Sri Lanka
Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka
Amtssprache: Sinhala und Tamil
Hauptstadt: de jure: Sri Jayawardenepura / de facto: Colombo
Regierungssitz: Sri Jayawardenepura
Staatsoberhaupt: Präsident Maithripala Sirisena
Fläche: 65.610 km²
Einwohnerzahl: 22.277.597
Bevölkerungsdichte: 309 Einwohner pro km
Währung: 100 Sri Lanka Rupien (LKR)= 0,70 SFr. (am 20.4.2015)
Unabhängigkeit: 4. Februar 1948 (vom Vereinigten Königreich)
Nationalfeiertag: 4. Februar (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone: UTC+5:30
Sri Lanka, bis 1972 Ceylon, ist ein Inselstaat im Indischen Ozean, 237 km (Westküste der Insel) östlich der Südspitze von Indien und zählt 22,3 Millionen Einwohner. Die kleinste Entfernung zwischen Indien und Sri Lanka beträgt 54,8 Kilometer.
Heute ist das Land eine multireligiöse und multiethnische Nation, in der neben dem Buddhismus und dem Hinduismus, das Christentum und der Islam bedeutende Religionen sind. Die Singhalesen machen den grössten Teil der Bevölkerung aus. Die Tamilen stellen die grösste Minderheit.
Sri Lanka ist bekannt für die Produktion und den Export von Tee (Ceylon), Kaffee, Kautschuk und Kokosnüssen. Die Insel ist aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit und ihres reichen Kulturerbes (zum Beispiel des Ayurveda, einer traditionellen Heilkunst) ein beliebtes Touristenziel.
Sri Lanka wurde über zwei Jahrtausende von verschiedenen lokalen Königreichen regiert, bis im 16.Jahrhundert grosse Teile der Insel von den Portugiesen und danach von den Niederländern kolonisiert wurden. Nur das Königreich Kandy im Hochland der Insel konnte sich gegen die Kolonisatoren behaupten. 1815 jedoch wurde schliesslich das ganze Land Teil des Britischen Weltreichs. Während des Zweiten Weltkriegs diente Sri Lanka den Alliierten als eine strategisch wichtige Basis im Kampf gegen das japanische Kaiserreich. Seit Anfang des 20.Jahrhunderts gab es immer stärker werdende Unabhängigkeitsbestrebungen. Im Jahr 1948 wurde Sri Lanka nach friedlichen Verhandlungen von den Briten unabhängig. Im Gegensatz zu den meisten Staaten der Dritten Welt besteht seit der Unabhängigkeit ein stabiles, demokratisches System, das allerdings durch die Gegensätze zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der tamilischen Minderheit belastet war und immer noch ist. Zwischen 1983 und 2009 herrschte ein offener Bürgerkrieg zwischen tamilischen Separatisten und der von Singhalesen dominierten Zentralregierung, der zahlreiche Todesopfer, vor allem aus der Zivilbevölkerung forderte. Die Menschenrechtsverbrechen des Bürgerkrieges sind bis heute nicht unabhängig aufgearbeitet.
Name: Die Portugiesen nannten die Insel Ceilão, Holländer und Briten Ceylon. 1972 wurde der Staat in Sri Lanka umbenannt („Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka“), das ist Sanskrit für „ehrenwerte Insel“.
Unabhängigkeit: Am 4. Februar 1948 wurde Ceylon unabhängig innerhalb des Britischen Commonwealth. Am 22. Mai 1972 wurde Ceylon eine Republik mit dem Namen „Sri Lanka“.
Katastrophe Am 26. Dezember 2004 traf eine verheerende Naturkatastrophe Sri Lanka. Ein Tsunami, ausgelöst durch das Seebeben im Indischen Ozean zerstörte grosse Teile der Ost- und Südküste sowie der Westküste südlich von Colombo und riss über 45.000 Menschen in den Tod.
Ethnischer Konflikt: Seit über 2000 Jahren leben Singhalesen und Tamilen auf Sri Lanka. Bei den Tamilen auf Sri Lanka wird zwischen indischen Tamilen und Sri-Lanka-Tamilen unterschieden. Die indischen Tamilen sind diejenigen Tamilen, die während der englischen Kolonialzeit aus Südindien (Tamil Nadu) als Plantagenarbeiter nach Sri Lanka gebracht wurden. Sie sind in den zentralen Gebirgen Sri Lankas angesiedelt, während die einheimischen Tamilen in den nordöstlichen Küstengebieten leben. Häufig verwechselt man die Geschichte der Indien-Tamilen mit derjenigen der einheimischen Tamilen, was zu dem gelegentlich geäusserten Irrtum führt, Tamilen seien erst ab dem 19. Jahrhundert nach Sri Lanka eingewandert. Der Bürgerkrieg wurde zwischen den Singhalesen und den einheimischen Tamilen ausgetragen.
Das hauptsächliche Konfliktpotential zwischen Singhalesen und Tamilen stammt aus der Kolonialzeit.Damals wurden die Tamilen als mehrheitlich schriftkundige Bevölkerungsgruppe bevorzugt als Verwaltungsbeamte herangezogen und deshalb von den Singhalesen mit der Kolonialmacht identifiziert. Mit der Unabhängigkeit wollten nationalistische Singhalesen diesen Machtvorsprung der Tamilen beseitigen. Tamil sollte ebenso wie Englisch aus den Amtsstuben und dem öffentlichen Leben verbannt werden; Sinhala sollte die allgemeine Sprache sein. Für die Mehrheit der Tamilen, die es zum grossen Teil nicht beherrschte, war das weder praktikabel noch akzeptabel. Es kam im Tamilengebiet zu bewaffneten Protesten und zur Bildung politischer Bewegungen mit einem Spektrum von Zielen zwischen föderalen Gebietslösungen, Separationsbestrebungen und Anschlussbestrebungen an Indien.
Bevölkerung: Die dominierende Bevölkerungsgruppe Sri Lankas sind die Singhalesen. Nach der Volkszählung 2012 stellen sie 74,9 Prozent der Bevölkerung der Insel. Die grösste ethnische Minderheit sind mit insgesamt 15,4 Prozent der Bevölkerung die Tamilen, die sich in Sri-Lanka-Tamilen und indische Tamilen aufteilen. Die einheimischen Sri-Lanka-Tamilen stellen 11,2 Prozent der Bevölkerung und siedeln in der Nord- und Ostprovinz. Die indischen Tamilen sind Nachfahren von Tamilen, die während der britischen Kolonialzeit aus Südindien (Tamil Nadu) als Plantagenarbeiter nach Sri Lanka einwanderten. Ihr Bevölkerungsanteil beträgt 4,2 Prozent, die meisten von ihnen leben in den Teeanbaugebieten im zentralen Hochland.
Sprache: Die Singhalesen sprechen Singhalesisch (Sinhala), eine indoarische Sprache, die Tamilen dagegen Tamil, das zur Gruppe der dravidischen Sprachen gehört. Englisch ist als Verkehrs- und Bildungssprache und Verbindungssprache weit verbreitet.
Religionen: Nach der Volkszählung 2012 sind 70,2 Prozent der Bevölkerung Sri Lankas Buddhisten, 12,6 Prozent Hindus, 9,7 Prozent Muslime und 7,4 Prozent Christen (6,1 Prozent Katholiken und 1,3 Prozent andere). Die Singhalesen sind grösstenteils Buddhisten, die Tamilen mehrheitlich Hindus.
Geographie: Sri Lanka misst etwa 445 Kilometer in Nord-Süd und 225 Kilometer in Ost-West. Von Indien (Bundesstaat Tamil Nadu) ist es durch die Palkstrasse und den Golf von Mannar getrennt.
Sri Lanka kann in drei verschiedene Landschaften eingeteilt werden: zentrales Hochland mit den berühmten Teeanbaugebieten und bis zu 2500m hohen Bergen, Tieflandebenen, die schon vor Jahrhunderten durch künstliche Bewässerung fruchtbar gemacht wurden und den Küstenbereich mit Fischerei und Palmenstränden.
Die Insel wird von einem 30 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Küstengürtel umschlossen. Die Küsten Sri Lankas bestehen zumeist aus Sandstränden.
Klima: Das Klima Sri Lankas ist tropisch mit unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen, bedingt durch die Monsune. Durch seine Lage zwischen dem 5. und 10. nördlichen Breitengrad hat das Land ein warmes Klima mit milden Meeresbrisen und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Durchschnittstemperaturen reichen von 16 Grad Celsius in Nuwara Eliya im zentralen Hochland (wo es im Winter sogar Schnee und Frost geben kann) bis zu 32 Grad Celsius in Trincomalee an der Nordostküste des Landes. Die Durchschnittsjahrestemperatur für das gesamte Land liegt zwischen 28 Grad Celsius bis 30 Grad Celsius. Der kälteste Monat ist der Januar und der Mai der wärmste.
Flora: Die Pflanzenwelt besticht durch Fülle und Artenreichtum. Neben ausschliesslich auf Sri Lanka beheimateten Pflanzen finden sich auch vorderindische, südostasiatische und malaiische Arten.
In Anuradhapura steht der Bodhibaum, der älteste historisch bekannte Baum der Welt. Es handelt sich um einen Ficus religiosa, und zwar um einen unmittelbaren Ableger des ursprünglichen Bodhibaumes in Bodh-Gaya in Indien, unter dem Buddha erleuchtet worden sein soll. Je ein direkter Ableger des Baumes in Anuradhapura steht in jedem buddhistischen Tempel auf Sri Lanka.
Wichtige Kulturpflanzen sind Kokos, Reis, Zuckerrohr, Teesträucher, Indigo, Tabak, Kaffee und Chinarinde sowie eine Vielzahl von Gewürzpflanzen (Chili, Zimt, Kurkuma).
Fauna: Auf Sri Lanka gibt es Warane, Krokodile und auch Riesenschlangen wie den Tigerpython, der in einer Unterart vorkommt. Weiterhin findet man verschiedene Affen (Hutaffen, Hanuman-Languren und Weissbart-Languren) sowie Axishirsche, Wildschweine, wilde Asiatische Elefanten und eine Unterart des Leoparden, die Sri-Lanka-Leoparden, die allerdings vom Aussterben bedroht sind. Von ihnen gibt es weniger als 600 Tiere. Auffällig ist eine grosse Population verwilderter Hunde. Allgegenwärtig sind Geckos. Die artenreiche und bunte Vogelwelt Sri Lankas bietet Weisse und andere Reiher, riesige Schwärme von Kormoranen, die reiche Fischbeute aus den vielen Stauseen gewinnen, Papageien und Krähen.
Geologie: Sri Lanka ist reich an Bodenschätzen. So kommen neben Eisenerz auch Zinnerz, Mangan, Molybdän, Nickel, Cobalt, Arsen, Wolfram, Tellur und etwas Gold vor. An Edelsteinen werden Rubine, Saphire, Topase und Spinelle gewonnen.
Wirtschaftsgeschichte: Im 19. und 20. Jahrhundert dominierte die Plantagenwirtschaft und die Insel wurde vor allem durch den Anbau von Zimt, Gummi und Tee (Ceylon) bekannt. Unter der britischen Herrschaft wurden die Häfen modernisiert, dadurch wurde die Insel als Knotenpunkt des Fernhandels strategisch wichtig. Während des Zweiten Weltkriegs stationierten die Alliierten Ausrüstung und Truppen auf der Insel. Sri Lanka war 2012 der grösste Exporteur von Tee weltweit hinter der Volksrepublik China und Indien.
Nach der Unabhängigkeit 1948 bis 1977 war die Wirtschaftspolitik der amtierenden Regierungen sozialistisch geprägt. Plantagen aus der Kolonialzeit wurden abgeschafft und industrielle Einrichtungen wurden verstaatlicht. In dieser Zeit wurden die Lebensstandards verbessert, die Analphabetenquote sank, jedoch litt die Volkswirtschaft unter Ineffizienz, langsamem Wachstum und Mangel an ausländischen Investitionen. 1977 brach die Regierung mit der Verstaatlichung und fördert seither die Privatwirtschaft. Die wichtigsten Exportwaren Sri Lankas sind Textilien und Bekleidung, Tee, Edelsteine, Kokosnussprodukte.
Militär: Die Streitkräfte Sri Lankas setzen sich aus der Armee, der Marine und der Luftwaffe zusammen. Die Streitkräfte Sri Lankas hatten 2007 eine Personalstärke von 157.900 Mann.
Im von 1983 bis 2009 dauernden Bürgerkrieg in Sri Lanka konnte die Armee letztlich die Liberation Tigers of Tamil Eelam besiegen. Der Bürgerkrieg endete am 18. Mai 2009 mit dem vollständigen militärischen Sieg der sri-lankischen Regierungstruppen über die Rebellen. Die Zahl der Todesopfer während des Krieges zwischen 1983 und 2009 wird auf 80.000 bis 100.000 geschätzt.
Verkehr: Die meisten Städte Sri Lankas sind durch das Schienennetz der staatlichen Eisenbahngesellschaft Sri Lanka Railways miteinander verbunden. Die erste Strecke wurde am 26. April 1867 eingeweiht und verband Colombo mit Kandy. Die Gesamtlänge des Streckennetzes beträgt 11.000 Kilometer und die Spurweite beträgt 1676 mm.
Die staatlich geführte Sri Lanka Transport Board ist verantwortlich für das Busverkehrssystem auf der ganzen Insel. Sri Lanka besitzt auch ein Wasserverkehrssystem mit einer Länge von 430 Kilometern. Die drei grössten Häfen Sri Lankas sind in Colombo, Trincomalee und Galle. Zudem gibt es einen Hafen für Binnenschiffe in Kankesanturai, nördlich von Jaffna.
Sri Lanka besitzt zwölf Flughäfen. Der Bandaranaike International Airport ist der einzige internationale Flughafen im Land und befindet sich in Katunayake, etwa 35 Kilometer nördlich von Colombo.
Bildung: Es besteht allgemeine Schulpflicht von 5 bis 14 Jahren. An die fünfjährige Grundschule schliessen sich im Sekundarschulbereich die dreijährige Junior Secondary School (mittlerer Bildungsabschluss) und die dreijährige Senior Secondary School (Abschluss: Hochschulreife) an. Unterrichtssprachen sind Sinhala und Tamil. Englisch ist Pflichtfach. Die Alphabetisierungsrate beträgt (2006) rund 91 Prozent, die der 15- bis 24-Jährigen rund 96 Prozent. Dies ist vor allem dem Einführen der kostenlosen Bildung im Jahre 1945 durch den ersten Bildungsminister von Sri Lanka zu verdanken.
Montag, 20.April 2015: Rebak Marina – Colombo
Wir bringen den Schlüssel der MABUHAY zu Marlies und Manfred, damit sie ihn im Marinabüro abgeben können (die öffnen erst um 9h). Wir verabschieden uns und gelangen mit der 8h45 Fähre und einem Taxi zum Flugplatz von Langkawi. Hier gibt es schon die erste Aufregung. Beim Durchleuchten des Gepäcks, fragt uns der Durchleuchter, ob wir Werkzeug im Rucksack haben. Wir verneinen. Trotzdem räumen wir den ganzen Rucksack aus und finden kein Werkzeug. Der Mann ist sehr freundlich und geduldig und meint, er durchleuchte den Rucksack nochmals. Er zeigt uns auf dem Bildschirm, was er meint. Aha, ein Schraubenschlüssel! Nochmals wird der ganze Rucksack ausgeräumt, aber wir finden nichts. Plötzlich hat Paul die gute Idee: im Etui des iPads könnte der Schlüssel sein. Und tatsächlich, hier finden wir den 15-er Schraubenschlüssel, den Paul Alfred im Dezember 2014 geliehen hatte und den Alfred ihm im März im Restaurant „mare blu“ zurückgegeben hatte. Paul hatte ihn damals einfach in die Hülle des iPads gesteckt und dort vergessen. Wir packen den Schraubenschlüssel in die Reisetasche die wir aufgeben und das Problem hat sich erledigt. Die zwei Männer beim Durchleuchten sind sehr nett und lachen.
Von 10h55 bis 12h fliegen wir mit „Malindo Air„ nach Kuala Lumpur. Von hier um 14h nach Colombo in Sri Lanka. Unterwegs müssen wir die Uhren um 2½ Stunden zurückstellen und haben ab sofort nur noch 3½ Stunden Vorsprung auf Mitteleuropa. Nach 3 Std. und 10 Minuten Flug landen wir um 14h45 in Colombo. Es ist 30° warm und sehr bewölkt. Wir fahren mit dem Flughafenbus für je 110 Rupien (ca. 80 Rappen) die 30km in die Stadt. Hier werden wir bei einem Markt ausgeladen und gehen ins erste nächste Hotel, das „Nawagiri“. Es kostet 3500 LKR ( ca. 25 Sfr.) (ohne Frühstück) und ist sehr basal! Wir stellen nur das Gepäck ins Zimmer und sind dann auf Erkundungstour. Um 17h15 essen wir schon zu Abend. Paul Leber und ich Chickencurry, dazu beide Reis. Puhhh alles ziemlich hot (scharf). Die Serviermänner sind alle sehr nett und bemühen sich, uns immer wieder eine neue Sauce zum probieren zu bringen. Wir sind die einzigen „Weissen“ hier und werden dementsprechend angestaunt. Wir sind auch die einzigen, die mit Löffel und Gabel essen. Alle anderen futtern mit den Fingern und das sieht ziemlich grauslich aus. Dieses Abendessen kostet mit je 2 Flaschen Pepsi und 2 Flaschen Sprite 780 LKR (ca. 5.50 Sfr.).Wir erkunden die Strasse weiter und stellen fest, dass wir beim Hauptbahnhof sind. Es fängt an zu blitzen, fürchterlich zu donnern und zu regnen. Wir stellen uns, wie die Einheimischen, unter einen Dachvorsprung, werden aber trotzdem nass. Schirm haben wir natürlich keinen. Es will gar nicht mehr aufhören zu schütten und schon bald ist die ganze Strasse vor uns total überflutet. Das Wasser kann nicht so schnell abfliessen und erreicht schnell unseren Stehplatz. Ein Wahnsinn, die Motorräder sind bis zu den Radnaben im Wasser und sie und die Dreiräder, Autos und Busse machen grosse Fontänen wenn sie vorbeifahren. Nach ca. einer Stunde sind wir so nass, dass wir finden, es spielt keine Rolle mehr, nasser können wir nicht mehr werden. Wir laufen durch den Regen, bis zu den Waden im Wasser, das nun Müll und Papier anschwemmt. Oh je, meine Ledersandalen! Ein Horror, die Sintflut! Wir erreichen tropfendnass bis auf die Haut unser Hotel und freuen uns auf eine heisse Dusche. Wir müssen uns mit kaltem Wasser begnügen, sind aber trotzdem froh, leider ohne Zudecke, auf unser Bett zu kriechen.
Dienstag, 21.April 2015: Colombo
Wir haben wunderbar geschlafen. Zwar bin ich fast erfroren, weil Paul die Klimaanlage auf 25° eingestellt hat und wir kein Oberleintuch hatten, oder sonst etwas um uns zuzudecken. Aber nachdem ich ein T-Shirt angezogen habe, geht es. Es ist schön ruhig, ausser dem Trommeln des Regens auf dem Dach. Morgens als wir aufstehen, scheint die Sonne wieder richtig heiss.
Wir gehen in eine „eatery“ (wörtlich „Esserei“) und essen Frühstück. Paul trinkt nur einen frischgepressten Orangensaft, ich auch und dazu noch Roti (Brotfladen) mit Kokosnuss- und Tomatensauce zum dippen, beides gemässigt scharf. Wir gehen zurück in unser Hotel und holen unser Gepäck. Mit einem TukTuk (hier heissen die Trishaw, also Dreirad) suchen wir uns ein anderes Hotel. Wir fragen bei x-verschiedenen an, aber entweder sind sie uns zu teuer oder sie sind uns zu schmuddelig. Der Dreiradfahrer bringt uns zu einem Büro, wo wir die Anträge für das Indische Visa erstellen lassen. Alles, was ich mühsam am Laptop erfasst habe, muss auf ein anderes Formular nochmals eingegeben werden, aber das machen zwei Frauen in einem „Büro“ von 2 auf 2 Metern. 1100 LKR (ca. 7.70 Sfr.). Jetzt müssen wir zum Visacenter über die Strasse und hier wird alles nochmals kontrolliert. Unsere je 2 Fotos die wir in Nepal für das Indienvisa haben machen lassen sind nicht gut. Die Grösse stimmt zwar, aber die Wand hinter uns ist ganz leicht grau,sie muss aber weiss sein! Also müssen wir hier neue machen lassen. Kosten für 2 Fotos pro Person, 220 LKR ( ca.1.40 Sfr.). Paul, der ach so ruhige Skipper Paul ruft sofort aus und will das Unternehmen „Indien“ abbrechen. Aber ich finde, jetzt sind wir schon so nah dran, dass wir das durchziehen müssen. Im 1.Stock wird nochmals alles kontrolliert und dann müssen wir bezahlen. In einer Woche müssen wir die Pässe hinbringen und einen Tag später können wir die Visas im Pass abholen. Uff, geschafft. Unser Dreiradfahrer hat auf uns gewartet und nun finden wir auch endlich ein passendes Hotel, das Eurolanka für 3250 LKR (ca. 23 SFr., 2 Personen ohne Frühstück). Es liegt nur durch eine Strasse und eine Bahnlinie vom Meer getrennt, aber kein Strand, nur grosse Wellen die auf die Steine donnern. Der Taxifahrer bekommt für ca. 2 Stunden fahren und warten 800 LKR (ca. 5.60 Sfr.)
Nach dem Zimmerbezuglaufen wir die ganze Strecke wieder zurück in die Stadt. Unterwegs essen wir einen Burger und kaufen einen neuen Rucksack. Beim alten ist gestern ein Träger ausgerissen. Gegen 14h30 fängt es an zu regnen und wir schnappen uns eines der vielen Dreiräder. Am Bahnhof lernen wir «Su» kennen. Er ist ein Sri Lanker, 50 Jahre alt, der uns eine Reise verkaufen will. Wir setzen uns mit ihm im Bahnhof auf eine Bank und hören zu, was er uns anbietet. Am Schluss haben wir ein Angebot von ihm für eine 8- tägige Rundreise im Auto mit Chauffeur, „Su“ ist unser Guide, Frühstück und Abendessen, Übernachtungen und alle Eintritte inbegriffen. Dazu 7 Tage bei ihm zu Hause inklusive Vollpension, für 1200 € für 2 Personen. Er holt uns morgen früh um 7h im Hotel ab und wir fahren nach Kandy, in die Berge. Wir sind sehr gespannt!
Mittwoch, 22.April 2015: Colombo – Kandy
Hilfe, wir haben Läuse !!! Echt, überall krabbelt und juckt es uns. Oder sind es winzig kleine Spinnen die uns ärgern? Wir wissen es nicht, auf jeden Fall sind wir froh, aus diesem Zimmer rauszukommen. Dabei hat uns der Manager gestern gesagt, er lege die oberste Priorität auf Sauberkeit. Um 6h50 stehen wir schon draussen vor dem Hotel, wo uns unser Reiseleiter „Su“ und der Chauffeur Sampath schon erwarten. Durch den morgendlichen Stau in Colombo fahren wir Richtung Kandy, 110 km weit, ins Landesinnere. In einem Ananasanbau- Gebiet kaufen wir eine frische Ananas und teilen sie. In der Ferne sehen wir den „Adams Peack“, einen herausragenden 2,243 m hohen heiligen Berg. Wir sehen Pelikane auf einem Fluss und Fledermäuse die massenweise in den Bäumen hängen. Unterwegs trinken wir in einem schicken Restaurant je eine Tasse Tee und essen dazu je zwei Scheiben Toast (ohne Butter oder Konfitüre). Kosten 700 Rupien (ca. 5 Sfr.) Wir reklamieren und jetzt kostet es 360 Rupien (ca. 2.60 SFr.).
Kurz nach 10h sind wir in Pinawela im Elefantenwaisenhaus. (Eintritt je 2500 Rupien, 17.50 SFr. wird von „Su“ bezahlt). Wir schauen zu, wie 46 grosse und kleine Elefanten im Fluss baden. Schööön!!!! Danach lassen wir uns vorführen, wie man aus Elefantendung Papier macht. Das ist interessant und wir kaufen ein kleines Büchlein.
Später besuchen wir einen Gewürzgarten und ein Ayurveda-Lehrer erklärt uns auf Deutsch viele Pflanzen und Heilkräuter. Wir bekommen sogar beide noch eine kleine Massage dazu. Wir kaufen Salbe und Öl für die Gelenke. Wer weiss, vielleicht hilft es ja.
Kurz nach 14h sind wir in Kandy, 600m hoch, 1,5 Millionen Einwohner. Hier ist es angenehmer als in Colombo, aber immer noch sehr warm. Wir werden in einem sehr schönen ruhigen Hotel, dem „Kandy Holiday Home“ am Hang über Kandy, mit Blick auf einen Fluss, untergebracht. Rundherum ist alles sehr grün und es hat enorm viele Vögel auf den Bäumen, vor allem Krähen.
Kandy ist die letzte der Königsstädte und das spirituelle Zentrum der Insel.
Bis 16h30 haben wir jetzt Pause und dann besuchen wir eine traditionelle Tanzveranstaltung. Von 17h bis 18h dürfen wir eine supertolle Tanzshow mit wunderschönen Kostümen erleben. Einfach nur sehr schön! Zum Schluss laufen noch drei der Tänzer über glühende Kohlen.
Um 19h gibt es in unserem Hotel das von uns gewünschte Nachtessen; Nudeln mit Gemüse und Huhn an einer Currysauce. Es ist sehr gut! Zum Dessert für Paul Glacé, für mich Fruchtsalat.




































