Mauritius: Inselrundreise, 06.07. - 09.07.2016, Teil 1
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 Mittwoch, 6. Juli 2016: Mauritius, Port Louis – Trou aux Biches

Auf der MABUHAY herrscht immer noch Chaos. Die Sonne scheint, es ist ein herrlicher Tag. Um 9h, sehr pünktlich, kommt Robin und holt uns ab. Wir fahren in den Norden. Kaum sind wir losgefahren, ruft Robins Frau an und ich muss ihr am Telefon „hallo“ sagen ????!!!! Bei einer Fabrik, die Schiffsmodelle herstellen, machen wir Halt und schauen uns den Laden an.

Der Zweck ist natürlich wieder, dass wir etwas kaufen. Leider können wir nicht zuschauen, wie die Modelle detailgetreu hergestellt werden. Heute ist ein nationaler Feiertag. Die Muslime haben gestern ihren Ramadan beendet und deshalb wird heute „Eid Mubarak“ gefeiert. Die meisten Geschäfte haben geschlossen. In Pamplemousses besuchen wir 2 Stunden lang den sehr schönen Botanischen Garten. Ein Guide will uns durch den Park führen und uns auf Deutsch alles erklären. Aber als wir sein Deutsch hören und davon kein einziges Wort verstehen, lehnen wir dankend ab. In dem Park gibt es in einem Gehege Hirsche, ein paar Riesenschildkröten und in den Bäumen hängen Fledermäuse. In Petit Raffray gibt es Mittagessen. Paul nimmt Mine Frite (Nudeln) und ich Poulet Curry mit Roti. Beim Cap Malheureux, zuoberst im Norden der Insel, schauen wir uns die schöne rote Holzkirche an und sehen die Felseninseln, wo wir am 17.Juni mit der MABUHAY vorbei gefahren sind. In Grand Baie trinken wir in einer Shopping Mall Kaffee und essen teure Glacé. Weiter geht es an die Westküste, immer durch riesige Zuckerrohrfelder, zu einem öffentlichen Strand in Trou aux Biches, wo Robin will, dass wir im Meer baden. Aber das Wasser ist saukalt und so machen wir nur einen langen und sehr schönen Strandspaziergang. Danach karrt uns Robin wieder quer über die Insel auf die Ostseite, wo wir uns in der Nähe von Rivière du Rempart einen „spiritual park“ zu Ehren von Ganesh, dem Hindugott mit dem Elefantenkopf, ansehen. Später trinken wir Bier in einer sehr basalen Hütte mit den Einheimischen. Abendessen gibt es in einem Restaurant im Ort Cottage. Wir nehmen beide „Bol renversé“ mit Reis, Gemüse, Pouletschnippseln, aber sehr gut. Robin isst nichts. Unterwegs kurvt er mit uns herum und holt irgendwo in der Pampa bei seiner Schwiegermutter sein Abendessen in Styroporbehältern ab. Also wieder zurück auf die Westseite, nach Trou aux Biches, wo wir endlich um 19h40 in unserem Gästehaus „Aqua“ ankommen und das Zimmer beziehen. Wir sind beide ziemlich müde.

Donnerstag, 7. Juli 2016: Mauritius, Trou aux Biches – Souillac

Die halbe Nacht höre ich den Fernseher von Robin, der im Zimmer neben unserem schläft. Das Duschwasser am Morgen ist eher kalt als warm. Um 8h30 fahren wir los, südwärts. Das Frühstück gibt es in Port Louis. Frische Brötchen, vollgeschmiert mit Margarine und belegt mit zwei Scheibchen Cheddar-Käse, dazu Kaffee oder Tee. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir viel billiger und besser auf der MABUHAY schlafen können, wir fahren nämlich an der Marina vorbei!!!!! In Floréal „müssen“ wir uns wieder ein paar Geschäfte anschauen. Schiffs-Modellbaufabrik, Diamantenschleiferei, Kleider aus Kashmir, Schmuck usw. usw. Nach dem 5. Laden sagt Paul: jetzt reicht's, ich will nicht mehr! Und jetzt erzählt uns Robin endlich, dass er für alle Touris die er anschleppt Punkte bekommt und Ende des Jahres bekommt er dafür eine Prämie. Aha, na also, dann helfen wir ihm doch, Punkte zu sammeln. Am Schluss haben wir bestimmt 10 Geschäfte besucht und nix gekauft, aber es ist uns furchtbar peinlich. Bei Curepipe fahren wir auf 650m Höhe und Paul und ich laufen um den Kraterrand und schauen uns das „trou au cerf“, den See in der Kratermitte an. Es regnet immer wieder. Danach fährt Robin zur Tankstelle und tankt für 300 Rupien 7,7 Liter Benzin. Ein Liter kostet 40 Rupien (nicht ganz 1.20 Sfr.). Paul kann das überhaupt nicht verstehen, dass Robin das mehrmals so macht und nicht ein einziges Mal voll tankt. In der Stadt Curepipe soll es Mittagessen geben. Robin will uns in einer winzigen Strassenküche an einem schmalen Brett an der Wand, mit den Gesichtern zur Wand, platzieren. Und so sollen wir einen Teller voll Reis oder Nudeln essen. Paul weigert sich und sagt, wir seien doch kein Vieh das am Barren (fr)isst! Ich muss das Robin mitteilen und dieser ist natürlich beleidigt. Aber er fährt sofort mit uns zu einem Restaurant, wo wir normal und gemütlich an einem Tisch sitzen und einen Teller voll Biryani essen können. Robin sitzt bei uns am Tisch. Ihm fehlen oben und unten mehrere Schneidezähne und er (fr)isst buchstäblich wie in Schwein. Obergrässlich! Ich darf gar nicht hinschauen!

 

Biryani ist ein herzhaftes Reisgericht aus Asien. Der Name Biryani entstammt dem persischen Wort beryā(n) und bedeutet „gebraten“, „geröstet“. Folgerichtig zeichnet sich das Gericht dadurch aus, dass Reis vor dem Garen angebraten wird. Regionale und lokale Varianten sind im Mittleren Osten bis nach Südostasien verbreitet.

Am Nachmittag besuchen wir den heiligen See der Hindus. Wir schauen uns verschiedene Tempel und Tempelchen an und zum Schluss steigen wir noch die 214 Stufen zum Tempel des Affengottes Hanuman hinauf. Es regnet.

 

Hanuman ist eine hinduistische Gottheit mit der Gestalt eines Affen. Er ist der Sohn der Apsara Anjana und des Windgottes Vayu, anderen Legenden zufolge der Sohn von Shiva. Im Epos Ramayana tritt er als treuer Helfer des Gottes Rama auf. Heute gehört Hanuman zu den populärsten Hindu-Göttern

 

Anschliessend besuchen wir die Black River Gorge, eine Schlucht mit einem Wasserfall. Leider können wir davon nicht sehr viel sehen, denn nun schüttet es in Strömen. Weiter geht es zum Chamarel Wasserfall, der recht imponierend ist.

 

Der Rivière de Cap stürzt hier über eine Felskante knapp 100 m in die Tiefe. Über einen schmalen Pfad kann man den Fuss des Wasserfalls erreichen. Vom davor gelegenen Parkplatz aus führt eine Treppe zu einer Aussichtsplattform. Da die umgebende Schlucht endemischen Tierarten Schutz bietet, sind oftmals Flughunde zu sehen.

 

Ganz in der Nähe befinden sich die „Terres des sept Couleurs“.

Leider sind im Moment die Farben nicht so intensiv, weil es regnet. Hier wohnen in einem Gehege auch 5 Riesenschildkröten.

 

Die Siebenfarbige Erde (frz. Terres des Sept Couleurs; engl. Seven Coloured Earths) ist ein Naturphänomen in der Nähe der Ortschaft Chamarel im Südwesten der Insel Mauritius. Sie ist eine Touristenattraktion und befindet sich in Privatbesitz.

Die Hügellandschaft ist wie die ganze Insel vulkanischen Ursprungs. Die Farben kommen durch die Umwandlung von Basaltlava in Tonminerale zustande. Alle unter tropischen Verwitterungsbedingungen wasserlöslichen Bestandteile wie z. B. Kieselsäuren sind weggewaschen, es bleiben nur noch das rötlich/schwarze Eisenoxid Fe2O3 und Aluminiumoxid übrig, das Farben von blau über violettblau bis blaugrün erzeugt. In unterschiedlichen Zusammensetzungen kommt es zu den verschiedenen Farben

 

Von einer Aussichtsplattform geniessen wir noch einen sehr schönen Ausblick auf die südliche Westküste und fahren danach an die Südküste. In Souillac treffen wir um 18h in unserem Nachtquartier, der „Auberge du Rampiel“ ein. Robin fährt nach Hause. Das Abendessen wird uns in Styropor-Behältern ins Zimmer geliefert. Paul isst Mine Frite, Nudeln mit Gemüse und Poulet und ich Poulet-Curry mit Baguette. Seht gut aber ziemlich spicy, phhh! Dazu schauen wir uns im Fernsehen die 6.Etappe der Tour de France an.

 

Robins Frau telefoniert ihrem Mann ständig, den ganzen Tag. Sie will wissen wo wir sind, was wir machen, wo wir hinfahren und was wir gegessen haben. Echt saudoof! Und jeden Morgen gibt Robin mir den Hörer in die Hand und sagt: Say hello to my wife! Ich komme mir saublöd vor, da wir die Frau überhaupt nicht kennen.

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