Indien: Kochi, Goa, 13.05. - 16.05.2015, Teil 3
1 View

Mittwoch, 13.Mai 2015: Munnar – Kochin

Wir holen unser Gepäck und treten die Rückfahrt nach Kochi an. Es ist 10h30. Unterwegs staunen wir über die unheimlich vielen, schönen, grossen und luxuriösen Villen. Wem die wohl alle gehören? Irgendwo reagiert unser Fahrer aber blitzschnell richtig. Ein Auto kommt uns in einer unübersichtlichen Kurve in vollem Garacho auf unserer Seite entgegen. Und diesmal ist es gut, reisst der Fahrer das Steuer heftig nach links. Das hätte um ein Haar einen „Frontalen“ gegeben und wir wären in einem indischen Spital gelandet. Trotzdem bekommt der Fahrer von uns kein Trinkgeld.

Um 14h20 sind wir wieder im „Tantraa“ Gästehaus in Kochi, dabei hatten wir eine 2-Tagestour gebucht. Ausserdem haben wir dem Chauffeur zweimal das Essen und Getränke bezahlt und das Wort Danke scheint er nicht zu kennen. Obwohl uns Munnar und die Teegegend sehr gut gefallen haben, stimmt bei dieser Tour das Preis/ Leistungsverhältnis nicht. Sie ist viel zu teuer: 3500 (ca. 52.50 Sfr.) Rupien pro Person und das Teemuseum und die Show am Abend mussten wir selber bezahlen.

Im Gästehaus bekommen wir das gleiche Zimmer wie gestern.

Donnerstag, 14.Mai 2015: Kochi – Goa, Benaulim

Tagwache 3h45.Paul hat zwei Wecker gestellt, einen auf dem iPad (Hundegebell!!!), einen auf dem Handy (schöne sanfte Musik). Das TukTuk kommt Punkt 4h und holt uns ab. Unser Gastgeber hat es gestern Abend für uns bestellt, hat ihm aber leider nicht gesagt, zu welchem Bahnhof wir müssen. Also fahren wir zum Bahnhof Kochi Süd, was aber falsch ist. Wir müssen zum Bahnhof Kochi Nord. Jetzt will der TukTuk-Fahrer natürlich mehr Geld! Hier liegen massenhaft Leute in der Bahnhofshalle auf dem Boden und schlafen. Unser Zug fährt ein und wir beziehen unsere Liegeplätze im „Super Express“. Wegen uns muss eine ganze indische Familie dislozieren, weil sie auf unseren Plätzen liegen. Kurz nach 5h fahren wir los. Wir versuchen noch etwa 2 Stunden zu schlafen, dann werden die Liegeplätze wieder zu Sitzplätzen umfunktioniert. Wir haben Fensterplätze. Gegen 8h kommen zwei Männer vorbei, einer wischt mit dem Besen, der andere mit einem Desinfektionsmittel und einem schwarzen (!) Lappen den Boden der Waggons. Auch die Toiletten werden immer wieder gereinigt. Fast alle Plätze im Zug sind besetzt. Es ist sehr spannend, die Leute zu beobachten. Wir sind die einzigen Touristen weit und breit. Die Inderinnen tragen ihre sehr bunten Saris und viele Männer Lungis. Der Lungi ist ein traditioneller Wickelrock, der in Südasien von Männern und in manchen Regionen wie Kerala gelegentlich auch von Frauen getragen wird. Hie und da kommen Händler vorbei, die Tee, Kaffee und verschiedene Speisen oder Knabberzeug verkaufen. Manchmal kommt auch ein Bettler durch den Zug. Am Nachmittag sitzen wir mit 4 jungen 24-jährigen Männern zusammen, die sehr nett sind. Sie schenken uns Bananen und wir trinken mit ihnen Chai (Tee), den sie bezahlen. Wir unterhalten uns sehr angeregt mit ihnen (auf Englisch) und erfahren so vieles, was wir nicht wussten. So erzählen uns die Männer, dass in Indien die Ehen arrangiert werden. Und der Vater des Mädchens muss, je nach seinen finanziellen Verhältnissen, für die Braut eine Mitgift in Gold zahlen. Die 4 Inder wollen aber auch alles über die Schweiz wissen. Die Burschen sind alle 4 Maschinenmechaniker und sind auf dem Weg in eine Stadt namens Pune, um dort Arbeit zu suchen.

Es sind zwei Moslems, ein Hindu, und ein Katholik, aber trotzdem die besten Freunde!!!

Als wir in Margao, in Goa, aussteigen, helfen sie uns noch unser Gepäck auszuladen und wir verabschieden uns herzlichst von ihnen. Wir kommen nach 13½ Stunden, mit einer Stunde Verspätung in Margao an. (Kosten für die Reise: 550 Rupien für zwei Personen, ca.8.25 Sfr.). Wir nehmen uns sofort ein Taxi und fahren damit nach Benaulim, am Meer. Im „Paul Rina Guest House“ finden wir ein Zimmer mit WC/Dusche/ Deckenventilator und Balkon, Badetücher, aber kein Toilettenpapier(!) für 400 Rupien (ca. 6 Sfr.) pro Nacht für 2 Personen. Wir legen nur das Gepäck ab und laufen zu einem Restaurant, wo wir sehr gut und gediegen zu Abend essen. Hier wäre noch Karaoke angesagt, aber wir wollen nur noch ins Bett.

 

Goa ist der kleinste indische Bundesstaat. Er liegt an der mittleren Westküste Indiens. Goa hat eine Fläche von 3.702 Quadratkilometer und knapp 1,5 Millionen Einwohner (Volkszählung 2011). Die Hauptstadt Goas ist Panaji.

Die Region war rund 450 Jahre lang portugiesische Kolonie und weist daher eine besondere kulturelle Prägung auf. Kaum ein indischer Bundesstaat ist kulturell so nachhaltig von einer europäischen Kolonialmacht beeinflusst worden wie Goa. Dies zeigt auch der hohe katholische Bevölkerungsanteil.

Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von 105 Kilometern sowie einer West-Ost-Ausdehnung von höchstens 65 Kilometern ist Goa der kleinste Bundesstaat Indien. Die Küstenlänge beträgt 101 Kilometer.

Der Fremdenverkehr ist heute eine der tragenden Säulen der Wirtschaft Goas. Tatsächlich zählt Goa zu den beliebtesten Reisezielen in Indien.

Freitag, 15.Mai 2015: Goa, Benaulim

Wir schlafen bis um 9h !!! Danach laufen wir ins Dorf Benaulim und essen ein Müsli und trinken Fruchtsäfte dazu. Dann suchen wir ein Reisebüro. Wir wollen Zugtickets nach Mumbai kaufen. Im ersten Reisebüro sagt man uns, alle Züge seien bis Ende Mai ausgebucht weil die Inder jetzt Ferien haben. Im zweiten Reisebüro ruft man im Buchungzentrum an. Dort ist aber leider der Computer ausgefallen und man kann keine Tickets buchen. Wir sollen später wieder kommen. Ratlos laufen wir ein wenig im Dorf herum. Plötzlich kommt ein Bus vorbei, der mit Margao angeschrieben ist. Wir steigen spontan ein um zum Bahnhof zu fahren. Wir verpassen den Bahnhof und müssen ein TukTuk zurück zum Bahnhof nehmen. Hier gehen wir zum Reservationsbüro und haben innerhalb von etwa 15 Minuten unser Ticket nach Mumbai (und erst noch Fensterplätze). Per TukTuk geht es zurück nach Benaulim. Kosten für die ganze Aktion für zwei Personen: Bus 20 Rupien, 1.TukTuk 80 Rupien, 2.TukTuk 200 Rupien, Zugbillette nach Mumbai (ca.12½ Stunden) 450 Rupien (so günstig, weil wir Rentner sind). Also alles zusammen 750 Rupien = ca. 11.25 Sfr! Wieder in Benaulim geben wir in beiden Reisebüros Bescheid.

Nun laufen wir ans Meer und machen einen langen Strandspaziergang. Der Strand (26 km lang) ist sehr sauber. Danach essen wir in einem Strandrestaurant eine Kleinigkeit und lassen es uns gut gehen. Hier treffen wir auf ein sehr nettes Finnisches Ehepaar und unterhalten uns während den etwa 2 nächsten Stunden mit ihnen auf Deutsch. Schade, dass die beiden eine Fussstunde von uns entfernt wohnen. Wir sehen, wie einige Restaurants abgebaut und abtransportiert werden. Nach dem Monsun (Juni bis September) werden sie per Anfang Oktober wieder aufgebaut. Paul hilft den Männern, einen dicken Holzpfosten aus dem Sandboden zu hebeln.

Abendessen im gleichen Restaurant wie das Mittagessen, am Strand, bei Kerzenlicht, sehr romantisch!

Samstag, 16.Mai 2015: Goa, Benaulim

Unser Guest House befindet sich im Dorf Benaulim, ca. 10 Minuten zu Fuss vom Strand entfernt. Ringsum in den Gärten und Höfen hat es Wasserbüffel, riesige Zeburinder und schwarze Schweine, die überall herum wuseln.

Heute machen wir uns einen richtig faulen Tag. Wir laufen an den Strand und legen uns auf die Liegen unter einen Sonnenschirm. Die kosten nichts, wenn man im Restaurant etwas trinkt oder isst. Und das machen wir. Hie und da schmeissen wir uns in die mächtigen Wellen die herandonnern. Ich bin die einzige Frau in einem Badekleid. Die Inderinnen gehen mit einem T-Shirt oder einer Bluse und Leggins ins Wasser, manche sogar im Sari. Und sie getrauen sich nicht, sich in die brausenden Wellen zu werfen. Die meisten sitzen, auch im Sari, bei den auslaufenden Wellen im Sand. Die Männer tragen normale Shorts. Wir werden ein paar Mal gefragt, ob sie uns mit ihrer Familie fotografieren dürfen. Aber sicher doch! Die Familien sind immer sehr gross, richtige Familien-Clans. Am meisten staunen wir aber, als vier Männer vorbeikommen und den Strand putzen. Zuerst zwei Männer mit einem Besen, dann zwei Männer die den Dreck aufheben und ihn in eine Art Schüssel legen, die sie hinter sich herziehen.

Paul spaziert ein wenig dem Strand entlang und schaut zu, wie ein Ochse im Meer baden darf, oder muss? Aber es scheint ihm in den anbrausenden Wellen sehr gut zu gefallen.

Als wir zum Guesthaus zurück laufen, sprechen uns eine Frau und ein Mann an. Sie werden morgen am Strand einen Film drehen und möchten, dass wir da mitmachen. Leider müssen wir absagen, da wir ja morgen nach Mumbai fahren.

Abendessen im «Firefly», wo wir schon am ersten Abend gegessen haben. Hier in Goa hat es uns sehr gut gefallen und wir könnten es gut noch ein paar Tage länger aushalten.

Kommentare
()
Einen neuen Kommentar hinzufügenEine neue Antwort hinzufügen
Ich stimme zu, dass meine Angaben gespeichert und verarbeitet werden dürfen gemäß der Datenschutzerklärung.*
Abbrechen
Antwort abschicken
Kommentar abschicken
Weitere laden