Madagaskar: 3.Woche, Isalo Nationalpark (Ranohira) – Ifaty, 18.08.2016
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Donnerstag, 18.August 2016: Isalo Nationalpark (Ranohira) – Ifaty 250 km

Tagwache 5h30. Ohne Frühstück fahren wir um 6h00 auf der RN 7 schnurgerade nach Westen. Am 4x4 haben wir einen neuen Pneu vorne rechts. Dieser Pneu wurde in Antsirabe bestellt und auf das Nacht-Taxi-Brousse gebracht. Gestern Morgen war er, nach 500 km Reise, hier in Ranohira angekommen um montiert zu werden, während wir im Nationalpark herumwanderten. Supertolle Logistk, oder?!

Paul, den Fachmann, stört nur, dass es nur EIN neuer Pneu ist, aber zwei neue wären vermutlich zu viel Luxus und zu teuer. An der RN 7 hat es links und rechts viele Gräber. Es ist ein „fady“ (verboten) diese zu fotografieren. In Sakahara machen wir einen Stopp um zu frühstücken und holen an der ATM Maschine nebenan wieder einmal 800‘000 Ariary. Auf der Weiterfahrt werden wir angehalten und Paul‘s und mein Pass werden gründlich kontrolliert. Aber der Gendarm findet nichts zu meckern und einzukassieren und wir dürfen passieren. Wir durchfahren eine riesige flache Steppenlandschaft. Die ist bestimmt über 100 km lang und wunderschön. Wir durchfahren die zweitgrösste Hafenstadt von Madagaskar, Toliara, an der Strasse vonMozambique. Toliara bedeutet „hier kann man gut ankern“.

Toliara ist eine Stadt im Südwesten von Madagaskar.

Der Grossteil der Bevölkerung gehört zum Volk der Vezo. Es gibt allerdings zahlreiche Zuwanderer aus anderen Regionen der Insel und vom indischen Subkontinent. Die Stadt zählte bei der Volkszählung 1975 45.676, bei jener von 1993 80.826 Einwohner. Heute rechnet man mit rund 120.000 Bewohnern.

Europäische Ansiedlungen scheiterten am Klima und der Malaria. Nur ein Piratenstützpunkt existierte längere Zeit. Die Franzosen eroberten die Stadt im Jahr 1895 und nannten sie Tuléar.

Toliara ist ein bedeutender Hafen und Handelsplatz. Wichtige Handelsgüter sind unter anderem Baumwolle, Erdnüsse, Reis, Seife und Sisal. Eine Bierbrauerei und eine Kautabakfabrik sind die einzigen grösseren Industriebetriebe. Der Handel befindet sich fast vollständig in der Hand von Indern und Pakistanern.

Ausserdem gibt es eine Universität und mehrere Spitäler und Kliniken. Am 23. Februar 2013 wurde Toliara von Zyklon Haruna ziemlich verwüstet, wobei die Infrastruktur sehr gelitten hat.

Die Stadt selber verfügt über keine grossen Sehenswürdigkeiten. Nördlich von Toliara gibt es zahlreiche hervorragende Badestrände.

Etwa 25 km weiter nördlich erreichen wir unser Ziel: Ifaty. Im Hotel „Ifaty Beach Club“ machen wir einen kurzen Stopp und fahren weiter zum „Ifaty Dornenwald“. Eintritt 18‘000 Ariary/Person (ca. 6.00 SFr.), Guide 10‘000 Ariary für ca. eine Stunde (3.30 SFr). In diesem kleinen Park hat es viele schöne Baobab und riesige Kakteen. Der Park ist schön, aber uns ärgert enorm, dass der Guide extra für uns Touristen einen kleinen nachtaktiven Lemuren aus dem tiefsten Schlaf rüttelt. Der Kleine sieht ganz verstört aus. Auch Tanjona findet das nicht in Ordnung. Nach einem etwa 1-stündigen Rundgang (der Guide bekommt KEIN Trinkgeld!) kehren wir zum Hotel zurück. Auf der kurzen Fahrt bleiben wir plötzlich stehen, es ist 13h. Das Auto macht keinen Wank mehr. Eine Sicherung ist verschmort. Natürlich hat Desy keine neue Sicherung dabei. Ein anderes Auto, ein uralter Klepper, kommt und bietet seine Hilfe an. Der Fahrer hat tatsächlich eine Sicherung dabei und die Sache wird notdürftig repariert. Paul und ich sitzen im Auto, als Desy den Motor wieder startet. Aus dem Armaturenbrett quillt Rauch! Paul und ich schreien sofort Alarm!!! Der Zigarettenanzünder wird ausgebaut und nun klappt es doch noch mit dem Motorstarten. Um 13h20 sind wir im Hotel und bekommen einen wunderschönen Bungalow, direkt am Meer. Im Restaurant gibt es einen „Welcome drink“ und wir essen zu Mittag: 2 x Salade de l‘Hotel“, sehr gut. Den Nachmittag verbringen wir am Strand, sehr schön, an der Strasse von Mozambique, an der Westseite Madagaskars. Abendessen im Hotel. Auf extra Empfehlung des Chefs: Echine de porc avec herbes malgaches, pommes frites und légumes. Das Schwein erweist sich als SEHR zäh! Wir kauen und kauen und können es doch nicht hinunterschlucken. Paul‘s Stück ist nur ein hässlicher Klumpen Fleisch. Der Chef hatte uns gesagt, dieses Fleisch sei prima und wenn es nicht gut sei, bezahle er es. Und als wir dann gefragt werden, ob es gut sei, sagen wir beide wie auf Kommando: „Nein!“ Und tatsächlich, wir bekommen jeder einen neuen Teller mit Zebu-Steak, Pommes Frites und gemischtem Gemüse. Das Zebu ist auch zäh, aber wir kauen und würgen es trotzdem hinunter.

Wir getrauen uns nicht, noch mehr zu meckern...

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