Freitag, 20. Januar 2017: Richards Bay
Es ist wieder ein wunderschöner Morgen. Wir bringen Wäsche in die Wäscherei, checken mit Jackie aus (dafür haben wir, das heisst ich, gestern einen Haufen Papiere ausfüllen müssen), und fahren um 11h zur Board Walk Shopping Mall zum Grosseinkauf. Hier essen wir jeder einen Salatteller und sind um 15h wieder auf der MABUHAY. Jackie wartet schon vor dem Tor um uns die Ausklarierungspapiere zu übergeben. Paul und Ludovic bringen das Auto zurück, wir haben mit dem kleinen Suzuki Celerio 310 km zurückgelegt. Ich versuche ins Internet zu kommen, ohne Erfolg. Ich nerve mich enorm! Morgen wollen wir von Richards Bay lossegeln und ich hätte gerne noch einiges erledigt.
Abendessen im "Porky's". Alles wieder prima. Unsere drei Essen kosten 430 Rand. Paul gibt der Servierfrau 500 Rand und danach warten und warten und warten wir auf das Wechselgeld. Wir warten vergeblich! Als ich die hübsche, farbige Frau darauf anspreche sagt sie: "Oh sorry!" zückt ihr persönliches Portemonnaie und gibt uns die 70 Rand (ca. 5 SFr.) zurück. Jetzt hat sie sich selber geschnitten. Nun bekommt sie nämlich überhaupt kein Trinkgeld!
Samstag, 21. Januar 2017: Richards Bay - Durban
Es hat die halbe Nacht geregnet und von den nahen Restaurants ertönt laute Musik. Eigentlich tut es uns leid, Richards Bay zu verlassen. Aber diese nächtlichen Musikerzeugnisse werden wir ganz bestimmt nicht vermissen....
Als wir beim Frühstück sind, kommt Marina, um sich von uns zu verabschieden. Sie war für uns sehr hilfreich und hat uns echt ins Herz geschlossen. Ludovic holt die saubere Wäsche ab und wir treffen die letzten Vorbereitungen für die Abfahrt. Weil der Wind noch nicht auf die richtige Richtung gedreht hat, verschieben wir die Abreise um ein paar Stunden und wollen noch bei "KNK- Curry" ein "Bunny Chow" (mit Chicken) zu Mittag essen. Leider ist das nicht möglich, weil das kleine Restaurant immer noch umgebaut wird. Schade! Also essen wir bei "Dros".
Der Tag ist grau, aber es regnet nicht mehr. Hebron kommt vorbei um sich zu verabschieden.
Es ist 15h als wir den MABUHAY-Motor starten und die Tuzi Gazi Marina von Richards Bay verlassen. Bei der Ausfahrt durch den Kanal treffen wir auf das Sandsaugschiff "ILEMBE", das wir besichtigen durften. Ich rufe das Schiff per Funk an um uns von Preggi, dem Chefingenieur zu verabschieden. Aber er ist nicht anwesend. Er hat bis zum 5.Februar frei und ist zu Hause in Durban. Draussen auf dem offenen Meer schaukelt die MABUHAY ganz schön herum und Paul und ich fühlen uns nach 2 Monaten und 1 Woche nicht sehr wohl auf unserem schwimmenden Heim. Bald schon fängt es an zu regnen und es ist grau in grau und hat Nebel. Wir sehen kaum die vielen Frachtschiffe die draussen auf Reede liegen. Leider ist der Wind nicht so stark wie vorausgesagt und wir müssen bis um 22h30 motoren. Dann kommt endlich Wind auf und wir können 4 Stunden segeln. Der Regen hat aufgehört und die Sicht ist gut.
Sonntag, 22. Januar 2017: Richards Bay - Durban, 106,3 sm
Wir machen 3 Stunden Wache. Ich von 21h - 24h, Ludovic 00h - 03h, Paul von 03h - 06h. Ah, ist das herrlich "nur" einmal pro Nacht Wache zu schieben und ich darf schon um 24h ins Bett.
Von 02h15 bis 04h muss wieder motort werden, zu wenig Wind. Endlich kommt nun doch noch der versprochene Wind auf, ca. 25 Knoten, aber leider 12 Stunden zu spät. Unser Plan war ja eigentlich, bis nach East London zu segeln. Aber jetzt ist das Wetterfenster zu kurz und wir schaffen das nicht mehr, bevor der Wind auf Südwest dreht. Also beschliessen wir (ungern) in den Hafen von Durban einzulaufen. Bei der Einfahrt herrscht ziemliches Getümmel, ein grosses Navy-Schiff kommt aus dem Hafen und wir müssen draussen warten. Etwa 20 schnelle Segelboote fahren heraus. Vermutlich haben sie irgendwo eine Regatta. Endlich dürfen auch wir hinter einem Fischerschiff in den Hafen fahren. Bei der Durban Marina, vor dem Royal Naval Yacht Club finden wir einen schönen Liegeplatz, wo wir um 11h15 am Steg anlegen. Wir haben 9 Stunden motoren müssen und dafür 20 Liter Diesel verbraucht. Leider haben wir auch einen Riss mitten im Vorsegel. Wieso und woher? Vermutlich wegen Überalterung. Wir wissen es nicht! Wir müssen das Segel herunternehmen und reparieren lassen. Nach dem kalten Mittagessen an Bord, macht die ganze Crew eine 2-stündige Siesta. Danach wechseln Ludovic und Paul in der grössten Hitze unser zerrissenes Segel aus. Das Segel ist total dünn und aufgelöst, so dass wir es nicht reparieren lassen, sondern direkt entsorgen. Abendessen an Bord, weil wir noch Reste zum aufessen haben und weil wir in der Marina eingeschlossen sind, wie im Gefängnis. Wir brauchen einen Chip um das Tor öffnen zu können, und diesen Chip erhalten wir erst morgen Montag, weil heute Sonntag, das Büro geschlossen ist. Am Abend ist es kühler. Paul und ich sind sehr früh im Bett und schlafen wie die Murmeltiere.
Montag, 23. Januar 2017: Durban
Wir schlafen alle sehr lange (8h30). Danach melden wir uns im Durban Marina Büro an (wieder viel Papier ausfüllen!) und bekommen jeder einen Chip für das Tor und die Duschen des Point Yacht Club. Im Point Yacht Club lassen wir die Chips aktivieren und bekommen gratis eine Mitgliedkarte des Yachtclubs. Jetzt müssen wir in die Stadt laufen, um uns bei der Immigration und beim Zoll zu melden. Bei beiden Eingängen muss man wie an den Flughäfen durch die Sicherheitskontrolle. Alles klappt prima, nur Skipper Paul regt sich mächtig auf, weil er seinen Rucksack abgeben muss. Die Formalitäten sind schnell und kostenlos erledigt. Wir suchen einen Hardware Store, wo Paul 5m Kabel kauft, um die Kabel an den Solarpaneelen zu erneuern.
Und weil es hier so megaheiss ist, trinken wir auf dem Rückweg zur MABUHAY im ROYAL NATAL YACHT CLUB ein kühles Castle Light Bier. Wir bekommen auch hier eine Mitgliedskarte für den Club und dazu eine Flasche Weisswein geschenkt. Wow, sind die hier in Durban freundlich und grosszügig! Kaltes Mittagessen an Bord. Paul und Ludovic schrubben wieder in der grössten Hitze das Deck. Aber das kommt daher, dass es hier nur von 9h-11h und von 14h-16h Wasser gibt.
Abendessen in der 32.Etage im Restaurant ROMA. Das Restaurant ist rund und dreht sich in 75 Minuten einmal herum und man geniesst eine überwältigende Aussicht über die Stadt Durban. Der Chef ist ein Italiener aus Rom.
Er heisst Gino Leopardi. Er wohnt schon seit 45 Jahren hier und betreibt dieses Restaurant. Paul isst ein Springbook-Filet mit Frites und Gemüse, Ludovic und ich ein Straussen-Filet mit Pfeffersauce, Frites und Gemüse. Alles ist herrlich und die Aussicht atemberaubend. Paul der sonst immer zum Aufbruch drängt, will gar nicht mehr weg von hier. Aber nach einem prima Lavazza-Espresso machen wir uns trotzdem ca. 15 Minuten zu Fuss auf den Heimweg. Gegen 22h sind wir wieder auf der MABUHAY. Was für ein schöner Abend!
Dienstag, 24. Januar 2017: Durban
In der Nacht bläst kurz ein heftiger Wind und danach regnet es, aber nicht sehr stark. Am Morgen scheint wieder die Sonne und es wird ein enorm heisser Tag. Ich verbringe fast den ganzen Tag mit Abklärungen wegen unserem Visa. Das Visa läuft am 16.Februar ab und die Wetterprognosen für die Weiterfahrt nach Kapstadt sind nicht gerade gut. Ich frage im Büro des Point Yacht Clubs und die versuchen mir zu helfen, wo sie können, aber ohne Erfolg, keiner weiss Bescheid, wie man vorgehen muss, um die Aufenthaltbewilligung zu verlängern. Oder ob man einfach in ein anderes Land ausreisen kann, wieder einreisen und bekommt dann wieder ein paar Monate Aufenthalt? Keiner weiss es! Dabei erfahre ich, dass es in Durban einen "Swiss Club" gibt. Ich rufe den Präsidenten an und frage ihn um Rat. Er weiss keinen. Dann rufe ich beim Schweizer Konsul Hans Graber aus Sigriswil an, der auch im "Swiss Club" ist. Er weiss auch nichts! Und zuletzt stellt sich heraus, dass der Koch des Point Yacht Club auch im "Swiss Club" ist und Markus Bänziger heisst (ein Appenzeller). Ich spreche mit ihm und er schenkt mir eine gefrorene Packung "Spätzli, Swiss Made". Ich bin total platt vor Überraschung! Am Nachmittag habe ich so genug vom herum fragen und herum telefonieren, dass wir alle drei zusammen in die Stadt bis zur City Hall laufen. Hier treffen wir auf eine Gruppe Männer, die zu überlauter Musik tanzt und Faxen macht. Wir setzen uns zu etwa 500 Farbigen oder mehr und schauen zu. Es ist sehr lustig! Es ist höllisch heiss und wir suchen ein Restaurant, wo wir einen Eiskaffee geniessen könnten. Das ist unmöglich, es hat nur Take Away Buden wo es Frites und Burgers plus Cola gibt. Abendessen an Bord. Chefkoch Paul hat uns Salzkartoffeln und Sauerkraut mit geräuchertem Schweinefleisch gekocht. Mmm, prima!
Abends regnet es.












































