Madagaskar: 1.Woche, Tsiribihina River, 05.08.2016
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Freitag, 5.August 2016: Auf dem Tsiribihina River ca. 70 km in Zigzag

Um 6h geht der erste Lärm los. Daniel kommt um uns mitzuteilen, dass Lemuren da sind. Und tatsächlich, wir sehen unsere ersten Lemuren. Die werden hier mit Früchten gefüttert, sind Menschen gewöhnt und kommen ganz schnell aus den Bäumen herunter. Jöööö, sind die herzig! Um 7h30 gibt es auf dem Schiff Frühstück und um 8h gehen Paul und ich zum Wasserfall um zu baden. Wow, das Wasser ist kalt (für mich!) aber es ist herrlich! Um 8h40 geht die Schifffahrt weiter, den Tsiribihina runter. Die Sonne scheint, wir beziehen wieder unsere Ausguckplätze in den Liegestühlen auf dem Oberdeck. Ahhh, ist das schööön! Irgendwo machen wir einen Halt und schauen uns ein Dorf mit lauter Strohhütten an.

Dieses Dorf lebt vom Tabakanbau. Es hat gefühlte 1000 Kinder (es sind Schulferien) und alle wollen von den „Vahaza's“ Bonbons, Stylos, T-Shirts oder Money haben. Ein kleines Mädchen (7 Jahre alt) nimmt mich an die Hand und sagt, sie heisse Flavia, wie heisst Du? Auch Paul hat plötzlich links und rechts je ein Kind an der Hand und die Hände werden eisern verteidigt! Die Kleinen „adoptieren“ uns sofort! Wir singen mit den Kindern „Frère Jaques, frère Jacques“. Flavia ist eine ganz eifrige Sängerin und stimmt immer wieder neu an. In einer grossen Halle schauen wir zu, wie man Tabakblätter in Ballen zu je etwa 80 kg verpackt. Daniel kauft im Dorf einen lebenden „Güggel“ (einen Hahn) für 3'000 Ariary (ca. 1 SFr.). Dieser kommt auf dem Boot in einen Korb und wir fahren wieder los. Massen von Kindern winken uns zum Abschied und Flavia singt immer wieder „Frère Jacques, frère Jacques„ und ruft dazwischen immer wieder „au revoir Marie!“ Es ist rührend. Mittagessen gibt es während der Fahrt auf dem Fluss. Spaghetti mit Gemüse, Zeburippli (zäh, aber sehr gut!) und Papaya zum Dessert. In einem kleinen Dörfchen machen wir nochmals einen kurzen Halt, damit Sara, die Frau von Daniel zusteigen kann. Sie bringt einen riesigen Karpfen und ein paar Riesencrevetten mit, die sie selber gefangen hat. Beim Crocodilecorner sehen wir ein kleines und ein Riesenungetüm von einem Krokodil. Als wir uns mit dem Schiff nähern, verschwindet der grosse Brocken im Wasser. Die beiden haben sich auf den Steinen gesonnt. Um 16h gibt es wieder einen Halt am Ufer, damit die Helfer Holz für's Lagerfeuer von heute Abend sammeln können. Paul wird gefragt, ob er sich mal den Motor ansehen kann, er säuft (der Motor) zuviel und stösst schwarzen Qualm aus. Paul sieht sich die Sache an und gibt Tips, was getan werden könnte. Aber der Besitzer des Schiffes will nichts machen lassen.

Wir sind heute mehrmals in den Untiefen des Flusses steckengeblieben, weil unser Kapitän besoffen war und geschlafen hat. Er hat zu tief in Daniel's Rumflasche geschaut! Daniel ist ziemlich wütend! Etwa um 17h15 legen wir bei einer grossen flachen Sandbank an. Unser heutiger Übernachtungsplatz. Alle anderen Boote sind schon längst da, die hatten keinen besoffenen Kapitän. Die Zelte werden aufgebaut, heute mit mehr Abstand zu Daniel's und Sara's Zelt, von wegen lautem atmen. Und unsere Schiffscrew stellt sogar eine mobile WC-Kiste auf, was für ein Luxus! Wir laden die beiden Schweizer Miriam und Beat zu uns an Bord ein und Daniel braut uns mit dem Rest des weissen Rumes wieder so einen heftigen Apérotrunk wie gestern. Abendessen, den Riesenkarpfen (liebevoll von Sara präsentiert) und die Riesencrevetten aus dem Fluss, dazu Reis und gebratene Kartoffeln. Alles prima.Weil Paul keinen Fisch isst, hat Sara für ihn extra eine Nudelsuppe mit einem gequirlten und einem hartgekochten Ei und Reis gekocht. Paul ist damit sehr zufrieden.

Um 20h sitzen wir alle um ein grosses Feuer. 7 Kinder tanzen für uns ihre traditionellen Tänze. Das Orchester besteht aus einem Mann mit einer Gitarre, ein Mann mit einer mit Sand gefüllten PET-Flasche und einem Kind das dazu singt. Daniel macht dazu den Animateur. Alles ist sehr einfach aber trotzdem sehr schön. Um 21h ist Feierabend und danach schnarcht Daniel im Zelt wieder genüsslich vor sich hin. Paul und ich trinken auf dem Schiff noch ein Bier. Dabei treffen wir die Crew an, wie sie sämtliche Reste von unserem Abendessen verdrücken.

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