Mauritius: Inselrundreise, 06.07. - 09.07.2016, Teil 2
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Freitag, 8. Juli 2016: Mauritius, Souillac – Mare d'Albert

Vor dem Frühstück laufen wir noch kurz zum Strand. Hier ist der südlichste Punkt von Mauritius. Robin holt uns um 9h30 im Hotel ab. Er sagt uns, er habe sein Portemonnaie zu Hause vergessen, ob wir ihm Geld leihen könnten. Wir geben ihm 5000 Rupien (ca. 135 SFr.). Von hier fahren wir zum Naturpark „La Vanille“, wo es tausende von Aldabra Riesenschildkröten hat. Domino, die Nummer 61 und der Schildkrötenälteste ist 110 Jahre alt und 275 kg schwer. Und es hat jede Menge riesige Krokodile. Wir finden es komisch, dass man im Parkrestaurant Schildkröten- und Krokodilfleisch essen kann!!! Wir schauen zu, wie die Schildkröten mit einem Berg Karotten gefüttert werden. Es regnet leider in Strömen. In diesem Park hat es noch ganz viele andere Tiere, sowie ein Aquarium und ein Insektenmuseum mit haufenweise aufgespiessten Schmetterlingen (das sparen wir uns). Beim Ausgang kann man im Shop sündhaft teure Taschen aus Krokodilleder kaufen!!! Und jetzt fährt uns Robin nochmals in einen Shop, wo er 50 Punkte bekommt. Die Verkäuferin will uns allerhand teure Souvenirs andrehen und als wir immer nein sagen, meint sie; „ah, ihr wollt nichts kaufen, also dann au revoir!“ es ist uns unheimlich peinlich. Den ganzen Morgen regnet es immer wieder, zum Teil sehr stark. Zum Mittagessen geht es in den Ort Rivière des Anguilles. Wir essen Chop Suey mit Pilzen und Pouletfleisch, dazu Baguette, sehr gut.

 

Chop Suey ist ein Gericht, das vermutlich in den 1860er Jahren von in den USA lebenden Chinesen erfunden wurde.

Es besteht aus verschiedenen Gemüsen wie Bambussprossen, Mungbohnenkeimen und Pilzen. Zusätzlich kann es auch dünne Scheiben von Schweine-, Rind- oder Hühnerfleisch enthalten.

Angeblich entwickelte ein chinesischer Koch in den USA das Rezept im Auftrag eines Diplomaten, der eine Diätspeise benötigte. Nach einer anderen Theorie soll Chop Suey in San Francisco entstanden sein, als ein Kunde nach Geschäftsschluss noch etwas essen wollte und der Koch die Reste in einen Wok warf und noch einmal erhitzte. Heute ist es in vielen westlichen Ländern als Gericht chinesischer Art bekannt, nicht jedoch in China selbst.

 

Vorbei an vielen, vielen Zuckerrohrfeldern geht es weiter nach Le Bouchon. Hier ist vor drei Wochen, am 17.Juni ein Frachter, die „BENITA“, auf ein Riff gefahren und da steht er immer noch. Das ist für uns sehr unheimlich, vor allem als wir feststellen, dass wir am 17.Juni in Mauritius angekommen sind und die „BENITA“ uns in der Nacht vorher gekreuzt hat…

In der Stadt Mahébourg haben wir zwei Stunden „frei“. Paul sucht und kauft eine grosse Zange und danach wird er beim Coiffeur verschönert. Er bekommt eine 100 Rupien (2.85 SFr.) Frisur.

Gegen 17h30 sind wir im Ort Mare d'Albert in der „Auberge Mare d'Albert“. Wir haben heute für wahnsinnige 500 Rupien 12,8 Liter Benzin getankt. Bevor Robin uns verlässt erzählt er, seine Tochter habe heute Geburtstag, 14 Jahre alt, und ob wir ihm etwas Geld geben könnten, damit er für sie einen Geburtstagskuchen kaufen könne und essen für die Gäste. Wir geben ihm weitere 5000 Rupien (ca. 135 SFr.). Das sind jetzt allerdings die letzten Rupien, die er von uns bekommt. Wir haben ihm vor zwei Wochen eine Anzahlung von 5000 Rupien gemacht und am ersten Reisetag nochmals 5000 Rupien gegeben. Jetzt reichts, die Reise ist damit mit 20'000 Rupien (535 SFr.) viel zu teuer bezahlt! Unser Abendessen wird uns in Styroporverpackung ins Zimmer geliefert. Ich bekomme ein ¼ Grillhuhn, auf meinen Wunsch mit Baguette und Paul hat Nudelsuppe bestellt, bekommt aber Nudeln (ohne Suppe) mit ein wenig Hühnerfleisch. Er ist enttäuscht und isst fast nichts. Dazu trinken wir Cola und Fanta. Wir schauen uns die 7.Etappe der Tour de France im Fernsehen an.

Samstag, 9. Juli 2016: Mauritius, Mare d'Albert - Port Louis

Robin holt uns um 9h05 in der Auberge ab. In der Nacht haben wir ziemlich gefroren, weil die Decke die wir erhalten haben einfach zu dünn war. Es regnet immer wieder heftig in Schüben. Wir fahren nach Mahébourg, in die Stadt, wo wir schon gestern waren. Hier bekommen wir in einem kleinen Restaurant endlich um 9h40 das lange ersehnte Frühstück. Robin sagt der Frau hinter der Theke was sie uns geben muss: ein aufgeschnittenes Brötchen, darin ein bisschen Butter oder Margarine geschmiert und zwei Scheibchen Cheddarkäse. Dazu eine Tasse Tee oder Kaffee. Robin läuft inzwischen über die Strasse zum Markt und kauft uns Bananen und nicht schlechte aber saufettige Küchlein. Er legt uns alles auf den Tisch und geht wieder zum Markt. Er will dort Rotis essen. 

Danach fahren wir ein kleines Stück die Ostküste hinauf bis zum Ort „Vieux Port“. Wir schauen uns die Ruinen und das Museum an. Hier haben die Holländer ihr erstes Fort gebaut, als sie in Mauritius ankamen. Weiter geht die Fahrt. Unterwegs sehen wir wie Zuckerrohr geerntet wird. In Mauritius wird zweimal pro Jahr geerntet. Gestern hatte uns Robin gesagt, wir würden heute die Küstenstrasse an der Ostseite von Mauritius hinauffahren, dann hätten wir die ganze Insel umrundet. Heute sagt er, wir fahren an die Westküste, nach Tamarin, er zeige uns „ausser Programm“ die 7 Wasserfälle. Wir haben NIE ein Programm gesehen! Irgendwann fragt er, ob wir in den Nationalpark gehen wollen, um zu wandern, aber das sei „extra“ den Eintritt müssen wir selber bezahlen! Am Donnerstag hatte er uns gesagt, wir könnten nicht in den Nationalpark, weil es zu nass sei und deshalb gefährlich. Heute regnet es auch! Wir sagen, dass wir stattdessen lieber nach Rivière Noire gehen würden und uns dort die Marina anschauen. Ja, aber das sei wieder „extra“ und koste Zuschlag. Dabei liegt es ganz in der Nähe von Tamarin, wo er sowieso mit uns hinwollte. Jetzt werden Paul und ich aber langsam wütend. Wir teilen ihm mit, dass wir also NICHT nach Rivière Noire gehen sondern halt nur nach Tamarin. Er fährt und fährt und scheinbar ist das in Ordnung so. Plötzlich fragt er uns, ob wir Chicken vom „KFC“ mögen? Oh ja, die mögen wir sehr gerne! Und er fährt und fährt immer weiter nordwärts, bis wir plötzlich auf dem Parkplatz vor der MABUHAY stehen. Es ist genau 12h30! Wir waren nicht in Tamarin und Mittagessen, also Chicken vom KFC, haben wir auch keines bekommen und dabei hatten wir eine 4-Tagestour inclusive Mahlzeiten bei Robin gebucht…. Wir sind ziemlich geschockt, sagen aber nichts mehr und verziehen uns auf die MABUHAY. Irgendwie sind wir ja selber schuld an dem Desaster, wir haben ihm gestern Abend die ganze Reise bezahlt, weil er ja Geld brauchte für den Geburtstag seiner Tochter, und seit dem hatte er sich kein bisschen mehr bemüht. Drei Tage lang hat er mich gelöchert, wir sollten ihn dann bei den Seglern empfehlen. Phhh, das kann er vergessen, oder wir werden ihn schon empfehlen, aber negativ! Übrigens habe ich heute am Telefon NICHT „hello“ zu seiner Frau gesagt. Ich habe das strikt abgelehnt.

Nun stellen wir fest, dass die „Mares“ direkt vor uns an der Mauer liegt. Esther lädt uns spontan auf einen Kaffee ein und wir verplaudern den halben Nachmittag, aber gemütlich ist es. Abends, nach dem essen, machen Paul und ich einen kleinen Spaziergang durch das Shoppinggelände. Hinter dem Hotel Labourdonnais spielt eine Band Musik, aber nicht unser Geschmack und wir sind schnell wieder auf der MABUHAY.

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