Madagaskar: 1.Woche, Tsiribihina River, 04.08.2016
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Donnerstag, 4.August 2016: Antsirabe-Tsiribihina River, 220 km im Auto, danach auf dem Fluss.

Tagwache um 5h30. Der Nachtwächter schläft auf einer Bank im Garten. Frühstück um 6h00. So war es geplant. Aber: wir sitzen schon um 5h00 am Frühstückstisch und wundern uns, dass der Boy, der uns das Frühstück servieren soll, so verschlafen ist. Wir stellen entsetzt fest, dass wir eine ganze Stunde zu früh da sind. Unser Smartphone (oder wir!) haben die Zeitzone nicht umgestellt. Mann, ist das peinlich, aber der Boy sagt kein Wort. Wir entschuldigen uns x-mal und er bekommt für das frühe Aufstehen ein Extratrinkgeld. 6h20 fahren wir mit Liver los, gegen Westen. Um 7h überfahren wir schon einen Güggel (Hahn) der nicht aufpasst. Wir wissen nicht, ob und wie er das übersteht. Liver hält in einem winzigen Dorf mit nur ein paar Häusern, aber massenhaft Kindern an, damit wir sehen können, wie die Frauen den Reis in einem Mörser mit einer Holzstange bearbeiten, um den Reis von den Schalen zu befreien. Wir sehen auch, wie zwei Männer mit einer vorsintflutlichen Säge aus einem Holzstamm Bretter sägen. Es hat etwa 50 Kinder (oder noch mehr?) jeder Grösse die uns, die „Vahaza“ (Weisse) anstaunen. Wir geben ihnen 4 Tüten von den Bonbons, die wir gestern gekauft haben. Allerdings mit enorm schlechtem Gewissen, die haben sowieso schon alle sehr schlechte Zähne! Unterwegs hält Liver an, weil ein Chamäleon, unser erstes in Freiheit, einfach so in aller Gemütlichkeit über die Strasse läuft. Später sehen wir, wie in einem Fluss von Frauen, Männern und Kindern Gold gesucht wird. Dazu werden Steine klein gehämmert um an das Gold zu kommen. Wahnsinn! Wir kommen durch viele sehr arme Dörfer, die Strasse ist enorm schlecht und verlangt vom Fahrer grosse Konzentration. Auf den 220 km bis zu unserem Ziel in Miandrivazo sehen wir unheimlich viel Erosion. Die Bäume werden als Brennstoff abgeholzt und keiner pflanzt neue als Ersatz. Um 11h sind wir in Miandrivazo, wo uns unser Chauffeur Liver an den Guide Daniel übergibt. Im 4x4 werden wir in gut einer Stunde zum Fluss Tsiribihina transferiert, wo wir in unser Flussboot “Eden 1“ umsteigen. Es hat wieder massenhaft Kinder und alle schreien den „Vahaza's“ entgegen, dass sie Stylos und/oder Bonbons haben wollen. Es gibt gar nichts, weil sie frech sind! Um 13h15 geht die Flussfahrt los, unter Motor den Fluss hinunter. Wir haben einen lebenden Hahn dabei. Um 15h gibt es auf dem Schiff Mittagessen. Reis, Chabis/Rüeblisalat und den gebratenen Hahn, der vor zwei Stunden noch gelebt hat. Dessert eine Mandarine. Der Hahn ist zwar gut, aber doch sehr zäh! Paul sagt: Gummiadler mit 100 Flugstunden! Aber, wenn man bedenkt wie auf diesem Schiff gekocht wird, mit Holzkohle auf einem primitiven Ofen, sehr basal, ist es doch beeindruckend, was wir zu essen bekommen. Daniel hat für uns gekocht und isst auch mit uns. Kaum haben wir fertig gegessen, sitzen wir auch schon mit dem Schiff auf einer Untiefe fest. Das Motorboot hat einen Tiefgang von 50 cm und der Fluss steckt voller Untiefen, so dass wir im Zickzack fahren müssen. Wir haben Daniel, unseren Guide, einen „Kapitän“ und drei Helfer an Bord. Die drei Helfer steigen aus, stehen bis zu den Knien im Wasser und schieben so lange, bis das Schiff wieder frei schwimmt! Mein Skipper wird nur schon beim Zuschauen ganz kribbelig. Paul und ich sind die einzigen Gäste und wir haben das Oberdeck mit 4 Liegestühlen ganz für uns alleine. Es ist den ganzen Tag sehr sonnig und heiss und wir geniessen die vorbeiziehende Flusslandschaft vom Liegestuhl aus. Gegen 17h30 kommen wir beim Lagerplatz direkt am Fluss an. Es sind schon mehrere Touristen-Gruppen da. Zwei Zelte werden aufgestellt, eins für Daniel, eines für uns. Kurz vor dem Eindunkeln laufen Paul und ich zum sehr schönen Wasserfall. Wir lernen hier von einer anderen Gruppe die beiden Schweizer Miriam und Beat aus Sarnen kennen und unterhalten uns angeregt mit ihnen. Zum Apéro braut uns Daniel einen zünftigen Drink zusammen: 4-fingerbreit (oder waren es 5?) weissen Rum, frischen geriebenen Ingwer, Zucker, Honig und Orangensaft . Puhhh!!! Unser Abendessen gibt es an Bord.: gute Suppe, Gemüsepfanne, flambierte Bananen. Wir sind k.o., es war ein langer Tag und wir sind um 20h schon in unserem Zelt.

Daniel schnarcht im Zelt nebenan genüsslich vor sich hin.

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