehr gut bewährt. Es klappt immer, wenn er das zeigt. Er bekommt das Essen "ohne dieses Kraut".
Sonntag, 25. Mai 2014: Kalaw - Toungoo, sonnig, bewölkt, heftiges Gewitter
Es ist 8h, als Zinma, Paul und ich zur Trekkingtour aufbrechen. Die Wanderung dauert 5 Stunden reine Wanderzeit und ist 18 km lang.
Zinma ist unsere Führerin, sie ist 20 Jahre alt, hat eine jüngere Schwester, ihre Eltern gehören zum Stamm der "Danu" und sind Gemüsebauern. Sie bauen Kohl, Blumenkohl, Rüebli usw. an. Sie waren gestern hier in Kalaw auf dem 5-Tage-Markt. Zinma ist sehr nett und spricht ein einigermassen gut verständliches Englisch. Wir laufen durch eine hügelig, waldige schöne Gegend. Um 10h20 machen wir in einem "Danu"-Bergdorf einen Halt, im Hause eines verschrumpelten, aber sehr freundlichen Grossmütterleins. Sie ist 76 Jahre alt und hat 10 Kinder, die alle verheiratet sind. Hier sitzen wir in der "Stube" am Boden, Paul auf einem Reissack, und bekommen heissen Tee und feine Mangos dazu. Zinma kocht unterdessen in der "Küche" am Boden auf dem Holzfeuerlein eine gute Nudel/Gemüsesuppe mit einem Ei obendrauf. Mmm...sehr gut. Grossmütterchen sitzt an der Wand am Boden und schaut interessiert zu, wie wir essen. Sie strahlt! Es ist knapp 11h vorbei. Gegen Mittag laufen wir weiter. Das Grosi freut sich ungemein, über die 1000 Kyats, (ca. 1 Sfr.) die wir ihr schenken. Am Nachmittag geht es an tiptop sauber angepflanzten Blumenkohl- und Kohlfeldern vorbei. Überall wird fleissig in den Feldern gearbeitet. Am Himmel werden die Wolken immer schwärzer und bedrohlicher. Es blitzt und donnert und wir laufen immer schneller, aber wir verlieren den Wettlauf. Gegen 13h40 fängt es an zu schütten und innerhalb von Sekunden sind wir, trotz Plastikregenmänteln, total durchnässt. Wir sehen aus wie Schlammschweine! Ausserdem wird es nun gefährlich, weil der Weg aufgeweicht und rutschig ist. Wie geplant sind wir um 15h zurück beim "Winner Hotel". Es regnet nicht mehr. Zum Glück haben wir mit dem Hotel ausgemacht, das wir für 10 US$ mehr, das Zimmer bis um 17h behalten dürfen. Das ist toll, so können wir warm duschen. Überhaupt sind die Leute in diesem "Winner Hotel" sehr, sehr nett zu uns. Danach essen wir neben der Busstation noch einen Teller voll Nudeln, den wir uns teilen. Um 17h20, 10 Minuten zu früh, fährt unser Bus nach Toungoo. Da wir keine Tempel, Pagoden und Buddhas mehr sehen wollen, haben wir uns für Elefanten entschieden, die wir in Toungoo besuchen wollen. Unser Bus, der teuerste bis jetzt, 14'000 Kyats (ca. 14 Sfr.) pro Person ist der unbequemste, den wir je hatten. Wir haben zwar sehr gute Plätze vorne in der 2. Reihe, aber trotzdem sehr unbequem und eng. Der Bus ist vollgestopft mit Gemüse und Gepäck und im Mittelgang sitzen bis zuvorderst Passagiere auf Notsitzen. Paul träumt während der Fahrt von Cervelas und Häagen Dazs Glacé.... Es ist 23h50, also 6½ Stunden später, als wir in Toungoo ankommen. Beim Aussteigen werden wir hier wie von Hyänen überfallen. Die Leute warten so dicht vor dem Busausgang, dass wir kaum aussteigen können. Als wir endlich unser Gepäck haben, umringen uns etwa 7 Motorradfahrer, die uns alle in die Stadt fahren wollen, für 3000 Kyats pro Person (ca. 3 Sfr.). Paul veranstaltet um Mitternacht, mitten auf der Strasse, ein Riesentheater, bis er den Preis auf 1000 Kyats (etwa 1 Sfr.) pro Person heruntergehandelt hat. Ich rege mich fürchterlich auf, ich möchte doch einfach nur auf ein Bett sinken und schlafen....Um 0h15 sind wir im "Mother's House Hotel", in einem Zimmer für 15 US$, ohne Dusche/WC, das uns überhaupt nicht gefällt. Ich habe grosse Mühe einzuschlafen, ich bin viel zu verärgert.....










































































