Madagaskar: 2.Woche, Fianarantsoa - Manakara, zuvorderst auf der Lok, 13.08.2016, Teil 2
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Von 13h50 bis 14h30 dürfen wir Dank dem Guide der Spanier und Dank meinen Spanisch-Kenntnissen ganz zuvorderst auf der Diesellock mitfahren und 18 km lang die Beine über dem losen Geleise baumeln lassen.Das kostet extra 5'000 Ariary. ((1.65 SFr.) Das bezahlen wir auch gerne für Tanjona, der kein Geld hat. Dieses Extrageld steckt der Lokführer heimlich still und leise in seinen eigenen Sack. Dieses Erlebnis dürfen wir von Madiorano (609 m Höhe) bis Amboanjobe (356 m Höhe) geniessen. Der Zug fährt etwa 30 km/Stunde. Unvergesslich!!! Wir picknicken im Zug. Die blaue Tasche, an der wir gestern die Naht nähen liessen, fliegt mir dabei aus dem Zugfenster. Und immer wieder, bei jeder Station ein Riesentohuwabohu! Das ganze Dorf ist scheinbar auf den Beinen und am Bahnhof. In Manampatrana, Zentrum des Kaffeeanbaus, trinken wir feinen gesüssten Kaffee. Hier werden noch mehr (Vieh-)Waggons angehängt und es steigen wieder massenhaft Menschen ein, die sich um einen guten Platz fast prügeln. Unglaublich! Wenn der Zug bei einer Steigung Probleme bekommt, weil die Räder auf dem Geleise durchdrehen, wird ein wenig Sand auf die Geleise gestreut und weiter geht die Fahrt. Zum Abendessen spendiert uns Tanjona Bananen, weil wir ihn am Mittag an unserem Picknick teilnehmen liessen. Bei einer Station steigt ein Einheimischer besoffen in den 1.Klasse Wagen ein. Einer der zwei zugbegleitenden Polizisten spediert ihn raus. Als der Zug anfährt springt der Besoffene wieder auf den Zug. Kurz darauf wird die Notbremse gezogen und der ungebetene Fahrgast aus dem Zug entfernt. Ab 18h00 ist es leider nur noch dunkel und wir sehen nicht mehr sehr viel. Aber dafür entdecken wir jetzt ganz viele Glühwürmchen. Wunderschön! Und als es richtig dunkel ist, gibt der ½ Mond erstaunlich viel Licht ab und taucht die Bäume neben den Geleisen in silbernes Licht. Sehr schön! Gegen 23h00 verlässt die spanische Gruppe unser Abteil und steigt aus. Sofort setzen sich ein paar Wachleute, die zwei Polizisten und einige Verkäufer auf die freigewordenen Plätze. Es herrscht absolute Ruhe und ausser mir schlafen alle. Bei der nächsten Haltestelle steigen zwei Männer ein und fangen lauthals an zu singen. Sie singen zwar einigermassen schön, aber es ist trotzdem rücksichtslos und einige der Anwesenden protestieren. Darauf kehrt wieder Ruhe ein. Endlich, um 00h30 treffen wir im Endbahnhof in der Stadt Manakara, an der Süd-Ostküste von Madagaskar ein. Auch hier drängen sich die Leute wie gestern morgen wie Tiere durch die enge Türe. Es ist einfach unfassbar! Wir drei werden von Chauffeur Desy abgeholt und sofort im Auto zum „Hotel Lac Vert“ chauffiert. Wir bekommen einen schönen Bungalow zugewiesen. Im Zimmer steht auf dem Tisch ein Topf mit Gemüsesuppe. Liebevoll zugedeckt und warmgehalten von einem grossen Tuch, dazu Brot. Wir freuen uns wahnsinnig über diesen Service, den Chauffeur Desy für uns veranlasst hat. Merci beaucoup! Wir essen die Suppe mit grossem Genuss und fallen um 01h00 geschafft in unser Bett. Die Zugfahrt hätte 10 – 12 Stunden dauern sollen. Wir waren 16 Stunden und 10 Minuten in diesem Zug unterwegs. Aber toll war die Fahrt auf jeden Fall!

 

Manakara ist eine Stadt an der Ostküste von Madagaskar. Sie ist 590 km von der Hauptstadt entfernt. Sie hat etwa 200'000 Einwohner.

Seit der Fertigstellung der Eisenbahn von Fianarantsoa im Jahr 1936 ist die Stadt ein bedeutender Umschlagplatz mit einem wichtigen Hafen. Der Pangalanes Kanal verbindet den Ort mit dem regionalen Zentrum Tamatave und sorgt für regen Warenaustausch.

Manakara besteht aus den beiden Ortsteilen Tanambato im Süden und Manakare Be im Norden, welche durch den Canal des Pangalanes getrennt sind. Der Erstere ist Verkehrsknotenpunkt und Handelsplatz, während der zweite Ortsteil eher von wohlhabenden Leuten bewohnt wird.

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