Mittwoch, 3.August 2016: Antsirabe
Um 8h30 chauffiert uns Liver zu einer Werkstatt, wo aus Zebuhörnern Nützliches aber auch viel Unnützes hergestellt wird. Man erklärt uns wie das funktioniert, was sehr eindrücklich ist. Wir kaufen ein Salatbesteck. Weiter geht die Besichtigungstour zu einem Geschäft für Halb- und Edelsteine. Man erzählt uns, wie die Steine alle heissen. Im Hof hat es einen Berg Steine, wo sich jeder einen Halbedelstein aussuchen darf und daneben hat es sechs lebende Radiata (Strahlen)- Schildkröten. Wir müssen durch den Laden der Edelsteine, schleichen uns aber hindurch, ohne etwas zu kaufen. Nun geht es zu einer privaten Bonbonfabrikation. Hier muss man 10'000 Ariary (3.30 Sfr.) bezahlen für die Demonstration, wie man Bonbons macht und danach darf man 8 Pakete Bonbons nehmen. Also, für die Demo nehmen wir 2 kg Zucker, 1 Liter Wasser und Zitronensaft. Man kocht das Ganze bis es 160° Grad erreicht. Dann leert man die dickflüssige Sauce auf einen Granitstein, wo die Masse sofort abkaltet und in Bonbons geschnitten oder gebrochen werden kann. Wir besuchen den riesigen Tsena-Markt, was unheimlich interessant ist. Was man da alles sehen kann, unglaublich. Mitten in der Stadt befindet sich die Kathedrale von 1897, die wir uns anschauen. Sie hat wunderschöne bunte Glasfenster. Jetzt fahren wir zum „Hotel Therme“. Dieses war früher der Sitz des französischen Gouverneurs. Von hier geht es weiter zum 7 km entfernten Andraikiba See. Wir laufen alleine rund um den wunderschönen Kratersee, 1,5 km in 70 Minuten. Überall wird am See fleissig Wäsche gewaschen. Dabei ist der See das Trinkwasserreservoir der Stadt Antsirabe. Wir verteilen unsere gesammelten kleinen Hotelseifen an die Waschfrauen, die sich sehr darüber freuen. Kinder bekommen Farbstifte geschenkt.
Zurück in der Stadt essen wir im Restaurant Pousse-Pousse zu Mittag. Die Sitze sind von alten Pousse-Pousse Gefährten. Super! Paul nimmt Kürbissuppe und ist davon enorm begeistert, ich „Bol renversé“ mit Reis, Zebugeschnetzeltem, Gemüse und einem Spiegelei obendrauf. Fein! Um 15h sind wir wieder zurück im Hotel Camélia. Ich vermisse mein hellgraues, uraltes Lieblingswolljäckli. Wir laufen wieder in die Stadt und fragen, ob meine Jacke im Restaurant liegt, wo wir zu Mittag gegessen haben. Nein, da ist sie nicht! Also kaufen wir für mich eine neue Jacke, da ich ja sowieso immer friere und Antsirabe liegt auf 1500 m ü.M. Eine Frau mit zwei kleinen Kindern bettelt uns an. Sie will Reis für ihre Kinder haben. Ok, ich frage sie, wie viel 1 Kilo Reis kostet. Sie sagt: 10'000 Ariary (3.30 Sfr.)! Ich finde das zu teuer und wir gehen mit ihr auf den Markt und kaufen für sie ein Kilo Reis nach ihrer Wahl. Der kostet 1250 Ariary (etwa 42 Rappen). Jetzt will sie unbedingt 2 Kilo haben. Sie bekommt 1 Kilo!
Abendessen im Restaurant „Le Venise“. Zebufilet an grüner Pfeffersauce, Pommes frites, gemischtes Gemüse (16'000 Ariary für 2 Pers. = 5.30 Sfr.). Sehr gut und sehr romantisch am wärmenden Kaminfeuer. Es regnet kurz und ist kalt.










































































