Montag, 26. Mai 2014: Toungoo, sonnig, heiss
Am Morgen nehmen wir im gleichen Hotel ein anderes Zimmer. Das befindet sich in einem Bungalow und ist sehr schön, mit zwei riesigen Betten, Dusche, Bad, WC, Aircondition und Deckenventilator, 25 US$ für 2 Personen incl. Frühstück. Wir handeln für morgen einen Tagesausflug zu einem Elefantencamp aus, 100 US$ pro Person. Das ist zwar enorm viel Geld für hier, aber das wollen wir unbedingt machen! Dann laufen wir sehr weit bis zur KBZ-Bank, wir brauchen Geld! Aber die KBZ-Bank hat keinen Geldautomaten und auf die Kreditkarte rücken sie auch kein Geld raus. Aber auf den Schreibtischen liegen Berge von Banknoten, die grösste ist 5000 Kyats, also ungefähr 5 Sfr...., die alle von Hand gezählt werden! Von hier schickt man uns zur CB-Bank. Mit einer Rikscha fahren wir dort hin und bekommen problemlos Geld am Automaten. Zurück zum Hotel geht es wieder per Rikscha. Vermutlich sind wir die zwei einzigen weissen Touristen in dieser grossen Stadt! Nach der Siesta machen wir einen Riesenspaziergang aufs Land, weg von der Hauptstrasse. Da ist es uns einfach zu laut, zu staubig und zu heiss. Wir laufen so weit, dass wir fast den Rückweg nicht mehr finden, aber interessant ist es schon. Nach der Rückkehr ins Hotel findet Paul in unserem Bad einen Mitbewohner, einen Frosch. Wenn er nicht die ganze Nacht quakt, darf er bleiben! Abendessen im Hotel-Restaurant. Für Paul Gemüse und Huhn, ich süss/saures Huhn, sehr gut, aber eine Portion hätte für uns beide gereicht.
Dienstag, 27. Mai 2014: Toungoo, bewölkt, sonnig, heiss
Unser Frosch hat in der Nacht ein paar mal unverschämt laut gequakt! Um 5h50 fahren wir mit Aung und einem Chauffeur, in einem Toyota Kombi zum Elefantencamp. Aung, der für uns diesen Ausflug organisiert hat und uns begleitet, ist der Nachtwächter unseres Hotels. Er spricht ein fast unverständliches Englisch! Etwa 1 km (einen)(!!!) von unserem Hotel entfernt machen wir den Frühstückshalt. Wir dürften Reis und Nudeln bestellen, aber wir wollen nur Toast und Spiegelei. Dann tanken wir unterwegs 15 l Diesel à 970 Kyats (97 Rappen). Weiter geht es zur Polizei. Hier muss Aung melden, dass wir zu den Elefanten fahren und er muss die Erlaubnis erhalten. Dafür musste er Kopien von unseren Pässen machen. So, und nun geht es endlich los. Es ist 7h20. Auf der ganzen Fahrt wird ständig gehupt. Für Hühner, für Hunde, für Fussgänger, für Motorradfahrer, vor jeder Rechts- und jeder Linkskurve. Unterwegs sehen wir viele total abgeholzte Teakholzwälder. Kahlschlag!!! Es gibt keine "originalen" Teakholzbäume mehr, nur noch Teakholz-Plantagen. Es dauert 30 - 35 Jahre, bis so ein Baum "geerntet" werden kann. Um 8h40 sind wir im Elefantencamp in den Bago Yoma Bergen. Dies ist kein Elefantencamp, wo die Touristen zum Reiten herkommen, sondern es ist ein echtesArbeitscamp. Hier zeigt man uns zuerst das 8 Tage alte Elefantenbübchen, das noch keinen Namen hat. Jöhhh, ist das herzig!!!!! Die 18 Jahre alte Elefantenmama ist sichtlich stolz auf ihr erstes Kind. Elefanten tragen 22 Monate. 3 Monate vor der Geburt und 3 Monate nach der Geburt hat die Mutter Mutterschaftsurlaub. Das heisst, sie muss in dieser Zeit nicht im Wald arbeiten.
Von 9h bis 10h sitzen Paul und ich auf einem hölzernen Sitz, Rücken an Rücken, seitlich auf dem Buckel einer Elefantendame. Jetzt begleiten wir zwei grosse Elefanten und ihre Mahouds (Elefantenführer) einen steilen Abhang hinunter, in den Dschungel. Jedem Elefanten wird an Ketten ein schwerer Teakholzstamm angehängt. Mit sehr grosser Anstrengung wird nun der Stamm durch den Dschungel nach oben geschleppt. Zwischendurch muss der Elefant immer wieder stehenbleiben um zu verschnaufen. Der Mahoud ist sehr geduldig und lässt ihm Zeit. MannohMann, wir hätten nie gedacht, was das für eine Schwerstarbeit ist! Vor und hinter den Elefanten laufen drei oder vier Männer und hauen mit Macheten die gröbsten Hindernisse aus dem Weg. Die Mahouds sitzen im Genick des Elefanten und haben ihre Tiere sehr gut im Griff. Zweimal dürfen wir mit hinunter in den Dschungel und wieder hinauf. Am Schluss werden die Holzstämme mit dem Rüssel fein säuberlich hingelegt. Toll!! Wir dürfen den Elefanten ganz viele Bananen verfüttern, die sie mitsamt den Schalen gierig verschlingen. Leider verlassen wir das Camp gegen 11h schon wieder und essen im nahen kleinen Dorf super gut zu Mittag. Es gibt ein Fidelisüppchen, Kartoffeln mit Huhn, Gemüse mit Huhn, Schweinefleisch, Wildsau (mit der Armbrust im Dschungel geschossen!) und natürlich Reis dazu. Während wir essen, laufen Hühner im Restaurant frei herum. Während Aung und der Chauffeur ein wenig dösen, schauen Paul und ich uns das sehr bescheidene Schulhaus des Dorfes an. Um 12h treten wir den Rückweg an. Um die Mittagszeit sind die Dörfer wie ausgestorben, kein Mensch zu sehen. Alle sind im Schatten und halten die wohlverdiente Siesta. Zurück in Toungoo fahren wir direkt zum Bahnhof, um das Zugticket für morgen zu kaufen. Was für ein Bahnhof! So müssen Bahnhöfe vor etwa 100 Jahren ausgesehen haben.... Als wir wieder ins Auto einsteigen wollen, stellt Fachmann Paul am Auto einen Platten fest. Der Chauffeur hat es nicht bemerkt! Sofort fahren wir zu einer Werkstatt, wo wir in ein anderes Auto umsteigen müssen. Zum Hotel sind es noch fünf Minuten. Um 14h30 sind wir wieder in unserem Zimmer, wo drei Frauen am Putzen sind. Die drei fallen fast aus den Latschen und lachen sich kaputt, weil wir eine leere Mineralwasserflasche aus dem Rucksack nehmen und ihnen zum Entsorgen geben. Das ist man hier nicht gewöhnt, leere Flaschen schmeisst man doch einfach in die Landschaft...! Abendessen: zusammen eine Portion hot (scharf!) und saures Huhn. Diesmal ist die Portion für zwei zu knapp und wir bestellen noch eine Portion Pommes Frites. Danach sitzen wir noch lange gemütlich im Gärtchen vor unserem Bungalow. Schön!
Mittwoch, 28. Mai 2014: Toungoo - Yangon, sonnig, bewölkt
Diese Nacht hat unser Frosch nur etwa drei Mal gequakt. Viel schlimmer sind die etwa 30 frei herumlaufenden Hähne, die ab morgens 4h30 einen Höllenlärm veranstalten. Um 9h werden wir vom Taxi abgeholt, das Aung für uns organisiert hat. Wir holen das Zugticket am Bahnhof ab. Das wird in dreifacher Ausführung, mit Durchschlagpapier, von Hand geschrieben. Unsere heutige Fahrt kostet für 6 Stunden (376 km) im Zug 4000 Kyats (4 Sfr.). Der Zug trifft um 11h endlich aus der burmesischen Hauptstadt NAYPYIDAW ein. Und wir dachten immer Yangon sei die Hauptstadt von Myanmar. Aber im Jahr 2005/2006 wurden sämtliche Ministerien in die neue Hauptstadt NAYPYIDAW (925'000 Einwohner) in Zentralburma umgesiedelt.
Der Billetverkäufer setzt uns höchstpersönlich in den Waggon Nr. 1, Upper Class, und auf die von uns gebuchten Sitzplätze. Nun rattern wir also Richtung Süden. Der Zug knattert, schaukelt und hüpft mit einem Mordsgetöse auf den Geleisen herum. Manchmal schwankt der Zug dermassen hin und her und droht umzukippen. Wir befürchten, jeden Moment zu entgleisen, schrecklich! Im Waggon geht es zu wie in einem Bienenhaus. Ununterbrochen laufen Verkäufer, Männer, Frauen, Kinder durch den Gang und verkaufen irgendetwas. Die Frauen balancieren bei diesem Gerüttle Körbe mit ihren Waren auf dem Kopf. Unser Mittagessen besteht heute aus je zwei gekochten Eiern, je einer halben Mango, (wir veranstalten damit eine schöne Sauerei! Gut dass ich im Hotel noch eine halbe Rolle WC-Papier geklaut habe!) und je einem gekochten Maiskolben (in dieser Reihenfolge). Wir rattern durch viele, viele Reisfelder. Jeder Burmese isst pro Jahr 210 kg Reis! Verrückt, oder? Endlich, um 17h20 kommen wir in Yangon an (4,5 Millionen Einwohner). Paul vergisst seine Mütze im Zug.
Fehlende Investitionen haben zum Verschleiss der Bahn-Strecken geführt, so dass diese sich heute weitgehend in einem schlechten Zustand befinden. Der Verkehr wird von der staatlichen Gesellschaft Myanma Railways mit Diesellokomotiven abgewickelt. Dampflokomotiven wurden ausserordentlich lange, bis etwa 2005 in grosser Zahl eingesetzt. Die eingesetzten Züge erreichen oftmals nur Reisegeschwindigkeiten von 30 km/h oder weniger. Selbst die zwischen Yangon und Mandalay verkehrenden Expresszüge benötigen für die 622 km etwa 16 Stunden. Fahrpläne existieren zwar, sie sind aber für den täglichen Betriebsablauf kaum von Bedeutung, da Verspätungen von bis zu mehreren Stunden aufgrund des mangelhaften Streckenzustandes und wegen Unfällen an der Tagesordnung sind. Ebenso kommen aber auch Abfahrten mehrere Stunden vor dem Plan vor. Bei grossen Verspätungen lässt die Bahngesellschaft auch schon einmal Züge ausfallen, um die Wagen- und Lokumläufe wieder zu ordnen. Angesichts einer Netzlänge von fast 4.000 km ist die Zahl der täglich eingesetzten Zugpaare mit etwa 100 vergleichsweise gering.
Per Taxi geht es wieder zum "Garden Guesthouse" in Yangon, wo wir schon vor 3 Wochen logiert haben. Letztesmal kostete das Zimmer 18US$, heute ein kleineres und schlechters Zimmer, 22 US$. Das Abendessen nehmen wir direkt vor dem Guesthouse auf der Strasse ein.
Donnerstag, 29. Mai 2014: Yangon, sonnig, bewölkt
Am Morgen laufen wir in Chinatown herum und staunen, was es da so alles zu kaufen und zu sehen gibt. Zum Mittagessen gibt es irgendwo für beide zusammen eine Portion "Tempura" (Gemüse im Bierteig, fritiert im Öl). Sehr gut, aber auch sehr schwer im Bauch! Dann besuchen wir noch zwei andere grosse Märkte und sehen wie eine Riesenkolonne von sehr jungen (Kinder) Nonnen auf ihrem Bettelgang singend durch den Markt laufen. Hie und da fallen ein paar Regentropfen. Nach der obligaten Siesta im Guesthouse, machen wir nochmals eine Riesenrunde durch das Getümmel der Stadt. Auch heute nehmen wir das Abendessen direkt vor dem Guesthouse auf der Strasse ein. Ich hole mir an einem Stand bei einer sehr netten jungen Frau, die sehr gut mit mir Englisch spricht, zwei wunderbare, mit Gemüse gefüllte Reis-Crêpes. Mmm...! Die Crêpes esse ich bei Paul am Tisch. Er bestellt Nudeln/Chicken-Suppe. Unser Essen ist heute enorm günstig. Die Suppe 1000 Kyats (ca. 1 Sfr.) meine Crêpes 400 Kyats (ca. 40 Rappen). Dafür sichten wir während des Essens zwei fette Ratten....





































































