Montag, 11.Mai 2015: Kochi
Wir werden um 8h15 von einem Kleinbus abgeholt. Bei einem anderem Gästehaus steigen noch zwei Holländer und zwei Londoner ein. Danach fahren wir etwa 25 km bis zu den Backwaters.
Die Fahrt bis zu unserem Boot dauert eine Stunde. Nachdem wir eine ½ Stunde auf 6 Indische Touristen (aus Mumbai) gewartet haben, geht die Fahrt los. Auf dem Bug und auf dem Heck des Bootes steht ein Mann. Beide stochern uns mit langen Bambusstangen vorwärts. Der vordere Stocherer ist für das Steuern zuständig, der hintere für das Schieben.
Die Backwaters sind ein verzweigtes Wasserstrassennetz im Hinterland der Küste im südindischen Bundesstaat Kerala. Sie erstrecken sich von Kochi im Norden bis Kollam im Süden auf einer Fläche von insgesamt 1900 km².
Die Backwaters umfassen 29 grössere Seen und Lagunen, 44 Flüsse sowie insgesamt rund 1500 Kilometer teils natürliche, teils künstlich angelegte Kanäle.
41 der 44 Flüsse, die die Backwaters durchziehen, fliessen in westlicher Richtung zum Arabischen Meer, drei fliessen nach Osten.
Die Backwaters sind heute auf Grund der hohen Bevölkerungsdichte ein stark vom Menschen geprägtes Ökosystem. Die ursprüngliche Vegetation der Feuchtwälder und Mangroven musste vor allem Kokos- und Kautschukplantagen weichen. In den meisten Gegenden wird auch Reis angebaut. Reis gedeiht nur in Süsswasser. Daher wurden Absperrungen gebaut. Sie verhindern, dass das Salzwasser sich mit dem Süsswasser vermischen kann. Das Süsswasser wird intensiv zur Bewässerung genutzt.
Die zumeist langsam fliessenden, brackigen Wasserstrassen sind einer zunehmenden Verschmutzung durch Agrochemikalien, industrielle Abwässer, Müll und Fäkalien ausgesetzt. Krokodile und viele Wanderfischarten sind bereits ausgerottet. Im Gegensatz dazu breiten sich Wasserhyazinthen ungehindert aus. Vielerorts sterben Wasserpflanzen, Nahrungsgrundlage vieler Fische, durch Lichtmangel in überwucherten Kanälen ab.
Ein weiteres Problem ist die zunehmende Einengung der Backwaters durch den Menschen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind die Backwaters auf etwa ein Drittel ihrer ursprünglichen Grösse geschrumpft. Ursache ist die zum Teil ungesetzliche Trockenlegung von Gewässern zur Gewinnung landwirtschaftlicher Nutzflächen und von Siedlungsraum. So schrumpfte allein der Vembanad-See von einst 230 km² auf mittlerweile nur noch 179 km².
Die Backwaters werden intensiv landwirtschaftlich genutzt. Kokospalmen, Kautschuk, Reis und Cashewbäume sind die wichtigsten Anbaupflanzen. Kokosfasern werden zumeist noch immer handwerklich verarbeitet. Daneben sind Fischfang und -zucht von Bedeutung. Zahlreiche landwirtschaftliche Flächen wurden ähnlich wie in den Niederlanden durch Eindeichung flacher Seeabschnitte gewonnen. Die unter dem Meeresspiegel liegenden Nutzflächen müssen ständig entwässert werden.
Schon seit Jahrhunderten dienen die Backwaters als Handels- und Verkehrswege. Zur Warenbeförderung nutzen die Einheimischen insbesondere die Kettuvallam genannten traditionellen Lastenkähne. Auf vielen Kanälen verkehren zudem regelmässig Fähren.
Seit einigen Jahren nimmt die Bedeutung der Backwaters als beliebtes Reiseziel vor allem bei ausländischen Urlaubern stetig zu. Von Kollam, Alappuzha und Kottayam aus werden mehrstündige Bootsfahrten angeboten. In Kollam und Alappuzha kann man auch zu Hausbooten umgebaute Kettuvallam für längere Zeit mieten.
Nach 2½ Stunden sehr langsamer Fahrt durch die Palmwälder, halten wir bei ein paar Häusern an und steigen aus. Es regnet. Hier zeigt man uns wie man aus Kokosfasern Seile macht. Da staunen wir aber. Eine Frau macht das spielend und ruckzuck.
Nun bekommen wir unser Mittagessen. Auf einem Bananenblatt bekommt jeder einen Klecks verschiedenes Gemüse (zum Teil very hot!) und einen Berg Reis. Nun sollten wir das alles zusammenmatschen und mit der rechten Hand essen. Wir sind froh, einen Löffel erhalten zu haben. Wie die Inder in dem Zeug herummantschen und mit den Händen essen sieht nämlich nicht gerade Appetit fördernd aus. Aber gut ist das Essen schon! Nur Paul träumt von Cervelat-Salat. Die Fahrt geht noch 1½ Stunden weiter, diesmal durch kleinere Kanäle. Die Gegend ist sehr schön, aber leider regnet es die ganze Zeit und das Fräulein, das uns als Guide begleitet erklärt uns praktisch nichts. Punkt 16h sind wir wieder in unserem Guesthouse.
Die Fahrt geht noch 1½ Stunden weiter, diesmal durch kleinere Kanäle. Die Gegend ist sehr schön, aber leider regnet es die ganze Zeit und das Fräulein, das uns als Guide begleitet erklärt uns praktisch nichts. Punkt 16h sind wir wieder in unserem Guesthouse.
Dienstag, 12.Mai 2015: Kochi - Munnar
Punkt 7h werden wir von einem Chauffeur in einem Suzuki abgeholt. Wir fahren ca. 140 km nach Munnar (ca. 2000m hoch gelegen). Ich glaube, wir haben einen schlechten Chauffeur erwischt.
1. Er fährt sehr ruppig. Wenn uns ein Auto entgegen kommt reisst er das Steuer brüsk nach links. In Indien fährt man links.
2. Er hupt ständig, die Hupe ist das meistgebrauchte Teil am Auto.
3. Er erzählt oder erklärt uns gar nichts.
4. Wenn er mal kurz was sagt, ist es in fast unverständlichem Englisch.
Beim "Elefant Trainings Camp" (tönt gut oder?) sehen wir, wie 4 (vier) Elefanten im Fluss gründlich geschrubbt
werden. Das scheint denen richtig gut zu gefallen. Aber wir sind ein wenig enttäuscht, unter dem Begriff „Elefant Trainings Camp" haben wir uns etwas anderes vorgestellt.
Unterwegs schauen wir uns zwei Wasserfälle an. Die Fälle an sich sind eigentlich sehr schön. Aber rundherum nur Dreck, Dreck, Dreck! Schade! Irgendwo halten wir an, um einen Gewürzgarten -und Laden zu besuchen. Der Eintritt kostet 100 Rupien pro Person. Das ist zwar nicht sehr viel (ca. 1.50 Sfr.), aber trotzdem sagen wir nein Danke und gehen nicht hinein. Das Spiel kennen wir nämlich unterdessen sehr gut. Am Schluss erwartet man nämlich immer von uns, dass man kräftig einkauft.
Um 12h15 sind wir in Munnar, in unserem Gästehaus für eine Nacht. Wir beziehen das Zimmer und um 12h30 geht es in den Ort Munnar zum Mittagessen. In einem grossen Saal essen etwa 120 Leute wieder sehr grauslich mit den Händen. Sie machen einen Riesenlärm.
Punkt 17h sind wir bei einer 2-stündigen Vorführung. In der ersten Stunde von traditionellen Tänzen und in der zweiten Stunde von traditionellen Kampfsportarten.
Wow, beide Shows sind gewaltig eindrücklich. Eintritt pro Show und Person 300 Rupien für die besten Plätze.
Während den zwei Stunden bricht wieder einmal die Sintflut los. Der Regen macht dermassen Lärm auf dem Blechdach, dass man die Musik und die Ansagen fast nicht mehr hören kann.
Unser Chauffeur bringt uns zu unserer Unterkunft, wo wir ein zwar bescheidenes (wenn wir an das «Happy Man Guest House" in Sri Lanka denken), aber gutes Essen bekommen. Reis, Dal (Linsenbrei), Papaya, irgenwie gekocht und Chapati.
Wir bestellen vegetarische Nudeln für Paul und ein Chicken Sandwich für mich. Dazu für beide Schwarztee. Aber es gibt keinen Tee!!! Dabei ist Munnar eine einzige Teeplantage, soweit das Auge reicht…, überall nur Tee! Das Essen ist prima. Nun gehen wir ins Tee-Museum. Eintritt: 80 Rupien pro Person. Das ist sehr interessant. Es regnet. Von hier fahren wir ziemlich weit zu einem Staudamm, wo unten das Wasser in hohem Bogen herausströmt.
Punkt 17h sind wir bei einer 2-stündigen Vorführung. In der ersten Stunde von traditionellen Tänzen und in der zweiten Stunde von traditionellen Kampfsportarten.
Wow, beide Shows sind gewaltig eindrücklich. Eintritt pro Show und Person 300 Rupien für die besten Plätze.
Während den zwei Stunden bricht wieder einmal die Sintflut los. Der Regen macht dermassen Lärm auf dem Blechdach, dass man die Musik und die Ansagen fast nicht mehr hören kann.
Unser Chauffeur bringt uns zu unserer Unterkunft, wo wir ein zwar bescheidenes (wenn wir an das "Happy Man Guest House" in Sri Lanka denken), aber gutes Essen bekommen. Reis, Dal (Linsenbrei), Papaya, irgenwie gekocht und Chapati.
Mittwoch, 13.Mai 2015: Munnar – Kochin
In der Nacht hat es leicht geregnet. Um 8h30 gibt es Frühstück. Gestern Abend hat uns der Boy, der uns bedient, gefragt, ob wir Omeletten zum Frühstück möchten. Ich sage, nein, lieber Spiegeleier. O.k., meint er, dann also Spiegeleier. Heute morgen stehen Omeletten auf dem Tisch…. Und dann fragt der gleiche Boy, Tee oder Kaffee. Wir möchten beide Tee. Wir sind schon längst mit essen fertig, als er zwei Tassen Tee bringt….
Danach gehen wir mit ihm zum “Trekking“. 3 Stunden „Trekking“ stehen auf dem Plan. Die Sonne scheint. Wir laufen durch die wunderschönen Teeplantagen und sehen, wie die Teeblätter maschinell geerntet werden. In Sri Lanka werden die Teeblätter von Hand gepflückt. Wir können uns an den unendlichen grünen Teeflächen nicht satt sehen. Einfach nur schön! Nach etwa 55 Minuten „Trekking“ stehen wir wieder vor unserem Gästehaus. Wir schauen ziemlich blöd aus der Wäsche! Und unser Chauffeur sagt: „finish!“








































































